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Zündkerze wechseln: Intervall, Kosten, Anleitung

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 13. Oktober 2021

FAQ: Zündkerze wechseln

Wann müssen Zündkerzen gewechselt werden?

Das Zündkerzen-Wechselintervall hängt insbesondere vom Material ab. Hochwertige Zündkerzen können bis zu 100.000 km lang genutzt werden, ehe ein Austausch nötig ist. Minderwertige Produkte schaffen oft nur 20.000 bis 30.000 km. Mitunter ist ein Wechsel schon vor Ablauf des empfohlenen Intervalls nötig. Woran Sie merken, dass eine Zündkerze defekt ist und ausgetauscht werden muss, erklären wir hier.

Kann man eine Zündkerze beim Auto selber wechseln?

Ja, dies ist möglich, erfordert aber einiges Geschick und das richtige Werkzeug, wie z. B. einen Drehmomentschlüssel. Wie Sie beim Wechsel Ihrer Zündkerzen vorgehen müssen, können Sie in unserer Anleitung nachlesen.

Wie viel kostet eine Zündkerze?

Eine einzelne Zündkerze kostet ca. 2 bis 20 Euro, je nachdem wie hochwertig sie ist. Beachten Sie, dass die Gesamtkosten von der Anzahl der benötigten Zündkerzen abhängen, welche sich wiederum nach der Anzahl der Zylinder in Ihrem Motor richtet. Lassen Sie den Wechsel in einer Werkstatt vornehmen, kommen noch die Montagekosten hinzu. Zusammen mit dem Anschaffungspreis für die neuen Zündkerzen können Sie hier auf 80 bis 300 Euro kommen.

Die Zündkerze ist ein essentieller Bestandteil des Benzinmotors

Zündkerze wechseln: Wann ist das nötig?
Zündkerze wechseln: Wann ist das nötig?

Verbrennungsmotoren funktionieren auf eine raffinierte Weise: In einem Zylinder wird ein Gemisch aus Kraftstoff und Luft entzündet. Bei dieser Verbrennung steigt nicht nur die Temperatur in dem Zylinder, sondern auch der Druck, wodurch ein Kolben in dem Zylinder nach unten gepresst wird. Diese Bewegung wird auf eine Kurbel übertragen, es entsteht eine Drehbewegung und schon setzt sich das Fahrzeug in Bewegung.

Doch damit es dazu kommt, muss das Kraftstoff-Luft-Gemisch erst einmal entzündet werden. In einem Dieselmotor erfolgt das automatisch, da die Temperaturen in dem Zylinder so hoch sind, dass sich der Dieselkraftstoff von selbst entzündet (weshalb solche Motoren auch als Selbstzünder bekannt sind). Bei einem Benzinmotor wiederum funktioniert dies nicht, da Benzin eine höhere Zündtemperatur aufweist. Hier ist also ein wenig Unterstützung nötig, damit auch im Benzinmotor eine Verbrennung stattfindet. Diese Unterstützung erfolgt über die Zündkerze, die – wie ihr Name vermuten lässt – dafür zuständig ist, das Benzin-Gemisch im Motor zu zünden. Dieses kleine Bauteil hat also eine bedeutsame Funktion, weshalb es wichtig ist, eine defekte Zündkerze schnell zu wechseln.

Lebenserwartung von Zündkerzen: Wann Sie sie wechseln sollten!

Zündkerzen sind regelmäßig Hitze, hohem Druck und chemischen Rückständen durch den Verbrennungsprozess ausgesetzt. Das führt mit der Zeit zu einem unaufhaltsamen Verschleiß. Wann Sie eine Zündkerze wechseln müssen, hängt vor allem von deren Material ab. Die einfachsten Zündkerzen bestehen aus einer Kupfer-Nickel-Legierung und verschleißen relativ schnell. In der Regel müssen solche Zündkerzen nach 20.000 bis 30.000 gefahrenen Kilometern gewechselt werden.

Platin- oder Iridium-Zündkerzen besitzen wiederum eine deutlich längere Laufleistung und können bis zu 100.000 Kilometer lang durchhalten. Achten Sie hier auf die Angaben des Zündkerzenherstellers, um zu wissen, wann dieser zum Austausch rät.

So erkennen Sie eine defekte Zündkerze

Zündkerzen wechseln: Das empfohlene Intervall hängt vom Material ab.
Zündkerzen wechseln: Das empfohlene Intervall hängt vom Material ab.

Ist der Verschleiß bei einer Zündkerze zu hoch, kann ein Zylinder möglicherweise nur noch eingeschränkt funktionieren oder sogar komplett aussetzen. Dies macht sich oft durch verschiedene Symptome bemerkbar, wie z. B.

  • verringerte Motorleistung
  • schlechte Gasannahme
  • Startprobleme
  • Motorstottern
  • Motorklopfen
  • Zündaussetzer
  • Ruckeln des Autos
  • erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Benzingeruch (da der Kraftstoff nicht vollständig verbrennt)

Sollten Sie eines dieser Symptome bei Ihrem Fahrzeug feststellen, ist es ratsam, einmal einen Blick auf die Zündkerzen zu werfen. Weisen die Elektroden Verkrustungen auf oder sind weiße oder schwarze Ablagerungen zu erkennen, sollten Sie die Zündkerze wechseln. Haben die Elektroden hingegen eine gleichmäßig braune Farbe, ist Ihre Zündkerze noch einsatzbereit. In diesem Fall ist das Problem anderswo zu suchen. Überprüfen Sie z. B. die Zündspule oder das Zündkabel.

Zündkerzen selber wechseln: Eine Anleitung

Möchten Sie den Wechsel Ihrer Zündkerzen eigenständig vornehmen, sollten Sie folgende Schritte befolgen:

  1. Stellen Sie die Zündung aus und lassen Sie den Motor abkühlen
  2. Öffnen Sie die Motorhaube.
  3. Klemmen Sie die Autobatterie ab.
  4. Montieren Sie ggf. die Motorabdeckung.
  5. Je nach Motormodell müssen Sie nun die Kerzenstecker oder Zündspulen entfernen, um an die Zündkerzen heranzukommen.
  6. Reinigen Sie den Zündkerzenschacht mit einem Pinsel oder etwas Druckluft, damit nach dem Entfernen der Zündkerze kein Schmutz in den Zylinder gelangen kann.
  7. Schrauben Sie die Zündkerze an ihrer Anzugsmutter heraus. Verwenden Sie dafür einen Zündkerzenschlüssel und achten Sie darauf, das Gewinde nicht zu beschädigen.
  8. Wenden Sie keine Gewalt an! Sollte sich die Zündkerze nicht leicht herausdrehen lassen, können Sie den Motor mit einem Heißluftföhn erwärmen, wodurch sich das Gewinde weitet.
  9. Merken Sie sich, welcher Kerzenstecker zu welchem Zylinder Ihres Motors gehört. Nummerieren Sie die Kerzenstecker notfalls mit etwas Klebestreifen.
  10. Reinigen Sie die Zündkerzenschächte mit einem Lappen. Achten Sie dabei darauf, dass kein Schmutz in den Brennraum unter den Kerzenschächten gelangt.
  11. Drehen Sie die neue Zündkerze per Hand in das Gewinde ein. Sollte es sich um tiefsitzende Zündkerzen handeln, können Sie einen Schlauch zu Hilfe nehmen.
  12. Ziehen Sie die Zündkerze mit einem Drehmomentschlüssel fest. Welches Anzugsmoment Sie bei dem Schlüssel einstellen müssen, können Sie den Herstellerangaben der Zündkerze entnehmen. Durch die Verwendung des Drehmomentschlüssels wird sichergestellt, dass die Zündkerze weder zu locker noch zu fest gezogen wird.
  13. Stülpen Sie den Kerzenstecker wieder auf den Zündkerzenanschluss und montieren Sie ggf. wieder die Zündspulen und die Motorabdeckung.

Zündkerzenwechsel: Kosten in der Werkstatt

Möchten Sie die Zündkerzen nicht selbst tauschen, können Sie das auch einen Fachmann übernehmen lassen.
Möchten Sie die Zündkerzen nicht selbst tauschen, können Sie das auch einen Fachmann übernehmen lassen.

Möchten Sie sich den Aufwand sparen, können Sie auch einfach in die Werkstatt Ihres Vertrauens fahren und dort die Zündkerzen wechseln lassen. Der Preis für diese Leistung hängt vor allem von Ihrem Motor ab: Besitzt dieser viele Zylinder, müssen logischerweise auch mehr Zündkerzen getauscht werden. Manche Motoren erfordern zudem Hochleistungszündkerzen, die einen höheren Anschaffungspreis haben. Und nicht zuletzt kann natürlich die Werkstatt selbst die Preise festlegen. Insgesamt sollten Sie hier mit Kosten zwischen 80 und 300 Euro rechnen.

Dies ist natürlich deutlich teurer, als wenn Sie die Zündkerzen selbst wechseln, aber vor allem wenn Sie selbst nicht so erfahren sind, kann es ratsam sein, dies lieber einem Fachmann zu überlassen. Dadurch verringert sich nicht nur das Risiko, dass beim Zündkerzenwechsel etwas schief geht, ein erfahrener Mechaniker kann oft auch am Zustand der alten Zündkerzen erkennen, ob möglicherweise ein tiefergehendes Problem bei Ihrem Motor vorliegt.

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