Werkstatt

Bußgeldkatalog Werkstatt

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotFVerbot
Kraftfahrzeug oder Anhänger betrieben und dabei gegen Vorschriften über Lichter und Leuchten verstoßen20 €
Kraftfahrzeug oder Kraftfahrzeug mit Anhänger in Betrieb genommen, das sich in einem Zustand befand, der die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigte90 €1
...als Halter des PKW den Betrieb angeordnet oder zugelassen135 €1
Kraftfahrzeug, dessen Schalldämpferanlage defekt war, in Betrieb genommen20 €
Fahrzeug mit defektem Auspuff betrieben20 €
Als Halter eines PKW oder Kraftrades Fahrzeug zur Sicherheitsprüfung nicht vorgeführt und dabei die Frist des Vorführtermins nicht eingehalten
von 2 bis zu 4 Monaten25 €
von 4 bis zu 8 Monaten60 €1
über 8 Monate75 €1

Tipps zur Wahl der Werkstatt

Reparatur in der Autowerkstatt

Reparatur in der Autowerkstatt

Kleinere Schäden am Auto wie der Austausch von defekten Autolampen können eigentlich auch von Laien problemlos durchgeführt werden. Aber auch der regelmäßige Kontrollblick, vor allem auf die Autoreifen, sollte nicht ausbleiben. Doch im Vergleich zu früher sind selbst Hobby-Schraubern bei aktuelleren Modellen oftmals die Hände gebunden, da die Technik häufig so verbaut ist, dass sie kaum zu erreichen ist. Oder die Bordelektronik macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

So bleibt oft nur der Gang zur Profi-Werkstatt, wobei es nicht immer die teure Fachwerkstatt sein muss. Doch welche anderen Werkstätten gibt es? Und wie kann die Werkstatt helfen, Bußgeldern vorzubeugen? Und wann müssen Sie ohne Fahrzeugdefekt in die Werkstatt – Stichwort TÜV bzw. Hauptuntersuchung? Folgender Ratgeber zeigt Ihnen die spezifischen Bußgelder, die durch einen Werkstattbesuch vermieden werden können.

Werkstätten: Hilfreiche Informationen und praktische Tipps

Früher oder später muss jedes Fahrzeug in die Autowerkstatt, sei es zur Hauptuntersuchung (HU) (auch unter dem Namen TÜV bekannt), zur regelmäßigen Inspektion oder zu Reparaturen. Seit dem 1. Dezember 1951 existiert die obligatorische HU. Die dabei anfallenden Kosten schmecken natürlich keinem Autofahrer, doch als Fahrzeughalter ist man verpflichtet, dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug nicht aufgrund von Schäden oder Missständen eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit darstellt.

Genau hierfür wurde auch die Hauptuntersuchung eingeführt. Wer nicht gerade seine Stamm-Werkstatt hat, steht erstmal vor einer schier endlosen Auswahl verschiedener Betriebe, die sich mit Autoreparaturen beschäftigen. Doch welche verschiedene Arten von Werkstätten gibt es und wie finde ich die richtige für mein Fahrzeug?

Generell lassen sich folgende Arten von Kfz-Werkstätten unterscheiden:

  • Vertragswerkstätten
  • Freie Werkstätten
  • Werkstätten
  • Spezialbetriebe

Die Vertragswerkstatt

In dieser Werkstatt ist man meist auf ein oder nur sehr wenige Fabrikate wie beispielsweise BMW, Mercedes, Volkswagen und Co. spezialisiert. Zum Leistungsangebot gehört das gesamte Spektrum. Angefangen von der Inspektion über den Ölwechsel bis hin zu kleineren oder größeren Reparaturen. Selbstverständlich werden in einer Vertragswerkstatt auch knifflige Probleme mit der Elektronik behoben. Oftmals ist bei dieser Werkstattform auch eine Karosserieabteilung mit angegliedert.

Kosten sparen bei Reparatur in freier Werkstatt

Kosten sparen bei Reparatur in freier Werkstatt

Ein Nachteil dieser Autowerkstätten ist jedoch, dass die Preise recht hoch sind. Ursache hierfür sind die fahrzeugtypische Schulungen der Werkstattmitarbeiter sowie die umfassende Ausstattung und Ausrüstung mit Spezialwerkzeugen. Die Autohersteller schließen nur unter strengen Auflagen mit einer Kfz-Werkstatt Verträge. Dafür bekommt man aber perfekte Leistungen.

Eine Vertragswerkstatt muss immer dann aufgesucht werden, wenn am Fahrzeug während der noch laufenden Herstellergarantie oder der gesetzlichen Sachmängelhaftung ein Mangel auftritt. Es dürfen während dieses Zeitraums Nachbesserungen nur beim Verkäufer bzw. einer anderen Werkstatt der gleichen Fahrzeugmarke durchgeführt werden.

Die freie Kfz-Werkstatt

Zu dieser Kategorie gehören alle markenunabhängige Betriebe, aber auch Filialbetriebe (beispielsweise ATU, pit stop etc.) oder Lizenznehmer (beispielsweise autofit, Automeister etc.). Der angebotene Autoservice kann von Werkstatt zu Werkstatt sehr stark schwanken, wobei generell der Schwerpunkt der Leistungen auf Wartungs- und Standardarbeiten an Bremse, Auspuff oder Kupplung liegt.

