Reifen – Winter-, Sommer- & Ganzjahresreifen

Reifen Bußgeldkatalog

TatbestandBußgeldPunkteFahrverbotFVerbot
Fahrzeug mit Reifen betrieben, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind (Winterreifen)60 €1
Fahrzeug mit Reifen betrieben, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind (Winterreifen) mit Behinderung80 €1
Fahrzeug mit Reifen betrieben, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind (Winterreifen) mit Gefährdung100 €1
Fahrzeug mit Reifen betrieben, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind (Winterreifen) mit Unfallfolge120 €1
Kraftfahrzeug (außer Mofa) oder Anhänger in Betrieb genommen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß60 €1
Als Halter die Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeugs (außer Mofa) oder Anhängers angeordnet oder zugelassen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß75 €1
Mofa in Betrieb genommen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß90 €1
Als Halter die Inbetriebnahme eines Mofas angeordnet oder zugelassen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß35 €

Wissenswertes über Profiltiefe, Winterreifenpflicht und gesetzliche Vorschriften

Die Mindestprofiltiefe von Reifen

Die Mindestprofiltiefe von Reifen

Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand. Somit ist nicht auszuschließen, dass sich die stark beanspruchte Bauteile aufgrund ihres intensiven Einsatzes über kurz oder lang abnutzen. Regelmäßige Besuche bei der Hauptuntersuchung stellen sicher, dass das Auto dennoch stets im ordnungsgemäßen Zustand bleibt. Doch manche Bauteile müssen in kürzeren Intervallen vom Fahrer selbst inspiziert werden. Dies betrifft beispielsweise die Reifen des Autos. 

Neben der regelmäßigen Kontrolle des allgemeinen Reifenzustands muss auch die Art der Bereifung an die Witterung angepasst werden. Im Winter ist es notwendig, die Winterreifen zu montieren. Ihr tieferes Profil sorgt für besseren Halt auf vereisten oder beschneitem Boden.

Doch ab wann ist Winterreifenpflicht? Dass Winterreifen Pflicht in Deutschland sind, ist Autofahrern bekannt, aber wie sieht es eigentlich in Österreich und in der Schweiz aus? Welche Profiltiefe bei Winterreifen ist notwendig? Und wann sollte ich den Reifen wechseln, weil das Ende seiner Lebensdauer erreicht ist? Ist es eine Lösung, die Winterreifen im Sommer einfach am Fahrzeug zu lassen und sie weiterhin zu verwenden, oder ist das laut StVO verboten? Welche Reifen darf ich überhaupt fahren, und wie sieht es mit der Mischbereifung aus? Denn diese ist nicht unbedingt zu empfehlen, unter bestimmten Voraussetzungen aber zulässig. Wie viel Profil haben neue Winterreifen? 

Wir geben Ihnen Antworten zu diesen und weiteren Fragen. Auch zum Thema Reifendruck bei Winterreifen und Sommerreifen haben wir für Sie notwendige Informationen zusammengestellt.

Reifen regelmäßig begutachten

Fahrzeughalter sollten regelmäßig ihr Fahrzeug begutachten; stets sollten dabei auch die Autoreifen überprüft werden. Auch Laien können Mängel an den Reifen erkennen und entsprechend handeln, vorausgesetzt, sie kennen sich mit den Eigenschaften von Reifen und ihren Schwachstellen aus. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie Missstände der Bereifung feststellen können und wann es spätestens Zeit für rundum erneuerte Reifen ist.

Wenn Sie an Ihrem PKW-Reifen überprüfen wollen, ob alles in Ordnung ist und diese weiterhin fahrtauglich sind, beginnen Sie bei der Überprüfung der Profiltiefe – Winterreifen müssen mindestens ungefähr 5 mm Profil bieten, damit Sie ihren Zweck optimal erfüllen und Sie nicht in Gefahr bringen, einen Bußgeldbescheid aufgrund von abgefahrenen Reifen zu erhalten – oder gar Ihr Leben bei einem Unfall durch Schleudergang auf der Eisfläche zu riskieren!

Alles zur Reifen-Profiltiefe

Reifen-Profiltiefe bei Autos und Krafträdern

Laut StVO müssen Reifen an Kraftfahrzeugen und Anhängern am ganzen Umfang sowie auf der ganzen Breite der Lauffläche über Profilrillen oder Einschnitte verfügen. Das Hauptprofil muss dabei mindestens 1,6 Millimeter Reifen-Profiltiefe aufweisen, wobei als Hauptprofil die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche der Pneus gelten. Diesen nehmen etwa ¾ der Laufflächenbreite ein.

Folgende Übersicht zeigt Ihnen die Mindestanforderung an die Profiltiefe, wobei auch zwischen der Profiltiefe bei Sommerreifen und der Profiltiefe bei Winterreifen zu unterscheiden ist:

Reifen: Mindestprofiltiefe bei Sommerreifen und Winterreifen

  • Gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe Sommer- und Winterreifen: mindestens 1,6 mm
  • Gesetzliche vorgeschriebene Profiltiefe Motorräder: mindestens 1,6 mm
  • Empfohlene Profiltiefe Winterreifen mit diagonaler Bauart: mindestens 5 mm
  • Empfohlene Profiltiefe Winterreifen mit radialer Bauart: mindestens 4 mm

Hier finden Sie ausführliche Informationen zur Mindestprofiltiefe.

Reifen-Profiltiefe bei LKW, Nutzfahrzeugen und Bussen

In der StVO gelten diese Mindestanforderung der Profiltiefe der Reifen übrigens auch für LKW. Das heißt, dass auch hier die geeignete Bereifung je nach Fahrzeugart und Straßenverhältnissen eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind.

