Pkw-Maut – Infrastrukturabgabe 2017

Hinweis: In Deutschland wird die Pkw-Maut voraussichtlich 2017 eingeführt. Einen konkreten Termin gibt es jedoch noch nicht. Die Kosten für die Maut werden nach Berechnung auf den vollen Euro abgerundet.

 

Kosten der Pkw-Maut für deutsche Autofahrer

Maut-VignetteKosten
... mit Benzinmotor
Euro 0, 1, 2, 36,50 € je angefangene 100ccm Hubraum
Euro 4 & 52 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 61,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum
... mit Dieselmotor
Euro 0, 1, 2, 39,50 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 4 & 55 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 64,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Wohnmobile16 € je angefangene 200 kg zulässiges Gesamtgewicht
Oldtimer130 €

Kosten der Pkw-Maut für Ausländer – Jahresvignette

Maut-VignetteKosten
Jahresvignette mit Benzinmotor
Euro 0, 1, 2, 36,50 € je angefangene 100ccm Hubraum
Euro 4 & 52 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 61,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Jahresvignette mit Dieselmotor
Euro 0, 1, 2, 39,50 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 4 & 55 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 64,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum

Kosten der Pkw-Maut für Ausländer – Kurzzeitvignetten

Maut-VignetteKosten gemäß aktuellem GesetzGeplante Kostenanpassung
10-Tages-Vignette
wenn Jahresvignette weniger als 20 Euro kosten würde5 €2,50 €
wenn Jahresvignette zwischen 20 und 40 Euro kosten würde5 €4 €
wenn Jahresvignette zwischen 40 und 70 Euro kosten würde10 €8 €
wenn Jahresvignette zwischen 70 und 100 Euro kosten würde15 €14 €
wenn Jahresvignette über 100 Euro kosten würde15 20 €
2-Monats-Vignette
wenn Jahresvignette weniger als 20 Euro kosten würde16 €7 €
wenn Jahresvignette zwischen 20 und 40 Euro kosten würde16 €11 €
wenn Jahresvignette zwischen 40 und 70 Euro kosten würde22 €18 €
wenn Jahresvignette zwischen 70 und 100 Euro kosten würde30 €30 €
wenn Jahresvignette über 100 Euro kosten würde30 €40 €

Ratgeber zur geplanten Pkw-Maut

Informationen zur Pkw-Maut in Deutschland

Mit der Pkw-Maut würden Autofahrer auch in Deutschland bald zur Kasse gebeten werden

In über 20 Ländern Europas gibt es bereits eine Pkw-Maut bzw. Autobahngebühr und schon bald sollte es auch eine Pkw-Maut (Infrastrukturabgabe) in Deutschland geben. 2017 soll es soweit sein. Doch wann genau in Deutschland die Maut tatsächlich eingeführt wird, ist noch unklar.

Verkehrsminister Alexander Dobrindts (CSU) Konzept sieht vor, nur ausländische Autofahrer direkt zur Kasse zu beten, während für deutsche Fahrzeughalter keine Mehrkosten entstehen sollten. Dennoch gab es viele Fragezeichen rund um das Thema Pkw-Maut. In unserem Ratgeber werden wir Sie mit allen wichtigen Informationen versorgen und viele Fragen beantworten.

Was ist die Pkw-Maut?

Maut bezeichnet nichts anderes als die Gebühr für die Benutzung einer Straße. Das geht allein schon aus der Bedeutung des Wortes „Maut“ hervor, was so viel wie Zoll, Wegzoll oder Abgabe bedeutet und was es schon seit Urzeiten gibt.

In Europa gibt es zum Thema Maut/Autobahnmaut in einzelnen Ländern die verschiedensten Gesetze und Regelungen. In Deutschland kann bei der Maut zwischen der Pkw-Maut und der Lkw-Maut unterschieden werden.

Während es die Lkw-Maut schon gibt, wurde in der Politik die Einführung einer Pkw-Maut im Jahr 2014 entschieden. Herbeigesehnt hat sie sich vor allem die CSU. Nach aktuellem Stand, ist noch nicht klar, wann genau die Maut (offizieller Name: Infrastrukturabgabe) tatsächlich eingeführt wird.

Was ist die Mautgebühr?

