Auf die richtige Ladungssicherung kommt es an

TatbestandBußgeld (in Euro)Punkte
Ladung nicht gegen vermeidbaren Lärm gesichert10.-
Ladung höher als zulässig20.-
Ladung breiter als zulässig20.-
Ladung ragte unzulässig nach vorne20.-
Ladung ohne vorgeschriebene Sicherungsmitteln befördert25.-
Schlecht erkennbare Gegenstände ragten seitlich aus der Ladung hinaus25.-
Ladung nicht verkehrssicher verstaut35.-
Ladung nicht verkehrssicher verstaut - andere Verkehrsteilnehmer wurden gefährdet60.-1
Ladung nicht verkehrssicher verstaut - es kam zum Unfall75.-1
Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung über 4,20 m Höhe gefahren70.-1
Nicht vorschriftsmäßige Ladung - die Verkehrssicherheit litt erheblich80.-1
Nicht vorschriftsmäßige Ladung - die Verkehrssicherheit litt erheblich und es kam zum Unfall120.-1
Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte135.-1
Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte - andere Verkehrsteilnehmer wurden gefährdet165.-1
Sie ließen die Inbetriebnahme eines Kfz zu, dessen Ladung die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigte - es kam zum Unfall200.-1
Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung, die nicht jederzeit weniger als 4 m Höhe betrug, gefahren und dadurch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst. Der Fahrstreifen wurde gesperrt160.-
Auf der Autobahn/Kraftfahrtstraße mit einer Ladung über 4 m Höhe gefahren und dadurch die automatische Höhenkontrolle ausgelöst. Der Fahrstreifen wurde gesperrt240.-

So sichern Sie die Ladung bei Lkw und Pkw richtig ab

Die Ladungssicherung obliegt der Verantwortung des Fahrzeugführers.

Die Ladungssicherung obliegt der Verantwortung des Fahrzeugführers.

Gepäckstücke, Tiere, Möbel: Jeder Autofahrer kommt irgendwann in die Verlegenheit, mit seinem Kfz etwas transportieren zu müssen.

Mehr schlecht als recht zurren einige die Gegenstände fest und machen sich auf den Weg. Bei einer Polizeikontrolle folgt dann der Schock: Wegen fehlender oder mangelhafter Ladungssicherung droht ein Bußgeld!

Die Straßenverkehrs-Ordnung sieht nämlich gewisse Vorschriften zur Sicherung der Ladung von Fahrzeugen vor. Dies gilt nicht nur für Lkw, sondern auch für Pkw.

Doch wie sieht die richtige Ladungssicherung aus? Worauf achten Polizisten im Rahmen einer Kontrolle besonders? Im folgenden Ratgeber erhalten Sie umfassende Anleitungen und Tipps zur Sicherung Ihrer Fracht.

Dieser Artikel befasst sich mit der Situation für Pkw. Sie erfahren also, wie die Ladungssicherung für Kleintransporter und Autos auszusehen hat. Die Bestimmungen und Bußgelder im Zusammenhang mit der Ladung von Lkw weichen hiervon ab.

Direkt zur Checkliste zur Ladungssicherung!

Grundlagen: Das verlangt die StVO in Sachen Ladungssicherung

§ 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) hält Ladungssicherungsvorschriften fest. Grundsätzlich gilt:

(1) Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

Die Begründung dieser Vorschriften ist offensichtlich: Objekte, die aufgrund einer fehlerhaften Ladungssicherung auf der Straße landen, sind für den Verkehr extrem gefährlich und führen nicht selten zu Unfällen.

Sie erreichen eine angemessene Ladungssicherung auf zwei verschiedenen Wegen:

  • Formschlüssigkeit: Dabei stapeln Sie alle Gegenstände möglichst lückenlos ineinander und füllen die Leerräume auf. Diverse Hilfsmittel – Sicherungsnetze, Sperrbalken oder Gurte – sorgen dafür, dass die Fracht sich wirklich nicht bewegen kann.
  • Kraftschlüssigkeit: Hierbei sorgen Sie zuerst für einen möglichst rutschfesten Untergrund. Anschließend pressen Sie die Ladung mithilfe von starken Zurrgurten auf die Ladefläche.