Im Gegensatz zu den Autos oder Motorrädern wird das Thema der Mindestprofiltiefe im Bereich der Nutzfahrzeuge etwas komplizierter. Hier lautet die Empfehlung, dass die Profiltiefe der Reifen auf der Antriebsachse mindestens 6 bis 8 Millimeter beträgt. Bei Fahrzeugen der Personenbeförderung, wie beispielsweise Omnibusse oder Schulbusse, sollten die Mindestanforderung aber nicht nur erfüllt, sondern die Fahrzeuge sollen nach der entsprechenden Empfehlung des Reifenherstellers je nach Einsatzgebiet komplett neu ausgerüstet werden.

Profiltiefe bei Mopeds, Roller und Co.

Im Gegensatz zu Autos oder Motorrädern gilt für Kleinkrafträder wie Mopeds, Roller, Fahrräder mit Hilfsmotor oder leichte Motorräder bis 125 Kubikzentimeter Hubraum ein anderes Mindestmaß der Reifen-Profiltiefe. So reichen hier laut StVO bereits 1 Millimeter Profiltiefe aus. Grund hierfür ist die deutlich schmalere Lauffläche der Bereifung von Kleinkrafträdern, die nicht mit der von Autos zu vergleichen ist. Nichtsdestotrotz wird aber vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz) die Empfehlung ausgesprochen, spätestens bei einem Restprofil von 2 Millimetern die Reifen zu wechseln, damit die Gummis auch bei Nässe eine ausreichende Bodenhaftung bieten.

Wird ein Mofa in Betrieb genommen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besitzt, erwartet den Fahrer bzw. Halter ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro und 1 Punkt.

Nicht auf letzter Rille fahren

Die Mindestprofiltiefe für WInterreifen liegt bei etwa 5 mm

Die Mindestprofiltiefe für WInterreifen liegt bei etwa 5 mm

Doch egal, ob nun Auto, Motorrad, LKW oder Bus: Keinesfalls sollten Reifen solange gefahren werden, bis die jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe erreicht ist! Denn schon wenn die Reifen-Profiltiefe unter 4 Millimeter beträgt, nimmt der Grip stark ab. Es ist dann Zeit für eine Reifenmontage; denn vor allem bei nasser Fahrbahn stellt der fehlende Halt der Reifen eine allzu große Gefahr dar, da der Wasserfilm von den Reifen nicht mehr verdrängt werden kann. Die Folge ist ein Kontaktverlust zur Straße, und das Fahrzeug lässt sich dann nicht mehr richtig lenken bzw. bremsen. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff Aquaplaning bekannt.

Daher lautet der Ratschlag der Polizei und Reifenherstellern, bereits bei folgender Restprofiltiefe die jeweiligen Reifen zu wechseln bzw. runderneuerte Reifen aufzuziehen:

  • verbleibende Profiltiefe Sommerreifen von bis 3 Millimeter
  • verbleibende Profiltiefe Winterreifen von 4 Millimeter
  • verbleibende Profiltiefe bei Breitreifen von 3 Millimeter

Es gibt aber noch eine weitere Faustregel, die sich alle Fahrzeughalter und -führer zum Thema Reifen merken sollten und die unabhängig von der Profiltiefe, Reifenarten (Sommer- oder Winterräder) oder jährlichen Fahrleistung gilt:

Reifen sollten maximal 4 Jahre gefahren werden!

Denn im Laufe der Zeit werden die Reifen porös, da sich die Gummimischung verändert. Daher sollte man ungefähr nach vier Jahren neue Reifen aufziehen, um die eigene Sicherheit und die von anderen Verkehrsteilnehmern nicht unnötig zu gefährden. Zudem verlieren die Reifen mit der Zeit immer mehr an Grip, wodurch es zur Verlängerung des Bremsweges kommt. Wurde der Reifen kaum benutzt, sollte er dennoch nach spätestens 6 – 8 Jahren entsorgt werden.

Lebensdauer Reifen: „Mindesthaltbarkeitsdatum“ beachten

Denn unabhängig von der Profiltiefe bei Winterreifen und Sommerreifen ist die Haltbarkeit der Reifen nicht unbegrenzt! Ein Gesetz gibt es hierzu zwar nur für Anhänger, die über 100 km/h fahren dürfen – hier darf kein Reifen älter als 6 Jahre alt sein – doch der Altersverschleiß von Reifen macht sich generell nach einiger Zeit bemerkbar, und dann sollten diese Reifen auch nicht mehr benutzt werden.

Experten raten, allerspätestens nach 8 Jahren Abschied zu nehmen – sogar wenn die Reifen gar nicht übermäßig genutzt wurden und sich beispielsweise nur an einem Wohnmobil in der Garage befanden. Denn das Gummimaterial wird im Laufe der Zeit spröde. Das beeinflußt die Haltbarkeit negativ: Reifen setzt nicht nur der zeitliche Verschleiß des Gummis zu, dieser wird durch Hitze, UV-Licht, durch Ozon und Feuchtigkeit noch bestärkt. Die Folge: Die Mindestprofiltiefe ist vielleicht noch vorhanden. Das spröde gewordene Gummimaterial kann aber dennoch nicht mehr den sicheren Halt auf der Straße gewähren. Sobald der Reifen Risse vorweist, sortieren Sie ihn aus. Außerdem gibt es nach dem Ablauf von einigen Jahren längst neue Modelle, die technisch innovativ sind und noch mehr Sicherheit bieten; auch das sollten Sie ausnutzen.

  • Haltbarkeit Winterreifen: spätestens alle 6 Jahre sollten Winterreifen ausgewechselt werden. Dann endet ihre Lebensdauer; Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung gefertigt, die etwas schneller verschleißt, als Sommerreifen.
  • Haltbarkeit Sommerreifen: unabhängig vom Verschleiß nicht länger als 8 Jahre.

Wie alt Ihr Reifen ist, können Sie der sogenannten DOT-Nummer entnehmen. Diese finden Sie auf den Reifenflanken. Sie gibt Auskunft über das Herstellungsdatum des Reifens

Mehr zum Reifenalter gibt es in unserem Ratgeber „Reifenalter – Wie alt dürfen Reifen am Auto eigentlich sein?

Profiltiefe selber messen: So geht’s mit Euro-Münze

Leider kennen viel zu wenige Autofahren den Reifenzustand ihres Fahrzeugs, was vor allem aus Sicherheitsgründen bedenklich ist. Denn wie bereits erwähnt, kann bei einer zu geringen Reifen-Profiltiefe schnell Aquaplaning entstehen, da das Wasser nicht richtig über die Spurrillen abgeleitet wird. Doch es gibt einen einfachen Trick, mit denen Sie die Profiltiefe der Reifen selber messen können. Alles was Sie hierfür benötigen, ist eine 1 Euro- oder 2 Euro-Münze.

Profiltiefe mit 1 Euro-Münze messen – So geht’s: Die 1 Euro-Münze wird in eine Vertiefung des Reifenprofils in der Mitte des Reifens gehalten werden. Verschwindet der goldene Rand der 1 Euro-Münze, haben Sie noch eine genügende Reifen-Profiltiefe. Wenn dagegen der Rand schon sichtbar oder nur knapp unter der Profiloberfläche ist, sollten die Reifen dringend gewechselt werden.

Profiltiefe mit 2-Euro Münze – So geht’s: Der Ablauf ist analog zur Messung mit der 1 Euro-Münze. Nur mit dem Unterschied, dass hier die Zweifarbigkeit genau andersherum ist (1 Euro: Mitte ist Silber, äußere Rand ist Gold; 2 Euro: Mitte ist Gold, äußere Rand ist Silber). Wenn der äußere Silberrand der 2 Euro-Münze vollständig in der Profilrille verschwindet, haben die Reifen noch ausreichend Profil.

Neben der Überprüfung der Reifen-Profiltiefe in der Reifenmitte sollten auch am Rand nachgemessen werden. Ist dieser deutlich abgefahrener als die Reifenmitte, ist ebenfalls ein Reifenwechsel ratsam – auch wenn die Profiltiefe in der Mitte noch ausreichend ist. Ungleichmäßig abgefahrene Reifen entstehen durch das Fahren mit falschen Luftdruck (Winterreifen benötigen etwas mehr als Sommerreifen) oder zu schnellen Kurvenfahrten (mit quietschendem Gummi).

Die Profiltiefe von Reifen

Die Profiltiefe von Reifen

Überprüfen Sie das Reifenprofil aber nicht nur beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt. Einfach mal zwischendurch – beispielsweise beim Tanken – die Reifen kontrollieren ist sinnvoll. Bei einer zu geringen Profiltiefe kann ein hohes Bußgeld die Folge sein, wie der Bußgeldkatalog verdeutlicht. Wenn die Reifen-Mindestprofiltiefe nicht eingehalten werden kann, ist es Zeit für einen Reifenwechsel. 

Und nicht vergessen: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Fahrzeugreifen beträgt grundsätzlich 1,6 Millimeter – ob bei PKW-Reifen oder LKW-Reifen!

Generell gilt: Wer mit stark abgefahrenen Reifen (unter 1,6 Millimeter Reifen-Profiltiefe) fährt und dabei von der Polizei erwischt wird, muss mit saftigen Strafen rechnen. Aber auch wenn das Winterreifen-Profiltiefe-Minimum noch erreicht wird, kann möglicherweise die Sommer/Winterreifen-Lebensdauer sich schon dem Ende zuneigen.

Reifen ohne Mindestprofil: Welche Strafe droht?

Ist das Mindestprofil von 1,6 Millimeter unterschritten und wird man beim Fahren mit solch abgefahrenen Reifen erwischt, gibt es neben einem Bußgeld und einem Bußgeldbescheid auch noch Punkte in Flensburg, wie folgender Auszug aus dem Bußgeldkatalog beweist:

  • Kraftfahrzeug (außer Mofa) oder Anhänger in Betrieb genommen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß: 60 Euro Bußgeld, 1 Punkt
  • Als Halter die Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeugs (außer Mofa) oder Anhängers angeordnet oder zugelassen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß: 75 Euro Bußgeld, 1 Punkt
  • Mofa in Betrieb genommen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß: 25 Euro Bußgeld
  • Als Halter die Inbetriebnahme eines Mofas angeordnet oder zugelassen, dessen Reifen keine ausreichenden Profilrillen oder Einschnitte oder keine ausreichende Profil- oder Einschnitttiefe besaß: 35 Euro Bußgeld
  • Im Winter mit nicht angepasster Bereifung gefahren: 60 Euro Bußgeld, 1 Punkt
  • Im Winter mit nicht angepasster Bereifung gefahren mit Verkehrsbehinderung: 80 Euro Bußgeld, 1 Punkt

Trotz Mindestprofil: Strafe auch bei abgefahrenen Reifen möglich

Aber auch wenn Ihre Autoreifen die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter nicht unterschritten haben, kann Ihnen Ärger mit den Behörden drohen und man wird wegen des Fahrens mit abgefahrenen Autoreifen mit einem Bußgeld belangt. Darauf weist die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hin.

Bei Reifen können ab einem gewissen Alter Risse zwischen den Profilblöcken auftauchen. Im schlimmsten Fall platzen die Reifen wegen des zu geringen Luftdruckes. Wer sich dann auf die Mindestprofiltiefe für Sommerreifen oder Mindestprofiltiefe für Winterreifen beruft, hat schlechte Karten. Nicht umsonst müssen Autofahrer regelmäßig den Luftdruck der Autoreifen überprüfen und sind in diesem Zusammenhang auch aufgefordert, die Pneus nach möglichen Rissen zu kontrollieren.