Bei der Maut handelt es sich im eigentlichen Sinne um eine Gebühr. In vielen europäischen Ländern, in denen es eine Pkw-Maut gibt, wird die Mautgebühr durch den Kauf einer Vignette/Autobahnvignette abgegolten. Mit der Vignette erkaufen Verkehrsteilnehmer sich quasi das Recht, gewisse Areale (meist Autobahnen oder Tunnel) für eine gewisse Zeit zu nutzen.

Wer ohne Vignette und somit ohne einer entrichteten Mautgebühr fährt, wird Bekanntschaft mit dem Bußgeldkatalog machen. Die Strafen und Bußgelder können sehr hoch ausfallen, wobei sehr streng kontrolliert wird – auch elektronisch –, ob Autofahrer eine Vignette haben oder nicht. Wie hoch in Deutschland das Bußgeld für Verkehrsteilnehmer ausfällt, die keine Pkw-Maut errichten, ist noch nicht entschieden.

Pkw-Maut Deutschland: Wer muss die Mautgebühren zahlen?

Pkw-Maut wird an Mautstelle bezahlt

Mit der Maut-Vignette erkaufen sich Fahrer das Recht auf bestimmten Straßen fahren zu dürfen

Nach Einführung der von Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Pkw-Maut in Deutschland werden erstmal alle Fahrzeughalter davon betroffen sein, wenn ihr Fahrzeug ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen hat.

Wer muss keine Maut zahlen?

Für Motorräder wird es die Pkw-Maut nicht geben. Gleiches gilt für Fahrzeuge von Rettungsdiensten, Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr. Ebenso von der Maut befreit sind Fahrzeuge, die teilweise oder ganz von der Kfz-Steuer befreit sind.

Dazu zählen beispielsweise Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge von behinderten Personen.

Ebenfalls keine Pkw-Maut müssen Busse und Kleintransporter mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen entrichten.

Für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen greift allerdings die Lkw-Maut, wobei diese derzeit nur für Autobahnen und ausgewählte Bundesstraßen gilt. Eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ist erst ab 2018 vorgesehen. Auf Landstraßen könnten Lkw dagegen auch weiterhin ohne Mautgebühr fahren.

Pkw-Maut: Keine Zusatzbelastung für deutsche Autofahrer

Verkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU hat von Anfang an untermauert, dass im Falle der Einführung einer Pkw-Maut keine Mehrkosten für deutsche Autofahrer entstehen. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass es sich um eine „Pkw-Maut für Ausländer“ handelt.

Denn während alle Nutzer von mautpflichtigen Straßen eine Mautgebühr entrichten müssen, werden für deutsche Fahrzeughalter die Mautkosten in Deutschland mit der Kfz-Steuer verrechnet.

Für welche Straßen soll die Pkw-Maut gelten?

Ursprünglich war angedacht, dass es nur eine Autobahnmaut in Deutschland geben soll, doch Alexander Dobrindts Pläne sehen nun vor, dass neben den Autobahnen auch auf Bundesstraßen eine Mautgebühr fällig wird.

Auf Landstraßen und Kommunalstraßen gilt die Pkw-Maut nicht. Wer nachweisen kann, tatsächlich nur auf solchen Straßen gefahren zu sein, kann die gezahlten Mautgebühren zurückfordern. So ein Nachweis kann z. B. über ein Fahrtenbuch erfolgen.

Mautkosten berechnen: Wie teuer ist die Pkw-Maut?

Für viele Autofahrer wohl die entscheidendste Frage. Für Halter von in Deutschland Kfz-steuerpflichtigen Pkw belaufen sich die Mautkosten auf durchschnittlich 74 Euro pro Jahr. Anstelle von Klebevignetten wird es in Deutschland die E-Vignette geben.

Wie funktioniert die E-Vignette?

Die E-Vignette ist mit dem Autokennzeichen verknüpft. Über das Kennzeichen werden anschließend Daten abgefragt, ob die Infrastrukturabgabe entrichtet wurde oder nicht. Die ermittelten Daten sollen ausschließlich zur Überprüfung dienen und nicht an Dritte weitergeleitet werden.

Maut selbst berechnen: So geht's

Zur Berechnung der Maut-Gebühren werden Schadstoffklasse und Hubraum des Pkw hinzugezogen

Der Höchstsatz für die Jahresvignette von Fahrzeughaltern von in Deutschland Kfz-steuerpflichtigen und ausländischen Pkw soll bei 130 Euro liegen. Um die Mautgebühren berechnen zu können, werden die Öko-Klassen des Fahrzeugs und der Hubraum zu Hilfe genommen. Besonders schadstoffarme Kfz sollen bei den Mautgebühren begünstigt werden. So müssen Sie für Benziner- weniger zahlen als für Diesel-Fahrzeuge. Für Benzinfahrzeuge, wird die Maut im Schnitt 74 Euro kosten.

