Trunkenheitsfahrt am Wochenende: Feuchtfröhlicher Führerscheinentzug

News vom 08.05.2017 um 16:19 Uhr

Trunkenheitsfahrt: Am vergangenen Wochenende kam es wieder zu zahlreichen Alkoholverstößen im Straßenverkehr.

Trunkenheitsfahrt: Am vergangenen Wochenende kam es wieder zu zahlreichen Alkoholverstößen im Straßenverkehr.

Endlich Wochenende – gemütlich ein, zwei Bierchen mit Freunden genießen oder doch den ein oder anderen Cocktail mehr in der Lieblingsdiskothek. Das dachten sich auch am vergangenen Wochenende wieder zahlreiche junge und junggebliebene Fahrer, die wider besseren Wissens auf dem Nachhauseweg trotz erhöhten Alkoholpegels nicht auf ihr Vehikel verzichten wollten. Bundesweit ertappte die Polizei am Wochenende Verkehrssünder bei ihren nächtlichen Trunkenheitsfahrten. Eine Auswahl.

Don’t Drink and Drive – oder vielleicht doch ein bisschen?

In Deutschland gilt: Bei einem Alkoholspiegel ab 0,5 Promille darf kein Autofahrer sich mehr hinters Steuer setzen. Dass nicht alle Fahrzeugführer die 0,5-Promillegrenze ganz so ernst nehmen, mussten Polizisten bundesweit auch am vergangenen Wochenende wieder erkennen:

  • Gütersloh (Nordrhein-Westfalen). Am frühen Morgen des letzten Sonntags erwischten Polizisten einen Einbrecher in flagranti. Nachdem sich herausstellte, dass der offensichtlich Betrunkene mit dem Auto zum Tatort angereist war, eskortierten die Beamten den Dieb für die Abgabe einer Blutprobe eigens zum Krankenhaus. Anhängig sind nunmehr zwei Ermittlungsverfahren: wegen schweren Diebstahls sowie Fahrens unter Alkoholeinfluss.
  • Kassel (Hessen). Auch einem 37-Jährigen impfte übermäßiger Alkoholgenuss eine Schnapsidee ein: Gemeinsam mit seiner 38-jährigen Freundin machte er sich auf, Holz von einem Firmengelände zu stehlen. Anfahrt per Auto. Als die Polizei die beiden Diebe ertappte, wurde der Fahrer einem Atemalkoholtest unterzogen. Ergebnis: 1,1 Promille.
  • Nördlingen (Bayern). Ein 48-Jähriger versuchte unter vollem Körpereinsatz, seine 45-jährige Gattin von einer Trunkenheitsfahrt am vergangenen Wochenende abzubringen – und setzte sich schließlich auf die Motorhaube des Wagens. Auch davon ließ sich seine Ehefrau nicht beirren, fuhr langsam weiter, bis er vom Wagen stürzte und sich leicht verletzte. Die herbeigerufenen Polizisten ermittelten bei der Frau einen Blutalkoholwert von 2,5 Promille. Es war nicht ihre erste Trunkenheitsfahrt.
Alle Werte lagen bei 1,1 Promille und darüber, sodass jede genannte Trunkenheitsfahrt vom letzten Wochenende nach § 316 Strafgesetzbuch als Straftat zu werten ist. Diese hat den Entzug der Fahrerlaubnis zur Folge, ist mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht und kann zu einer zusätzlichen MPU-Auflage führen.

Trunkenheitsfahrt bei fehlender Fahrerlaubnis

Ein 47-Jähriger war bei seiner Trunkenheitsfahrt am Wochenende zudem ohne Fahrerlaubnis unterwegs.

Ein 47-Jähriger war bei seiner Trunkenheitsfahrt am Wochenende zudem ohne Fahrerlaubnis unterwegs.

Neufahrn (Bayern). Ein 47-Jähriger fuhr am Samstagabend an der Neufahrner Polizeistation vorbei. Aufmerksame Polizisten erinnerten sich daran, dass dem bekannten Alkoholsünder erst kürzlich wegen einer vorherigen Alkoholfahrt der Führerschein dauerhaft abgenommen wurde.

Nach einem Alkoholtest ergab sich für dessen Trunkenheitsfahrt vom letzten Wochenende ein Blutalkoholgehalt von stolzen drei Promille. Personen, die nicht Gewohnheitstrinker sind, könnten bei einem solchen Wert nicht mehr aufrecht stehen, geschweige denn fahren.

Da die Fahrerlaubnis des 47-Jährigen schon weg war, zogen die Polizisten nach dessen Trunkenheitsfahrt vom Wochenende alternativ gleich den Wagenschlüssel ein. Er muss nicht nicht nur mit einer Anzeige wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss rechnen, sondern auch mit einem Verfahren wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis erfüllt nach § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) einen Straftatbestand, der mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet wird.

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