Autobatterie wechseln - Tipps aus der Werkstatt 2018

Autobatterie wechseln – Ratgeber für Selbermacher

Auch Laien können den Batteriewechsel beim Auto durchführen

Batterie wechseln: Beim Auto können auch Laien Hand anlegen.

Batterie wechseln: Beim Auto können auch Laien Hand anlegen.

Sie haben morgens verschlafen, können nur noch schnell eine Tasse Kaffee trinken und hasten ins Auto, um noch pünktlich bei der Arbeit anzukommen. Doch beim Drehen des Zündschlüssels tut sich erst mal gar nichts: Der Motor will einfach nicht anspringen. So oder ähnlich sieht der Alptraum vieler Autofahrer aus.

Und ein solches Szenario ereignet sich öfter als erwartet. Laut Angaben des ADAC wurde die Pannenhilfe im Jahr 2012 bei einem Drittel aller aufgenommenen Fällen gerufen, weil eine leere oder defekte Batterie Probleme bereitete.

Warum ist die Autobatterie aber eigentlich so wichtig? Was führt dazu, dass sie nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert und wann ist ein Austausch nötig? Ist dieser nur vom Fachmann in einer Werkstatt durchzuführen oder können auch Laien selber Hand anlegen? Wie wechselt man eine Autobatterie? In unserem Ratgeber finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen.

Welchen Zweck erfüllt eine Autobatterie eigentlich?

Die Autobatterie dient dazu, die elektrische Energie für den Anlasser des Motors und dadurch zum Starten des Kfz zu liefern. Aus diesem Grund wird sie auch Starterbatterie genannt. Streng genommen handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine Batterie, sondern um einen Akkumulator – kurz Akku genannt.

Im Gegensatz zu einer Batterie kann ein Akku immer wieder aufgeladen werden. Dies geschieht auch bei der Autobatterie: Läuft der Motor, lädt die Lichtmaschine in seiner Funktion als Generator den Akkumulator wieder auf. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dass die Batterie sämtliche elektrischen Verbraucher im Kfz mit Strom versorgt, wenn die Lichtmaschine nicht oder zu langsam läuft. Für den eigentlichen Antrieb des Autos wird die Batterie jedoch nicht benötigt.

Doch auch wenn der Akkumulator stetig nachgeladen wird, verfügt dieser nur über eine begrenzte Lebensdauer. Etwa alle fünf bis sieben Jahre ist die Autobatterie zu wechseln, da diese im Laufe der Zeit ihre Leistung verliert.

Eine Starterbatterie muss für das Anlassen des Motors kurzfristig eine äußerst hohe Leistung aufbringen. Sinkt die Leistung, merken Sie dies in der Regel daran, dass der Motor länger als gewöhnlich braucht, um anzuspringen.

Wann müssen Sie eine Starterbatterie wechseln?

Klappt die Starthilfe nicht mehr, kommen Sie meist nicht umhin, die Autobatterie zu wechseln.

Klappt die Starthilfe nicht mehr, kommen Sie meist nicht umhin, die Autobatterie zu wechseln.

Springt der Motor nicht sofort oder gar nicht mehr an, heißt dies jedoch nicht sofort, dass Sie die Autobatterie wechseln müssen. Vielmehr ist zunächst zu überprüfen, ob diese nur entladen ist oder tatsächlich ein Defekt besteht, der einen Austausch nötig macht.

Folgende Umstände können dazu führen, dass die Leistung der Starterbatterie nachlässt und das Starten des Motors nicht mehr möglich ist:

  • Laufende Verbraucher: Vergessen Sie abends beispielsweise die Scheinwerfer auszustellen oder lassen das Radio über einen längeren Zeittraum eingeschaltet, obwohl der Motor nicht läuft, kann dies zur Entladung der Batterie führen.
  • Kalte Temperaturen: Kälte hat einen negativen Einfluss auf die chemischen Reaktionen, die in der Starterbatterie ablaufen. Außerdem ist der Motor bei niedrigen Temperaturen weniger drehfreudig, da das Öl, welches als Schmiermittel dient, dann zähflüssiger ist. Dementsprechend muss die Batterie mehr Leistung aufbringen, um das Auto zu starten.
  • Kurzstrecken: Kurze Fahrten reichen häufig nicht aus, damit die Lichtmaschine die Autobatterie wieder vollständig aufladen kann. Gerade wenn zusätzlich elektrische Geräte – etwa eine Sitzheizung – laufen, kann dies dazu führen, dass die Batterie entladen wird.
  • Lange Standzeiten des Kfz: Auch wenn Sie Ihre Auto nicht nutzen, wird der Autobatterie Strom entzogen. Dies liegt daran, dass etwa die Uhr oder Alarmanlage ständig Strom benötigen. Springt Ihr Fahrzeug also nicht an, nachdem Sie beispielsweise aus einem mehrwöchigen Urlaub wiederkehren, kann es daran liegen, dass die Batterie entladen ist.

Liegt kein Defekt an der Autobatterie vor, können Sie in solchen Fällen Starthilfe mit einem Überbrückungskabel leisten. Auch ist es möglich, den Akkumulator mit Hilfe eines Ladegerätes wieder aufzuladen. Ein Austausch der Autobatterie ist in einem solchen Fall nicht nötig.

Doch zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung und kann ein Motorschaden ausgeschlossen werden, so ist die Starterbatterie auszutauschen. Gleiches gilt, wenn die Batterie sichtbare Schäden aufweist. Den Autobatteriewechsel können Sie zum einen in einer Werkstatt durchführen lassen. Mit etwas Geschick können Sie den Wechsel aber auch problemlos mit einigen Handgriffen zu Hause durchführen.

Sind Sie sich unsicher, ob es notwendig ist, die Autobatterie zu wechseln, können Sie dies mit Hilfe eines Ladegerätes feststellen. Viele dieser Apparate verfügen nämlich über eine Testfunktion, die Ihnen anzeigt, ob ein Defekt vorliegt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein Multimeter zu nutzen. Hierbei handelt es sich um ein elektrotechnisches Messgerät, mit welchem Sie Spannungen messen können. Beträgt der Wert weniger als 12 Volt (V), nachdem das Auto einige Stunden lang nicht gelaufen ist, ist ein Aufladen bzw. Wechsel der Batterie nötig.

Welche Starterbatterie ist auszuwählen?

Bevor Sie die Autobatterie wechseln können, müssen Sie natürlich für Ersatz sorgen. Damit Sie keinen Fehlkauf tätigen, ist einiges zu beachten.

Zum einen müssen Sie die richtigen Maße der Starterbatterie wissen. Diese darf weder zu groß noch zu klein sein, sonst passt sie entweder nicht in die Halterung oder sie lässt sich nicht korrekt befestigen. Messen Sie Breite, Länge und Höhe des alten Akkumulators aus und notieren Sie diese Werte. Achten Sie außerdem darauf, ob sich die Pluspollage links oder rechts befindet.

Zum anderen sind die technischen Daten ausschlaggebend, wenn Sie die Autobatterie wechseln möchten. Hierzu gehören die Kapazität des Akkus, welche in Amperestunden (Ah) angegeben wird, sowie die höchstmögliche Stromstärke in Ampere (A). Diese Werte wollten mit denen der alten Batterie übereinstimmen, wobei kleine Abweichungen bezüglich der Kapazität möglich sind.

Viele moderne Fahrzeuge sind mit einer sogenannten Start-Stopp-Automatik ausgestattet. Diese schaltet den Motor im Stand ab – zum Beispiel beim Warten vor einer roten Ampel – und startet ihn dann wieder automatisch beim Anfahren. Ziel dieser Technik ist es, Kraftstoff einzusparen. Damit geht jedoch einher, dass die im Fahrzeug verbauten Autobatterien an die besonderen Anforderungen angepasst werden müssen. Aus diesem Grund sind die Kosten für diese sogenannten EFB- bzw. AGM-Akkumulatoren auch deutlich höher als für herkömmliche Starterbatterien.

Vorbereitungen für den Wechsel der Autobatterie

Der Autobatteriewechsel muss nicht zwingend in einer Werkstatt durchgeführt werden.

Der Autobatteriewechsel muss nicht zwingend in einer Werkstatt durchgeführt werden.

Steht fest, dass Sie die Autobatterie wechseln müssen, da diese defekt ist, müssen Sie – im Gegensatz zum Smart-Repair-Verfahren, bei dem Fachwissen vonnöten ist – nicht zwingend eine Autowerkstatt aufsuchen. Mit etwas Geschick können Sie dies auch selbst machen. Allerdings sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass gerade bei Arbeiten, die mit der Elektrik zu tun haben, größte Vorsicht geboten ist.

Aus diesem Grund sollten Sie zunächst Sicherheitshandschuhe anziehen. Ist an den Polen der neuen Batterie weißes Pulver zu erkennen, handelt es sich hierbei um Batteriesäure. In einem solchen Fall ist das Tragen säurefester Handschuhe anzuraten, um Hautreizungen zu vermeiden.

Um die Autobatterie zu tauschen, benötigen Sie in der Regel kein Spezialwerkzeug. Ein handelsüblicher Schraubenschlüssel in der richtigen Größe reicht hier meist völlig aus. Bevor Sie anfangen, sollten Sie die neue Batterie griffbereit halten und zunächst alle elektrischen Verbraucher des Autos ausschalten. Der Motor darf natürlich auch nicht laufen.

Wenn Sie die Batterie ausbauen, wird das Fahrzeug in diesem Zeitraum nicht mit Strom versorgt, was dazu führen kann, dass beispielsweise die Uhr nicht weiterläuft oder Einstellungen des Bordcomputers gelöscht werden.

Außerdem kann es möglich sein, dass Sie nach dem Einbau der neuen Batterie bestimmte Codes – etwa für die Alarmanlage oder das Radio – neu eingeben müssen.

Möchten Sie dies umgehen, müssen Sie für eine Ladungserhaltung sorgen. Hierzu können Sie ein handelsübliches Ladegerät anschließen, welches die Stromversorgung übernimmt, während Sie den Wechsel der Autobatterie durchführen.

Autobatterie selber wechseln – Schritt für Schritt erklärt

Nach diesen vorbereitenden Vorkehrungen können Sie damit beginnen, die Starterbatterie zu wechseln. Dabei sollten Sie wie folgt vorgehen:

    1. Um die Autobatterie zu wechseln, müssen Sie zunächst die alte ausbauen. Hierzu ist in einem ersten Schritt die Halterung, welche dazu dient, die Batterie zu fixieren, mit Hilfe eines Schraubenschlüssels zu lösen.
    2. Anschließend müssen Sie zunächst den Minuspol (schwarz gekennzeichnet) abschrauben und das Kabel abziehen. Dies ist ganz besonders wichtig, da hierdurch der Stromkreis im Fahrzeug komplett unterbrochen wird.
    3. Bei VW befindet sich meist noch ein Sicherungskasten auf der Batterie. Dieser muss in einem nächsten Schritt entfernt werden. Hierzu wird einfach die an der Seite befindliche Schraube gelöst.
    4. Erst wenn der Minuspol gelöst wurde, dürfen Sie Pluspol (rot markiert) abschrauben. Halten Sie sich nicht an diese Reihenfolge, kann es zu einem Kurzschluss kommen.
    5. Nun kann die Starterbatterie entfernt werden. Denken Sie daran, dass diese relativ schwer ist. Am einfachsten geht das Herausheben vonstatten, wenn eine zweite Person die sich im Wege befindlichen Kabel zur Seite hält.
  1. Anschließend können Sie die neue Autobatterie einsetzen. Entfernen Sie zunächst die Polschützer. Vergessen Sie außerdem nicht, auf die richtige Einbaurichtung zu achten. Der Pluspol muss sich auf der gleichen Seite befinden wie vorher.
  2. Konnten Sie die Autobatterie erfolgreich austauschen, müssen in einem folgenden Schritt die Pole wieder angeschraubt werden. Hierbei ist unbedingt in umgekehrter Reihenfolge wie beim vorherigen Abschrauben vorzugehen – also zunächst der Pluspol und erst im Anschluss der Minuspol.
  3. Sollten Sie auch den Sicherungskasten entfernt haben, ist dieser wieder zu befestigen.
  4. Mit dem Festschrauben des Minuspols ist die Stromversorgung des Autos wiederhergestellt. Sollten Sie ein Gerät zur Ladungserhaltung angeschlossen haben, können Sie dessen Kabel nun wieder entfernen.
  5. Im Anschluss müssen Sie die eingebaute Starterbatterie wieder gut fixieren. Schrauben Sie hierzu die Halterung bzw. den Haltefuß wieder fest. Ob die Autobatterie richtig fest sitzt, wird beispielsweise auch bei der Hauptuntersuchung überprüft.

Im folgenden Video ist noch einmal anschaulich zusammengefasst, was zu beachten ist, wenn Sie eine Autobatterie selbst wechseln möchten und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten.