Die Kosten für die Jahresvignette für in Deutschland zugelassene Pkw richten sich nach der Motorart (Benzin oder Diesel), der Schadstoffklasse und des Hubraums. Sie staffeln sich wie folgt:

Maut-VignetteKosten
... mit Benzinmotor
Euro 0, 1, 2, 36,50 € je angefangene 100ccm Hubraum
Euro 4 & 52 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 61,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum
... mit Dieselmotor
Euro 0, 1, 2, 39,50 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 4 & 55 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Euro 64,80 € je angefangene 100 ccm Hubraum
Wohnmobile16 € je angefangene 200 kg zulässiges Gesamtgewicht
Oldtimer130 €

Die Kosten werden dabei auf den vollen Euro abgerundet.

Allgemein gilt: Infrastrukturabgabe = Hubraum x Preis pro 100ccm /100

Berechnungsbeispiel: Pkw-Maut in Deutschland

VW Passat 5 VW Golf 5VW Polo 1.2 TSIHando Jazz 1,4 LS
Baujahr2012200320132003
KraftstoffDieselDieselBenzinBenzin
Hubraum 1986 ccm1896 ccm1197 ccm1400 ccm
Schadstoffklasse4344
Maut-Gebühr99 €130 €23 €28 €

Pkw-Maut für Ausländer: Drei Arten von Vignetten

Für Ausländer sind drei Arten der Autobahnvignette geplant, die sich sowohl in der Höhe der Mautgebühr als auch der Laufzeit differenzieren:

  • eine 10 Tages-Vignette wird 5 bis 15 Euro (je nach Schadstoffklasse, Motorart und Hubraum) kosten;
  • eine Zwei-Monats-Vignette wird 16 bis 30 Euro (je nach Schadstoffklasse, Motorart und Hubraum) Maut erhoben;
  • eine Jahresvignette, die zu jedem Zeitpunkt im Jahr Gültigkeit erlangt und dann jeweils für zwölf Monate gültig ist, wird maximal 130 Euro für Fahrzeuge mit Benzinmotor oder für Fahrzeuge mit Dieselmotor kosten. Die Kosten berechnen sich hier genauso wie die Maut-Kosten für in Deutschland zugelassene Pkw und sind der oben stehenden Tabelle zu entnehmen.

Achtung: Die Höhe der Kurzzeitvignetten für Ausländer wird aller Wahrscheinlichkeit zufolge gemäß folgender Tabelle noch einmal angepasst:

Maut-VignetteKosten gemäß aktuellem GesetzGeplante Kostenanpassung
10-Tages-Vignette
wenn Jahresvignette weniger als 20 Euro kosten würde5 €2,50 €
wenn Jahresvignette zwischen 20 und 40 Euro kosten würde5 €4 €
wenn Jahresvignette zwischen 40 und 70 Euro kosten würde10 €8 €
wenn Jahresvignette zwischen 70 und 100 Euro kosten würde15 €14 €
wenn Jahresvignette über 100 Euro kosten würde15 20 €
2-Monats-Vignette
wenn Jahresvignette weniger als 20 Euro kosten würde16 €7 €
wenn Jahresvignette zwischen 20 und 40 Euro kosten würde16 €11 €
wenn Jahresvignette zwischen 40 und 70 Euro kosten würde22 €18 €
wenn Jahresvignette zwischen 70 und 100 Euro kosten würde30 €30 €
wenn Jahresvignette über 100 Euro kosten würde30 €40 €
Diese Anpassung beruht auf dem schwierigen Einigungsprozess zwischen dem deutschen Ministerium und den EU-Behörden. Aus Brüssel wurden Forderungen laut, die Maut für Ausländer in kleineren und häufigeren Schritten aufzuspreizen.

Pkw-Maut: Wo kann ich eine Vignette kaufen?

Pkw-Maut an der Mautstelle bezahlen

Deutsche brauchen keinen Mehraufwand zu befürchten, da die Maut-Erhebung mit der Kfz-Steuer verknüpft ist.

