Starthilfe bei Pkw und Motorrad – Wie Sie der Batterie neuen Schwung verleihen

Batterieentladung ist häufigste Pannenursache – Starthilfe als Rettung

Fahrzeugbatterie leer: Wie können Sie nun Starthilfe geben?

Fahrzeugbatterie leer: Wie können Sie nun Starthilfe geben?

In seiner alljährlichen Pannenstatistik stellt der ADAC jedes Mal von neuem fest, dass vor allem die Fahrzeugbatterie häufigste Ursache für das Ausrücken der gelben Engel ist. Im Jahr 2015 lag der Anteil der Batterieprobleme bei knapp 40 Prozent. Und vermutclich hat bereits auch eine Überzahl an Kfz-Fahrern mindestens einmal den Moment erlebt, als das Fahrzeug am Morgen nicht mehr anspringen wollte.

Die Verbraucher sind dabei jedoch nicht immer unschuldig an den am Fahrzeug entstehenden Mängeln. Gerade die Entladung der Fahrzeugbatterie ist nicht selten auf Nachlässigkeit der Fahrer selbst zurückzuführen.

Ist Ihre Fahrzeugbatterie nun aber einmal entladen, müssen Sie nicht immer gleich einen der zahlreichen Pannendienste zu Hilfe rufen. Sie können auch selbst Starthilfe geben – ob beim Auto oder anderen Kfz. Und auch nicht immer benötigen Sie hierzu ein Spenderfahrzeug. Erfahren Sie im Folgenden wie Sie bei Auto und Motorrad Starthilfe geben können und wie Sie der Batterieentladung grundlegend vorbeugen können.

Warum springt ein Auto nach Batterieentladung nicht mehr an?

Beim Auto Starthilfe notwendig? Ohne Batterie ist kein Kfz fahrtüchtig - nicht nur Elektrowagen.

Beim Auto Starthilfe notwendig? Ohne Batterie ist kein Kfz fahrtüchtig – nicht nur Elektrowagen.

Zunächst wollen wir jedoch erläutern, warum die Autobatterie, obwohl so oft vernachlässigt, das eigentliche Herzstück eines jeden Fahrzeuges ist. Zwar kann ein Kfz auch nicht ohne Motor laufen, dieser wiederum kann jedoch ohne funktionierende Fahrzeugbatterie gar nicht erst zum Laufen gebracht werden.

Der Grund: Die Kfz-Batterie versorgt nicht nur die gesamte Bordelektronik eines Fahrzeuges, sondern vor allem ermöglicht sie auch erst das Anlassen des Motors. Bei Betätigung des Anlassers löst die durch die Fahrzeugbatterie erzeugte Spannung den Zündfunken aus – der Motor startet.

Ist auf der Fahrzeugbatterie also nicht mehr genug Spannung, kann der Motor nicht anspringen. Am Ende geht auch der beste Motor vor der Fahrzeugbatterie in die Knie. Aus diesem Grunde sollte jeder Fahrzeughalter stets ein Auge auf seine Fahrzeugbatterie haben.

Wie kann es nun aber geschehen, dass eine Fahrzeugbatterie tiefenentladen wird? Und welche Möglichkeiten zur Vermeidung stehen Kfz-Fahrern zur Verfügung?

Wie können Sie der Tiefenentladung der Kfz-Batterie vorbeugen?

Die Tiefenentladung bezeichnet eine Überlastung der Spannungsquelle: Die Fahrzeugbatterie wird durch dauerhafte Belastung zunehmend entladen, jedoch zugleich nicht wieder mit ausreichend neuer Energie versorgt. Ab einem bestimmten Punkt ist die Entladung dann so weit fortgeschritten, dass am Ende nur noch eine Starthilfe durch eine externe Spannungsquelle die Autobatterie wieder zum Leben erwecken kann.

Bei Fahrzeugbatterien handelt es sich um Akkumulatoren (kurz: Akkus), das bedeutet, dass sie nicht wie haushaltsübliche AA-Batterien einfach nur entladen, sondern auch wieder aufgeladen werden können. Dies geschieht bei Fahrzeugen durch den Betrieb der Lichtmaschine: Bei längerem Betrieb wird die durch diesen Generator produzierte Spannung für die Aufladung der Kfz-Batterie genutzt.