Zum Transport von Gütern wird oftmals letztere Variante genutzt. In Sachen Ladungssicherung bei Pkw empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Varianten. So können Sie eine Antirutschmatte auslegen und zusätzlich alle Staulücken gut auffüllen. Auf additionale Gurte sollten Sie ebenfalls nicht verzichten. So stellen Sie sicher, dass alles genau an Ort und Stelle bleibt und keinen Schaden anrichtet.

Grundsätzlich gilt: Im Zweifel eine Sicherung zu viel als zu wenig anbringen. Der Zeitaufwand zur ausreichenden Transportsicherung ist gut investiert, verhindert er doch mitunter schwere Unfälle und Verletzungen.

Achten Sie bei der Ladungssicherung auf Länge und Breite der Fracht

Hier erfahren Sie alles zur Ladungssicherung bei Pkw.

Hier erfahren Sie alles zur Ladungssicherung bei Pkw.

Die StVO sieht genaue Vorschriften zur Größe von beladenen Kfz und den Maßen bei überstehender Ladung vor:

  • Auto und Ladung dürfen zusammen maximal 2,55 Meter breit und 4 Meter hoch sein
  • Liegt die Höhe unter 2,50 Meter, darf die Fracht nicht nach vorne überstehen
  • Die Ladung darf nicht um mehr als 50 Zentimeter nach vorne überstehen
  • Der hintere Überstand darf bei einer Fahrtstrecke von über 100 km nicht mehr als 1,50 Meter betragen
  • Bei einer Fahrt unter 100 km darf der hintere Überstand 3 Meter betragen

Verstoßen Sie gegen diese Vorschriften, drohen mitunter saftige Bußgelder. Lösen Sie etwa die automatische Höhekontrolle an einer Brücke aus und verursachen dadurch die Sperrung einer Fahrspur auf der Autobahn, werden Sie mit 260 Euro zur Kasse gebeten.

Überschreiten Sie die Höhe von 4,20 Meter, müssen Sie mit einem weiteren Bußgeld von 70 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen.

Schlecht erkennbare Gegenstände – etwa Stangen oder horizontal liegende Platten – dürfen einzeln keinesfalls über das Auto hinausragen. Nicht auszudenken, würde beispielsweise ein Motorradfahrer eine hinausstehende Stange übersehen und mit dieser kollidieren.

Ein bisschen Physik: Deshalb ist eine korrekte Ladungssicherung elementar!

Autofahrer vernachlässigen den Aspekt der Ladungssicherung mitunter sträflich. Das wenige Gepäck und den alltäglichen Krimskrams, welche in einem Pkw üblicherweise zu finden sind, betrachten die meisten Fahrer nicht als potenzielle Gefahr.

Im Vergleich zu den tonnenschweren Gütern, welche Lkw transportieren, erscheint vielen das Risiko selbst bei einem Möbeltransport vergleichsweise gering. Doch auch kleine und leichte Objekte können bei einem Aufprall massive Schäden anrichten.

Je schneller Sie fahren, desto gefährlicher werden freiliegende Gegenstände, welche sich im Fall eines abrupten Stopps zu mitunter tödlichen Geschossen entwickeln.

Beispieltabelle: So eine Wucht (in kg) entwickeln Objekte bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 10, 50 und 100 km/h

ObjektWucht bei 10 km/hWucht bei 50 km/hWucht bei 100 km/h
Lippenstift (20 g)0,08 kg1,97 kg7,87 kg
Schokoriegel (57 g)0,22 kg5,61 kg22,39 kg
CD (100 g)0,39 kg9,84 kg39,36 kg
Brieftasche/Handy (300 g)1,18 kg29,52 kg118,08 kg
Volle Wasserflasche (1 kg)3,93 kg98, 49 kg393,58 kg
Hund (30 kg)118,24 kg2.951,86 kg11.807,45 kg
Umzug geplant? Beachten Sie die Ladungssicherung!