Für deutsche Autofahrer soll die Versorgung mit der Vignette möglichst einfach gehalten werden, so dass die autofahrende Bevölkerung nicht nur keine Mehrkosten, sondern auch keinen Mehraufwand zu befürchten hat.

Deutsche Kfz-Halter erhalten die Vignette wie oben beschrieben als E-Vignette. Der Infrastrukturabgabenbescheid wird voraussichtlich automatisch zugesandt werden. Das wäre aber zweifelsohne mit einem nicht zu unterschätzenden Verwaltungsaufwand verbunden, der aber noch unklar ist.

Für ausländische Autofahrer soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass sie die Vignette/Autobahnvignette direkt an einer Tankstelle oder alternativ online erwerben können. Online oder an der Tankstelle wird die Autobahngebühr für die 10-Tages-Vignette 5, 10 oder 15 Euro, für die Zwei-Monats-Vignette 16, 22 oder 30 Euro und für die Jahresvignette abhängig von Hubraum, Schadstoffklasse und Motor des Fahrzeugs einen Betrag von maximal 130 Euro für Benzin- und Dieselfahrzeuge kosten, was dem Höchstsatz für deutsche Autofahrer entspricht.

Was sind die Vorteile/Nachteile einer Pkw-Maut in Deutschland?

Das Thema Pkw-Maut Deutschland wird heiß diskutiert, nicht nur in der Politik und den Medien, sondern auch unter den Autofahrern. Fakt ist, dass sich die Geister scheiden und die Meinungen stark auseinandergehen. Unser Ratgeber zeigt Ihnen die fünf zentralen Pro- und Contra-Argumente.

Vorteile der Pkw-Maut Deutschland

Folgende Punkte sprechen für die Einführung einer Maut in Deutschland:

  • Gerechte Lastenverteilung: Anders als die Kfz-Steuer wird eine Pkw-Maut direkt den Verursachern die Kosten für die Benutzung der Straßen aufbürden.
  • Mautgebühren fließen direkt in den Straßenbau: Durch die Maut bzw. einer verpflichtenden Autobahnvignette wird Geld in die Staatskasse fließen. Dieses soll so genutzt werden, dass die Mautgebühren sowohl dem Ausbau des Straßennetzes als auch der Sanierung der Straßen zugute kommen. Derzeit stopft die Regierung im Zweifel immer noch lieber ein Loch in der Rentenkasse als ein Schlagloch auf der Straße. Ob bzw. wie viel Millionen der Maut-Gebühren letztendlich aber wirklich in den Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur fließen, ist ungewiss.
  • Ausländer müssen Autobahnmaut zahlen: Während ausländische Autofahrer/Touristen aktuell sehr günstig auf deutschen Straßen fahren können, müssen Bundesbürger mitunter im Ausland stolze Preise für die Autobahngebühren und Vignetten bezahlen. Zweifelsohne eine Ungerechtigkeit, die schon seit geraumer Zeit nach einer Einführung einer Pkw-Maut für Ausländer in Deutschland ruft.

Nachteile der Pkw-Maut Deutschland

Folgende Punkte sprechen gegen die Pkw-Maut in Deutschland:

Vorteile der PKW-Maut in Deutschland

Die Pkw-Maut bietet Vor- und Nachteile

  • Pkw-Maut animiert zum Ausweichen auf Landstraßen: Sobald die Autobahn Maut eingeführt wird, ist damit zu rechnen, dass viele Autofahrer aus Kostengründen auf Land- und Bundesstraßen ausweichen. Das würde sowohl zu einer erhöhten Lärmbelästigung als auch zu steigenden Unfällen führen. Diesem oft aufgeführten Contra-Argument lässt sich aber mit dem Hinweis begegnen, dass die Maut in Deutschland nicht nur für die Autobahn vorgesehen ist, sondern für alle Straßen.
  • Systemkosten fressen Mehreinnahmen auf: Zwar würde durch die Autobahnvignette Geld in die Staatskasse gespült werden, doch diese Mehreinnahmen werden durch die Systemkosten für die Verwaltung und Kontrolle stark reduziert. Wie hoch diese Kosten sind, lässt sich im Vorfeld nur sehr schwer einschätzen.
  • Mineralölkonzerne erhalten einen Freibrief: Durch eine Senkung der Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer) haben die Mineralölkonzerne nahezu freie Hand. Diese würden/könnten die Preise fürs Benzin langsam, aber stetig und kaum merklich ansteigen lassen. Von einer Ersparnis für Autofahrer bliebe am Ende nicht wirklich mehr etwas übrig.