Und genau hierin liegt eine der Ursachen für die Tiefenentladung der Kfz-Batterie: Wenn Fahrer immer nur kurze Strecken mit ihrem Kfz zurücklegen, kann durch die fehlende Dauertätigkeit der Lichtanlage nicht genug Spannung erzeugt werden, um die Batterie ausreichend aufzuladen.

Tipp 1: Vermeiden Sie es daher, immer nur kurze Wege mit Ihrem Fahrzeug zurückzulegen, sondern fahren Sie auch mal längere Strecken, um die ausreichende Wiederaufladung der Kfz-Batterie zu gewährleisten.

Eine weit häufigere Ursache für die Batterieentladung ist jedoch Nachlässigkeit: Wer nach dem Abstellen des Fahrzeuges vergisst, die Fahrzeugbeleuchtung auszuschalten und diese dadurch über viele Stunden läuft, muss damit rechnen, dass die Batterie durch die Dauerbelastung entladen wird – das Auto nicht mehr anspringt.

Denn: Bei Stillstand und abgeschaltetem Motor erzeugt die Lichtmaschine keine Spannung, sodass nur elektrische Kraft von der Batterie abgeführt wird.

Tipp 2: Aus diesem Grund sollten Sie sich nach dem Aussteigen vergewissern, dass Sie die Beleuchtung an Ihrem Fahrzeug tatsächlich ausgeschaltet haben. Dies gilt besonders, wenn Sie das Fahrzeug über Nacht abstellen. So müssen Sie am kommenden Morgen vor dem Weg zur Arbeit nicht erst noch den Pannendienst herbeirufen, damit dieser Ihnen und Ihrem Kfz Starthilfe leistet.

Darüber hinaus kann auch eine Überlastung durch das Zuschalten zahlreicher Fahrzeugeinrichtungen die Tiefenentladung begünstigen. Kfz sind mit der Zeit immer komfortabler geworden: Die Ausstattung mit Sitzheizung, Klimaanlage, Radio, Standheizung & Co. erhöht jedoch nicht nur den Fahrkomfort. Jede dieser Einrichtungen ist ein zusätzlicher „Stromfresser“. Das bedeutet: Je mehr Anlagen eingeschaltet sind, desto mehr Strom muss die Fahrzeugbatterie zur Verfügung stellen.

Tipp 3: Nutzen Sie also nicht zu viele elektronische Fahrzeugeinrichtungen auf einmal, um eine Überlastung der Fahrzeugbatterie zu vermeiden. Die meisten dieser Zusatzanlagen sind für den Fahrzeugbetrieb selbst ohnehin nicht notwendig.

Ebenfalls häufig vernachlässigt wird, dass die Lebensdauer des Fahrzeugakkus begrenzt ist. Wie jeder haushaltsübliche Akku auch, kann das stetige Ent- und Aufladen der Batterie irgendwann auch schaden. Die chemischen Prozesse verlangsamen sich, die Zusammensetzung der Batteriesäure kann sich verändern oder die Batteriesäure kann gar Wasser ziehen.

Tipp 4: Deshalb sollten Sie Ihre Fahrzeugbatterie auch regelmäßig warten lassen. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Fahrzeugbatterie liegt bei sechs bis sieben Jahren, aber: Der ADAC hat festgestellt, dass diese mit zunehmender Entwicklung zusätzlicher „Stromfresser“ in Kfz eine immer kürzere Lebensdauer haben und häufiger bereits nach drei bis vier Jahren schlapp machen.

Es gibt allerdings auch Ursachen für die Batterieentladung, die Fahrer nur bedingt beeinflussen können, wie etwa ein Defekt oder Kurzschluss in der Lichtanlage oder aber niedrige Außentemperaturen im Winter.

Warum wird die Starthilfe gerade im Winter häufiger benötigt?

Die Starthilfe ist besonders häufig im Winter vonnöten - aber warum?

Die Starthilfe ist besonders häufig im Winter vonnöten – aber warum?

Besonders in der kalten Jahreszeit benötigen immer mehr Fahrzeughalter Starthilfe von Pannendienst oder hilfsbereiten Fahrern. Doch warum springen Fahrzeuge gerade im Winter häufiger nicht an?

Zum einen verlangsamen sich die chemischen Prozesse im Fahrzeugakku. Zum anderen jedoch benötigt ein kalter Motor auch mehr Energie, um überhaupt zu starten, da unter anderem die Viskosität des Motor- und Getriebeöls erhöht ist und so einen höheren Reibungswiderstand verursacht.

