Maut in Italien: Was die Autobahn in Bella Italia kostet

Wie funktioniert die Maut in Italien?

Die Maut in Italien wird überwiegend nach gefahrenen Kilometern berechnet.

Die Maut in Italien wird überwiegend nach gefahrenen Kilometern berechnet.

Deutschland ist fasziniert: Spätestens seit Goethes „Italienischer Reise“ verspüren die Deutschen eine unstillbare Sehnsucht nach dem Land in Stiefelform. Seit der Hochphase in der 50er Jahren ist der Tourismus in den Süden der Alpen niemals abgeebbt.

Wer aber mal das Kolosseum, den schiefen Turm von Pisa oder Venedig sehen möchte, muss in der Regel eine gut gefüllt Reisekasse mitbringen. Sind die Reisenden auch noch mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs, muss zudem die Autobahnmaut in Italien einkalkuliert werden.

Während in Deutschland das Streitthema Pkw-Maut ein Dauerbrenner ist, sammelt das Land am Mittelmeer bereits seit Jahrzehnten seine Gebühren für die Autobahn ein. In Italien wird die Maut zur Finanzierung und zum Erhalt der Infrastruktur verwendet.

Das mautpflichtige Straßennetz umfasst eine Länge von ca. 5.700 km und wird von 24 Betreibergesellschaften bewirtschaftet.

Auch wenn die Deutschen erfahrene Italienreisende sind, besteht oftmals Unsicherheit darüber, wie das Mautsystem in Italien funktioniert. Daher informieren wir Sie in diesem Ratgeber darüber, wie in Italien die Autobahngebühren erhoben werden, ob es eine Vignettenpflicht in Italien gibt, was ein Telepass ist und mit welchen Mautkosten Sie in Italien rechnen müssen.

Die Mautpflicht in Italien gilt nur auf Autobahnen. Bezahlen können Sie diese in bar, mit Karte oder Telepass.

Die Mautpflicht in Italien gilt nur auf Autobahnen. Bezahlen können Sie diese in bar, mit Karte oder Telepass.

Wo fallen in Italien Mautgebühren an?

Die Mautpflicht gilt in Italien hauptsächlich für Autobahnen, den sogenannten „autostrada“. Diese sind zu unterscheiden von den Schnellstraßen, den superstrada bzw. den strada extraurbana principale, welche zwar ähnlich der Autobahn sind, aber kostenfrei befahren werden können.

Im Straßenverkehr sind beide Straßentypen leicht zu unterscheiden. Während die mautfreien Wege mit einem blauen Schild, welches dem deutschen Autobahnschild ähnlich ist, gekennzeichnet sind, haben die mautpflichtigen Straßen ein grünes Schild.

Aber nicht nur für die Autobahn nimmt Italien eine Maut. Auch für die Nutzung von Tunneln und Brücken können Kosten entstehen. Bekanntestes Beispiel ist vermutlich der Brenner zwischen Österreich und Italien.

Aber auch die Durchquerung des Montblanc-Tunnels aus Richtung Frankreich oder des Großer-Sankt-Bernhard-Tunnels aus der Schweiz können die Urlaubskasse schrumpfen lassen.

City-Maut in Italien

Bisher haben nur zwei Städte eine City-Maut für den Innenstadtbereich eingeführt. Das sind Mailand und Bologna. Für das Befahren der Mailänder Straßen muss der sogenannte Ecopass bezahlt werden. Die Maut fällt zwischen 7:30 Uhr und 19:30 Uhr an. Die Gebühr richtet sich nach der Schadstoffklasse und beträgt zwischen zwei und fünf Euro. In Bologna kostet das Tagesticket fünf Euro. Mit ihm kann die verkehrsberuhigte Zone in der Innenstadt befahren werden.

Traumziel Italien: Mit dem Pkw muss die Maut auf Autobahnen beachtet werden.

