Illegale Autorennen: Gefahr für Leib und Leben

Neuer Bußgeldkatalog: Illegale Autorennen

BeschreibungPunkteKonsequenz
Sie veranstalteten oder nahmen als Kraftfahrer an einem verbotenen Autorennen teil.3Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe; Fahrerlaubnisentzug
...mit Gefährdung3Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe; Fahrerlaubnisentzug
...mit Personenschaden3Freiheitsstrafe von 1 bis zu 10 Jahren; in minder schweren Fällen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren; Fahrerlaubnisentzug

Alter Bußgeldkatalog: Illegale Autorennen

BeschreibungBußgeldPunkteFahrverbotFVerbot
Sie nahmen als Kraftfahrer an einem illegalen Autorennen teil.400 €21 Monat
...mit Gefährdung3Entziehung des Führer­scheins, Freiheits­strafe oder Geldstrafe
...mit Unfall3Entziehung des Führer­scheins, Freiheits­strafe oder Geldstrafe
Sie veranstalteten ein illegales Autorennen.500 €

Illegale Autorennen – The Fast and the Furious in Deutschland

Illegale Autorennen auf Straße

Illegale Autorennen stellen für unbeteiligte Verkehrsteilnehmer ein enormes Risiko dar.

Einmal wie Sebastian Vettel sein. Den Kick des Adrenalins beim Beschleunigen des Autos spüren und den Glücksmoment nach einem Sieg voll auskosten. Nicht erst seit dem US-amerikanischen Film „The Fast and the Furious“ sind illegale Autorennen in Mode.

Die Geschichte für illegale Straßenrennen reicht über 100 Jahre zurück. Damals fuhr Erwin George Baker, der auch als Cannonball Baker bekannt war, innerhalb von elf Tagen von der Westküste an die Ostküste der Vereinigten Staaten. Aufschwung bekam der Trend, ein illegales Rennen zu fahren, in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Der Motor vom Auto heult auf, die Sinne sind geschärft, die Anspannung steigt. Nach dem Start kommt es auf Pferdestärken und fahrerisches Können an. Kurven werden geschnippelt, rote Ampeln überfahren und das Bremsen vermieden. Illegale Autorennen sorgen auch in Deutschland immer wieder für Schlagzeilen. Was für die Raser Nervenkitzel heißt, bedeutet für andere Verkehrsteilnehmer ein hohes Risiko für Leib und Leben. Nicht selten kommt es bei einer solchen Wettfahrt zu schweren Unfällen mit Toten und Verletzten.

In den letzten Jahren hat sich in Europa eine vitale Szene entwickelt. Beliebt ist besonders das sogenannte Speedrunning, bei dem mit dem Auto in kürzester Zeit eine Strecke von A nach B zurückgelegt werden soll. Besonders die Fast-and-the-furious-Filme und Rennspiele wie Need for Speed haben zur Bildung der europäischen Streetracing-Szene beigetragen und ein positives Image für den illegalen Rennsport transportiert.

Doch nicht alle Teilnehmer eines illegalen Autorennens sind mit der Autorennszene vernetzt. Manchmal sind es auch Zufallsbekanntschaften an der Ampel. Gegenseitig stacheln sich die Kontrahenten an, lassen den Motor aufjaulen, sind sich einig – wer bremst verliert. Die Polizei geht mittlerweile entschieden gegen illegale Autorennen vor. Wenn möglich, brechen Sie geplante Veranstaltungen ab oder nehmen Fahrzeuge im Vorfeld in Gewahrsam. Inzwischen gehen einzelne Behörden gezielt und strategisch vor und bilden Sondereinheiten, die illegale Autorennen unterbinden sollen.

Gumball 3000
Seit 1999 wird jährlich eine Automobilrallye rund um die Welt veranstaltet, die in verschiedenen Ländern als illegales Autorennen eingestuft wird. Im Jahr 2006 hatte diese drei Etappen. Die Erste führte quer durch Europa, die zweite durch Thailand und die dritte durch die USA. Auch Deutschland ist immer mal wieder Austragungsort für den Gumball 3000. Beliebt sind die Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen.Nicht immer ist es den deutschen Behörden möglich, das illegale Autorennen zu verhindern. Auch die Strafen schrecken die wenigsten zumeist ausländischen Raser ab, denn allein das Startgeld für den Gumball 3000 beträgt um die 40.000 Euro. Da fällt ein Bußgeld von ein paar hundert Euro eher weniger ins Gewicht.

2007 musste der Gumball 3000 vorzeitig beendet werden, da es zu einem tödlichen Unfall mit unbeteiligten Verkehrsteilnehmern kam. Einige Sponsoren, darunter Adidas, distanzierten sich in der Folge von dem illegalen Rennen.

