Die Maut in der Schweiz: Die Vignette für die Alpenrepublik

Wie wird in der Schweiz die Maut erhoben?

Seit 1985 gibt es die Maut in der Schweiz.

Seit 1985 gibt es die Maut in der Schweiz.

Skifahren in den Alpen, Käsefondue, Schokolade oder Segeln auf dem Zürisee – die Schweiz bietet als Urlaubsregion neben einer guten Küche auch viele andere Attraktionen, welche eine Reise unbedingt empfehlenswert machen. Und selbst wenn die Helvetische Republik nicht das eigentliche Ziel ist – wer mit dem Auto nach Italien fahren möchte, muss in der Regel die Schweizer oder Österreichischen Alpen überqueren.

Während die Einführung der Pkw-Maut in Deutschland eine lange politische Debatte verursacht hat, wurde die Maut in der Schweiz bereits 1984 per Volksentscheid beschlossen. Seit 1985 sind Autobahngebühren in der Schweiz für alle Fahrzeuge verbindlich. Durch die Einnahmen sollen der Ausbau sowie der Erhalt verkehrstechnischer Bauwerke wie Tunnel, Brücken und Autobahnen finanziert werden.

Neben der Pkw-Maut in der Schweiz gibt es auch Straßengebühren für Lastkraftwagen. Diese müssen die sogenannte Schwerverkehrsabgabe leisten. Auch wenn die Schweiz seit über einem Vierteljahrhundert einen Betrag für die Straßennutzung verlangt, ist vielen deutschen Kraftfahrern das Schweizer Mautsystem unverständlich.

Dieser Ratgeber informiert Sie daher über die Autobahnvignette der Schweiz, deren Kosten sowie über die Strafe, wenn ohne Vignette in der Schweiz gefahren wird. Außerdem erklären wir die streckenbezogene Lkw-Maut der Schweiz und zeigen Ihnen, wie Sie diese berechnen können.

Die Vignette für die Schweiz ist für Pkw auf Nationalstraßen Pflicht.

Die Vignette für die Schweiz ist für Pkw auf Nationalstraßen Pflicht.

Wer muss eine Vignette in der Schweiz kaufen?

Die Schweizer Vignette ist ausschließlich für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht obligatorisch. Bei Lkw wird die Maut in der Schweiz als Schwerverkehrsabgabe erhoben. Während die Vignettenpflicht eine Form der Pauschalgebühr darstellt, müssen Lkw eine streckenbezogene Maut entrichten.

Entsprechend müssen die Vignette für die Schweiz alle Fahrzeugführer kaufen, welche auf den Nationalstraßen unterwegs sind und deren Gefährt nicht das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen überschreitet.

Damit richtet sich die Vignettenpflicht insbesondere anNutzer von Autos und Motorräder. Auch auf Anhängern muss der Nachweis für die Zahlung der Maut angebracht werden.

Vignetten können in der gesamten Schweiz erworben werden. Im Vertriebsnetz befinden sich Post-, Tank- und TCS-Geschäftsstellen (Touring Club Schweiz) sowie die Straßenverkehrsämter.

Ausländische Verkehrsteilnehmer haben ebenfalls die Möglichkeit, die Vignette für die Schweiz zu kaufen. In Grenznähe haben Autobahntankstellen, Kioske und Trafiken (Österreichische Tabakläden) die Vignette im Sortiment. Automobilclubs und offizielle Onlineshops bieten sie ebenfalls an.

Wo fallen die Mautgebühren in der Schweiz an?

Die Maut in der Schweiz gilt für alle Straßen. Lediglich die Maut für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist auf die Nationalstraßen beschränkt. In der Schweiz werden die Straßen ähnlich wie in Deutschland dahingehend unterschieden, wer diese betreibt. Daher gibt es in der Alpenrepublik Nationalstraßen, Kantonstraßen und Gemeindestraßen.

Die Nationalstraßen sind in drei Klassen zu unterteilen:

  • 1. Klasse: Autobahn (richtungsgetrennte Fahrbahnen)
  • 2. Klasse: Autostraße (nicht richtungsgetrennte Fahrbahnen)
  • 3. Klasse: Hauptstraßen

Mautpflichtig sind allerdings für Pkw nur die ersten beiden Klassen. Für kantonale Autobahnen und Autostraßen gilt entsprechend keine Vignettenpflicht.

Mautgebühren: In der Schweiz müssen einige Tunnel extra bezahlt werden.

Mautgebühren: In der Schweiz müssen einige Tunnel extra bezahlt werden.

Die Vignette der Schweiz: Welche Kosten entstehen?

Für Pkw und Motorräder sind die Kosten für die Maut in der Schweiz überschaubar. Angeboten wird allerdings nur eine Jahresvignette. Die Schweiz unterscheidet sich in dieser Hinsicht stark vom Mautsystem in Österreich.