Da in freien Pkw-Werkstätten nur ein eingeschränktes Reparaturangebot herrscht, ist der Stundensatz einer solchen Kfz-Werkstatt in der Regel niedriger als in einer Vertragswerkstatt. Folglich sinken hier auch die Reparaturkosten. Empfehlenswert sind freie Werkstätten daher für jeden Fahrer, der einen älteren Pkw besitzt bzw. einen, dessen Garantiezeit abgelaufen ist.

Werden an neueren Fahrzeugen Autoreparaturen durchgeführt, sollte man sich von der freien Werkstatt bestätigen lassen, dass diese nach der Vorschrift des Fahrzeugherstellers arbeitet. Geschieht dies nicht oder wird der Verkäufer vor der Kfz-Reparatur nicht informiert, so kann durch eine eigenmächtige Reparatur in der falschen Werkstatt die Garantie verfallen.

Typisches Merkmal einer Autoreparatur in einer freien Autowerkstatt ist, dass anstatt teurer Original-Ersatzteilen des Fahrzeugherstellers vornehmlich preiswertere Ersatzteile aus dem freien Teilehandel verbaut werden. Dies ist auch ein Grund, weshalb die Reparaturkosten hier niedriger sind, was sich auch in der Rechnung der Kfz-Werkstatt niederschlägt.

Mittlerweile gibt es auch Spezialwerkstätten für Autoglas-Arbeiten.

Mittlerweile gibt es auch Spezialwerkstätten für Autoglas-Arbeiten.

Zudem zeigt man sich in einer freien Werkstatt wesentlich verständnisvoller, wenn man durch den Einbau von Gebrauchtteilen Geld sparen will. Hierbei muss aber beachtet werden, dass Anträge auf Kulanz nach dem Garantieablauf vom Hersteller abgelehnt werden, wenn das Fahrzeug zur Reparatur in einer freien Werkstatt war und der Fahrzeughersteller als Kulanzgeber dies erfährt.

Die Spezialbetriebe

Zu den Spezialbetrieben zählen Autolackierer, Autoelektriker, der Karosserie-Fachbetrieb und die Instandsetzungsfirma für verschiedene Fahrzeugkomponenten wie Automatikgetriebe und Motoren. Auch Betriebe, die sich ausschließlich mit dem Tönen, Ersetzen oder Reparieren von Autoglas beschäftigen, haben sich in den letzten Jahren zunehmen gebildet. Bei Spezialwerkstätten handelt es sich – wie der Name schon vermuten lässt – um Spezialisten, die für das entsprechende Aufgabengebiet eine fachlich und preislich attraktive Alternative darstellen können.

Durch die Spezialisierung kann in den einzelnen Teilbereichen ein effektiverer Autoservice geleistet werden. Beim Autolackierer, oder auch “Lackdoktor”, können Sie nicht nur Ihr Fahrzeug neu lackieren lassen, sondern auch generell kleinere Lackschäden professionell ausbessern lassen. Neben den benannten Spezialwerkstätten gibt es mittlerweile gar sog. “Beulenspezialisten”, die sich auf das Ausbeulen von Blechschäden konzentrieren (dafür wurde mittlerweile sogar eigenes Spezialwerkzeug entwickelt).

Sonderfall Selbsthilfewerkstatt

In den letzten Jahren haben sich auch zunehmend mehr Werkstätten gebildet, in denen Autofahrer, sofern Sie sich handwerklich dazu befähigt sehen, Ihr Auto selber reparieren können. Es werden in der Regel durch den Betreiber solch einer Selbsthilfewerkstatt die meisten nötigen Werkzeuge zur Autoreparatur bzw. -optimierung zur Verfügung gestellt. Sogar Hebebühnen für eine mögliche Unterbodenreparatur sind oftmals vorhanden.

Die Kosten für Hauptuntersuchung und Reparaturen können hoch sein.

Die Kosten für Hauptuntersuchung und Reparaturen können hoch sein.

Angemerkt muss hier aber werden, dass in einer Werkstatt zum selber Schrauben am besten nur ältere Wagen aufgebockt werden sollten. Möchten Sie Ihr neues Auto selber reparieren in einer Werkstatt, wird der Garantieschutz in den meisten Fällen entwertet, also ungültig.

Selbsthilfewerkstätten bieten sich also vor allem an für Tuningfans, die gerne an Ihren gebrauchten Wagen herumschrauben – und natürlich für fähige Hobby-Schrauber. Bitte greifen Sie nicht in jedem Fall zur Selbsthilfe: Eine Werkstatt ist in den meisten Fällen die sicherere Lösung.

Andere Werkstätten

Neben den genannten, die vermutlich jedem Autofahrer mal begegnen, gibt es noch andere Konzepte von Autowerkstätten, z.B.:

  • Tuningwerkstatt
  • Lkw-Werkstatt
  • Oldtimer-Werkstatt

In Tuningwerkstätten können größere Spezialumbauten veranlasst werden: z.B. Motorleistung erhöhen, Abgasanlagen verändern, spezielle Reifen und/oder Radkappen einbauen und/oder größere Umbauten an der Karosserie vornehmen. Dabei zeichnet sich eine gute Tuningwerkstatt dadurch aus, dass sie sich wie selbstverständlich an gültige, gesetzliche Vorgaben hält und nur einbaut/umbaut, was beim TÜV nicht beanstandet wird.