Umzug geplant? Beachten Sie die Ladungssicherung!

Liegen die Gegenstände auf dem Armaturenbrett, schießen sie in der Regel nur durch die Windschutzscheibe – also weg von Ihnen. Dabei können Außenstehende allerdings schwer verletzt werden.

Befinden sich die Objekte jedoch hinter oder neben Ihnen, trifft Sie die Wucht des Aufpralls womöglich selbst.

Umso dramatischer wird dieser Effekt, wenn Sie schwere Gegenstände – etwa Möbel bei einem Umzug – transportieren. Eine gut durchdachte Ladungssicherung ist also von großer Wichtigkeit.

Es wird deutlich: Durch die hohen Geschwindigkeiten, mit welchen ein Auto unterwegs ist, können selbst die scheinbar harmlosesten Gegenstände zu tödlichen Geschossen werden. Aufgrund der Verzögerung des Bremswegs trifft Sie beispielsweise der Lippenstift nicht mit der Wucht der vollen gefahrenen Geschwindigkeit. Dennoch kann selbst dieses kleine Objekt einen großen Schaden anrichten.

Ladungssicherung im Pkw

Kleinere Objekte lassen sich gut im Auto selbst transportieren. In einem geräumigen Kofferraum lässt sich mit etwas Geschick eine beachtliche Menge befördern. Anders als bei einem Pritschenwagen oder Transporter gilt es hierbei, nicht nur die Fracht zu schützen, sondern auch den Innenraum Ihres Autos.

Teure Ledersitze oder Autohimmel zerkratzen schnell und müssen aufwändig repariert oder gereinigt werden. Neben der von der StVO vorgesehenen Ladungssicherung sollten Sie sich daher im Vorfeld mit einer dünnen Plane und Polstermöglichkeiten eindecken.

Da sich die Fracht im selben Gefährt wie die Insassen befindet, ist beim Transport von Gütern im Pkw besondere Vorsicht geboten. Folgende Tipps verhelfen Ihnen zur optimalen Ladesicherung:

  • Nutzen Sie, wenn möglich, den Kofferraum für die Beförderung. Dort sollten Sie eine rutschfeste Matte unterlegen
  • Schwere Gegenstände gehören in den Fußbereich des Beifahrerplatzes oder der hinteren Plätze
  • Auf der hinteren Rückbank sollten keine Objekte über 25 kg positioniert werden: Im Falle einer Vollbremsung könnten diese die Sitze des Fahrers und Beifahrers durchbrechen
  • Sichern Sie Güter auf der Rückbank mit Gurten
  • Befördern Sie keine oder nur weiche und kleine Objekte auf der Hutablage
  • Achslast beachten! Das Gewicht muss gleichmäßig verteilt und der zulässige Druck auf die Fahrzeugachsen darf nicht überschritten werden. Ansonsten verliert das Auto seine Straßenhaftung. Die entsprechenden Werte entnehmen Sie der Zulassungsbescheinigung.
Beachten Sie das zulässige Gesamtgewicht Ihres Autos! Nicht nur die zu transportierenden Güter sondern auch das Körpergewicht der Fahrzeuginsassen ist zu berücksichtigen. Um zu ermitteln, wie viel Sie einladen können, müssen Sie das Leergewicht Ihres Fahrzeugs von dessen zulässigem Gesamtgewicht abziehen.

Sonderfall: Tiere sicher im Auto befördern

Einen Hund richtig transportieren: Auch hier muss die Ladungssicherung gewährleistet sein.

Einen Hund richtig transportieren: Auch hier muss die Ladungssicherung gewährleistet sein.

Tiere gelten gemäß StVO als Ladung. Sie müssen also auch beim Transport eines Hundes denselben Bestimmungen folgen.