Traumziel Italien: Mit dem Pkw muss die Maut auf Autobahnen beachtet werden.

Gibt es Strecken ohne Autobahnmaut in Italien?

Autobahnkosten fallen in Italien hauptsächlich im Norden an. Im Süden des Landes sind ca. 900 km Autobahn, welche von der staatlichen Straßenbetriebsgesellschaft ANAS S.p.A. (Azienda Nazionale Autonoma delle Strade) betrieben werden, mautfrei.

Auch auf Sizilien fällt im Gegensatz zum Festland von Italien keine Maut auf der Autobahn an. Auf den kleineren Inseln wie Sardinien gibt es keine autostrada. Italienreisende verkehren hier am schnellsten auf den kostenfreien Schnellstraßen.

Wie werden Autobahngebühren in Italien erhoben?

Grundsätzlich erfolgt die Berechnung der Maut in Italien nach gefahrener Strecke und je Fahrzeugtyp. Die Maut für die Autobahn wird in Italien aber nach zwei Methoden erhoben. Zu unterscheiden ist das offene und das geschlossene System.

Überwiegend wird die Maut in Italien nach dem geschlossenen System abgerechnet. Beim Auffahren auf die Autobahn erhalten die Kraftfahrer an einer Mautstation ein Ticket, welches beim Abfahren bezahlt werden muss. Die Kosten für die Autobahn sind in Italien davon abhängig, wie hoch der Bau- und Instandhaltungsaufwand ist. Für Gebirgsautobahnen fällt daher meist eine höhere Gebühr an. Die Gesamtsumme der Maut errechnet sich dann aus gefahrener Strecke, Fahrzeugtyp und Preis für die Straßennutzung nach Typ.

Die Maut in Italien ist vom Fahrzeugtyp abhängig:
Kategorie AFahrzeuge mit max. zwei Achsen, unter 1,30 m Höhe
(z. B. Pkw und Motorräder)
Kategorie BFahrzeuge mit max. zwei Achsen, über 1,30 m Höhe
(z. B. Wohnmobile, Reisebusse)
Kategorie 3Fahrzeuge mit max. drei Achsen bzw. Zugfahrzeug mit zwei Achsen mit Anhänger mit einer Achse
(z. B. Lkw und Reisebusse)
Kategorie 4Fahrzeuge mit max. vier Achsen bzw. Zugfahrzeug mit zwei Achsen mit Anhänger mit zwei Achsen
(z. B. Lkw mit zweiachsigem Anhänger)
Kategorie 5Fahrzeuge mit fünf Achsen bzw. Zugfahrzeug mit zwei Achsen mit Anhänger mit drei Achsen
(z. B. Lkw mit dreiachsigem Anhänger)

In Italien kann die Autobahnmaut aber auch nach dem offenen System berechnet werden. Dabei ist es unerheblich, welche Strecke zurückgelegt wird, denn es wird ein Pauschalbetrag erhoben. In der Regel kommt die Variante in Ballungszentren wie Mailand zum Einsatz. Vom Como bis Mailand fallen so beispielsweise drei Euro an. Ebenfalls nach dem offenen System organisiert, ist in Italien die City-Maut in Bologna und Mailand.

Es gibt in Italien keine Autobahnvignette.

Es gibt in Italien keine Autobahnvignette.

Wo werden die Gebühren für die Autobahn in Italien per Pauschalbetrag erhoben?

  • Napoli-Salerno (A3)
  • Varese-Milano (A3)
  • Morgex-Aosta (A5)
  • Como-Milano (A9)
  • Roma-Civitavecchia (A12)
  • Messina-Villafranca (A20)
  • Torino-Bardonecchia (A32)
  • Napoli-Pozzuoli (A56)

Der Wechsel vom offenen ins geschlossene System kann verwirrend sein. Sie sollten also besonders achtsam an den Autobahnkreuzen:

  • Milano Sud (A1 nach Bologna)
  • Milano Ghisolfa (A4 nach Torino)
  • Milano Est (A4 nach Venezia)
  • Milano Ovest (A7 Richtung Genova) sowie
  • Gallarate Ovest (A8/A26 nach Lago Maggiore) sein.

