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Neue und gebrauchte Reifen kaufen: Worauf sollten Sie achten?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 1. August 2022

FAQ: Reifen kaufen

Wann wird es Zeit, neue Autoreifen zu kau

Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Intervall, wann Sie spätestens neue Reifen auf Ihr Auto aufziehen müssen. Hier kommt es ganz auf das Alter und die Abnutzung an. Ist das Profil abgefahren, sollten Sie unbedingt neue Reifen kaufen. Zudem empfehlen Experten, Reifen nach spätestens 8 Jahren zu wechseln. Denn selbst wenn Sie das Auto in dieser Zeit nur wenig gefahren haben, wird das Gummi allmählich spröde und der Reifen zeigt Verschleißerscheinungen.

Was ist speziell zu beachten, wenn ich Winterreifen kaufen will?

Möchten Sie Winter- bzw. Allwetterreifen kaufen, sollten Sie sichergehen, dass diese in Deutschland zugelassen sind. Das erkennen Sie an dem Alpine-Symbol auf der Reifenflanke. Dieses ist für alle Winter- und Allwetterreifen vorgeschrieben, die ab 2018 produziert wurden. Ältere Reifen dürfen auch noch die Kennzeichnung „M+S”, „M&S” oder eine ähnliche Variation (steht für „Matsch und Schnee”) aufweisen. Nach dem 30. September 2024 ist deren Verwendung jedoch endgültig verboten.

Ist es sinnvoll, gebrauchte Reifen zu kaufen?

Solange die Reifen in gutem Zustand und noch nicht zu alt sind, kann es sich durchaus lohnen, sie gebraucht zu kaufen – insbesondere wenn Sie dadurch ein echtes Schnäppchen machen. Wie Sie die Qualität gebrauchter Reifen erkennen können, erklären wir hier.

Augen auf beim Reifenkauf: Was ist zu beachten?

Egal ob Sie Winter- oder Sommerreifen kaufen möchten: Die Reifen müssen zu Ihrem Fahrzeug passen.
Egal ob Sie Winter- oder Sommerreifen kaufen möchten: Die Reifen müssen zu Ihrem Fahrzeug passen.

Möchten Sie neue Reifen kaufen, müssen Sie zuallererst sicherstellen, dass diese für Ihr Auto geeignet sind. Werfen Sie dazu einen Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil 1 Ihres Fahrzeugs: In den Feldern 15.1 und 15.2 steht, wie die Reifen auf den jeweiligen Achsen beschaffen sein sollten. Hier findet sich z. B. eine Angabe wie „175/64 R14 82 T”.

Dieses etwas kryptische Kürzel enthält folgende Informationen:

  • Die Reifen sollten 175 mm breit sein.
  • Das prozentuale Verhältnis zwischen Flankenhöhe und Reifenbreite sollte 64 % betragen.
  • Das „R” klärt Sie darüber auf, dass Sie Radialreifen benutzen sollten. (Bei einem „D” werden hingegen Diagonalreifen vorgeschrieben.)
  • Die Felgen der Reifen müssen einen Durchmesser von 14 Zoll haben.
  • Die Reifen müssen dem Lastindex 82 entsprechen. (Das bedeutet eine erlaubte Belastung von bis zu 475 kg pro Reifen.)
  • Die Reifen müssen dem Geschwindigkeitsindex T entsprechen. (Das bedeutet eine erlaubte Geschwindigkeit von bis zu 190 km/h.

Ob die Reifen, die Sie kaufen möchten, diesen Vorgaben entsprechen, können Sie anhand der Kennzeichnung an der Reifenflanke erkennen. Diese sollte eine ähnliche Zeichenreihe wie die oben aufgeführte enthalten. Ist sie mit der in Ihrer Zulassungsbescheinigung identisch, entspricht der Reifen exakt den dort genannten Vorgaben.

Hinweis: Was die Reifenart, den Felgendurchmesser, den Lastindex und den Geschwindigkeitsindex betrifft, bleibt Ihnen kein Spielraum. Diese müssen genau so sein, wie es die Zulassungsbescheinigung Teil 1 angibt, sonst dürfen Sie den Reifen nicht benutzen. Hinsichtlich der Reifenbreite sieht es jedoch nicht ganz so streng aus, denn hier können für Ihr Auto auch andere Maße erlaubt sein, die nicht in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 aufgeführt sind. Diese stehen dann in den CoC-Papieren.

Was besagt das EU-Reifenlabel?

Seit 2012 müssen Händler ihre Reifen mit einem bestimmten EU-Label versehen, welches die Käufer über spezifische Eigenschaften des Reifens informiert. Das Label gibt es aktuell in zwei Varianten.