Oldtimer-Werkstätten sind auf Fahrzeuge spezialisiert, für die in den meisten Fällen keine Ersatzteile mehr hergestellt werden. Sie sammeln viele Originalersatzteile aus anderen, älteren fahruntüchtigen Automodellen und stellen ggf. in einigen Fällen auch selbst Ersatzteile her. Da ein Oldtimer nur unter strengen Auflagen den Status eines Oldtimers behalten kann, ist hier eine große Kenntnis verschiedenster Originalmodelle vorhanden.

Da der Betrieb eines Oldtimers an sich schon eine größere finanzielle Belastung ist, kann in derlei spezialisierter Werkstatt jedoch auch mit relativ hohen Kosten gerechnet werden. Schon allein der Aufwand, Originalersatzteile zu sammeln bzw. zu finden, ist oft enorm.

Die richtige Werkstatt für neue Fahrzeuge

Gerade Besitzer von jungen Fahrzeugen, die aber bereits außerhalb der Garantie/Sachmängelhaftung sind, stellen sich die Frage, ob man lieber eine Vertragswerkstatt oder eine freie Werkstatt für eine Autoreparatur aufsucht.

Grundsätzlich steht Ihnen frei, die Werkstatt selbst zu wählen, doch einen Haken gibt es. Zwar beteiligt sich der Fahrzeughersteller nach Ablauf der Garantie in manchen Fällen aus Kulanz an den Reparaturkosten.

Ärgernis HU? Schutz wird nur durch regelmäßige Wartung gewonnen.

Ärgernis HU? Schutz wird nur durch regelmäßige Wartung gewonnen.

Doch hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung, für die es keine rechtliche Verpflichtung gibt. Entsprechend selten ist dies der Fall und daher werden Erstattungen oftmals auch strikt abgelehnt, wenn vorangegangene Kfz-Reparaturen und Arbeiten am Fahrzeug nicht lückenlos in einer Vertragswerkstatt durchgeführt wurden.

Unabhängig vom Alter des Fahrzeug gilt: Komplizierte Fehler werden von den Mitarbeitern in einer Vertragswerkstatt häufig schneller aufgespürt und nicht zuletzt auch gründlicher behoben. Zumal in diesem Betrieb ein sehr großer Erfahrungsschatz mit dem „eigenen“ Fahrzeugfabrikat vorausgesetzt werden kann, über den freie Werkstätten nicht verfügen. Darüber hinaus kann in einer Vertragswerkstatt auf spezielle Diagnosegeräte, Fehler-Datenbanken oder auch eine Spezialisten-Hotline zurückgegriffen werden.

Die richtige Werkstatt finden: Tipps und Anregungen

Wer eine gute Werkstatt für den Kfz-Service gefunden hat, kann die Lebensdauer von seinem Fahrzeug erheblich verlängern. Wie aber kann die Suche nach einer guten Werkstatt gestaltet werden? Viele Fahrzeughalter denken verständlicherweise ans Sparen, wobei der zu bezahlende Rechnungspreis unterm Strich gar nicht so wichtig und auch nicht unbedingt aussagekräftig ist. Entscheidend ist doch, was man sich insgesamt das Vergnügen kosten lässt, einen fahrbaren Untersatz zu haben.

Ob freie Werkstatt, Vertragswerkstatt oder Spezialbetrieb: Alle haben ihre Vor- und Nachteile. Doch statt zu sehr auf die zu zahlenden Kosten zu achten, sollte man auch die Gesamtbetreuung im Blick haben. Letztendlich sollte das persönliche Profil entscheiden, für welche Werkstatt man sich entscheidet. Fragen Sie ggf. Ihre Freunde, Bekannten, Kollegen, ob Sie eine Kfz-Werkstatt mit guter Bewertung empfehlen können.

Und: Ein Muss ist in jedem Fall ein Kostenvoranschlag der Werkstatt zu erbitten. Dieser dient auch als rechtliche Absicherung und im Zweifelsfall kann man sich später beim Zahlen der Rechnung darauf beziehen. Es obliegt Ihnen, mehrere Vertrags- und freie Kfz-Werkstätten zu testen.

Letztendlich sollte das persönliche Profil entscheiden, für welche Autowerkstatt man sich entscheidet. Wähnen Sie sich in Sachen Autoreparatur gut beraten und fühlen sich mit dem angebotenen Kfz-Service wohl, dann haben Sie vermutlich die für Sie richtige Werkstatt gefunden.

Die richtige Werkstatt ist auch eine Frage des persönlichen Profils.

Die richtige Werkstatt ist auch eine Frage des persönlichen Profils.

Werkstatt: Ein Besuch kann Bußgeld verhindern

Beim Besuch einer Werkstatt sollten aber nicht immer nur die gerade nötigste Kfz-Reparatur geleistet werden. Sondern ist es darüber hinaus empfehlenswert, den Betrieb zu bitten, das Fahrzeug zumindest auf sichtbare Schäden bzw. Mängel zu kontrollieren, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können.

Hiermit sind neben Bremsen oder Lenkeinrichtungen beispielsweise auch die Autolampen und die Frontscheibe gemeint. Denn gerade Bremslicht, Blinker oder minimale Risse in der Autoscheibe sind längst nicht für jeden Autofahrer auf Anhieb sichtbar. Eine Inspektion ist in regelmäßigen Abständen sinnvoll und kann in jeder Werkstatt stattfinden.