Dadurch benötigt der Fahrzeugmotor mehr Strom, um zu starten, die Batterie jedoch kann immer weniger davon auf einmal zur Verfügung stellen. Der Anlasser stottert, Auto und Fahrer stecken fest, die Pannenhilfe muss her, um dem Auto Starthilfe zu geben.

Wie genau aber funktioniert die Starthilfe nun eigentlich? Was gilt es zu beachten?

Mobile Starthilfe fürs Auto funktioniert auch ohne Pannendienst

Grundsätzlich müssen Sie nicht in jedem Fall die Pannenhelfer von ADAC, ACE & Co. zu Hilfe rufen, wenn Ihr Fahrzeug streikt. Vermuten Sie, dass Ihre Batterie lediglich Starthilfe benötigt, können Sie diese auf unterschiedlichste Wege umsetzen. Ob nun aber mittels Spenderfahrzeug oder aber Ladegerät: Es gilt einiges zu beachten, um einen zusätzlichen Schaden von Fahrzeug und Fahrer abzuwenden.

Batterie wiederbeleben mittels Starthilfekabel und Spenderfahrzeug

Bei der Starthilfe an Autos und anderen Kfz sind stets Vorsicht und Sorgsamkeit geboten.

Bei der Starthilfe an Autos und anderen Kfz sind stets Vorsicht und Sorgsamkeit geboten.

Die wohl bekannteste Variante der Starthilfe, der sich auch die Pannendienste in aller Regel verschreiben, ist die Nutzung einer externen Stromquelle, um in der Fahrzeugbatterie wieder eine ausreichende Spannung zu erreichen. Jeder Fahrzeugbesitzer hat die rot-schwarzen Starthilfekabel schon einmal gesehen oder in der Hand gehabt. Viele haben Sie sogar regelmäßig im Fahrzeug parat.

Aber: Die meisten sind sich ob der fehlenden Übung unsicher, wie die Starthilfe mittels Kabel richtig funktioniert. Das Problem dabei ist, dass Fehler tatsächlich schnell zu ernsthaften Schäden führen können.

Welche Voraussetzungen müssen Starthilfekabel erfüllen?

Auf dem Markt finden sich unterschiedlichste Starthilfekabel. Grundsätzlich müssen die Hersteller jedoch einige Voraussetzungen erfüllen, um eine Zulassung für ihre Produkte zu erhalten.

Kabel für die Starthilfe müssen der DIN-Norm 72 553 oder aber der ISO-Norm 6722 entsprechen.

Der Querschnitt von Kupferkabeln muss bei Motoren über 2,5 Litern Hubraum mindestens 16 Quadratmillimeter, bei allen Diesel-Pkw mindestens 25 Quadratmillimeter betragen. Aluminiumkabel sollten bei Dieselwagen mindestens 40 Quadratmillimeter Kabeldurchmesser aufweisen.

Vorsicht bei besonders starken Dieselmotoren mit mehr als 3.000 Kubikzentimetern Hubraum: Hier bedarf es besonders dicker Starthilfekabel von mindestens 35 (Kupfer) bzw. 55 Quadratmillimeter (Aluminium).

Besonders wichtig ist die Beschaffenheit der Polzangen: Damit ein versehentlicher Kontakt mit metallischen Autoteilen unterbunden wird, der zu einem Kurzschluss führen könnte, müssen die Klemmen komplett durch Kunststoff isoliert sein. Lediglich die Kontaktstellen, die mit den Polen der Batterien verbunden werden, dürfen aus Metall bestehen.

Der Batterie per Zigarettenanzünder Starthilfe leisten?

Die Starterhilfe allein genügt nicht - die Lichtmaschine benötigt Zeit, um den Akku neu zu laden.

Die Starterhilfe allein genügt nicht – die Lichtmaschine benötigt Zeit, um den Akku neu zu laden.

Neben den klassischen Starthilfen finden sich auf dem Markt auch immer häufiger Starterkabel, die ausschließlich eine Verbindung über die Zigarettenanzünder von Empfänger- und Spenderfahrzeug herstellen sollen. Zwar klingt es verlockend einfach, auf die Kabelklemmerei zu verzichten, aber unter anderem der ADAC empfiehlt, von dem Gebrauch derartige Starthilfen abzusehen.

Das Problem: Das Spenderfahrzeug muss mindestens zehn Minuten oder länger laufen, um die entladene Batterie wieder ausreichend aufzuladen. Das kostet nicht nur viel Sprit, sondern schadet auch der Umwelt unnötig.