Illegale Autorennen: Welche Strafe müssen Raser erwarten?

Trotz hoher Strafe sind deutsche Straßen immer noch Austragungsort für illegale Autorennen.

Trotz hoher Strafe sind deutsche Straßen immer noch Austragungsort für illegale Autorennen.

Ein illegales Straßenrennen ist ein enormes Risiko für die Verkehrssicherheit. Nicht selten kommt es beim Autorennen zum Crash mit erheblichen Sach- und Personenschäden. Juristisch sind Straßenrennen in Deutschland gemäß § 29 Abs. 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) grundsätzlich verboten.

Die Teilnahme stellt nach § 49 Abs. 2 Nr. 5 StVO eine Ordnungswidrigkeit dar und wird laut Bußgeldtabelle mit einem Bußgeld von 400 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot geahndet. Selbst Beifahrer und weitere Insassen im Auto, die das illegale Rennen unterstützen, sind als Täter einzustufen.

Endet ein illegales Autorennen mit Unfall oder kommt es zu Gefährdung von Personen oder Sachgütern ist die Grenze der Ordnungswidrigkeiten überschritten. Dann wird nach dem Strafrecht unter dem Stichwort „vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs“ verhandelt. Es drohen Freiheits- und Geldstrafen sowie bis zu drei Punkte in Flensburg. Veranstalter, die das illegale Autorennen auf der Straße organisieren, erhalten gemäß § 49 Abs. 2 Nr. 5 StVO und Bußgeldkatalog ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro.

Im § 315c Abs. 1 und 2 Strafgesetzbuch (StGB) heißt es:

(1) Wer im Straßenverkehr

  1. ein Fahrzeug führt, obwohl er
    a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder
    b) infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, oder
  2. grob verkehrswidrig und rücksichtslos
    a) die Vorfahrt nicht beachtet,
    b) falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch fährt,
    c) an Fußgängerüberwegen falsch fährt,
    d) an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt,
    e) an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält,
    f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rückwärts oder entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dies versucht oder
    g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist,
    und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

Illegale Straßenrennen – MPU kann angeordnet werden

Illegale Autorennen Geschwindigkeitsüberschreitung

Bei einem Autowettrennen werden viele Verkehrsregeln gebrochen.

Das Verkehrsrecht spricht eine deutliche Sprache und untersagt jegliche Teilnahme und Organisation von Straßenrennen. Auch wenn es bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit bleibt, haben die Behörden die Möglichkeit, neben Bußgeld, Punkten und Fahrverbot weitere Sanktionen zu verhängen.

Selbst dann, wenn noch nicht acht Punkte erreicht worden sind, kann eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden, denn die Teilnahme an einem illegalen Straßenrennen kann nicht fahrlässig, sondern nur vorsätzlich erfolgen. In diesem Fall hat der Kraftfahrer sein Fahrzeug ( z. B. Auto oder Motorrad zweckentfremdet und Personen sowie Sachgüter im erheblichen Maß in Gefahr gebracht.

Wird die MPU vom Raser nicht angetreten bzw. nicht bestanden, können die Behörden die Fahrerlaubnis entziehen. Erfährt die Polizei, dass einzelne Personen ein illegales Rennen fahren wollen, kann sie zur Gefahrenabwehr die entsprechenden Fahrzeuge sicherstellen.

Zivilrechtliche Folgen von Autowettrennen

Ein Unfall beim illegalen Autorennen kann teuer werden. Bei Personenschäden oder Sachbeschädigung zwischen den Kontrahenten gibt es oftmals keine Möglichkeit, den Schaden zu regulieren. Beide Raser bleiben auf ihren Kosten sitzen, denn eine wechselseitige Haftung scheidet häufig aus.
Einzige Möglichkeit bleibt der Nachweis von grob unsportlichem oder regelwidrigem Verhalten bei besonders gefährlichen Sportarten. Der Geschädigte ist dabei allerdings in der Beweispflicht. In einem illegalen Autorennen dürfte dies nur schwer gelingen.

Selbst mit Nachweis wird es schwierig, seinen Anspruch durchzusetzen. Besonders dann, wenn der andere Fahrer nicht zahlungskräftig ist. Die Haftpflichtversicherung ist von der Leistungspflicht in dieser Situation befreit, denn wer an einem illegalen Autorennen teilnimmt, vereinbart nach gängiger Rechtsprechung eine Haftungsfreistellung.

1 Kommentar

  1. Erhard H. sagt:

    ich finde die geldstrafen für veranstalter von illegalen autorennen für zu gering den 500 € is für solche veranstalter diezahlen 500€ und verdienen bzw 2000€ gewinn 1500€ na da stimmt doch was nicht

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