Dennoch sind bei Tieren besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, damit Ihr vierbeiniger Liebling die Fahrt nicht nur sicher, sondern auch bequem verbringt.

§ 23 der StVO bestimmt hierzu:

Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.“

Sie müssen Hund und Katze also so im Auto unterbringen, dass diese Sie nicht ablenken. Es ist daher nicht ratsam, Tiere im Kfz freizulassen. Im schlimmsten Fall gerät ein Fellknäuel in den Bereich der Gas- und Bremspedale.

Je nach Größe des Tieres sind unterschiedliche Sicherungsoptionen denkbar. Eine Transportbox ist für kleine Vierbeiner die richtige Wahl. Größere Hunde oder Katzen können ebenfalls angeschnallt werden. Hierfür sind allerdings spezielle Gurte notwendig, welche die Tiere sichern, ohne sie zu verletzen. Ein Trenngitter erlaubt Ihrem Liebling viel Bewegungsfreiheit. Dies erfordert jedoch einen dauerhaften Umbau Ihres Autos. Zudem ist die Verletzungsgefahr bei abrupten Manövern bei dieser Variante am größten.

Neben den Bestimmungen zur Ladungssicherung sind ebenfalls Tierschutzregelungen zu beachten.

Ladungssicherung für Transporter

Steht ein Umzug an, reichen die Kapazitäten des eigenen Kfz meist nicht aus, um die Möbelmassen zu bewältigen. Einen Transporter zu mieten ist eine oftmals bevorzugte Alternative. Die große Ladefläche ermöglicht es, auch sperrige Objekte zu bewegen.

Doch genau diese Menge an Platz erfordert eine besonders sorgfältige Ladungssicherung. Dadurch verringern Sie nicht nur das Risiko von Beschädigungen oder gar Verletzungen: Sie sparen durch eine kluge Verstauung der Gegenstände oftmals eine zusätzliche Fahrt. Es lohnt sich daher, vorab einen Plan zu erstellen, wie Sie Ihr Hab und Gut am besten im Transporter stapeln.

Sorgen Sie zunächst für einen rutschfesten Untergrund – Antirutsch-Matten sind hierfür zu empfehlen. Schwere Habseligkeiten gehören nach unten. So vermeiden Sie nicht nur einen zu hohen Druck auf darunter liegende Objekte, sondern sorgen vor allem ebenfalls für einen tiefen Schwerpunkt der Ladung. So minimieren Sie das Risiko, dass der Transporter in Kurven ins Schlingern und Schwanken gerät.

Achten Sie ebenfalls darauf, möglichst keine Lücken zwischen Möbeln und Co. zu lassen. Füllen Sie den Stauraum nicht komplett aus, sind insbesondere schwere Gegenstände mit Gurten oder durch Verkeilungen zusätzlich zu sichern.

Lassen Sie Freiräume zwischen den verschiedenen Objekten, können diese durch den Spielraum mitunter große Schäden anrichten. Füllen Sie Lücken daher auf – je weniger Luft zwischen den Waren, desto weniger können einzelne Elemente verrutschen.

Achslast, Stützkraft, Anhängelast und Co.: Ladungssicherung beim Pkw-Anhänger

Ladungssicherung: Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht.

Ladungssicherung: Achten Sie auf das zulässige Gesamtgewicht.

Reicht der Kofferraum nicht aus, sind Anhänger das Mittel der Wahl. Ob sie nun einen Mietwagen mit Anhängerkupplung in Anspruch nehmen oder einen eigenen Hänger verwenden: Viele sind sich unsicher, wie das nützliche Gefährt richtig beladen wird.

Denn auch für Anhänger gilt es, eine gut durchdachte Ladungssicherung zu gewährleisten.

Auch beim Anhänger sollten Sie schwere Gegenstände möglichst weit unten einladen. Je nach Anhängertyp müssen Sie ebenfalls dafür sorgen, dass die Fracht nicht herunterfallen kann. Benutzen Sie einen „offenen“ Hänger ohne eigene Plane, können Sie ein entsprechendes Netz verwenden.