Es werden zwar auch Kabel mit einer höheren Übertragungsrate angeboten, doch dabei zeigt sich, dass die Zigarettenanzünderbuchsen inklusive der elektrischen Verkabelung überhaupt nicht für derart hohe Spannungsbelastungen ausgelegt sind.

Da Schäden an den Fahrzeugen durch diese vermeintlich einfache Methode trotz Einhaltung aller Vorgaben nicht auszuschließen sind, raten Experten von dem Gebrauch einer so geschaffenen Starthilfe ab.

ACHTUNG: Elektrische Spannung und Batteriesäure können Gesundheit schädigen!

Jeder, der an einer Autobatterie die Starthilfe durchführen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass er hierbei in Berührung mit elektrischen Spannungen kommt. Die 12- oder 24-Volt-Batterien können an sich zwar keinen allzu großen Schaden anrichten. Tritt aber ein Fehler beim Laden des Akkus auf, der etwa zu einem Kurzschluss führt, können Lichtbogen und hohe Wärmeentwicklung die Folge sein, die schlimmstenfalls auch die Explosion der Batterie zur Folge haben kann. Tritt die in der Fahrzeugbatterie befindliche Säure aus, können ernsthafte Gesundheitsschäden für beistehende Personen nicht ausgeschlossen werden.

Gehen Sie aus diesem Grund immer sorgfältig und Schritt für Schritt vor, wenn Sie einem Auto Starthilfe geben wollen. Prüfen Sie jeden Handgriff lieber zweimal, als zu vorschnell folgenschwere Fehler zu riskieren.

Anleitung: Richtige Verwendung des Starthilfekabels

Verbinden Sie immer nur eine 12-Volt- mit einer 12-Volt-Batterie, einen 24-Volt- mit einem 24-Volt-Akku!
Wie geht Starthilfe richtig? Hier finden Sie eine Anleitung.

Wie geht Starthilfe richtig? Hier finden Sie eine Anleitung.

Als externe Stromquelle für die Starthilfe beim Kfz per Kabel wird in aller Regel ein Spenderfahrzeug in Frage kommen. Zu beachten ist hierbei, dass Spender- und Empfängerbatterie eine entsprechende Ladung haben sollten. Verbinden Sie also nie eine 24-Volt-Batterie (meist in Lastkraftwagen) mit einem 12-Volt-Akku. Beachten Sie hierfür die Angaben auf den im Motorraum befindlichen Fahrzeugakkumulatoren.

Vorsicht ist in jedem Fall geboten, da auch die Spenderbatterie Schaden nehmen kann, wenn Sie gravierende Fehler bei der Starthilfe am Auto machen.

Gehen Sie bei der nachfolgenden Anleitung daher bitte sorgsam vor, um Sach- und Personenschäden vorzubeugen!

    • Schritt 1: Den Motor des Spenderfahrzeuges abschalten. Stellen Sie in beiden Fahrzeugen „Stromfresser“ ab.
    • Schritt 2: Verbinden Sie die Pluspole von entladener und Spenderbatterie mit dem roten Kabel. Plus- und Minuspol sollten an den neben oder auf den Bleiplatten der Pole eingestanzten Markierungen erkennbar sein (+/-).
    • Schritt 3: Schließen Sie das schwarze Kabel an den Minuspol der Spenderbatterie.
    • Schritt 4: Schließen Sie die andere Seite des schwarzen Kabels an ein Metallteil im Motorraum des Empfängerfahrzeuges an, z. B. am Motorblock. Achten Sie darauf, dass sich die Kabel nicht berühren.
VORSICHT: Verbinden Sie die zweite Klemme des schwarzen Kabels in keinem Fall mit dem Minuspol der Empfängerbatterie! Durch einen Kurzschluss kann sich Knallgas bilden und die Batterie schlimmstenfalls explodieren. Auch die dann austretende und hochgradig ätzende Batteriesäure kann den umstehenden Personen dann schweren Schaden zufügen.
  • Schritt 5: Starten Sie den Motor von dem Spenderwagen.
  • Schritt 6: Starten Sie das Pannenfahrzeug. Gelingt dies nicht auf Anhieb, prüfen Sie noch einmal den Sitz der Klemmen. Funktioniert auch das nicht, kann ein zusätzlicher anderer Schaden ursächlich für die Anlassprobleme sein. Rufen Sie in diesem Fall den Pannendienst zu Hilfe.
  • Schritt 7: Wenn das Empfängerfahrzeug läuft, schalten Sie ggf. einen Verbraucher ein (z. B. Standheizung, Klimaanlage, Licht). Dadurch können Sie beim Lösen der Kabel verhindern, dass Spannungsspitzen entstehen, die die Bordelektronik beider Fahrzeuge schädigen könnte. Um derartige Schäden zu vermeiden, können Sie auf dem Markt auch Starterkabel finden, die mit einer zusätzlichen Schutzschaltung versehen sind, um Spannungsspitzen zu vermeiden.
  • Schritt 8: Lösen Sie zunächst das schwarze Kabel vom Motorblock und dem Minuspol der Spenderbatterie.
  • Schritt 9: Lösen Sie das rote Kabel.
  • Schritt 10: Schalten Sie den Verbraucher im Empfängerfahrzeug wieder aus.
  • Schritt 11: Wollen Sie erneute Probleme mit der Batterie vermeiden, sollten Sie sich an eine Fachwerkstatt wenden. Hier können Sie die Batterie entweder bei Überalterung austauschen oder aber laden lassen. Sie können aber auch vorab probieren, eine längere Strecke zu fahren – mindestens eine halbe Stunde – um dem Akku durch die Lichtmaschine ausreichend neue Energie zukommen zu lassen.