Wofür werden die Maut-Gelder eingesetzt?

Bevor man sich die Frage stellt, für was die Einnahmen einer Pkw-Maut Deutschland hierzulande eingesetzt werden, sollte man erstmal wissen, über welche Summen bzw. Einnahmen gesprochen wird.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt rechnet pro Jahr mit rund 4,7 Milliarden Euro (brutto) Einnahmen durch die Pkw-Maut. Der Mammutteil von rund 3,8 Milliarden Euro würden dabei allein durch in Deutschland gemeldeten und Kfz-steuerpflichtigen Pkw entfallen.

Der Rest – also rund 800 bis 900 Millionen Euro – würde durch ausländische Autofahrer in die deutschen Kassen gespült werden. Hiervon müssten aber noch ein Teil für die notwendigen Systemkosten abgezogen werden, wobei die Systemkosten für Fahrzeughalter im Ausland angemeldeter Pkw mit 8 Prozent veranschlagt werden.

Für die Halter von in Deutschland Kfz-steuerpflichtigen Pkw sollen dagegen 5 Prozent der Systemkosten entfallen, wobei sich der geringere Anteil dadurch erklärt, da aufgrund der jährlichen Vignettenpflicht geringere Kontrollkosten entstehen. Der effektive Reingewinn der Mautgebühr wird mit über 600 Millionen Euro (genannt werden 625 Millionen Euro) beziffert. Angesichts des großen Verwaltungsaufwandes erscheint vielen diese Summe für nicht realistisch und als zu gegriffen. Doch was passiert mit den Einnahmen durch Verkauf von Vignetten?

Die Maut Einnahmen sollen zweckgebunden aus dem Bundeshaushalt in die Straßeninfrastruktur einfließen, was auf den ersten Blick als sinnvoll erscheint. Insbesondere wenn man sich den schlechten Zustand vieler Straßen in Deutschland vor Augen führt. Schließlich kann jeder Bundesbürger in seiner Stadt, seinem Dorf oder auch auf den Autobahnen und Landstraßen sehen, wie es um die Straßen bestellt ist. Und, dass Instandhaltungskosten für die Straßeninfrastruktur eine Menge Geld kosten, dürfte auch jedem klar sein.

Doch auf der anderen Seite ist längst nicht sichergestellt, dass auch wirklich alle Maut-Gelder in die Infrastrukturabgabe für die Infrastruktur fließen. Das ist ebenfalls einer der größten Kritikpunkte der Gegner einer Mautpflicht für Autos.

Bußgeld: Ohne Vignette oder Pkw-Maut gefahren – Konsequenzen

Bußgelder und Strafen für die PKW-Maut

Es ist davon auszugehen, dass die Bußgelder für Maut-Verstöße hoch ausfallen können.

Noch ist nicht bekannt, wie genau der Bußgeldkatalog zum Thema Mautpflicht in Deutschland aussieht. Daher lässt sich auch nicht sagen, mit welchen genauen Konsequenzen (Punkte, Bußgeld) ein Maut-Muffel rechnen muss, wenn ohne Bezahlung eine mautpflichtige Straße oder Autobahn benutzt wurde.

Doch man kann stark davon ausgehen, dass saftige Geldstrafen bzw. Bußgelder ausgesprochen werden. Hierfür reicht allein schon ein Blick in andere europäische Länder, wo es schon eine Autobahngebühr in Form einer Pkw-Maut oder Vignette gibt.

Bußgelder werden dabei aber nicht nur dann ausgesprochen, wenn man ohne gültige Vignette erwischt wird, sondern auch dann, wenn diese nicht ordnungsgemäß an die Frontscheibe angebracht wurde. Die Bandbreite der Bußgelder reicht dabei von 120 Euro in Österreich über 165 Euro in der Schweiz bis hin zu 200 Euro und mehr in Tschechien. In Slowenien müssen Mautpreller mit besonders intensiven Strafen rechnen, gibt es doch für die Benutzung einer mautpflichtigen Straße ohne gültiger Vignette ein Bußgeld von bis 800 Euro. In der Slowakei sieht der Bußgeldkatalog für Maut-Vergehen u. a. eine Strafe des 50-fachen Preises einer 10-Tages-Vignette vor.