Zwar kann es sein, dass die Werkstatt für diesen zusätzlichen Service an Ihrem Auto einen kleinen Aufpreis verlangt – wobei viele Betriebe im Sinne der Kundenbindung und -zufriedenheit darauf verzichten –, doch durch den Werkstattbesuch können Sie Bußgelder umgehen. Diese übertreffen die Extrakosten mitunter um ein Vielfaches. Vor allem wenn größere Mängel in der Werkstatt im Rahmen einer Autoreparatur oder Inspektion festgestellt werden, können Sie empfindlichen Bußgeldern aus dem Weg gehen.

Und ganz besonders vor längeren Fahrtstrecken, z.B. auf dem Weg in den Urlaub, ist eine vorhergehende Durchsicht oftmals sinnvoll, um auch in anderen Ländern möglichen Sanktionen zu entgehen – und natürlich um das Ziel sicher zu erreichen.

Defekter Auspuff: Strafen und Tipps

Jede gute Werkstatt wird auch einen Defekt an der Auspuffanlage schnell feststellen können. Diesen sollten Sie ebenfalls aus mehreren Gründen kurzfristig und schnell beheben.

Ein defekter Auspuff kann auch einen Unfall verursachen. Ein durchgerosteter Schalldämpfer kann während der Fahrt schnell abfallen und stellt somit für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr dar. Aber auch wenn der Endschalldämpfer bereits entfernt ist, ist mit Gefahr zu rechnen.

Denn die giftigen Abgase treten direkt unter dem Auto aus, die bei langsamer Fahrt (z.B. im Stau oder Stadtverkehr) in den Fahrzeuginnenraum gelangen können. Außerdem können die sich unter dem Kfz stauenden heißen Abgase Kunststoffteile beschädigen, die sich in der Nähe befinden.

Ein defekter Auspuff ist ein großes Sicherheitsrisiko.

Ein defekter Auspuff ist ein großes Sicherheitsrisiko.

Oftmals wird bei Schäden an der Auspuffanlage auf kurzfristige Reparaturmaßnahmen zurückgegriffen wie eine Auspuffbandage oder Auspuffkitt. Hierbei handelt es sich aber lediglich um eine provisorische Autoreparatur, die nicht lange halten wird. Das Geld können Sie sich sparen und am besten gleich in den Austausch des betroffenen Teils investieren – schließlich muss es früher oder später sowieso gemacht werden.

Sollten Sie also selbst einen Defekt bemerken, sind Sie schnellstmöglich gehalten, Ihr Auto in eine Werkstatt zu verbringen. Zu erkennen sind Defekte an der Auspuffanlage übrigens nicht nur durch lautere Geräusche (starkes Röhren). Auch eine geringere Leistung sowie ein höherer Benzinverbrauch können als Indizien hierfür gewertet werden.

Hauptuntersuchung: Informationen und Bedeutung zum Pflicht-Termin

Eine Werkstatt muss aber nicht nur im Fall einer nötigen Inspektion, bei allgemeinen Schäden oder für die Reparatur kleinerer Kfz-Schäden aufgesucht werden, vielmehr sind Fahrzeughalter in Deutschland verpflichtet, das Fahrzeug beim TÜV regelmäßig auf Verkehrssicherheit und Vorschriftsmäßigkeit überprüfen zu lassen.

Diese verkehrstechnische Untersuchung ist eine der Hauptaufgaben von Werkstätten.

Zahlreiche Werkstätten bieten hierfür entsprechende Rundum-Pakete an, bei denen das Fahrzeug vorerst gründlich durchgecheckt wird, bevor der TÜV erfolgt. Ansonsten können Fahrzeughalter eine amtlich anerkannte Prüforganisation wie DEKRA, TÜV Süd, TÜV Nord, GTÜ, FSP oder KÜS für die Inspektion aufsuchen.

Doch welchen Sinn hat die Hauptuntersuchung überhaupt? Und was ist mit der Abgasuntersuchung und der Sicherheitsprüfung? Woher weiß ich, wann mein Auto zum TÜV muss? Welche Kosten und Gebühren fallen bei Inspektion und möglichen Autoreparaturen an? Was passiert, wenn die HU vergessen und der fällige Termin nicht eingehalten? Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Antworten rund zum Thema HU bzw. TÜV.

Ein Schaden in der Werkstatt reparieren zu lassen, bleibt die sicherste Alternative.

Ein Schaden in der Werkstatt reparieren zu lassen, bleibt die sicherste Alternative.

Welchen Sinn hat die Hauptuntersuchung?

Wenn der Blick auf die Prüfplakette verdeutlicht, dass man wieder beim TÜV vorstellig werden muss, dann löst das bei den meisten Autofahrern Unbehagen aus. Schließlich kostet die Hauptuntersuchung nicht gerade wenig Geld und obendrein ist der Check mit einem größerem Zeitaufwand verbunden. Sinn und Zweck der regelmäßigen meist zweijährlichen Inspektion ist nämlich die Kontrolle der Einhaltung geltender Vorschriften zur Verkehrssicherheit. Entsprechend wird bei der Inspektion durch eine qualifizierte (und zertifizierte) Werkstatt das Fahrzeug auf technische Mängel und Vorschriftsmäßigkeit untersucht.

Dabei wird die „Richtlinie über die Durchführung der Hauptuntersuchungen und die Beurteilung der dabei festgestellten Mängel“ angewandt. Durch die Überprüfung des allgemeinen Wagenzustandes wird Sorge dafür getragen, dass weder der Fahrzeugführer noch andere Verkehrsteilnehmer einer zunehmenden Gefährdung durch Defekte am Auto ausgesetzt werden.