Folgende Gewichtsbestimmungen sind außerdem einzuhalten:

  • Anhängelast: Diese hängt vom Zugauto ab. In dessen Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil I) finden Sie unter dem Punkt O.2 die zulässige Anhängelast für einen ungebremsten Anhänger.
  • Zulässiges Gesamtgewicht des Hängers: Wie auch beim Auto kann ein Anhänger nicht übermäßig belastet werden. Um herauszufinden, wie viel Gewicht Sie aufladen können, ist ein Blick in die Fahrzeugpapiere nötig. Ziehen Sie das Leergewicht des Hängers von dessen zulässigem Gesamtgewicht ab, um die maximale Zuladung zu ermitteln
  • Stützlast: Anhängerkupplung, Auto und Anhänger weisen jeweils eine maximale Stützlast auf. Diese bezeichnet das Gewicht, welches tatsächlich auf der Kupplung und somit auf der hinteren Achse des Fahrzeugs lastet. Eine Mindeststützlast von 25 Kilo ist zudem von der StVZO vorgeschrieben.

Es gehört zur Ladungssicherung, die jeweiligen Gewichtsbegrenzungen einzuhalten. Handeln Sie dem zuwider, riskieren Sie nicht nur ein Bußgeld wegen Überladung, sondern ebenfalls die Sicherheit aller weiteren Verkehrsteilnehmer.

Überschreiten Sie die Anhängelast oder Achslast, müssen Sie eine zweite Fahrt in Kauf nehmen und einige Teile abladen. Stimmt hingegen die Stützlast nicht, können Sie durch eine Umschichtung der Ladung ein besseres Ergebnis erzielen. Achten Sie darauf, das Gewicht gleichmäßig über die Fläche zu verteilen.

Eine negative Stützlast – etwa, weil Sie das meiste Gewicht im hinteren Teil des Hängers platziert haben – ist ausgesprochen gefährlich. Sie heben mit einer solchen Lastenverteilung den hinteren Teil des Zugfahrzeugs an. Die Hinterreifen des Autos verlieren dadurch an Bodenhaftung, wodurch der Wagen leicht ausbrechen und ins Schleudern geraten kann.

Tipp: Das Fahren mit Anhänger ist für ungeübte Autofahrer meist ungewohnt. Üben Sie einige Manöver vorab in einer sicheren Umgebung, bevor Sie sich vollbeladen in den Verkehr stürzen.

Gartenabfälle mit dem Anhänger transportieren: Ladungssicherung bei Laub und Co.

Der Bußgeldkatalog zur Ladungssicherung sieht mitunter strenge Strafen vor.

Der Bußgeldkatalog zur Ladungssicherung sieht mitunter strenge Strafen vor.

Trockenes Laub, Äste und andere Gartenabfälle befördern die meisten nur ungern im eigenen Pkw. Schmutz und Gerüche setzen sich womöglich dauerhaft in den Polstern fest. Ein offener Anhänger ist hier oftmals die geeignete Wahl.

Allerdings ist insbesondere beim Transport von Gartenabfällen und Ähnlichem in Sachen Ladungssicherung einiges zu beachten. Trockenes Laub fliegt leicht vom Hänger und nimmt folgenden Autofahrern die Sicht, wenn es nicht ausreichend gesichert ist.

Ein engmaschiges Netz kann die Ausbrüche in Schach halten. Eine andere Option besteht darin, die Blätter in verschlossenen Säcken zu befördern.

Äste und Zweige sind etwas leichter zu bändigen. Achten Sie hier besonders darauf, dass nichts übersteht. Andere Verkehrsteilnehmer – insbesondere Fahrrad- und Motorradfahrer – könnten dies leicht übersehen und sich verletzen. Zu lange Stücke sollten Sie daher vorab durchschneiden.