Deutlich teurer wird es, wenn Manipulationen vorliegen und die Vignette etwa mittels Folie oder Klebestreifen bearbeitet wurde. Hier können die Ordnungshüter schnell das Doppelte des eigentlichen Bußgeldes aussprechen. Wer manipuliert, riskiert dagegen nicht nur ein intensive Geldstrafe zwischen 300 bis 3.000 Euro, sondern zudem auch ein Strafverfahren.

Pkw-Maut: Gibt es schon mautpflichtige Strecken in Deutschland?

Für Autofahrer gibt es in Deutschland derzeit zwei Tunnel, in denen für die Durchfahrt eine Maut-Gebühr bezahlt werden muss. Dabei handelt es sich zum einen um den Warnowtunnel (auch Warnowquerung), ein 790 Meter langer und vierspuriger Tunnel in Rostock, und um den Herrentunnel, ein 866 Meter langer Tunnel mit zwei Röhren zwischen Lübeck und Travemünde. Beide Tunnel werden privatwirtschaftlich betrieben.

  • Warnowtunnel Maut: Die Mautgebühr richtet sich nach Höhe des Fahrzeugs, Anzahl der Achsen und zulässigem Gesamtgewicht. Für Pkw und Motorrad beläuft sich die Maut im Winter auf 2,90 Euro und im Sommer auf 3,60 Euro.
  • Herrentunnel Maut: Die Gebührenpflicht hängt ebenfalls von der Fahrzeughöhe sowie Anzahl der Achsen ab, wobei die Maut für Pkw und Motorräder bei 1,50 Euro liegt.

Für die beiden mautpflichtigen Tunnel werden jedoch Rabattprogramme angeboten.

Wann und ob die Pkw-Maut in Deutschland tatsächlich kommen wird, steht bisher noch nicht fest, da die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gestartet hat. Streitpunkt ist die ausschließliche Belastung ausländischer Autofahrer. Hier bestehen Bedenken. Eine Gerichtsentscheidung steht bisher noch aus.

16 Kommentare

  1. Politischer Beobachter sagt:

    Diese Idee von der PKW-Maut ist der totale Irrsinn. Verstößt gegen den EU-Gleichberechtigungsgrundsatz, aber die Herren von der CSU müssen dem Muttertier ja unbedingt zeigen, wie mächtig sie sind und was Horst Seehofer sich in sein Gehinr gesetzt hat, dass muss umgesetzt werden Dabei will eigentlich niemand diese PKW Maut!

  2. Tobias Wesel sagt:

    So ein Quatsch…

  3. MesMer sagt:

    Ich komme selbst aus Bayern und finde es trotzdem idiotisch…

  4. AchimLab sagt:

    Hallo Ihr lieben deutschen!
    Wir alle lassen uns hier verarschen ohne Ende. Merkel und Co machen was sie wollen. Und keiner geht dagegen vor. Die Maut ist ein absoluter Witz. Die deutechen zahlen wie immer drauf. Besonders die kleinen. Was ist mit denen, die von Hartz4 leben müssen? Oder die, die eine 40 Std. Woche haben und doch nicht rum kommen. Das ist unserer Führung egal. Warten wir erstmal ab.
    Volksbefragung währe hier mal angebracht.

  5. Dirk sagt:

    Das ist keine Maut, das ist eine zusätzliche Kfz-Steuer !!!!!
    Bei dieser Maut wird einfach nach Hubraum abgerechnet und wer berücksichtigt mal die gefährenen Kilometer ?? Beispiel : Ein Fahrzeug mit schlechter Schadstoffklasse fährt nur 2000 Km im Jahr, der mit der besseren 60000 Km. Wer hat die Umwelt stärker belastet ???
    Dieses Mautsystem ist einfach nur Schrott.

  6. Rudolf G. sagt:

    Sehr geehrter Hr,Dobrindt,

    Sie haben Recht mit der Maut, wir müssen im Ausland auch viel genug bezahlen! Sollen Auch Ausländer Zahlen.
    ich bin oft mit den LKW unterwegs das kann man am Mautgerät Sehen
    wie Schnell es 100,-@ anzeigt.