An den entsprechenden Mautstationen müssen Sie dann eine Autobahnkarte (in Italien auch biglietto di pedaggio genannt) ziehen.

Was kostet die Maut in Italien?

Nach dem Auffahren auf die Autobahn erhalten die Kraftfahrer an einer Mautstation eine Mautkarte. In Italien gilt überwiegend das „geschlossene System“, was bedeutet, dass nach gefahrener Etappe und nach Fahrzeugtyp abgerechnet wird. Auf der Autobahn in Italien fallen gegenwärtig Gebühren von durchschnittlich 7 Cent pro Kilometer an. Zu berücksichtigen ist aber auch die gewählte Verbindung. So sind die Kosten für die Autobahn in Italien auf Strecken in Gebirgsregionen häufig höher, da diese besonders hohe Investitionen für den Bau und Erhalt bedeuten.

Gibt es eine Vignette für Italien?

Anders als in Österreich gibt es in Italien für die Maut keine Vignette. Die Abrechnung der Straßennutzungsgebühr erfolgt also nicht pauschal per Autobahnvignette. In Italien muss stattdessen am Ende einer Etappe die fällige Maut gezahlt werden.

Die Mautkosten sind in Italien vom Fahrzeugtyp abhängig.

Die Mautkosten sind in Italien vom Fahrzeugtyp abhängig.

Wie werden die Mautgebühren in Italien bezahlt?

Die Maut ist in Italien jeweils an der Ausfahrtsstation zu zahlen. Dort stehen Schalter mit Automaten bzw. mit Personal bereit. Zur Zahlung gibt es vier Möglichkeiten:

  • Barzahlung
  • Kreditkarte: Diese Variante steht aber nicht immer zur Verfügung.
  • Telepass: Im Kfz muss sich eine registrierte On Board Unit, ein elektrisches Gerät zur Erfassung der Maut, befinden. An der Mautstation wird das Auto dann erkannt und die Gebühr automatisch vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht. Beim Telepass handelt es sich um die schnellste Möglichkeit, um die Mautstation hinter sich zu lassen. Die Kosten für die Maut in Italien fallen aber bei dieser Bezahlart höher aus, da zusätzlich ein Freischaltungs-, Service und Mietgebühr für das Telepass anfallen. Das System eignet sich besonders für einheimische Vielfahrer. Deutsche Touristen können ein entsprechendes Gerät aber auch online erwerben.
  • Viacard: Hierbei handelt es sich um eine Prepaidkarte, um die Maut in Italien zu begleichen. Auf der Karte befindet sich ein Guthaben, dass an der Mautstation genutzt werden kann. Reisende sollten aber stets darauf achten, entsprechend genug Geld aufgeladen zu haben. Ein fehlender Betrag kann zwar bar nachgezahlt werden, es macht aber den Zahlungsvorgang unnötig kompliziert. Die Viacard ist übertragbar und in Deutschland bei den großen Automobilclubs erhältlich.
  • Free Flow: Auf der Autostrada 36 (der sogenannten Pedemontana) werden Kennzeichen automatisch per Sensoren erfasst. Reisende sollten sich um die Bezahlung der Maut eigenständig kümmern, da sonst Bußgelder drohen. Mit Telepass erfolgt die Buchung automatisch.

Für Verwirrung sorgen häufig die verschiedenen Fahrspuren zum Bezahlen der Maut in Italien. An den Spuren mit Bedienpersonal kann in der Regel in bar, per EC- oder Kreditkarte sowie mit der Viacard gezahlt werden. Bei Spuren mit Automaten ist allerdings nur das entsprechende Zahlungsmittel gültig. Wenn Sie also eine Viacard-Spur nutzen, sollte auch tatsächlich ausreichend Guthaben vorhanden sein, da kein anderes Zahlungsmittel akzeptiert wird. Reicht die Viacard nicht aus, sollte auf den Schalter mit Bedienpersonal ausgewichen werden.