Den Verkehr warnen: Kenntlichmachung gehört zur Ladungssicherung

Die Vorschriften zur Ladungssicherung in § 22 StVO bestimmen neben den allgemeinen Regelungen ebenfalls, dass der restliche Straßenverkehr vor überstehenden Ladungen gewarnt werden muss. Viele Fahrer gehen davon aus, dass ein kleines rotes Tuch – am Ende der Überstehenden Objekte festgebunden – hierfür durchaus reicht. Das Gegenteil ist der Fall: Für eine solche Ladungssicherung droht ein Bußgeld.

Folgende Einrichtungen sind mindestens anzubringen, wenn die Fracht hinten über einen Meter über die Rückstrahler Ihres Autos hinausragt:

  • eine mindestens 30 x 30 Zentimeter große, hellrote Fahne, welche dank einer Querstange nicht zusammenfallen kann, oder
  • ein mindestens 30 x 30 Zentimeter großes, hellrotes Schild, welches quer zur Fahrtrichtung angebracht ist, oder
  • einen hellroten zylindrischen Körper, welcher mindestens 30 Zentimeter Höhe und 35 Zentimeter Durchmesser aufweist.

Zur Verdeutlichung: Die lange Seite eines DIN-A4-Blattes misst knappe 30 cm. Das Schild bzw. die Fahne, die Sie anbringen, muss daher größer sein, als manch einer annimmt.

In Sachen Ladungssicherung hält die StVO weiterhin fest, dass oben genannte Warnhinweise maximal 1,50 Meter über der Fahrbahn angebracht werden müssen. So wird gewährleistet, dass hinter Ihnen fahrende Autofahrer die Einrichtungen auch sicher sehen.

Bei Nacht, Dämmerung oder schlechten Sichtverhältnissen sind zusätzliche Beleuchtungen anzubringen. Neben Schild, Zylinder oder Fahne gehört in dieser Situation eine rote Leuchte dazu. Außerdem müssen Sie einen roten Rückstrahler maximal 90 Zentimeter über der Fahrbahn an Ihrer Fracht befestigen. So sind die anderen Verkehrsteilnehmer optimal vor den veränderten Proportionen Ihres Kfz gewarnt.

Steht die Ladung seitlich mehr als 40 Zentimeter über, ist der restliche Verkehr im Zuge des Ladungssicherung davor ebenfalls zu warnen. Bringen Sie dazu bei schlechter Sicht weitere Leuchten an. Nach hinten müssen diese rot, nach vorne weiß strahlen. Auch hier gilt: Diese dürfen maximal 1,50 Meter über der Fahrbahn und höchstens 40 Zentimeter von der äußeren Kante entfernt angebracht werden.

Möchten Sie beispielsweise einen frisch erworbenen Weihnachtsbaum auf dem Dach Ihres Autos befördern, ist dieser unter Umständen kenntlich zu machen. Sonst trübt ein Bußgeld wegen fehlender Ladungssicherung die weihnachtliche Vorfreude.

Lärm vermeiden: So verhindern Sie Bußgelder

Korrekte Ladungssicherung: Sichern Sie die Gegenstände ausreichend ab.

Korrekte Ladungssicherung: Sichern Sie die Gegenstände ausreichend ab.

Flatternde Planen, knallende Seile oder gar rumpelnde Gegenstände lenken Fahrer ab und verhindern unter Umständen sogar, dass sie wichtige Hupsignale überhören.

Zu einer umfassenden Ladungssicherung gehört laut Gesetz daher auch die Vermeidung lauter Geräusche.

Achten Sie daher darauf, die beförderten Objekte fest zu verzurren, sodass diese nicht gegen die Außenwände des Transporters oder Anhängers knallen können.

Insbesondere Lieferwagen werden aufgrund des hohen Stauvolumens zu regelrechten Resonanzkörpern.

Auch die Hilfsmittel – etwa Planen oder Gurte – müssen in einer Weise benutzt werden, dass sie keinen unnötigen oder vermeidbaren Lärm erzeugen.