Es gibt allerdings auch spezielle Ladegeräte für Autobatterien, die Sie im Privatgebrauch verwenden können.

Auto mit Starthilfe wiederbeleben: Spezielles Gerät statt Spenderfahrzeug

Es gibt auch andere externe Stromquellen, die bei der Starthilfe für die Autobatterie zum Einsatz kommen können. In aller Regel bedienen sich vor allem Pannendienste derartiger Starthilfegeräte, um so etwaige Schäden an ihren Hilfsfahrzeugen zu vermeiden.

Die Geräte, die in Werkstatt oder bei ADAC & Co. zur Anwendung kommen, sind jedoch in keiner Weise mit den Modellen zu vergleichen, die für den Alltagsgebrauch beworben werden. Die Systeme basieren aber alle auf derselben Strategie: Eine Ersatzbatterie (vergleichbar einer Powerbank für Handy oder Kamera) wird per integrierter Starterkabel an das Spenderfahrzeug angeschlossen.

Das Starthilfegerät wird unter Strom gesetzt und funktioniert so ähnlich wie ein laufendes Spenderfahrzeug.

Privatpersonen benötigen für das Laden der Batterie jedoch in aller Regel eine Steckdose und Zeit, denn die Ladung der Batterie kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Zudem ist das Risiko eines Kurzschlusses vergleichsweise hoch.

Andere Möglichkeiten, Starthilfe zu leisten

Wenn die Starthilfe per Kabel für das Auto nicht wirkt, können auch andere Probleme ursächlich sein.

Wenn die Starthilfe per Kabel für das Auto nicht wirkt, können auch andere Probleme ursächlich sein.

Neben dem Standardprozedere sind jedoch auch noch andere Varianten denkbar, die als Starthilfe sinnvoll sein können. Dies jedoch in aller Regel nur dann, wenn die Fahrzeugbatterie selbst noch ausreichend Strom erzeugen kann.

Anschieben

Fahrzeuge mit Schaltgetriebe können mitunter auch durch Anschieben wieder in Gang gesetzt werden. Hierfür bedarf es in aller Regel ein paar kräftiger Anschieber. Der Fahrer sollte hinter dem Steuer sitzen und den Zündschlüssel drehen, sodass der Motor anläuft.

Ist jedoch die Batterie komplett entladen, hilft auch das Anschieben kaum, da nicht ausreichend Strom für die Erzeugung des Zündfunkens vorhanden ist.

Anschleppen

Auch durch das Anschleppen per Seil oder Abschleppstange soll die Starthilfe möglich sein. Das liegengebliebene Fahrzeug wird hierzu an ein Zugfahrzeug gekoppelt. Die Zündung des Pannenautos wird eingeschaltet und das ziehende Auto fährt vorsichtig an. Durch einlegen des zweiten Gangs, dem kurzen Einkuppeln, Auskuppeln bei Start, Anfahren und Bremsen soll der Motor wieder in Gang gesetzt werden können.