Die Erkennung von Fahrzeugmängeln und die Pflicht, diese zu beseitigen, hilft schließlich bei der Unfallvorbeugung. Dieser Service am Auto ist also auch in Ihrem Sinne und zum Zwecke Ihrer eigenen Unversehrtheit. Zudem profitiert auch die Lebenserwartung des Fahrzeugs von einer regelmäßigen technischen Kontrolle, da Mängel früh- bzw. rechtzeitig erkannt und somit unter Umständen Folgeschäden vermieden werden.

Was wird bei geprüft?

Im Rahmen der Hauptuntersuchung werden Zustand, Funktion sowie Wirkung und Ausführung der Bau- und Systemteile des Fahrzeugs genau überprüft. Hierzu zählen beispielsweise die Bremskraft, alle Autolampen (Blinker, Bremslicht, Beleuchtung) und weitere technische Details wie beispielsweise ESP, ABS usw.

Der Gesetzgeber schreibt genau vor, was am Fahrzeug alles überprüft werden muss. Dazu gehören:

  • Lenkanlage
  • Bremsanlage
  • Achsen
  • Räder
  • Reifen
  • Fahrgestell
  • Aufhängungen
  • lichttechnische Einrichtungen
  • Rahmen
  • Aufbau
  • sowie daran befestigte Teile überprüft werden.

Ferner stehen die Umweltverträglichkeit, Sichtverhältnisse und die Identifizierbarkeit des Fahrzeugs auf dem Prüfstein.

Was ist die Abgasuntersuchung?

Die Abgasuntersuchung (kurz AU, früher auch ASU) stellt fest, ob beim jeweils untersuchten Kraftfahrzeug die gesetzlich festgelegten Abgaswerte über den Nutzungszeitraum innerhalb der Überwachungsgrenzen bleiben und somit eine möglichst geringe Umweltbelastung erfolgt. Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung ein Bestandteil der Hauptuntersuchung, somit findet die Abgasuntersuchung auch in den gleichen Intervallen statt.

In der Zeit davor wurde die Abgasuntersuchung separat durchgeführt. Bei bestandener Prüfung gab es eine entsprechende Prüfplakette, die sich durch ihre eckige Form auszeichnete und die auf dem vorderen Kfz-Kennzeichen angebracht wurde. Die TÜV-Plaketten sind dagegen rund und werden auf dem hinteren Kfz-Kennzeichen befestigt.

Werkstatt: Abgasuntersuchungen sind hier Teil der HU.

Werkstatt: Abgasuntersuchungen sind hier Teil der HU.

Zusätzlich ist die Abgasuntersuchung wichtig für den Erhalt der seit 01. März 2007 eingeführten Feinstaubplakette, auch „Umweltplakette“ genannt. Die Einrichtung von Umweltzonen, besonders in Ballungszentren, sollte dazu beitragen, die Feinstaubbelastung für die Bewohner zu verringern.

Was ist die Sicherheitsprüfung?

Die Sicherheitsprüfung (SP), vormals als BSU und ZU bekannt, ist eine Sicht-, Wirkungs- und Funktionsprüfung bei Nutzkraftwagen. Bei der Sicherheitsprüfung handelt es sich nicht um eine „Rundum-Prüfung“, vielmehr stehen wichtige verschleißbehaftete und reparaturanfällige Systeme bzw. Teile des Fahrzeuges im Fokus, die einen großen Einfluss auf die Fahrzeugsicherheit und Umweltauswirkung haben.

Werden bei der Sicherheitsprüfung darüber hinaus Mängel festgestellt, müssen diese in Prüfprotokoll aufgenommen werden. Der Fahrzeughalter bzw. der Beauftragte ist für die Mängelbehebung verantwortlich.

Besteht das Fahrzeug die Sicherheitsprüfung ohne Mängel, gibt es eine entsprechende Prüfmarke. Diese wird hinten links an der Fahrzeugrückseite auf der Prüfplakette angebracht. Der nächste fällige Termin zur Sicherheitsprüfung wird durch einen Pfeil, der auf einen Monat zeigt, auf der Marke verdeutlicht. Zudem finden sich auf der Prüfplakette die letzten sieben Zahlen oder Zeichen der Fahrzeug-Identitäts-Nummer vermerkt.

Die Sicherheitsprüfung findet jährlich im Rahmen der HU statt.

So werden folgende Fahrzeugbaugruppen einer Prüfung unterzogen:

  • Fahrgestell, Fahrwerk, Verbindungseinrichtung
  • Lenkung
  • Reifen und Räder
  • Auspuffanlage
  • Bremsanlage
  • Schließkräfte an kraftbetätigten Türen

Welche Fahrzeuge müssen einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden?

Eine Pflicht, die Sicherheitsprüfung in regelmäßigen Abständen in einer Werkstatt vornehmen zu lassen, besteht für Nutzfahrzeuge (VIII StVZO), also Kraftomnibusse, Lkw (Zug- und Arbeitsmaschinen) und Anhänger, einschließlich Wohnanhänger.

Kraftomnibusse – und auch andere Fahrzeuge zur Personenbeförderung (etwa Taxi, Krankenwagen u.a.) -unterliegen strengeren Auflaugen. Ab einem Fahrzeugalter von 3 Jahren müssen alle Busse vierteljährlich zur Sicherheitsprüfung. Über die erfolgten Prüfungen muss die jeweils verantwortliche Person ein sogenanntes Prüfbuch führen, in dem alle relevanten Prüfberichte und Untersuchungsergebnisse aus HU/AU und SU abgelegt werden müssen.