  7. Werner sagt:

    Was ist mit Motorrädern? Müssen diese auch eine Maut entrichten und wieviel?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Werner,

      derzeit soll die Maut nach der Einführung für alle Fahrzeuge, die mautpflichtige Straßen benutzen, erhoben werden. So werden dann auch Motorradfahrer betroffen sein. Nach derzeitigen Stand wird die Höhe der Maut nach Schadstoffklasse, Motorart und Hubraum berechnet. Da die endgültige Entscheidung diesbezüglich noch aussteht, können wir derzeit keine pauschalen Aussagen treffen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Herbert F. sagt:

    Aus diesem Zahlengewirr wird doch kein Mensch schlau. Was kostet denn z.B. eine Jahresvignette? Eigendlich wer ich dafür, aber wenn ich diese umständliche
    Berechnung sehe, frage ich mich, wie soll das gehen und ist eine Kontrolle nicht viel zu aufwendig?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Herbet F.,

      da Entscheidungen bezüglich der Mauteinführung sowie der endgültigen Höhe derzeit noch ausstehen, sind die genannten Berechnungen unter Vorbehalt zu betrachten. Nach derzeitigem Stand, und wie auch im obigen Ratgeber beschrieben, können die Gebühren für die Vignetten je nach Schadstoffklasse, Motorart und Hubraum wie folgt aussehen: 10 Tages-Vignette zwischen 5 bis 15 Euro, Zwei-Monats-Vignette zwischen 16 bis 30 Euro, Jahresvignette maximal 130 Euro.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  9. Hans sagt:

    Immer wieder nur Steuererhöhungen. Nichts anderes fällt denen nicht mehr ein.

  10. Michael S. sagt:

    Mann sollte alle Gebühren nach Verbrauch erheben.
    Z.B. auf den Benzin- oder Dieselpreis drauf rechnen.
    Somit kann jeder selber bestimmen, was er bezahlen muss.
    Die Mauntberechnung ist wie die GEZ. Einfach pauschal berrechen, egal ob das Auto dann fährt oder nicht. Was wäre wenn ein Auto wegen eines defektes oder sonstigen Gründen nach gauf einer Jahreplakette nicht mehr gefahren wird ? Kann man das Geld zurückfordern?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Michael,

      wir dürfen keine Rechtsberatung bieten. Ein Anwalt kann Sie in diesem Fall beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  11. alfons sagt:

    Nach dem Mautkatalog werden die Wonmobilbesitzer Wohnmobil über 3,5to mal wieder richtig zur Kasse gebeten.Die Kleintransporter ab 3,7to bis 7,5to hingegen sind von dieser Regelung ausgenommen.Meiner Meinung nach fahren Kleintransporter wesentlich mehr Kilometer auf deutschen Straßen als Wonmobile,also müßten diese auch zur Kasse gebeten werden.

  12. JoHo sagt:

    Ich habe das auch nicht verstanden. Dobrint sagt das kein deutscher mehr belastet wird. Wir haben einen Smart mit einer Steuer im Jahr von 25 Euro. Jeden Tag wird die Autobahn benutzt. Jahresvingette soll 130 Euro kosten.

    Wenn keiner mehr belastet wird müsten wir ja noch Geld zurück bekommen oder hätten doch eine Mehrbelastung von 105 Euro. Ich stehe auf dem Schlauch!!!!

  13. Peter sagt:

    Ich bin gespannt, wann die ersten Deutschen klagen, dass Sie für den Familienzweitwagen von der Maut befreit werden wollen, weil sie defacto mit dem Wagen nie auf die Autobahn fahren und damit nicht unter die Devise des Ministers „wer nutzt, der zahlt“ fallen.
    Da Maut und Steuer laut EU nicht verrechnet werden darf, müsste die Maut auch von deutschen unabhängig von der (gesenkten) Steuer bezahlt werden und dann gilt ja wohl die Kontrahierungsfreiheit. Ich muss keine Vignette kaufen, die ich nicht brauche.

    Die Einteilung nach Motorgröße und Treibstoff erschließt sich mir persönlich auch nicht. Die (Ab-/Be-)Nutzung einer Straße hängt nicht vom Motor ab.

    Bin mal gespannt was daraus wird.

    Leider wohne ich seit drei Monaten 100 Meter hinter der Grenze und auf meinem Kennzeichen steht kein großes „D“ mehr. Vielleicht zieht mein Auto wieder zurück. Deutschland war sowieso günstiger was Steuer und Versicherung angeht.

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