Maut in Italien: Welche Spur müssen Pkw und Co. verwenden?

  • Weiße Fahrspur (Personal): Bargeld, EC- und Kreditkarten, Viacard
  • Weiße Fahrspur (Automat): Bargeld, EC- und Kreditkarten, Viacard
  • Blaue Fahrspur (Automat): EC- und Kreditkarten, Viacard
  • Gelbe Fahrspur (Automat): Ausschließlich für Telepass

Das sollten Sie unbedingt beachten!

Wählen Sie mit Bedacht die richtige Spur aus, wenn Sie mit dem Pkw die Maut in Italien bezahlen wollen. Wer zurücksetzt oder wendet muss mit einem Bußgeld in Höhe von 6.000 Euro rechnen. Zudem drohen ein Fahrverbot bis zu zwei Jahren und die Stilllegung des Kfz für die Dauer von drei Monaten.

Selbst wenn doch die falsche Spur gewählt worden ist, ist der „Spurwechsel“ strengstens verboten. Hilfe erhalten Betroffene, wenn Sie an der Mautstation die Taste „Assistenza“ drücken. Dies bietet dann die Möglichkeit, den Betrag beim Personal vor Ort zu begleichen oder mittels Beleg die Maut nachträglich zu bezahlen. Dies sollte aber nach spätestens zwei Wochen erfolgt sein, da sonst eine Bearbeitungsgebühr anfällt.

Tunnel: In Italien kann eine extra Maut für das Durchqueren verlangt werden.

Tunnel: In Italien kann eine extra Maut für das Durchqueren verlangt werden.

Wie hoch sind die Mautgebühren nach Italien?

Wer nach Rom, Venedig und Co. möchte und die italienischen Sehenswürdigkeiten sehen will, wird Länder wie Österreich, die Schweiz oder Frankreich durchqueren müssen. In diesen fällt ebenfalls eine Straßennutzungsgebühr an. Doch wie hoch ist die Maut nach Italien?

In Österreich herrscht Vignettenpflicht für alle Kfz bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, darüber wird die Maut fahrleistungsabhängig berechnet. Eine 10-Tages-Vignette kostet für PKW 8,80 Euro.

Hinzu kommt die Sondermaut für Tunnel wie den Brenner (9 Euro). Letztere kann auch per Videomaut zwischen Italien und Österreich gezahlt werden. Dabei wird im Vorfeld ein Ticket auf das Kennzeichen gebucht.

Nach dem Durchqueren des Tunnels kann dann die Videofahrspur genutzt werden, bei der das Kennzeichen gefilmt wird. Auf diese Art kann sich der Bezahlvorgang im Vergleich zur Zahlung am Schalter erheblich verkürzen.

In der Schweiz müssen Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen eine Jahresvignette lösen, wenn sie die Autobahn nutzen wollen. Diese kostet 40 CHF (ca. 38,50 Euro). Auch hier muss die Sondermaut für die Tunnelnutzung berücksichtigt werden. Für den Munt-la-Schera-Tunnel fällt für Pkw beispielsweise eine Nutzungsgebühr von 15 Euro im Sommer für Hin- und Rückfahrt an. Im Winter sind die Preise mehr als doppelt so hoch.

Frankreich verlangt ebenfalls eine Maut für die Autobahn. Auch hier wird wie bei der Maut in Italien gemäß Fahrzeugtyp und zurückgelegter Strecke abgerechnet. Mit Sondergebühren muss gerechnet werden, wenn beispielsweise der Montblanc-Tunnel genutzt wird. Pkw-Fahrer zahlen für die Durchfahrt 44,20 Euro.

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