Wann ist die nächste große Inspektion in der Werkstatt fällig?

Wer diesen Pflichttermin verschläft, verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) und muss laut Bußgeldkatalog mit einem Bußgeld von bis zu 40 Euro rechnen. Doch wie kann man in Erfahrung bringen, wann das Fahrzeug das nächste Mal beim TÜV vorstellig werden muss? Hierfür reicht ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und/oder auf die auf dem hinteren Kennzeichen befindliche Prüfplakette. Der Innenkreis zeigt das Jahr, die senkrechte Zahl darüber den jeweiligen Monat der nächsten Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung an.

Datum der nächsten HU auf der Prüfplakette.

Datum der nächsten HU auf der Prüfplakette.

Neben dem Fahrzeugalter spielt mitunter aber auch die Fahrzeugnutzung beim Untersuchungsintervall eine entscheidende Rolle. Beispielsweise müssen Taxis oder Mietwagen alle zwölf Monate zur Haupt- und Abgasuntersuchung, was ihrer größeren Beanspruchung geschuldet ist. Auch die strengeren Sicherheitsauflagen bei der Personenbeförderung erfordern eine regelmäßige Kontrolle durch eine gründliche Inspektion in einer Kfz-Werkstatt.

Folgende Übersicht zeigt die jeweiligen Untersuchungsintervalle verschiedener Fahrzeugklassen.

Jährlich zur Hauptuntersuchung müssen:

  • Kraftomnibusse und andere Kraftfahrzeuge mit mehr als 8 Fahrgastplätzen
  • Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 bis 7,5 Tonnen
  • Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen
  • Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr las 3,5 Tonnen
  • Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen
Alle 2 Jahre zur Hauptuntersuchung müssen:

  • Pkw mit nicht mehr als 8 Fahrgastplätzen
  • Krafträder
  • Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 3,5 Tonnen
  • Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 bis 7,5 Tonnen in den ersten 6 Jahren
  • Lkw und Zugmaschinen bis 3,5 Tonnen oder einer bauartbedingten Höchst-geschwindigkeit (bbH) von 40 km/h
  • Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis 3,5 Tonnen
Nach 3 Jahren zur Hauptuntersuchung müssen:

  • erstmals in Verkehr gekommenen Pkw (Neuwagen) mit nicht mehr als 8 Fahrgastplätzen
  • erstmals in Verkehr gekommene Wohnmobile (Neuwagen) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 3,5 Tonnen

Eine Untersuchung in einer Werkstatt muss auch veranlasst werden, wenn z.B. un- bzw. außergewöhnliche Umbauten an einem Auto vorgenommen wurden. Basteln Sie selbst gern in einer Werkstatt an Ihrem Auto herum, kann es sein, dass einige Umbauten nicht immer den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. So können Ihnen z.B. auch zu laute/große Auspuffanlagen genauso bei einer Verkehrskontrolle zum Verhängnis werden, wie das Tieferlegen Ihres Autos. Sollte z.B. die Karosserie zu nah an den Reifen anliegen, sie im schlimmsten Fall gar berühren, kann ihnen ein empfindliches Bußgeld auferlegt und das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen werden.

Grund hierfür ist die erhöhte Gefährdung für Ihr eigenes Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer, denn ein Reifen kann durch die Reibung schnell reißen bzw. platzen. Lassen Sie sich also im Zweifelsfall in einer der zahlreichen Tuningwerkstätten beraten. Hier können Ihnen die Kfz-Mechaniker meist beratend zur Seite stehen, da sie sich mit den gesetzlichen Vorgaben und den Regeln des TÜV auskennen sollten.

Welche Strafe droht, wenn ich nicht rechtzeitig zur Inspektion in die Werkstatt fahre?

Ob fahrlässig oder vorsätzlich – es passiert immer wieder, dass Fahrzeughalter nicht ihrer Pflicht nachkommen und ihr Automobil zum angegebenen Zeitpunkt zur nächsten TÜV-Inspektion in einer Werkstatt vorführen.

Zum einen droht ein Versäumniszuschlag von 20 Prozent auf die regulären TÜV Gebühren, die aber wiederum von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen können (siehe TÜV-Gebühren). Außerdem sieht der Bußgeldkatalog für TÜV-Muffel ein Strafmaß vor, das je nach Höhe der Überziehung mit einem Bußgeld oder mit Bußgeld und Punkten in Flensburg geahndet werden kann.

Wenn die HU-Plakette zwischen zwei bis vier Monaten abgelaufen ist, muss der Kfz-Halter 25 Euro Bußgeld berappen. Ab vier Monaten werden 60 Euro fällig und 1 Punkt, wer die Hauptuntersuchung gar acht Monate überzogen hat, bekommt neben einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro ebenfalls noch 1 Punkt.

Wird trotz Fälligkeit das Fahrzeug nicht dem TÜV vorgeführt, verliert man das Anrecht, mit diesem Kfz am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen. Aber auch von Seiten der Versicherung droht Ungemach, da man Gefahr läuft, den Versicherungsschutz zu verlieren. Bei grober Fahrlässigkeit kann die Versicherung die Leistungen im Schadensfall kürzen oder unter Umständen ganz streichen.

TÜV-Gebühren: Wie teuer ist die Hauptuntersuchung?