Reifendruck bei Winterreifen

Der Reifendruck des Winterreifens wird in der Werkstatt überprüft

Der Reifendruck des Winterreifens wird in der Werkstatt überprüft

Je geringer der Reifendruck ist, desto stärker wird das im Laufe der Zeit porös werdende Gummimaterial belastet. Auch bis zu 0,3 Liter Kraftstoff zusätzlich pro 100 km Fahrt kann ein niedriger Reifendruck verursachen. Das geht ins Geld! Halten Sie sich an die Empfehlungen zum Reifendruck, die der Reifenhersteller Ihnen mitteilt. Eine Unterschreitung des empfohlenen Reifendrucks sorgt für eine Verlängerung des Bremswegs. Zudem lässt sich ein Auto mit niedrigem Reifendruck gerade in Kurven weniger komfortabel steuern. Ein Auto, das mit Reifen mit passendem Luftdruck ausgestattet ist, „greift“ besser auf den Straßen, was zur Sicherheit der Insassen beiträgt.

Seit November 2012 müssen übrigens alle Neuwagen innerhalb der EU mit automatischen Reifendruck-Kontrollsystemen ausgestattet werden; diese übernehmen für den Fahrer die engmaschige Kontrolle des Reifendrucks. Bis dahin sollten Sie selbst außer der Mindestprofiltiefe auch regelmäßig den Luftdruck kontrollieren. Der Reifendruck bei Kraftfahrzeugen sollte grundsätzlich alle zwei bis vier Wochen kontrolliert werden. Gerade der Luftdruck bei Winterreifen muss stets hoch genug sein, so dass der Reifen auch auf glatten Straßen Halt findet.

  • Reifendruck Winterreifen (Empfehlung): Bei länger anhaltender Kälte dürfen Sie auch einmal 0,2 – 0,3 Bar mehr einfüllen, als in der Hersteller-Empfehlung vermerkt ist.

Welche Reifen darf ich fahren?

Bei der Bereifung der Fahrzeuge, kombinieren viele Fahrzeughalter bewusst oder unbewusst Sommerreifen und Winterräder oder fahren mit einem Fahrzeug, dessen Reifen-Profiltiefen stark voneinander abweichen. Auch werden nicht selten Pneus von verschiedenen Reifenhersteller gleichzeitig auf das Auto gezogen. In diesem Fall spricht man von einer Mischbereifung. Doch was ist bei der Mischbereifung erlaubt und was verboten? Wir klären auf!

Was bedeutet Mischbereifung?

Ein ganzer Satz neuer Reifen ist teuer. Diese Anschaffungskosten wollen sich viele Autofahrer sparen und greifen entsprechend auf die Mischbereifung zurück. Vor allem wenn durch Beschädigung oder Verschleiß nur ein einzelner Reifen erneuter werden muss, ist die Versuchung groß, nur den einen Reifen durch einen neuen zu ersetzen. Doch was sagt der Gesetzgeber? Was ist erlaubt, was verboten?

Laut Gesetzgeber liegt dann eine unerlaubte Mischbereifung vor, wenn Radial- mit Diagonalreifen kombiniert werden. Doch diese Kombination schließt sich eigentlich schon von ganz alleine aus, da die Diagonal-Bauart heutzutage in der Regel nur noch bei Oldtimern anzutreffen ist. Dennoch müssen die montierten Reifen, die Sie am Fahrzeug kombinieren, durchweg den Bestimmungen der Fahrzeugpapiere entsprechen. Im alten Fahrzeugschein (vor 2005 ausgestellt) finden Sie diese unter der Ziffer 20 ff., im neuen Fahrzeugschein bzw. der Zulassungsbescheinigung Teil I steht die Bestimmung unter der Ziffer 15.

Ist Mischbereifung erlaubt?

Ein kompletter Satz runderneuerter Reifen ist nicht gerade billig. Und da viele Autofahrer ohnehin schon über die hohen Unterhaltskosten (Benzin, Reparaturen, KFZ-Steuer, TÜV usw.) für ihr Automobil klagen, wollen viele beim Reifenkauf die Kosten drücken. So werden oftmals nur einzelne stark verschlissene oder beschädigte Reifen erneuert, doch ist das erlaubt?

Autofahren bei Regen

Autofahren bei Regen

Eine unerlaubte Mischbereifung liegt nur dann vor, wenn Radialreifen mit Diagonalreifen kombiniert werden. Aber diese Reifenkombination ist heutzutage kaum noch möglich, da die Diagonalreifen primär nur bei Oldtimern eingesetzt werden. Ansonsten müssen Sie sich an die Bestimmungen in Ihren Fahrzeugpapieren halten und die angebrachten Reifen müssen den Vorgaben entsprechen. Ersichtlich sind die Bestimmung in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter der Ziffer 15, bei älteren Fahrzeugscheinen, die vor 2005 ausgestellt wurden, liefert die Ziffer 20 ff Aufklärung über die notwendigen PKW-Reifen.

Generell verboten ist eine Mischbereifung, wenn die Reifen an einer Achse verschiedene Größen aufweisen. Doch ansonsten spricht nichts gegen eine Mischbereifung, so können also auch Winter- und Sommerreifen kombiniert oder Reifen mit verschiedener Reifen-Profiltiefe gefahren werden. Welche Reifen darf ich fahren? Folgende Übersicht erklärt, wann Mischbereifung erlaubt und wann Mischbereifung verboten ist:

Hier ist Mischbereifung verboten:

  • Bei Diagonal- mit Radialreifen
  • Bei unterschiedlicher Größe (soweit laut Fahrzeugschein auf Vorder- und Hinterachse nicht ausdrücklich erlaubt)

Hier ist Mischbereifung erlaubt:

  • Bei Reifen unterschiedlicher Modellbezeichnung oder auch unterschiedlicher Hersteller
  • Bei Sommerreifen und Winterreifen
  • Bei stark unterschiedliche Profiltiefe
  • Bei Run Flat (Spezial-)Reifen mit Standard-Reifen (sofern Run Flat laut Fahrzeugpapieren vorgeschrieben, ist ein „Mischen“ grundsätzlich nicht möglich)

Falsche Mischbereifung: Welche Strafe?