Das droht, wenn die Polizei eine mangelnde Ladungssicherung feststellt

Aufgrund des hohen Gefahrenpotenzials einer ungesicherten Ladung, sind die Konsequenzen einer mangelhaften Absicherung mitunter teuer. Der Bußgeldkatalog zur Ladungssicherung umfasst eine Vielzahl an Tatbeständen, welche die verschiedenartigen Auswirkungen falscher Absicherungen widerspiegeln.

Dementsprechend decken mögliche Bußgelder eine weite Spanne zwischen 20 und 260 Euro ab. Punkte in Flensburg drohen ebenfalls, wenn Sie mit einer ungesicherten Ladung erwischt werden. Ein Fahrverbot fällt in der Regel aber nicht an.

Dennoch kann ein Polizist Ihnen die Weiterfahrt untersagen, bis die Ladungssicherung dem StVO-Standard entspricht. Im Falle einer Überladung bedeutet dies, dass Sie einen Gegenstand abladen und ohne ihn weiterfahren müssen.

Häufige Fehler vermeiden: Tipps und Erklärungen

Möchten Laien einen schweren Gegenstand mit dem Auto befördern, gehen sie oftmals von irrigen Annahmen aus. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fehler und Irrtümer aufgelistet:

  • Fehlannahme 1: Je schwerer die Ladung, desto schwieriger verrutscht sie. Diesem Prinzip glaubend sichern viele Autofahrer schwere Gegenstände nicht ausreichend ab. In der Tat spielt das Gewicht keinerlei Rolle in der Frage, ob und wann die Ladung verrutscht. Die Rutschfestigkeit des Bodens und die Höhe des Schwerpunktes sind hingegen relevant.
  • Fehlannahme 2: Je mehr Platz im Auto frei bleibt, desto sicherer ist die Ladung. Das Gegenteil ist hier richtig. Je weniger Staulücken zwischen den Gegenständen sind, desto weniger können Sie „in Fahrt kommen“, verrutschen und durch Aufprälle Schäden anrichten. Profis arbeiten daher bei Anhängern mit mobilen Rückwänden, mit deren Hilfe Sie die Ladung stets „einquetschen“ können.
  • Fehlannahme 3: Je schwerer die Ladung, desto weniger droht sie zu kippen. Auch hierbei handelt es sich um einen Irrtum. Allein der Schwerpunkt eines Gegenstandes bestimmt, wann er kippt. Weist die Ladung einen hohen Schwerpunkt auf, sollte Sie wenn möglich umgeladen werden. Ansonsten ist eine besonders vorsichtige Fahrweise anzunehmen.
  • Fehlannahme 4: Die Angaben der Zurrgurt-Hersteller geben an, mit wieviel Gewicht die Ladung gesichert wird. Die Herstellerangaben der Gurte weisen deren maximale Belastbarkeit aus. Wieviel Druck der Gurt allerdings ausübt, hängt von der Stärke der Anspannung ab.
  • Checkliste: So erreichen Sie die perfekte Ladungssicherung

    Für rutschfesten Boden sorgen
    Schwere Objekte nach unten stapeln
    Ecken und scharfe Kanten abpolstern
    Staulücken vermeiden und ggf. auffüllen
    Vorsichtige Fahrweise annehmen
    Zulässige Lasten beachten
    Anhängelast nicht überschreiten
    Achslast nicht überschreiten
    Zulässiges Gesamtgewicht von Auto und Hänger nicht überschreiten
    Stützlast im erlaubten Rahmen?
    Überstehende Ladung kenntlich machen
    Bei Tage: Rotes Schild oder Fahne
    Bei Nacht: Rotes Licht und Rückstrahler
    Download: Checkliste zur Ladungssicherung

    Hier finden Sie die Checkliste zum kostenlosen Download

    Gerne können Sie diese Checkliste zum eigenen Gebrauch herunterladen. Im Folgenden finden Sie die Vorlage im PDF-Format zum Download:

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