Reifen, die vor Mai 2021 auf den Markt kamen, weisen noch das alte Label auf. Hier finden sich folgende Angaben:

  • Oben links – Rollwiderstand: eingeteilt in sechs Klassen; Klasse A steht für den geringsten Rollwiderstand und den damit niedrigsten Kraftstoffverbrauch; Klasse G steht für den höchsten Rollwiderstand und somit auch den höchsten Kraftstoffverbrauch
  • Oben rechts – Nassbremseigenschaften: eingeteilt in fünf Klassen; Klasse A steht für das beste Bremsverhalten, Klasse F für das schlechteste
  • Unten – Außenfahrgeräusch: Angabe in Dezibel

Reifen, die ab dem 1. Mai 2021 produziert wurden, müssen das neue EU-Label aufweisen. Dieses enthält die gleichen Informationen wie das alte, zusätzlich zu diesen finden sich darüber aber noch die folgenden Angaben:

  • ein QR-Code, mit dem Käufer die Detail-Infos des Reifens per Smartphone aufrufen können
  • Name der Reifenmarke bzw. des Herstellers
  • Reifentypkennung (Artikelnummer)
  • Reifengröße
  • Last- und Geschwindigkeitsindex
  • Reifenklasse

Das neue EU-Label bietet Ihnen also eine weitere Möglichkeit zu prüfen, ob der Reifen zu Ihrem Fahrzeug passt. Hinsichtlich Rollwiderstand, Bremsklasse und Lautstärke des Fahrgeräuschs können Sie jedoch frei entscheiden. Beachten Sie hierbei, dass es nicht möglich ist, einen Reifen zu kaufen, der sowohl den geringsten Rollwiderstand als auch die beste Bremsklasse aufweist. Denn die Verbesserung der einen Eigenschaft geht immer zu Lasten der anderen. Gehen Sie hier am besten einen Kompromiss ein und wählen Sie einen Reifen, dessen Rollwiderstands- und Bremsklasse sich jeweils im Mittelmaß bewegen.

Gebrauchte Reifen kaufen

Reifen kaufen: Viele wichtige Informationen können Sie der Kennzeichnung auf der Reifenflanke entnehmen.
Reifen kaufen: Viele wichtige Informationen können Sie der Kennzeichnung auf der Reifenflanke entnehmen.

Möchten Sie etwas Geld sparen, kann es sich anbieten, Ihre Reifen gebraucht zu kaufen. Dabei sollten Sie natürlich auf die gleichen Dinge achten wie bei fabrikneuen – also die Punkte, die wir oben bereits erläutert haben.

Darüber hinaus muss Ihnen aber auch klar sein, dass gebrauchte Reifen vermutlich schon einigen Verschleiß aufweisen. Je nachdem wie gut sie noch zurecht sind, entscheidet sich, wie lange Sie die Reifen noch verwenden können. Sind das noch einige Jahre, erweisen sich günstige gebrauchte Reifen als echtes Schnäppchen. Ist die Qualität hingegen bereits so schlecht, dass Sie sie nach ein paar Monaten entsorgen müssen, sollten Sie doch besser fabrikneue Reifen kaufen.

Hier ein paar Kriterien, anhand derer Sie die Qualität der Reifen beurteilen können:

  • Profiltiefe: Für Sommerreifen empfehlen sich wenigstens 3 mm Profiltiefe, für Winterreifen sogar 4 mm. Haben die gebrauchten Reifen diese bereits unterschritten oder sind kurz davor, ist ein Kauf eher nicht empfehlenswert.
  • Alter: Anhand der DOT-Nummer können Sie das Alter der Reifen bestimmen (mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber „Reifenalter”). Die meistens Reifen zeigen nach spätestens sechs Jahren Verschleißerscheinungen, weil die Gummimischung allmählich aushärtet, und nach spätestens acht Jahren sollten Reifen ganz entsorgt werden.
  • Lagerung: Fragen Sie den Vorbesitzer, wie die gebrauchten Reifen gelagert wurden. Waren sie häufig Hitze, UV-Strahlung und Feuchtigkeit ausgesetzt, kann das die Reifen geschädigt haben.

Prüfen Sie die gebrauchten Reifen außerdem unbedingt auf äußere Schäden. Entdecken Sie Ausbeulungen, Einschnitte, Verfärbungen oder Roststellen an der Felge, zeugt das nicht von guter Qualität. In diesem Fall sollten Sie davon Abstand nehmen, die angebotenen Reifen zu kaufen.

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