Im Bußgeldkatalog wird eine unzulässige Mischbereifung mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro geahndet.

Ist Mischbereifung in Ordnung oder gefährlich?

Auch wenn Sie als Fahrzeughalter weitestgehend Narrenfreiheit beim Thema Mischbereifung haben und das Kombinieren von Pneus mit unterschiedlicher Reifen-Profiltiefe, Profilblöcken, Profilgestaltung oder Gummimischung erlaubt ist, wird grundsätzlich davon abgeraten!

Mischbereifung oder abgefahrene Reifen: Unfälle drohen

Mischbereifung oder abgefahrene Reifen: Unfälle drohen

Problematisch kann die Mischbereifung bei nasser Fahrbahn (Aquaplaning) werden, aber auch die gesetzlich erlaubte Kombination von Sommerbereifung und Winterbereifung ist riskant. Denn Winterräder bieten aufgrund ihrer speziellen Profilgestaltung und Gummimischung ein anderes Verhalten als Sommerreifen. Daher sollten Sie besser auf Mischbereifung verzichten und beim Nachkauf einzelner Reifen immer zum gleichen Reifentypen greifen.

Wichtiger Hinweis: Reifen, die tieferes – sprich: besseres – Profil haben, sollten allgemein auf der Hinterachse aufgezogen werden, wobei es keine Rolle spielt, ob das Auto über einen Front- oder Heckantrieb verfügt. Anders sieht es beim Allradantrieb aus. Hier sollten Sie dringend auf die Vorgaben der Bedienungsanleitung achten und diese peinlichst genau befolgen. Vor allem bei der Kombination von Reifen mit einer stark unterschiedlichen Reifen-Profiltiefen können u.a. Schäden am Mitteldifferential auftreten. Wir raten Ihnen, in einer Autowerkstatt einmal die Frage „Welche Winterreifen darf ich fahren?“ anzusprechen, um sich nach Ihrem Fahrzeugtyp und Ihren Bedürfnissen entsprechend beraten zu lassen. Doch sind Winterreifen Pflicht in Deutschland?

Winterreifenpflicht Deutschland: Gesetzliche Winterreifenpflicht

Die Regelung zur Winterreifenpflicht in Deutschland schreibt vor, dass immer dann eine Winterreifen-Pflicht besteht, wenn es die Straßenverhältnisse erfordern. Das ist beispielsweise bei Eis- oder Reifglätte, Glatteis, Schneematsch oder Schneeglätte der Fall. Das heißt aber auch zugleich, dass man bei einem plötzlich auftretenden Schneefall im Sommer ebenfalls nur mit Winterreifen fahren darf.

Zum Thema Winterreifen gab es im Dezember 2010 eine Änderung in der StVO, die im Volksmund als Winterreifenpflicht bezeichnet wird. Doch in der Ergänzung ist nicht einmal das Wort „Winterreifen“ zu finden, stattdessen trifft man auf die Bezeichnung „M+S-Reifen“. Die Eigenschaften werden von der EU-Regelung folgendermaßen definiert: „M+S-Reifen sind Reifen, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen.“

M+S-Reifen bei entsprechenden Straßenverhältnissen anbringen

Profil sorgt für Grip auf der Straße

Profil sorgt für Grip auf der Straße

Generell ist die Regelung der Winterreifenpflicht  alles andere als genau geklärt, zumal in Deutschland im Winter nur dann M+S-Reifen-Pflicht besteht, wenn es die Straßenverhältnisse erfordern. So darf bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte ein Kraftfahrzeug nur mit M+S-Reifen gefahren werden. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass es trotz Winterreifenpflicht nicht verboten ist, über den Winter auf dem zugelassenen Fahrzeug seine Sommerreifen montiert zu lassen. Es darf eben nur bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nicht gefahren werden. Entsprechend gilt die „situative Winterreifenpflicht“ analog im Sommer. Sollte plötzlich im August Schnee liegen, ist das Fahren mit Sommerreifen nicht erlaubt.

Eine Winterreifenpflicht für Anhänger existiert nicht. Es gelten hier die üblichen Vorschriften.

Wer bei Schnee ohne die grobstollige Bereifung der Winterreifen erwischt wird, macht nicht nur Bekanntschaft mit dem Bußgeldkatalog (60 bis 80 Euro Strafe), sondern zudem kann es im Schadensfall zu Problemen mit der Versicherung kommen. Waren Sommerreifen die Ursache für einen Unfall, kann die Schadensregulierung (nicht bei Haftpflicht) verweigert werden, da man aus Sicht der Versicherer grob fahrlässig gehandelt hat, wenn man bei winterlichen Straßenverhältnissen (Schnee, Eis, Schneematsch, Reifglätte) eben mit Sommerreifen gefahren ist.

Die meisten Deutschen wechseln die Reifen gewissenhaft

Auch wenn es in Deutschland mit über 80 Prozent eine hohe Reifen-Wechselquote zwischen den Jahreszeiten gibt, gibt es immer noch Fahrzeughalter, die aus Kostengründen oder Bequemlichkeit im Winter mit Sommerreifen waren. So ist es wenig verwunderlich, dass sich jedes Jahr über 4.000 Unfälle wegen „falscher Reifenwahl“ ereignen. Auch wenn es nur ein kleiner Blechschaden ist, sind die damit verbundenen Kosten fast immer teurer als ein Satz Winterreifen.

Zudem ist in der StVO auch nicht explizit die Rede von Winterreifen, sondern von M+S-Reifen. Sie können auch mit Winterreifen im Sommer fahren. So sparen Sie sich einen Reifenwechsel und die Reifenmontage fällt ersatzlos weg. Verboten ist diese Vorgehensweise zwar nicht, aber sie birgt zahlreiche Nachteile:

Winterreifen im Sommer fahren? Warum das keine gute Idee ist:

  • Der Benzinverbrauch ist mit Winterreifen größer, denn die Reibung auf der trockenen Fahrbahn wird durch Winterreifen verstärkt
  • Bei unsachgemäßer Verwendung der Reifen nutzen diese sich schneller ab, müssen also früher ersetzt werden, was zu hohen Kosten führt
  • Die Bremswege auf einer trockenen Fahrbahn mit einem Winterreifen sind länger, als mit einem Sommerreifen. Das Reifenprofil Winterreifen ist lediglich auf nasse Fahrbahnen ausgelegt
  • Eine Faustregel zum Thema Winterreifen wechseln ist folgende: Von „O bis O“, also von Oktober bis Ostern, sollte die Winterreifen am Fahrzeug angebracht sein, dann ist im Normalfall die kritische Phase der Witterung abgedeckt
  • Ein Allwetterreifen kann trotzdem eine Alternative sein. Schildern Sie beim Fachhändler ihre individuellen Bedürfnisse und lassen Sie sich dementsprechend beraten.

Hier finden Sie ausführliche Infos über Winterreifen im Sommer.

Welche Sanktion bei Verletzung der Winterreifen-Pflicht?

Sollten Sie trotz Schnee, Eis und Glätte nicht die grobstolligen Winterreifen aufgezogen haben, laufen Sie nicht nur Gefahr, die Kontrolle über Ihr Fahrzeug zu verlieren und so schnell in einen Unfall verwickelt zu werden, sondern obendrein gibt es auch noch Ärger laut Bußgeldkatalog und mit der Versicherung.

Daher bitte immer daran denken, rechtzeitig die von Sommer- auf Winterreifen zu wechseln. Auch umgekehrt sollten regelmäßig die Reifenwechsel stattfinden. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt kann mit der „O bis O“-Faustregel umschrieben werden, womit auch die Frage „Wann Winterreifen kaufen“ hinreichend beantwortet sein sollte; doch wir halten im Folgenden noch einige genauere Informationen parat.

Wann von auf Sommer- auf Winterreifen wechseln?

Wann Winterreifen montieren

Wann Winterreifen montieren

In der StVO zur Winterreifen-Pflicht wird kein spezifischen Zeitfenster vorgeschrieben, wann man mit welchen Reifen zu fahren hat. Doch jeder Fahrzeughalter sollte im Kopf haben, wann der Zeitpunkt für den Reifenwechsel ist, was kein Allwetterreifen montiert wurde. Einfache Faustregeln helfen dabei.

  • „Von O bis O“: Von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen fahren,  ab Oktober die PKW-Reifen montieren.
  • „Von A bis O“: Von Allerheiligen (1. November) bis Ostern mit Winterreifen fahren; ab Ostern ist dann wieder Zeit für die Sommerreifen. Ganzjahresreifen sind für die wenigsten Autofahrer eine Alternative. Lassen Sie sich hierzu vor dem Kauf individuell beraten. Mit Winterreifen im Sommer fahren lohnt sich für kaum jemanden. Die Winterreifen-Profiltiefe ist auf eisglatte Straßen ausgelegt. Auf trockenen Straßen kann weder die Verkehrssicherheit gesichert werden, noch die lange Haltbarkeit; Reifen verschleißen bei falscher Behandlung, und so rentiert sich der einmal gesparte Reifenwechsel nicht.

Auch wenn der Winter sehr mild ist, sollten Sie stets zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln. So werden die Reifen gleichmäßig abgenutzt und die Lebensdauer erhöht. Wer in typisch schneereichen Regionen wohnt, sollte sogar je nach Witterung die Autoreifen wechseln. Schließlich kann hier noch bis in den April hinein noch Schnee liegen.

Aber es gibt noch weitere Richtlinien, wann ein Reifenwechsel durchgeführt werden sollte. So lautet die Empfehlung des Automobilclub von Deutschland (AvD), das Winterreifen dann ausgedient haben, wenn die Außentemperaturen konstant über 7 Grad Celsius liegen. Dafür sind Winterreifen am effektivsten, wenn die durchschnittliche Temperatur weniger als 7 Grad Celsius beträgt.

Tipps zum Reifenwechsel:

In unserem Ratgeber zum Reifenwechsel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie die Reifen an Ihrem Auto selbst wechseln. Der Wagenheber-Vergleich auf bussgeldkatalog.org verrät Ihnen außerdem, welches Werkzeug sich dabei am besten eignet.

Wohnmobil-Winterreifen

Falls Sie im Winter mit Ihrem Wohnmobil unterwegs sind, kennen Sie sicher die Vorbereitung, die ein solcher Urlaub erfordert. Ein Wohnmobil muss winterfest gemacht werden, bevor es damit auf Tour geht. Auch an die Wohnmobil-Winterreifen sollten Sie vor der Fahrt denken. Gerade auch ausländische Vorschriften bezüglich der Winterreifenpflicht sollten Sie vor Ihrer Reise mit dem Wohnmobil bedenken. Werfen Sie einen Blick auf das jeweilige Verkehrsrecht bezüglich der Winterreifenpflicht.

Winterreifen fürs Fahrrad

Winterreifen am Fahrrad

Winterreifen am Fahrrad

Für Fahrradfahrer besteht zwar keine Winterreifenpflicht. Doch es ist nicht abwegig, dass um ihre Sicherheit besorgte Fahrradfahrer in der glatten und rutschigen Jahreszeit spezielle Winterreifen montieren. Manche Fahrradfahrer möchten auch gerne im Winter Ihr Fahrrad zur sportlichen Betätigung nutzen. Auch hier sind Winterreifen eine sinnvolle Alternative. Sie können als Ganzjahresreifen auch im Sommer auf dem Fahrrad verbleiben. Tatsächlich gibt es im Fahrradhandel inzwischen eine große Auswahl von Winterreifen; Fahrrad-Fahrer müssen sich jedoch an kein Winterreifen-Gesetz halten. Dieses gilt nur für KFZ-Fahrer.

Winterreifenpflicht Österreich – ab wann?

Gerade im Winter zieht es viele Deutsche nach Österreich: um dort Ski zu fahren oder sonstigen Wintersport zu betreiben. Vor der Anfahrt mit dem Auto fragt sich aber mancher Tourist, wie das gehandhabt wird in Österreich: Winterreifenpflicht? Oder gar Schneekettenpflicht?

In Österreich müssen PKWs zwischen dem 1.11 und dem 15.4 – sofern die Witterung dazu Anlass bietet – mit Winterreifen ausgestattet sein. Die Mindestprofiltiefe liegt hier bei 4 mm. Auch auf Schneeketten können Sie zurückgreifen. Bei der Verwendung von Schneeketten ist zu beachten, dass diese so angebracht sein müssen, dass sie die Fahrbahn nicht beschädigen.  Auf manchen Straßen besteht in Österreich Schneekettenpflicht. Diese wird den Fahrern durch ein Verkehrszeichen angezeigt. Informieren Sie sich vor Ihrer Fahrt nach Österreich, ob auf Ihrer Route Schneeketten vorgeschrieben sind!

Falls Sie sich Schneeketten kaufen, achten Sie, dass diese laut EU-Norm als zulässig klassifiziert sind. Außerdem ist bei der Fahrt mit Schneeketten Geschwindigkeits-Reduktion Pflicht: Sie dürfen dann nur 50 km/h fahren, um kein Bußgeld zu riskieren.

  • Winterreifen Österreich: Von November bis April mit Mindestprofiltiefe 4 mm – aber nur bei entsprechender Witterung. Schneeketten sind auf manchen Straßen obligatorisch.

Winterreifenpflicht Schweiz

Winterreifen – wann Pflicht, wann „nice to have“? In der Schweiz ist diese Frage eindeutig zu beantworten: es drohen Bußgelder, wenn aufgrund von unpassender Bereifung eine Behinderung des Verkehrs entsteht. Kommt es bei winterlicher Witterung zu einem Unfall, und der schuldige Fahrer hatte nur Sommerreifen angelegt, so entsteht für ihn eine erhebliche Selbstbeteiligung an den Unfallkosten. Deswegen ist es vernünftig, bei Fahrten durch die Schweiz in den kühlen Monaten Winterreifen anzubringen, auch wenn es keine Verpflichtung dazu gibt. Es gibt hier kein vorgeschriebenes Mindestprofil; Winterreifen sollten aber, wie bereits oben erwähnt, mindestens 4 mm Profil haben, damit sie ausreichend Grip bieten.

Winterreifenpflicht Ausland

Winterreifenpflicht im Ausland

Winterreifenpflicht im Ausland

Grundsätzlich würden wir Ihnen raten – auch wenn es im Ausland mancherorts keine Winterreifenpflicht gibt – bei entsprechender Witterung an den Reifenwechsel zu denken und mit Winterreifen oder Schneeketten zu fahren. Die Winterreifenpflicht – ab wann jeweils sie besteht, oder  unter welchen Umständen sie im einzelnen ausgesprochen wird, ist hier unerheblich – existiert beispielsweise auch in Italien, Frankreich, Kroatien, Slowenien und Tschechien. Oft gibt es dort keine generelle Pflicht zum Winterreifen, sondern unter bestimmten Witterungsverhältnissen wird kurzfristig eine Winterreifen-Mindestprofiltiefe verlangt.  

In Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Polen, Belgien und den Niederlanden sieht man von einer Winterreifenpflicht gänzlich ab. Das bedeutet aber nicht, dass die Autofahrer hier auf die sichere Winterreifen-Profiltiefe verzichten.

Unfälle im Winter verhindern

Bei Eis, Schnee und Schneeglätte gebietet es der gesunde Menschenverstand, mit entsprechender Bereifung zu fahren, auch wenn dies einen Mehraufwand erfordert. Bei Schneematsch kann sogar der Einsatz von Schneeketten sinnvoll sein; zu beachten ist jedoch, dass diese die Fahrbahn beschädigen können und vor allem die Geschwindigkeit der Fahrzeuge erheblich drosselt. Anders als Winterreifen sollten sie also nur im Ausnahmefall benutzt werden.

Im Winter hält der Straßenverkehr leider einige Unfallgefahren bereit, so beispielsweise Schlaglöcher, die durch Erosion des Straßenbelags aufgrund der Wetterschwankungen entstehen, oder unzureichender Winterdienst: häufig schafft der Winterdienst nicht rechtzeitig, Straßen zu räumen und zu streuen. Mit der richtigen Bereifung minimieren Sie dennoch die Gefahr für sich.

Doch nicht nur im Winter ist die Achtsamkeit bezüglich des Reifenzustands angebracht: regelmäßige Kontrollen des Reifendrucks und der Profiltiefe sollten zu jeder Tageszeit stattfinden, um nicht noch ein Bußgeld laut Bußgeldkatalog zu bekommen. Schließlich ist das Herstellungsdatum Ihrer Reifen im Blick zu behalten, da nach einigen Jahren eine Neuanschaffung der Reifen aufgrund des Verschleißes des Gummimaterials nicht zu umgehen ist.

23 Kommentare

  1. Gundula sagt:

    vielen dank für diesen Artikel. Wie Sie ja schreiben wird es nun Zeit für die Winterreifen. Wir benötigen (leider) ein neues Set Reifen. Diesmal wollen wir nicht sparen und auf einen richtig guten Hersteller setzen. Können Sie uns einen empfehlen?

  2. Moritz sagt:

    Wird ja schon wieder Zeit sich um die Reifen zu kümmern. Denken Sie nach 3 Jahren sind die Reifen noch gut oder sollte ich neue holen? neue Winterreifen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Moritz,

      nach drei Jahren können die Reifen noch gut sein. Begutachten Sie einfach das Material und die Profiltiefe. Falls die Reifen noch einen guten Eindruck machen, dann können Sie sie noch behalten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Leni sagt:

    Gut, dass wir vor etwa zwei Jahren 3 Punkte bekamen -.-

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Leni,

      nach der Punktereform im Mai 2014 sollten diese Punkte aber auch in deutlich weniger umgewandelt worden sein.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Martin sagt:

    Hallo,

    sehr informativ Eure Seite. Eine Frage zu den Reifen: gilt das Bußgeld und die Punkte pro Reifen oder pro Fahrzeug?

    Grüße
    Martin

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Martin,

      vielen Dank! Das Bußgeld gilt pro Fahrzeug; dabei ist es unerheblich, wie viele Reifen abgenutzt sind.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Thomas sagt:

    Schöne und aktuelle Seite. Leider bekomme ich zum Thema vorgeschriebene Profiltiefe bei Wintereifen keine klare Information.
    Gilt dort, die für das KFZ vorgeschriebenen Reifen vorausgesetzt, die selbe Vorgabe von 1.6 mm wie bei Sommerreifen?

    Danke für die Antwort und viele Grüße,
    Tom

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Thomas,

      ja, auch für Winterreifen gilt eine Mindesprofiltiefe von 1,6 mm.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. Hendrik sagt:

    Wie tief muss die Profiltiefe von 125er Motoräder sein ? Habe gehört sie müssen 1 mm entsprechen -.-

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Hendrik,

      in der Tat liegt die Mindestprofiltiefe bei Leichtkrafträdern bis 125 ccm bei nur 1,0 mm. Bei schwereren Maschinen liegt die Mindestprofiltiefe bei 1,6 mm.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  7. Jewgeni sagt:

    Hallo Redaktion,

    darf ich also die Winterreifen im Sommer nicht fahren? Habe ich es richtig verstanden?

    Grüße

    Jewgeni

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,

      es ist nicht verboten, im Sommer Winterreifen zu benutzen – Umgekehrtes allerdings schon. Aufgrund der unterschiedlichen Gummimischungen der saisonalen Reifen ist es jedoch nicht empfehlenswert, Winterreifen im Sommer zu nutzen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Jewgeni sagt:

        Vielen Dank für Ihre Antwort.

        Aber wenn die Winterreifen schon 6 Jahre alt sind. Spricht nicht mehr so elastisch sind und unter 4 mm Profiltiefe haben. Es wäre doch sinnvoll und umweltschonend diese im Sommer runterzufahren (anstatt diese wegzuschmeißen) und für die nächste Saison einen neunen Satz Winterreifen zukaufen.

        Grüße

        Jewgeni

        • bussgeldkatalog.org sagt:

          Hallo Jewgeni,
          laut einer Empfehlung des TÜV-Nord sollten Reifen nach sechs oder sieben Jahren ohnehin erneuert werden, da das Gummi irgendwann spröde wird und die Leistungsfähigkeit ebenfalls abnimmt. Wie gesagt: Im Sommer mit Winterreifen zu fahren, ist zwar nicht verboten, aber auch nicht empfehlenswert.

          Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Markus sagt:

    Hallo zusammen,
    Was kann einem passieren wenn in den Winterreifen kein Reifendrucksensor vorhanden ist , obwohl laut EU die Vorgabe ab 2014 bei Neuwagen Pflicht ist?
    Kontrolle , Unfall etc….

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Markus,

      bei der Hauptuntersuchung wird das Fehlen eines Reifendrucksensors als „geringer Mangel nach §29 StVZO“ eingestuft. Solche minderschweren Mängel sind durch den Fahrzeughalter „unverzüglich instand zu setzen“. Weitere Konsequenzen sind uns nicht bekannt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  9. Martina sagt:

    Bekomme ich Punkte, oder eine gewisse Schuldzuweisung im Falle eines nicht verschuldeten Unfalls, weil ich im Sommer mit Winterreifen unterwegs bin?
    Wie sieht das die Versicherung?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Martina,

      eine Entscheidung, ob der Fahrer in diesem Fall eine Mitschuld trägt, ist immer von Einzelfall abhängig. Daher kann die Frage nicht pauschal beantwortet werden. Reifen sind für die Temperaturen und Witterungsbedingungen einer bestimmten Jahreszeit ausgelegt. Werden beispielsweise Winterreifen im Sommer gefahren, kann es sein, dass sich dies bei höheren Temperaturen verformen und so der Bremsweg verlängert wird.
      Wie Ihrer Versicherung das handhabt, sollten Sie bei dieser direkt erfragen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  10. Gaylord sagt:

    Hallo ich hab auch mal eine frage ,wenn ich BMW Sommerreifen fahre die für das Fahrzeugmodel nicht zulässig sind ,bekomme ich dann punkte oder Bußgeld oder beides ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Gaylord,

      das Fahren mit unzulässiger Bereifung kann zur Aufhebung der Betriebserlaubnis führen. Ein Bußgeld von 50 Euro kann verhängt werden. Unter Umständen könnte bei einem Unfall die Versicherung die Schadensregulierung versagen oder bei eigentlich unverschuldetem Unfall könnte Ihnen auch eine Mitschuld gegeben werden. Sie sollten daher eher auf eine für das Fahrzeug zulässige Bereifung zurückgreifen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  11. Heinz sagt:

    Die Empfehlung bei Winterreifen ist die 444-Regel: alle 4 Räder alle 4 Jahre wechseln, Mindestprofiltiefe 4 mm. Der Winterreifengummi ist weicher und härtet mit der Zeit aus, deshalb nach 4 Jahren. Alle 4 Räder, weil bei ungleichen Profiltiefen das Fahrzeug hinten oder vorne ausbrechen kann. Und 4 mm Mindestprofil, da weniger auf Schnee kaum Haftung hat.

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