Dort gibt es neben der Jahresvignette auch noch die 2-Monats- und die 10-Tages-Vignette. Damit hat das Nachbarland eine weit größere Tarifauswahl für die Straßennutzungsgebühr.

Die Vignette für die Schweiz hat einen Preis von 40 CHF. Dafür ist mit ihr aber auch eine Straßennutzung von insgesamt 14 Monaten möglich. Die Gültigkeit der Jahresvignette beginnt stets am 1. Dezember des Vorjahres und endet am 31. Januar des Folgejahres.

Beachten Sie: Eine Tagesvignette kennt die Schweiz nicht

Eine Vignette für die Schweiz, die nur 10 Tage gültig ist, gibt es nicht. Nur in Österreich ist dieses Mautmodell üblich. Wer die mautpflichtigen Straßen von Helvetika befahren möchte, muss entsprechend für ein ganzes Jahr bezahlen.

Wie müssen Sie die Vignetten in der Schweiz anbringen?

Beim Pkw bzw. beim Motorrad wird die Entrichtung der Maut in der Schweiz per Vignette nachgewiesen. Damit diese gültig ist, muss sie ordnungsgemäß angebracht werden. Die Vignette ist beim Auto auf die Innenseite der Windschutzscheibe zu kleben. Von außen muss sie gut erkennbar sein. Geeignet sind die linke Seite sowie der Bereich hinter dem Rückspiegel. Außerdem darf sie nicht vom Tönungsstreifen überdeckt werden.

Hat ein Fahrzeug keine Windschutzscheibe (z. B. Motorrad oder Anhänger) muss die Vignette an einen festverbauten, gut sichtbaren Teil geklebt werden. Beim Kraftrad sind Tank und der Gabelholm üblich.

Die Vignette ist selbstklebend. Es ist gesetzlich untersagt, sie mit Klebestreifen, Folien oder anderen Hilfsmitteln zu befestigen. Dadurch verliert sie ihre Gültigkeit, was ein Bußgeld zur Folge haben kann. Dasselbe trifft auf nicht angeklebte Vignetten zu. Auch das Ablösen ist untersagt. Sollte beispielsweise die Windschutzscheibe gewechselt werden, kann die Zollstelle die Vignette ersetzen. Schweizer Landsleute bekommen sie von der Versicherung ersetzt.

Wie wird die Vignette in der Schweiz kontrolliert? Welche Strafe droht?

Die Kontrolle der Maut in der Schweiz erfolgt durch die Polizei. Wer keine Vignette in der Schweiz hat und auf mautpflichtigen Straßen unterwegs ist, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. Zusätzlich muss eine Vignette im Wert von 40 CHF erworben werden.

VerstoßBußgeld
Keine Vignette trotz Mautpflicht200 CHF
Vignette nicht ordnungsgemäß angebracht200 CHF
Die Lkw-Maut der Schweiz wird elektronisch erfasst.

Die Lkw-Maut der Schweiz wird elektronisch erfasst.

Wie wird die Lkw-Maut der Schweiz berechnet?

Lkw sind seit 1985 ebenfalls verpflichtet, eine Straßennutzungsgebühr zu zahlen. Bis 2001 wurde diese pauschal per Vignette erhoben. Seitdem gilt die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA).

Diese gilt für alle Straßen und ist also nicht auf Autobahnen beschränkt. International genießt die Lkw-Maut der Schweiz den Ruf, die Kostenwahrheit bzw. das Verursacherprinzip am besten umzusetzen.

Die Abrechnung der zu zahlenden Maut erfolgt per On-Board-Unit, welche jeder Lkw mitführen muss. Gestützt auf GPS-Daten erfasst es die zurückgelegte Strecke und berechnet die Schwerverkehrsabgabe.

Die Höhe der Lkw-Maut in der Schweiz ist abhängig von

  • den zurückgelegten Kilometern,
  • dem zulässigen Gesamtgewicht sowie
  • der Emissionsklasse
Abgabekategorie Emissionsklasse Tarif in Rappen pro Tonne und Kilometer
1EURO 0 / 1 / 2 / 3 3.10
EURO 2 / 3 mit Partikelfilter2.79
2EURO 4 / 5 2.69
3EURO 6 2.28

gültig ab 1. Januar 2017

Beispielsrechnung für die Lkw-Maut in der Schweiz

Der Tarif wird in Rappen (100 Rappen = 1 CHF) pro Tonne und Kilometer berechnet. Ein Lkw (EURO 3 mit Partikelfilter) mit zulässigem Gesamtgewicht von 12 Tonnen fährt 500 Kilometer.

12 Tonnen x 500 Kilometer x 2,79 Rappen = 167 CHF

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (36 Bewertungen, Durchschnitt: 4,22 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar