Tuning bei Personenkraftwagen, Motorrad & Co.

Was meint Tuning?

Das Tuning bei Fahrzeugen ist vielseitig und mitunter sehr komplex.

Das Tuning bei Fahrzeugen ist vielseitig und mitunter sehr komplex.

Das Wort Tuning stammt vom englischen Verb „to tune“ ab, das so viel bedeutet wie ‚abstimmen, in Einklang bringen‘. An Motorrädern, Personenkraftwagen und anderen Kraftfahrzeugen meint das Tunen das Umbauen und Verändern nach den persönlichen Vorstellungen des Fahrzeughalters.

Generell kann hierbei unterschieden werden zwischen optischen und technischen Veränderungen. Neben der Verbesserung und Optimierung der Fahrzeugleistung sind damit unter anderem auch Lackarbeiten gemeint. Doch auch die Akustik von Motoren und Auspuffanlagen kann getunt werden.

Im Grunde ist der Begriff Tuning heute auch auf andere Lebensbereiche anwendbar. Selbst Möbel können Sie tunen. Gemeint ist heutzutage mehr denn je die Individualisierung von gekauften Gegenständen und damit einhergehend die Abhebung von der breiten Masse.

Das Tuning von Auto und anderen Kfz meint die Feinabstimmung von Motor, Aerodynamik oder Fahrwerk unter Aspekten der Leistungssteigerung, Ästhetik und Akustik.

Weiterführende Informationen zum Tuning

Zur Geschichte des Tunings

Das Autotuning hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika der 1950er Jahre. Besonders der VW Käfer diente dabei US-Firmen zu Testzwecken hinsichtlich der möglichen Ausreizung der Fahr- und Motorenleistung.

Erstmals 1953 wurde für den Käfer ein Spoiler auf den Markt gebracht. Die Anbringung des metallenen Segels am Heck des Fahrzeugs sollte bei höheren Geschwindigkeiten für eine höhere Fahrsicherheit sorgen. Durch den Luftstrom am Heckspoiler steigt dabei der Anpressdruck der Vorderachsen auf die Fahrbahn.

Am Anfang der Tuning-Geschichte stand der VW Käfer. Auch heute noch sind die Dieselfahrzeuge von VW – insbesondere der VW Golf – in der Tuning-Szene besonders beliebt.


Das Tuning war zu Beginn fast ausschließlich auf die Leistungssteigerung der Fahrzeuge ausgerichtet.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden immer mehr Spezialwerkstätten und Vereine, die sich auf das Fahrzeugtuning konzentrierten. Besonders das Showtuning gewann zunehmend an Bedeutung: Extremumbauten an Fahrzeugen, zum Beispiel zu besonders langen Limousinen oder aber erheblich breiteren Fahrzeugen, nahmen zu.

Seit den 1990er Jahren bewegt sich das Tuning wieder weg von extremen Fahrzeugumbauten und zu auf dezentere Tunings. Die Karosserie der Fahrzeuge weicht dabei nicht mehr so extrem von dem Werksoriginal ab. Der Wert liegt seither verstärkt auf Detailarbeiten und dem Tuning der Software.

Tuning und Gesetze: Was müssen Sie beachten, wenn Sie Ihr Auto tunen wollen?

Nur weil ein Kfz-Umbau technisch möglich ist, muss er nicht automatisch im Straßenverkehr zulässig sein!

Dem Tuning von Fahrzeugen ist generell auf der technischen Ebene kaum eine Grenze gesetzt. Schön ist, was gefällt. Doch für jeden Tuning-Fan, der seinen Wagen auch auf öffentlichen Straßen führen möchte, gilt: Beachten Sie die Vorschriften und Richtlinien, die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV) für Kfz in Deutschland vorschreiben.

Verstößt Ihr Fahrzeug durch die Umbauten gegen eine Vorschrift oder gefährdet es gar die allgemeine Verkehrssicherheit, können Sie die Betriebserlaubnis verlieren.

Aus diesem Grunde müssen Sie die meisten leistungssteigernden und größeren Karosserieveränderungen an Ihrem Fahrzeug durch eine Prüforganisation absegnen lassen. Ein entsprechender Prüfziffernvermerk in der Zulassungsbescheinigung legitimiert die Änderungen.

Doch nicht jede Änderung am Fahrzeug ist zulässig. Paragraph 19 Absatz 2 StVZO bestimmt, dass die Betriebserlaubnis für Fahrzeuge, an denen Änderungen vorgenommen wurden, dann entzogen werden kann, wenn

Tuning: Die Prüfung von größeren Umbauten am Fahrzeug ist in vielen Fällen verpflichtend.

Tuning: Die Prüfung von größeren Umbauten am Fahrzeug ist in vielen Fällen verpflichtend.

  • sich die in der Zulassung festgelegte Fahrzeugklasse ändert;
  • eine Gefährdung des Straßenverkehrs zu erwarten ist;
  • sich das Abgasverhalten und der Geräuschpegel dadurch verschlechtern;
  • ein abnahmepflichtiges Bauteil nicht der Prüfung unterzogen und in den Fahrzeugschein eingetragen wurde (Absatz 3).

Unter den vorletzten Punkt fallen insbesondere Änderungen am Auspuff. Ist die Lärmemission durch ein Auspufftuning zu hoch und überschreitet einen gewissen Dezibelbereich, dürfen die Behörden die Zulassung für den Wagen einziehen. Eine übermäßige Lärmbelastung durch Kraftfahrzeuge ist nicht hinzunehmen.

Auch bei zu hohem Schadstoffausstoß, etwa durch unzulässige Änderungen am Katalysator, können Sie die Betriebszulassung für das Fahrzeug verlieren.

Selbst wenn Umbauten zulässig sind, gilt: Ist laut Gesetz die Abnahme der Fahrzeugveränderung durch eine Prüforganisation vorgeschrieben, muss diese auch zwingend erfolgen. Bleibt die Prüfung durch TÜV, DEKRA oder andere Prüfer aus, kann auch bei eigentlich erlaubten Modifikationen der Entzug der Betriebszulassung für das Kfz drohen.

Welche Tuning-Maßnahmen sind in der Regel abnahmepflichtig?

  • Felgen
  • Änderungen am Fahrwerk
  • Bauteile für die Aerodynamik (Spoiler)

In Deutschland dürfen Sie laut StVZO nur Bauteile für Fahrzeuge verkaufen, herstellen und erwerben, die den Zulassungsvoraussetzungen entsprechen. Hierzu gehören vor allem Scheiben, Reifen, und Beleuchtungseinrichtung (§ 22 StVZO). Entsprechen die angebauten Autoteile zudem noch den Angaben im Fahrzeugschein, sind Sie stets auf der sicheren Seite.

Vorsicht: Auch neue Reifen in falscher Größe an Ihrem Auto können zum zeitweisen Entzug der Zulassung führen. Ihnen ist bei der Reifenwahl ein gewisser Spielraum gegeben, er lässt sich jedoch nur in diesem eng abgesteckten Feld legal ausreizen.

Kaufen Sie sich daher Tuning-Zubehör auf dem deutschen Markt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie nicht gegen baurechtliche Vorschriften verstoßen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Tuning-Fans stets ratsuchend an eine spezialisierte Tuning-Werkstatt wenden. Sind die Anbieter seriös, können sie auch zuverlässig Auskunft erteilen über die Zulässigkeit der vom Kunden gewünschten Modifikationen.

Autotuning: Bereiche und Arten

Welche Arten des Tunings gibt es? Eine generelle Unterscheidung ist dahingehend zu treffen, welche Fahrzeugteile eine Modifikation erfahren. Ein Auto besteht aus folgenden groben Kernbereichen:

  • Fahrzeugtechnik (u.a. Motor, Beleuchtung und Software)
  • Fahrwerk
  • Karosserie
  • Innenraum

Eine Unterscheidung zeigt sich auch darin, zu welchem Zweck am Auto das Tuning vorgesehen ist:

  • Leistungssteigerung
  • Aerodynamik
  • Optik und Styling
  • Akustik

Nach diesen Pkw-Bestandteilen lassen sich auch die Tuningbereiche unterscheiden. Lesen Sie im Folgenden eine kurze Einführung zum Motoren-, Fahrwerk-, Karosserie-, Innenraum- und Beleuchtungstuning.

Motor-Tuning

Es gibt verschiedene Wege, die Motorleistung zu erhöhen:

  • Lachgaseinspritzung
  • Chip-Tuning
  • Ladeluftkühlung
  • Wassereinspritzung
  • Motoraufladung

Beim Tunen des Motors geht es in erster Linie um die Leistungssteigerung von Fahrzeugen. Auch der Kraftstoffverbrauch und die Lebensdauer von Motoren ist durch technische Umbauten veränderlich.

Beim Motor-Tuning sind nicht zwingend technische Umbauten vonnöten.

Beim Motor-Tuning sind nicht zwingend technische Umbauten vonnöten.

Für das Chip-Tuning eignen sich insbesondere Dieselmotoren mit Turboaufladung. Zu beachten ist jedoch, dass die am und im Motor verbauten Materialien auf die Mehrleistung und oft damit einhergehende, vermehrte Hitzebildung ausgelegt sind. Auch das integrierte Kühlsystem muss der stärkeren Hitzewirkung durch die Leistungssteigerung standhalten können.

Beim Chip-Tuning ändern Tuner die elektronischen Parameter der Motorensteuerung. Fahrzeuge funktionieren heute in größerem Maße über elektronische Steuerelemente. Sie gleichen eher komplexen Computersystemen. Viele Maßnahmen im Tuningbereich bewegen sich daher auch auf dieser technologischen Ebene.

Über den Anschluss eines Computers an die Softwareverbindungen des Fahrzeuges können Fachleute die Einspritzung und den Ladedruck des Motors verändern. Ohne dass also technische Umbauten am Motor nötig werden, können Profis die Motorleistung und den Drehmoment erhöhen. Jeder Motor verfügt über gewisse Reserven, die beim Fahrzeugbau nicht voll ausgenutzt werden, da entsprechende Leistungen im normalen Straßenverkehr nicht vonnöten sind.


Chip-Tuner nutzen diesen Aspekt und reizen durch Softwaremanipulationen diese Leistungsfähigkeit aus. Doch Vorsicht ist geboten. Sind die Bauteile des Motors nicht auf die Mehrbelastung ausgelegt, können schnell Getriebe- und Motorschäden folgen. Das Chip-Tuning an Ihrem Fahrzeug sollten Sie daher nur in seriösen Tuning-Werkstätten vornehmen lassen, damit die Lebensdauer des Motors nicht leidet.

Beim sogenannten Öko-Tuning, bei dem auch Softwaremodifikationen zum Einsatz kommen, gehen die Tuner andere Wege. Ziel der Überarbeitung ist nicht die Leistungssteigerung, sondern die Langlebigkeit und Effizienz des Motors. Der Kraftstoffverbrauch – und damit auch der Ausstoß von Stickoxid und anderen Treibhausgasen – sollen insgesamt minimiert werden. Dies allerdings ohne, dass die Motorleistung zu stark abnimmt.

Durch die sogenannte Lachgaseinspritzung soll die Motorenleistung von Verbrennungsmotoren gesteigert werden. Diese Methode wandte erstmals Walther Nernst um 1900 an. Sie ist besonders bekannt durch die US-amerikanischen Dragsterrennen und die Filmreihe „The Fast and The Furious“.

Mittels hohem Druck (heute in der Regel Kaltdruck) verflüssigtes Distickstoffmonoxid (Lachgas, umgangssprachlich auch Nitro) wird dabei gemeinsam mit dem Treibstoff in die Verbrennungsmotoren (Benzin oder Diesel) eingeleitet.

Die Lachgaseinspritzung ist in Deutschland hochgradig illegal! Sie ist daher auch nicht zulassungsfähig.

Durch die Erhitzung im Motor zerfällt das Lachgas in Stickstoff und Sauerstoff. Durch die erhöhte Sauerstoffkonzentration wird die Treibstoffverbrennung insgesamt schneller und energiereicher. Es kann in kürzerem Zeitraum mehr Kraftstoff verbrennen. So erzielen Tuner eine Erhöhung der Drehzahl des Motors. Bei der Lachgaseinspritzung erhöht sich jedoch auch der Kraftstoffverbrauch.

Fehlt der zusätzliche Kraftstoff, kann es durch Verbrennungsaussetzer zum Stottern des Motors kommen. Die Leistungssteigerung des Motors ist dabei stets nur von kurzer Dauer.

Distickstoffmonoxid fällt unter die Gefahrenstoffe bzw. -güter.

Durch einen Ladeluftkühler (englisch intercooler) wird die Temperatur in den Verbrennungszellen von Motoren heruntergeregelt. Tuner verbauen den Ladeluftkühler zwischen dem Verdichter und dem Einlassventil. Ein Teil der im Motorraum entstehenden Hitze führt der Kühler so ab.

Beim Tuning kann auch der Kraftstoffverbrauch beeinflusst werden.

Beim Tuning kann auch der Kraftstoffverbrauch beeinflusst werden.

Die in die Kammer eingeleitete Luft ist kühler und ermöglicht die Verbrennung von mehr Kraftstoff, ohne dass der Motor überhitzt. Mehr Sauerstoff gelangt in den Brennraum und mehr Kraftstoff wird verbrannt. Dadurch erhöhen sich Leistung und Drehzahl des Verbrennungsmotors. Die Kühlung der Motoren bewirkt eine geringere Wärmebelastung der Motorenbauteile und ermöglicht zudem eine gleichmäßige Verbrennung.

Besonders bei Dieselfahrzeugen dienen Ladeluftkühler aber auch zu effizienterem Kraftstoffverbrauch. Das Herunterfahren des Treibstoffverbrauchs kann ebenfalls erzielt werden und somit auch die Einhaltung der vorgeschriebenen Abgaswerte gewährleisten. Durch die bessere Sauerstoffzufuhr kann der Kraftstoff insgesamt auch effizienter verbrennen.

Die Wassereinspritzung soll über die Kühlfunktion Ähnliches bewirken. In die Verbrennungsluft (im Ansaugtrakt) eingespeistes, destilliertes Wasseroder Wasser-Alkohol-Gemisch – verdampft. Über die Verdunstung wird thermische Energie aufgenommen und abgeleitet. Die Temperatursenkung im Motorraum erhöht die Leistungsfähigkeit des Verbrennungsmotors und senkt zugleich den Schadstoffausstoß.

Verdunstungswärme bewirkt effektiv eine Ladeluftkühlung. Auch die Innenkühlung des Motors ist so möglich.

Die kühlere Verbrennungsluft neigt insgesamt weniger zu Motorenklopfgeräuschen. Auch hier steigt jedoch in der Regel der Kraftstoffverbrauch.

Die Wassereinspritzung findet heute insbesondere im Motorsportbereich zur Leistungssteigerung der Fahrzeugmotoren Anwendung.

Eine andere Form der Wassereinspritzung wird heute im Tuningbereich genutzt. Durch die Einleitung von Wasser in den Auspuff vermindert sich die Schallgeschwindigkeit. Die Drehmomentkurve ist dabei herabgesenkt. Auch die Abgaswerte sollen sich hierüber beeinflussen lassen.

Bei der Motoraufladung wird Luft unter erhöhtem Einsatz von Druck in den Verbrennungsmotor eingeleitet. Die Luft im Brennraum wird gewissermaßen verdichtet.
Ähnlich wie bei den vorangegangenen Techniken, steht so mehr Sauerstoff für die Kraftstoffverbrennung bereit.

Der erhöhte Druck in der Brennkammer verringert die nötige Ansaugkraft des Motors, da die Luft von außen – mit dem geringeren Druck – leichter in die Verbrennungskammer strömt. So kann der Motor die Energie einsparen bzw. für andere Arbeitsleistungen nutzen.

Für die Druckerzeugung wird bei der Motoraufladung in der Regel die thermische Restenergie der Abgase genutzt. Der Verdichter wird durch eine Abgasturbine – über eine Kurbelwelle miteinander verbunden – angetrieben. So ist auch die Senkung des Schadstoffausstoßes möglich.

Ein wesentlicher Nachteil der Motoraufladung ist jedoch die Entwicklung höherer thermischer Energie. Nicht alle Motoren und Motorenteile sind ausreichend auf diese zusätzliche Hitzeentwicklung ausgelegt. Daher sollten Sie in jedem Falle sichergehen, dass Ihr Fahrzeugmotor der zusätzlichen Belastung standhalten kann.

Bei Dieselfahrzeugen sind Motorenlader in Form von sogenannten Turboladern – oder Abgasturboladern – schon eher die Regel. Sie sind damit eine Errungenschaft des Tunings, die sich im Alltagsgeschäft bewährte. Bei Ottomotoren dienen zumeist Kompressoren der Verdichtung der Luft in den Brennkammern.

Eine Leistungssteigerung des Motors von mehr als fünf Prozent ist genehmigungspflichtig. Das getunte Fahrzeug muss in jedem Falle bei einer zertifizierten Prüforganisation vorgestellt werden. Änderungen trägt die Werkstatt dann in den Fahrzeugschein ein, sofern sie den Vorschriften noch entsprechen.

Im weitesten Sinne zählen zum Motor-Tuning auch zahlreiche andere Umbauten. Hierzu gehören insbesondere auch der Einbau von strömungsoptimierten Katalysatoren oder Endschalldämpfer. Endschalldämpfer dienen in erster Linie optischen und akustischen Änderungen am Fahrzeug.

Auch eine Änderung der Ansprechzeit des Gaspedals können Tuner über die Modifikation der Software erzielen. Das Pedal reagiert hiernach empfindlicher und präziser auf die Betätigung. In vielen Fahrzeugen ist diese Funktion bereits serienmäßig verbaut. Der Fahrer kann die Ansprechzeit durch Betätigung einer sogenannten Sporttaste beeinflussen.

Zum Motortuning im weitesten Sinne zählen auch Feinabstimmungen an folgenden Bauteilen und technischen Abläufen:

  • Kupplung
  • Schaltgetriebe
  • Benzineinspritzung
  • Ansaugkanäle und Ventile: Durch Vergrößerung und die Optimierung der Strömungsabläufe kann hierbei eine Leistungssteigerung erfolgen.
  • Sportnockenwellen: Durch den Einbau können die Steuerzeiten optimiert werden.
  • Kolben: Der Einbau leichterer Schmiedekolben oder die Ergänzung der vorhandenen mit Ventiltaschen steigt die Motorleistung.
  • Kurbelwelle: Abfräsen oder Erleichtern der Kurbelwellen kann den Drohmoment erhöhen.
  • Zündkerzen: Die dauerhafte Einstellung der Zündkerzen auf die Frühzündung und den Einbau stärkerer Kerzen kann die Motorleistung optimiert werden.
  • Motor: Der komplette Motorblock kann gegen einen anderen, stärkeren Motor ausgetauscht werden.
Beim Motor-Tuning steht in der Regel die Leistungsoptimierung im Vordergrund.

Beim Motor-Tuning steht in der Regel die Leistungsoptimierung im Vordergrund.

Fahrwerk-Tuning

Neben der Leistungssteigerung des Fahrzeugmotors sind auch Änderungen am Fahrwerk der Kfz für Tuner von Interesse. In den Bereich des Fahrwerk-Tunings gehören vor allem Änderungen an den Federn und Stoßdämpfern eines Fahrzeugs.

Folgende Maßnahmen dienen der Tieferlegung von Fahrzeugen:

  • Einbau von Tieferlegungsfedern
  • Umwandlung zu einem Sportfahrwerk oder Gewindefahrwerk
  • Lowrider: Hydraulik-Fahrwerke oder Luftfederung
  • Felgen und Reifen

Bei der Tieferlegung des Fahrwerks wird die gesamte Karosserie herabgesetzt und liegt somit näher über dem Boden.

Beim Tieferlegen des Fahrwerks ist unbedingt darauf zu achten, dass die Karosserie nicht zu nah an den Reifen anliegt. Entsteht Reibung zwischen Reifen und Kotflügeln, können schwere Schäden am Fahrzeug entstehen. Auch die Unfallgefahr durch einen platzenden Reifen steigt wesentlich. Ein derart manipuliertes Auto dürfen Sie auf öffentlichen Straßen nicht führen.


Ein Fahrzeug kann zum Beispiel durch sogenannte Tieferlegungsfedern abgesenkt sein. Hierbei tauschen Tuner die serienmäßigen Federn des Fahrwerks an der Radaufhängung bzw. an den Stoßdämpfern gegen Federn aus, die kürzer und härter sind.

Da die serienmäßigen Stoßdämpfer am Fahrzeug jedoch nicht auf die neuen Fahrwerksfedern ausgelegt sind, müssen Sie mit Einbußen bei der Fahreigenschaft und der Lebensdauer der Dämpfer rechnen.

Bei sogenannten Sportfahrwerken hingegen findet neben dem Austausch der Fahrwerksfedern auch der Wechsel der Stoßdämpfer statt. Die bessere Abstimmung der beiden Bauteile aufeinander beeinflusst auch die Fahreigenschaften des Pkw positiv. Auch Verschleißerscheinungen treten so nicht allzu schnell zu Tage.

Gewindefahrwerke sind Abwandlungen der klassischen Sportfahrwerke. Über eine Gewinde an den Federn ist die Höhe des Fahrwerks individuell einstellbar. Diese Technik stammt aus dem Rennsportbereich.

Tuning: Die Vorschriften der StVO  sollten Sie unbedingt beachten.

Tuning: Die Vorschriften der StVO sollten Sie unbedingt beachten.

Zu den größeren Umbauten am Fahrwerk zählt der Wandel des Fahrzeugs hin zum sogenannten Lowrider. Über Hydraulikpumpen ist der Wechsel der Fahrzeughöhe zum Teil auch schon auf Knopfdruck über eine Fernbedienung regelbar. Derartig umgebaute Wagen – auch Jumpcars genannt – dienen vor allem Showzwecken.

Tuner ersetzen bei diesen Extremumbauten die Federung inklusive der Stoßdämpfer komplett durch hydraulische Pumpensysteme. Die Stempel können dabei zumeist an allen vier Reifen unabhängig voneinander in der Höhe verstellt werden. Die Höhe an allen vier Rädern der Achsen ist dabei individuell und unabhängig voneinander steuerbar.

Bei der Pneumatikfederung tauschen Tuner die Bauelemente gegen Luftfederungsstoßdämpfer aus. Kompressoren im Wageninneren erzeugen Druckluft, die zu Höhenveränderungen am Fahrwerk genutzt werden kann. Die Druckluft können Sie gegebenenfalls auch an entsprechenden Tankstellen auffüllen. Anders als bei den Hydraulikstempeln sind bei diesem Umbau noch Stoßdämpfer und Federung integriert.

Luftfederung kann bei Einhaltung von gesetzlichen Rahmen in Deutschland zugelassen sein. Bei einigen, neuen Oberklassewagen ist die Luftfederung sogar bereits serienmäßig vergebaut.

Auch Omnibusse laufen zumeist über entsprechende Einrichtungen. Die Luftfederung ermöglicht dann zum Beispiel das Herabsenken der rechten Fahrzeugseite, damit die Fahrgäste leichter Ein- und Aussteigen können.

Neben dem Tieferlegen zählt zum Fahrwerkstuning auch der Umstieg auf andere Felgen oder Reifen. Durch den Einsatz von Leichtmetallfelgen verringert sich zum Beispiel die Belastung für das geringer gefederte, tiefergelegte Auto. Zu Showzwecken setzen Tuner mitunter auch besonders verzierte, leuchtende oder verchromte Felgen ein.

Durch den Wechsel auf Reifen mit einer breiteren Lauffläche kann Einfluss auf die Fahreigenschaften und die Fahrstabilität genommen werden. Durch die größere Straßenhaftungsfläche verbessern sich mitunter Kurvenlaufeigenschaft und Bremsverhalten.

Karosserie-Tuning

Beim Tunen der Karosserie sind alle größeren und kleineren Veränderungen am Fahrzeugaufbau eingeschlossen. Neben der Verbesserung der Aerodynamik und damit der Fahreigenschaften des Wagens können Anpassungen hier auch nur dem optischen Zwecke dienen.

Zum Karosserietuning zählen u.a.:

  • Chopping
  • Channeling
  • Cleaning
  • Türwechsel
  • Anbau von Spoilern

Der englische Begriff Chopping meint wörtlich „zer- bzw. abhacken“. Bei dieser Tuningmethode werden Teile aus den Säulen der Karosserie gesägt und das Dach so heruntergesetzt. Zudem verkleinern sich damit auch die Fensterflächen und der Wagen ist insgesamt ährodynamischer.

Tuning ist besonders im Motorsport von Bedeutung.

Tuning ist besonders im Motorsport von Bedeutung.

Beim Channeling handelt es sich um eine Methode des Tieferlegens, die über Änderungen an der Karosserie erfolgt. Der gesamte Aufbau wird dabei über dem Fahrwerk herabgesetzt. An der unteren Seite der Karosserie schweißen Tuningspezialisten hierzu Kanäle (englisch: channel), um den Aufbau am Rahmen neu zu befestigen.

Eine vor allem optische Verwandlung beschreibt das Cleaning (Säubern). Die Optik des Fahrzeugs störende Elemente werden dabei entfernt, die entstandenen Löcher mit Blech geschlossen.

Welche Elemente entfernen Tuner beim Cleaning?

  • Zierleisten
  • Türgriffe
  • Schriftzüge
  • Abdeckungen

Doch auch der Einbau gänzlich neuer Türsysteme ist für Tuner interessant. Anders als normale Türen finden hier vermehrt Flügel- und Scherentüren Anklang. Derartige Umbauten sind jedoch mit einem großen Arbeitsaufwand und mit hohen finanziellen Ausgaben verbunden. Neben Umbauten an der Karosserie sind hier auch komplett neue Aufhängungen für die Türen vonnöten.

Scherentüren kennen die meisten vermutlich von oberklassigen Sportwagenherstellern wie z. B. Lamborghini. Die Türen setzen an der A-Säule der Karosserie – Frontscheibensäule – an und öffnen sich von diesem Gelenk aus schräg nach oben.

Die Flügeltüren sind vielen Leuten vermutlich aus dem 1980er-Jahre-Klassiker „Zurück in die Zukunft“ bekannt. Der DeLorean DMC-12 für Zeitreisende war zur damaligen Zeit ein echter Ladenhüter. Doch auch an Modellen von Lamborghini und Mercedes testeten die Autohersteller bereits dieses Türsystem. Tesla brachte erst kürzlich mit seinem Modell X (Stand 2015) einen Flügeltürer auf den Markt – mit zukunftsweisender Elektromotortechnik.

Die Türengelenke von Flügeltüren befinden sich im Dachbereich über Fahrer und Beifahrer. Zum Öffnen klappen die Insassen die Türen nach oben in Richtung Dach auf. Die offen stehenden Türen gleichen dabei von vorn gesehen den Flügeln von Vögeln.

Zum Karosserietuning können generell auch Lackarbeiten und der Anbau von Heckspoilern zählen. Doch nicht nur das Äußere von Fahrzeugen verändern Tuner gerne.

Bequemes Auto durch Innenraum-Tuning

Auch im Fahrzeuginnenraum nehmen Tuning-Fans vermehrt Veränderungen vor. Die Möglichkeiten sind hier beinahe grenzenlos. Neben dem Einbau neuer Sitz- und Gurtsysteme – zum Beispiel Sportsitze – sind auch die Bezüge von Sitzen zunehmend von Interesse. Über den Innenraum lassen sich viele Individualisierungen realisieren, die in der Regel nicht genehmigungspflichtig sind.

Der Einbau neuer Armaturen aus Leder, Hölzern und typfremden Fahrzeugserien zählt ebenso zu den möglichen Innenausbauten. Der Einbau neuer Lenkräder ist zusätzlich möglich.

Das Audio-Tuning gehört als Unterkategorie ebenfalls zum Innenraum-Tuning. Einige Fahrzeughalter verbauen kräftige Bassboxen und Surround-Sound-Systeme. Durch die zunehmende technologische Entwicklung finden sich mitunter gar ganze Heimkinosysteme, z. B. integriert in den Kopfstützen der Frontsitze.

Beim Audio-Tuning ist Vorsicht geboten: Das Gehör der Fahrzeuginsassen kann bei zu viel Dezibel Schädigungen davontragen. Außerdem darf die Musik bei der Fahrt nie so laut gestellt sein, dass Warnsignale wie Nebelhörner und Sirenen nicht mehr wahrnehmbar sind.

Tuning der Beleuchtung

Neben allen zuvor genannten Tuningbereichen ist insbesondere auch die Beleuchtung immer wieder von Interesse für Tuner. Der Einbau zusätzlicher Scheinwerfer wie Nebelscheinwerfer, Tagfahrleuchten, Positionsleuchten und Unterbodenbeleuchtung zählt hierzu. Es gilt jedoch, schon bei dem Einbau von Glühlampen bzw. LEDs die gesetzlichen Richtlinien zu beachten.

Die zulassungsfähigen Beleuchtungseinrichtungen bestimmt §§ 49 bis 54 StVZO. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bietet bei diesen umfangreichen Regelungen jedoch auch einen größeren Spielraum. Änderungen sind nicht in jedem Falle untersagt.

Auch Tagesleuchtfarben (Neonfarben) sind nur bedingt als Lackierung von Fahrzeugen zulässig. Sie fallen ebenfalls unter die Bestimmungen zur Fahrzeugbeleuchtung und sind als Warnfarben meist nur Fahrzeugen der Feuerwehr, Krankenwagen usf. vorbehalten (§ 49a StVZO).