Kosten für HU

Kosten für HU

Fahrzeughalter können den TÜV bei verschiedenen Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ durchführen lassen. Alternativ bieten aber auch viele Werkstätten den Service an, Ihr Auto noch vor der Haupt- und Abgasuntersuchung erst einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen und etwaige Mängel zu beheben.

Wer abseits der großen Prüforganisationen in einer anderen Werkstatt die TÜV-Plakette haben will, muss hierfür eine Gebühr bezahlen. Die TÜV-Gebühren können durchaus von Prüforganisationen zu Prüforganisationen variieren, wie folgende Übersicht (Stand März 2013) verdeutlicht.

  • TÜV Nord (Bundesland: Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen): 87,45 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Hanse (Bundesland: Hamburg): 83,50 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Hessen (Bundesland: Hessen): 85,00 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Rheinland (Bundesland: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz): 90 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Süd (Bundesland: Sachsen): 88 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Süd (Bundesland: Baden-Württemberg und Bayern) 87,50 Euro für Hauptuntersuchung
  • TÜV Thüringen (Bundesland: Berlin und Thüringen): 77 Euro für Hauptuntersuchung
  • KÜS (alle Bundesländer): 75,00 bis 86,00 Euro für Hauptuntersuchung
  • DEKRA (alle Bundesländer): 77,00 bis 99,00 Euro für Hauptuntersuchung
  • GTÜ (alle Bundesländer): 81,00 bis 86,00 Euro für Hauptuntersuchung

Welche Dokumente muss ich bei der HU in der Werkstatt vorzeigen?

Beim TÜV müssen folgende Unterlagen vorgezeigt werden:

  • Die Zulassungsbescheinigung Teil 1
  • Das Gutachten der letzten HU
  • ggf: die Allgemeine Betriebserlaubnis,  Gutachten für montierte Zusatzteile. Wenn keine ABE vorliegt, müssen alle Zubehörteile im Kfz-Brief eingetragen sein.

Wie bereite ich meinen Pkw vor?

Erfüllt der Pkw nicht die Mindestanforderungen der Hauptuntersuchung und/oder werden von einem Autoservice gravierende Mängel festgestellt, müssen diese im Vorfeld der anstehenden Nachuntersuchung behoben werden. Bereits vor dem TÜV können Sie einige Mängel Ihres Autos z.T. auch selbst beseitigen, um sofort die gewünschte Plakette zu erhalten und die Nachuntersuchung zu umgehen. Dafür müssen Sie nicht immer gleich in eine Werkstatt fahren.

Prüfen Sie z.B. selbst den Druck und die Abnutzung Ihrer Reifen: eine Pkw-Werkstatt ist zur Überprüfung nicht immer nötig. Stellen Sie sich einfach die Fragen: Ist das Material noch elastisch, ist die Profiltiefe ausreichend, ist der Reifendruck angemessen? Auch die Frage nach der Art der Reifen ist wichtig: Haben Sie die Reifen an die Jahreszeit angepasst (Sommer- bzw. Winterreifen oder gar Ganzjahresreifen aufgezogen)? Ein Reifenwechsel ist im Zweifelsfall angebracht.

Service in der Werkstatt: Auch Reifenwechsel gehören dazu.

Service in der Werkstatt: Auch Reifenwechsel gehören dazu.

Der häufigste Mangel in Deutschland, der beim TÜV in einer Werkstatt festgestellt wird, findet sich bei der Beleuchtung. Schon vor der HU können Sie die Einstellung Ihrer Scheinwerfer überprüfen, und nachsehen, ob Front- und Rückleuchten sowie Blinker, Fernlicht, Nebelschlussleuchte und Bremslichter funktionieren.

Entsprechend der Anleitung im Handbuch können Sie selbst die Glühbirnen wechseln und auch den Abstrahlwinkel Ihrer Scheinwerfer richtig einstellen. Auch falsch eingestellte Scheinwerfer gelten als Mangel.

Ebenfalls vor der HU sollten Sie die Dichtheit der Kraftstoffleitungen überprüfen. Ein Blick unter das Auto genügt meist, um festzustellen, ob der Wagen Flüssigkeit verliert. Sollte Ihr Auto Öl verlieren und/oder der Ölstand zu niedrig sein, sollten Sie mit Ihrem Fahrzeug ggf. einen Autoservice aufsuchen. Hier ist möglicherweise eine fachmännische Reinigung des Motors angebracht oder aber die Erneuerung und Auffüllung des Motorenöls.

Anschließend widmen Sie sich den Fenstern: reinigen Sie diese, montieren Sie gegebenenfalls neue Scheibenwischer. Achten Sie auch auf einen möglichen Steinschlag.

Zudem sollte die Bremsmechanik vor der HU begutachtet werden, denn auch diese ist oft ein Grund für das Nichtbestehen des TÜVs. Haben Sie Probleme im Bremsverhalten festgestellt? Ist noch genug Bremsflüssigkeit vorhanden?

Zuletzt ist die Beseitigung von rostigen Stellen an der Karosserie sinnvoll. Wenn das Auto dann noch ohne ungewöhnliche Geräusche fahren kann und der Auspuff nicht rußt, dann haben Sie den TÜV schon fast bestanden.

TÜV nicht bestanden: Was jetzt?

Hat Ihr Kfz bei der Hauptuntersuchung dennoch nicht alle erforderlichen Kriterien erfüllt, müssen entsprechende Autoreparaturen und eine Nachuntersuchung durchgeführt werden. Damit diese auch reibungslos über die „(Hebe-)Bühne“ geht, sollten einige Aspekte beachtet werden. Hierbei ist wichtig, dass der Fahrzeughalter eine Frist von einem Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung hat, um mit dem Fahrzeug zur Nachuntersuchung zu erscheinen.

Fällt dieser Tag auf einen Samstag, Sonntag oder einen staatlich anerkannten Feiertag, ist der nächste Werktag der letzte mögliche Nachprüfungstermin. Eine Verlängerung der Frist ist leider nicht möglich, da der Gesetzgeber sicherstellen will, dass das Fahrzeug schnellstmöglich repariert wird. Wird das Fahrzeug nicht innerhalb dieser Frist vorgeführt, droht ein Bußgeld von 15 Euro. Zudem muss das Kfz bei Fristüberschreitung noch mal zur Hauptuntersuchung in der Werkstatt, wobei ein zweites Mal die vollen Gebühren zu zahlen sind.

Die Kosten für den TÜV rechnen sich: Fahrzeuge halten bei regelmäßiger Wartung länger.

Die Kosten für den TÜV rechnen sich: Fahrzeuge halten bei regelmäßiger Wartung länger.

TÜV Gebühren vs. Reparaturkosten

Wie bereits erwähnt, sorgt die fällige Hauptuntersuchung bei Fahrzeughaltern nicht gerade für Begeisterungsstürme. Doch dabei sollte sich jeder Autofahrer eigentlich über die gesetzliche Überprüfung freuen – und zwar nicht nur aufgrund von Sicherheitsaspekten. Denn auch wenn die TÜV-Gebühren nicht gerade günstig sind, hilft die Haupt- und Abgasuntersuchung langfristig gesehen, Geld zu sparen.

Wer die Kosten einer Werkstatt einem Vergleich unterzieht mit anderen Werkstätten (z.B. mal bei Bekannten anfragen zum Vergleichen), stellt recht schnell fest, dass der TÜV recht günstig ist. Zumal bei der Kontrolle auch festgestellt wird, wann eine Kfz-Komponente im Begriff ist, kaputt zu gehen. So lassen sich potentielle Folgeschäden und Gefährdungen vermeiden. Obendrein deckt die Abgasuntersuchung auch noch Fehler auf, die Ursache für einen erhöhten Benzinverbrauch sein können. Darüber hinaus wird die Umwelt durch einen ordentlich eingestellten Motor entlastet.

12 Kommentare

  1. Veronika Mersch sagt:

    Leider hat mein Sohn vergessen, zur HU zu gehen und ist nun bereits 6 Monate drüber. Vielleicht haben Sie selbst Kinder, dann kennen Sie diese Nachlässigkeit vielleicht! Meine Frage lautet: kann die Werkstatt meinen Sohn anzeigen, so dass er das Bußgeld nun bezahlen muss? Selbstverständlich wird er dennoch sofort die HU nachholen, das musste er mir versprechen.

    Mit freundlichen Grüßen.
    Veronika Mersch

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Frau Mersch,

      nein, die Werkstatt wird Ihren Sohn nicht anzeigen. Allerdings kann der Preis für die HU etwas teurer sein.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Max sagt:

    Hallo liebes Team.
    Ich hab dummerweise d ie HU um einige Monate verschwitzt. Mir war nicht klar dass man immer die HUs besuchen muss selbst wenn das Auto im „Winterschlaf“ sich befindet.
    Die Männer in der Werkstatt meinten nun, Sie berechnen noch eine zusätzliche Gebühr weil ich nicht rechtzeigit in der HU war.
    Dürfen Die das denn!?

    Danke schon mal!
    Max

  3. Monsun Maker sagt:

    als Taxifahrer mit Neuwagen, wie oft ist HU Pflicht?

  4. Paul sagt:

    Hallo,

    ich habe in meinen Nebelscheinwerfer und Rücklicht LED Birnen drin ohne Zulassung. Wie teuer kann sowas werden wenn damit erwischt werde?

    Zählt jedes extra oder ist das alles in einem? Was kommt da alles auf mich zu?

    MFG
    Paul

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Paul,

      hier eine pauschale Aussage zu machen ist schwierig.
      Generell gilt, dass das Bußgeld in diesem Fall verdoppelt werden kann, wenn die Behörden von Vorsatz ausgehen!
      Ein Bußgeld von 70 Euro sowie 1 Punkt in Flensburg fällt an, wenn ein Fahrzeug gefahren wurde, das nicht zum Verkehr zugelassen war.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Maik sagt:

    Hallo,
    welche Strafe droht mir, wenn ich mein Motorrad mit einem nicht zugelassenen Auspuff (kein EC Kennzeichen) auf der öffentlichen Straße fahre?

    Danke & Gruss
    Maik

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Maik,

      beim Erlöschen der Betriebserlaubnis fällt ein Bußgeld von mindestens 50 Euro an.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. simone sagt:

    Bin heute in eine Verkehrskontrolle geraten. Mängel:
    Fahrzeugschein nicht dabei gehabt
    Keine Warnweste
    li. vorderer Scheinwerfer leuchtete zu schwach, wahrscheinlich Glühbirne defekt
    Was können die an Bußgeld verlangen ? Sie haben ein Bußgeldverfahren angedroht. Wer kassiert das Bußgeld ein, die Polizei oder die Stadt ?

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