Wenn Sie eine Autobatterie wechseln, sollte der letzte Schritt darin bestehen, etwas Polfett oder -spray auf Plus- und Minuspol aufzutragen. Dies schützt vor Rost und verhindert außerdem die Oxidation, welche sich negativ auf den Kontakt zwischen Polklemme und Pol auswirken kann.

Kosten: Autobatterie wechseln lassen vs. selber machen

Wie Sie unserer Schritt-für-Schritt-Erklärung entnehmen konnten, handelt es sich beim Austausch der Batterie um einen Vorgang, den auch Laien mit etwas Geduld und Geschick selbst durchführen können. Außerdem wird hierfür kein Profi-Werkzeug benötigt, ein einfacher Schraubenschlüssel in der richtigen Größe reicht in den meisten Fällen aus.

Wenn Sie selbst die Autobatterie wechseln, fallen nur Kosten für die Batterie an sich an. Mit welchem Preis Sie rechnen müssen, richtet sich nach der Leistung des Akkumulators. Je größer dieser ausfällt und je höher die Leistung ist, desto mehr Geld müssen Sie ausgeben. Kleine und günstige Batterien bekommen Sie ab etwa 50 bis 60 Euro, für teurere können bis zu 300 Euro anfallen. Je nach Hersteller und Preis kann auch die Qualität der Autobatterie variieren – ein Autobatterie-Vergleich kann Ihnen in diesem Zusammenhang wichtige Informationen liefern.

Trauen Sie sich es nicht selbst zu, die Autobatterie zu tauschen, können Sie dies natürlich auch von einem Fachmann in einer Werkstatt durchführen lassen. Hierbei müssen Sie neben dem Preis für die Batterie jedoch noch die Einbaukosten tragen. Je nach Anbieter betragen diese zusätzlichen Kosten etwa 30 bis 50 Euro.

Die richtige Entsorgung nach einem Wechsel der Autobatterie

Wenn Sie die Autobatterie wechseln, ist Vorsicht geboten, damit Sie keinen Kurzschluss verursachen.

Wenn Sie die Autobatterie wechseln, ist Vorsicht geboten, damit Sie keinen Kurzschluss verursachen.

Laut dem deutschen Batteriegesetz (BattG) müssen Batterien und Akkus fachgerecht entsorgt werden, da diese giftige und umweltschädliche Stoffe beinhalten. Auch wenn Sie eine Autobatterie wechseln, dürfen Sie die alte dementsprechend nicht in den Hausmüll geben.

Seit dem Jahr 2009 müssen Sie beim Kauf einer Starterbatterie eine Pfandgebühr in Höhe von 7,50 Euro einschließlich Umsatzsteuer zahlen. Diese soll dazu beitragen, dass Autobatterien umweltgerecht entsorgt werden.

Das Pfand wird zurückerstattet, wenn Sie die Batterie beim Händler zurückgeben. Hierbei sollten Sie sich an den Verkäufer wenden, bei dem Sie die Autobatterie auch erworben haben. Denn meist wird die Rücknahme nur dann akzeptiert, wenn der Händler die Batterie im Sortiment hat. Heben Sie aus diesem Grund stets den Kaufbeleg auf.

Eine weitere Option besteht darin, Batterien bei einem Wertstoffhof abzugeben. Dort kann Ihnen ein Nachweis für die Entsorgung ausgestellt werden. Geben Sie diesen mitsamt des Kaufbelegs der alten Starterbatterie beim Händler ab, wird Ihnen das Pfand in den meisten Fällen ausgezahlt.

Haben Sie die Autobatterie bei einem Onlinehändler erstanden, reicht es häufig aus, wenn Sie diesem den Entsorgungsnachweis, der Ihnen vom Wertstoffhof ausgestellt wird, zusenden. Zwar sind auch diese Händler zur Rücknahme verpflichtet, jedoch wird vom Verschicken der Batterien per Post aus Sicherheitsgründen abgeraten.

Wenn Sie eine Autobatterie wechseln und die alte anschließend zurückgeben möchten, sollten Sie beim Transport darauf achten, dass diese nicht umfallen kann. Wird diese nicht stehend gelagert, kann ätzende Batteriesäure austreten. Diese kann nicht nur Ihr Fahrzeug beschädigen, sondern bei Berührung auch zu Verätzungen der Haut führen.

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