Das Auto-Styling

In einer spezialisierten Tuning-Werkstatt kann auch nur der Designfaktor von Fahrzeugen im Vordergrund stehen. Neben spezieller Lackierung – gegebenenfalls auch mit detailreichen Motiven – zählen zu den optischen Veränderungen am Fahrzeug besonders auch der Anbau verchromter Elemente.

Felgen überzogen mit einer Chrom-Legierung wirken besonders hochwertig durch den klaren Oberflächenglanz. Auch Stoßstangen und Elemente aus dem Innenraum können durch Chrom veredelt werden.

Das Styling macht die getunten Kfz zu individuellen Schmuckstücken. Hintergrund für die vielfältige Gestaltung bei der Feinabstimmung von Fahrzeugen ist neben der generellen Leistungsoptimierung des eigenen Gefährts auch die Individualisierung der Serienmodelle.

Kraftfahrzeuge und Fahrräder kommen zumeist vom Band und sind dann in der Regel gleich ausgestattet. Die Entscheidungen, die dem Käufer beim Händler bleiben, bewegen sich meist in eng gestecktem Rahmen: Klimaanlage ja oder nein? Welche Lackfarbe? Sitzheizung?

Tuning von anderen Fahrzeugen

Überwiegend findet Tuning am Auto statt. Doch auch andere Fahrzeuge sind in der Leistung gestaltbar und optisch individualisierbar. Über die Jahre hinweg haben sich neben dem Pkw-Tuning zahllose Bereiche gebildet, wie z. B.:

  • Lkw-Tuning
  • SUV-Tuning
  • Offroad-Tuning (Geländewagen)
  • Quad-Tuning
  • Moped-Tuning
  • Scooter-Tuning bzw. Roller-Tuning
  • Fahrrad-Tuning

Das Tuning ermöglicht es den Besitzern zudem, das Fahrzeug auf die eigenen Bedürfnisse und nach dem eigenen Geschmack zu gestalten. Kfz und Fahrrad sind für Tuner nicht nur reiner Besitz, sondern Liebhaberstücke. Es zeigt sich hier das Bedürfnis des Menschen, sein Hab und Gut zu pflegen, zu hegen und frei zu gestalten.

Das Kfz-Tuning schwerer Lkw ist bis heute überwiegend in den USA zu finden. Berufskraftfahrer verbringen sehr viel Zeit in Ihren Fahrzeugen. Aus diesem Grund entsteht der Wunsch, sich in und mit seinem Gefährt so wohl als möglich zu fühlen. Die amerikanischen Trucks eignen sich besonders gut für das Tuning, da sie insgesamt mehr Fläche für Änderungen bieten.

Lkw-Tuning ist besonders in den USA weit verbreitet.

Lkw-Tuning ist besonders in den USA weit verbreitet.

Zudem sind die rechtlichen Vorgaben und Beschränkungen im Tuningbereich in den Vereinigten Staaten insgesamt weniger streng als in den EU-Mitgliedsstaaten und Deutschland. Besonders auch für Lastkraftwagen sind die sicherheitsrelevanten Bestimmungen recht eng gefasst. Ein Tuning lohnt sich für Lastkraftwagenfahrer meist nur im Innenraum oder aber unter rein ästhetischen Gesichtspunkten.

Das Tuning von Roller bzw. Scooter und Moped ist in der Regel auf die Leistungssteigerung ausgelegt. Besonders noch nicht volljährige Führerscheinhaber neigen dazu, die Drosselung der Motoren Ihrer Roller zu umgehen und so mehr als 45 oder 50 Stundenkilometer fahren zu können.

Erst in den letzten Jahren ist zudem der Markt für optisches Tuning von Rollern gewachsen. Auch hier steht der Wunsch nach Einzigartigkeit im Vordergrund der Halter.

Beim Tuning vom Motorrad steht vor allem die Leistungssteigerung im Mittelpunkt des Interesses. Doch die Gefährdung des Verkehrs und der Fahrer selbst ist durch überzogene Geschwindigkeiten enorm. Die Straßenverhältnisse eignen sich nicht im selben Maße für übermäßig hohes Tempo, wie es auf Rennstrecken der Fall ist – zumal im öffentlichen Verkehr Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten.

Aus technischer Sicht sind an Lkw, Auto und Co. dem Tuning kaum Grenzen gesetzt. Die gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Landes müssen jedoch eingehalten werden, wenn die Fahrzeughalter keine Strafe riskieren wollen.

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