Theoretisch soll, auch wenn die Autobatterie leer ist, diese Starthilfe funktionieren. Dazu müsste das Zugfahrzeug jedoch eine längere Strecke zurücklegen, damit die Lichtmaschine im Pannenwagen wieder ausreichend Spannung erzeugt.

Das Problem hierbei: Es ist nicht zulässig, über weite Strecken ein anderes Kraftfahrzeug abzuschleppen. In aller Regel darf dies nur bis zur nächsten Abfahrtmöglichkeit von der Autobahn, dem nächsten Parkplatz o. ä. geschehen.

Starthilfe für die Batterie von Auto & Co. durch den Pannendienst

Suchen Sie nach erfolgter Starthilfe eine Werkstatt auf. Sie können sich jedoch auch gleich an die Pannenhilfe wenden.

Suchen Sie nach erfolgter Starthilfe eine Werkstatt auf. Sie können sich jedoch auch gleich an die Pannenhilfe wenden.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie vorgehen sollen, ist es immer anzuraten, dass Sie den Pannendienst zu Hilfe rufen, denn: Fehler können nicht nur aus materieller Sicht teuer werden. Da auch Gesundheitsschäden drohen können, wenn Sie bei der Starthilfe falsch vorgehen, sollten Sie im Zweifel stets nur die Profis ranlassen.

Darüber hinaus können einige Anbieter auch bei mobilen Hilfsdiensten mit einer breiten Marge an Ersatzbatterien aufwarten, sollte Ihre Fahrzeugbatterie gewechselt werden müssen.

Kosten entstehen für die reine Starthilfe häufig nicht, wenn Sie Mitglied in einem der zahlreichen deutschen Automobilclubs sind. Diese bieten die Starthilfe an einem Auto oder Motorrad in aller Regel als Inklusivleistung an. Wenden Sie sich bei Fragen an den betreffenden Anbieter.

Für Nicht-Mitglieder können für Anfahrt und Starthilfe für das Auto um 40 bis 50 Euro Kosten entstehen.

Starthilfe für das Motorrad

Grundsätzlich funktioniert Starthilfe auch beim Motorrad ähnlich wie beim Auto. Als Spenderfahrzeuge kommen auch beim Motorrad in aller Regel andere Zweiräder, Pkw oder gar Lkw in Frage.

Wichtig ist in jedem Fall nur, dass die Batterie des Spenderfahrzeuges ebenfalls eine 12-Volt-Spannung besitzt, also dieselbe wie der Motorradakku!

Im Folgenden finden Sie eine kurze Anleitung für die Starthilfe per Kabel am Motorrad:

Die Starthilfe beim Motorrad läuft weitestgehend gleich ab wie bei Pkw oder Lkw.

Die Starthilfe beim Motorrad läuft weitestgehend gleich ab wie bei Pkw oder Lkw.

  • Schritt 1: Legen Sie die Anschlüsse der Motorradbatterie frei. Diese befinden sich häufig unter der Sitzbank oder der seitlichen Verkleidung.
  • Schritt 2: Schalten Sie bei Spender-Kfz und Motorrad Zündung und Verbraucher ab.
  • Schritt 3: Verbinden Sie mit dem roten Kabel die zwei Pluspole von Spender- und Empfängerbatterie.
  • Schritt 4: Klemmen Sie das schwarze Kabel am Minuspol der Batterie im Spenderfahrzeug an.
  • Schritt 5: Schließen Sie das andere Ende des schwarzen Kabels an einen metallischen Teil am Motorradrahmen (unlackiert) oder dem Motorblock an. Berühren Sie in keinem Fall den Minuspol der Motorradbatterie.
  • Schritt 6: Starten Sie das Spenderfahrzeug.
  • Schritt 7: Starten Sie das Motorrad.
  • Achtung: Sobald das Motorrad wieder angesprungen ist, unterbrechen Sie die Verbindung zwischen Spenderfahrzeug und Zweirad umgehend, indem Sie die schwarze Klemme vom Rahmen bzw. Motorblock lösen. Anders als bei der Pkw-zu-Pkw-Starthilfe kann die Motorradbatterie sonst sehr schnell überspannt werden.
  • Schritt 8: Lösen Sie das schwarze Kabel von der Spenderbatterie.
  • Schritt 9: Lösen Sie das rote Kabel von den Pluspolen.
  • Schritt 10: Lassen Sie das Motorrad eine Weile laufen und fahren Sie eine längere Strecke, damit der Akku wieder etwas laden kann.

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