Die E-Vignette im Mautsystem: So funktioniert sie!

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 29. November 2019

Elektronisch, praktisch und effizient

Die elektronische Autobahnvignette bietet einige Vorteile im Vergleich zur klassischen Variante.
Die elektronische Autobahnvignette bietet einige Vorteile im Vergleich zur klassischen Variante.

Mautsysteme gibt es mittlerweile schon seit einigen Jahren auf den Straßen europäischer Nationen. Länder wie Frankreich, Italien, Portugal, Tschechien, Norwegen und Deutschland (nur LKW-Maut) nutzen das System der Maut dazu, um mit den Einnahmen Straßen zu bauen und zu erhalten. In Bezug auf die Kontrollen wurden lange Zeit physische Vignetten genutzt, die entweder an der Windschutzscheibe angebracht oder per Hand vorgezeigt wurden.

Mit dem Zeitalter der Digitalisierung sollte es nicht lange dauern, bis sich eine elektronische Alternative entwickelte, die E-Vignette. Diese funktioniert elektronisch und bringt somit einige Vorteile mit sich. Der vorliegende Ratgeber fasst die wichtigsten Informationen zu den E-Vignetten zusammen. Hier erfahren Sie, wie die Buchung funktioniert, wie die Bezahlung abläuft und in welchen Fällen es zu Bußgeldern kommt.

FAQ: E-Vignette

Was ist die E-Vignette?

Es handelt sich um eine elektronische Alternative zur Vignette. So kann die Maut auch ohne Pickerl bezahlt werden.

Wie bekomme ich die E-Vignette?

Sie registrieren sich bei einer der 17 Sttraßenverkehrsgenossenschaften in Deutschland und geben dort die nötigen Daten an (z. B. das Kennzeichen).

Welche Bußgelder drohen bei Missachtung der Vignetten- bzw. Mautpflicht?

Zwischen 100 und 200 Euro können in Rechnung gestellt werden. Klicken Sie hier, um die Bußgeldtabelle zu sehen.

Funktionsweise, Buchung und Bezahlung der E-Vignette

Die E-Vignette wird von vielen Straßenverkehrsgenossenschaften als eine leistungsfähige und leicht verständliche Service-Lösung angepriesen, welche die Zahlung der Maut und die entsprechenden Kontrollen vereinfacht. Das Grundprinzip dabei ist eine elektronische Speicherung der Nutzungsrechte. Fahrer eines LKW, PKW, Motorrads oder eines anderen mautpflichtigen Fahrzeugs können sich via Internet, über das Smartphone oder an einer Verkaufsstelle registrieren und komfortabel bezahlen.

So ist es unter anderem möglich, eine E-Vignette bei einer SVG (Straßenverkehrsgenossenschaft) zu erwerben. In Deutschland sind 17 regionale Genossenschaften tätig, die sich unter dem Dach der Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr eG (SVG-Zentrale) zusammengeschlossen haben. Bei der Buchung werden neben den amtlichen Kennzeichen nur die Daten erfasst, welche für die Höhe der Maut relevant sind. Die Datenspeicherung erfolgt darüber hinaus verschlüsselt über das Kfz-Kennzeichen.
Bei einer Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG) kann eine E-Vignette erworben werden.
Bei einer Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG) kann eine E-Vignette erworben werden.

Auch die Bezahlung gestaltet sich in der Regel unkompliziert. Gängige Zahlungsmittel wie Bargeld, Kreditkarten, Tankkarten und elektronisches Geld werden für gewöhnlich akzeptiert. Die Vorteile der E-Vignette liegen dabei auf der Hand: Der Service ermöglicht vor allem eine große Flexibilität. Mit Internetzugang können beispielsweise LKW-Fahrer von überall Buchungen vornehmen und sind nicht gezwungen, entsprechende Verkaufsstellen in Person aufzusuchen. Auch ermöglichen diese elektronischen Lösungen, dass Kontrollen automatisiert und so Fahrtunterbrechungen vermindert werden können.

Kontrollen und Bußgelder

Wie bereits erwähnt, schafft die E-Vignette flexible Nutzungsweisen. Das betrifft nicht nur die Buchungvarianten, sondern auch die Kontrollen. Diese können ähnlich wie bei physischen Vignetten ablaufen, also über fest installierte oder portable Kennzeichenerfassung.

Es ist aber auch möglich, dass Kontrolleure mobil unterwegs sind und manuell Kontrollen vornehmen. Beim Kontrollvorgang kommt es dann zum Vergleich mit den verschlüsselt gespeicherten Daten im Zentralregister. Hierbei wird verstärkt auf Datenschutz geachtet. So werden erfasste Kennzeichen direkt gelöscht, wenn kein Verstoß vorliegt. Auch distanzieren sich entsprechende Stellen davon, ein Bewegungsprofil zu erstellen, damit die Privatsphäre der betroffenen Fahrzeugführer geschützt bleibt.

Tatbe­standPer­sonBuß­geld
Keine Maut gezahltFahrzeug­führer200 €
Keine Maut gezahltUnter­nehmer400 €
ZeitverstoßFahrzeug­führer100 €
ZeitverstoßUnter­nehmer200 €
SteckenabweichungFahrzeug­führer100 €
SteckenabweichungUnter­nehmer200 €
Fahrer, die mit LKW, PKW oder einem anderen mautpflichtigen Fahrzeug unterwegs sind, tun aber gut daran, sich den Zahlungen zur Eurovignette nicht zu verweigern. Je nach Verstoß kann ein Verwarngeld bzw. Bußgeld zwischen 35 und 200 Euro ausfallen. Verantwortliche Unternehmer zahlen sogar 400 Euro, wenn keine LKW-Maut beglichen wurde und eine Kontrolle diesen Umstand aufdeckt.
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3 Kommentare

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  1. Heinz Peter sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie kann ich vorab, Mautgebühren/Vignetten usw. für Österreich/Ungarn/Rumänien erwerben und bezahlen, ohne an den Grenzen warten zu müssen?
    Danke für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Heinz Peter

  2. Schmidt sagt:

    wir möchten im Sommer nach Lucca (Italien) fahren. Welche Mautgebühren fallen komplett an? Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit frdl. Gruß M.Schmidt

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