Roller-Tuning: Mehr aus den Leichtgewichten herausholen

Wie können Sie Ihren Roller tunen?

Was ist beim Roller-Tuning möglich und erlaubt?

Was ist beim Roller-Tuning möglich und erlaubt?

Motorroller zählen unter den motorisierten Kraftfahrzeugen eher zu den Federgewichten, die auch vergleichsweise geringe Leistungen erbringen. Gerade in der Stadt und bei jungen Fahrern sind die kleinen Zweiräder jedoch sehr beliebt.

Nicht jeder möchte sich bei den 2- und 4-Takt-Rollern mit den vorgegebenen bauartbedingten Höchstgeschwindigkeiten zufriedengeben. Im Mittelpunkt des Interesses steht beim Roller-Tuning wie in jedem anderen Segment vor allem die Leistungssteigerung.

Doch wie können Sie mehr aus Ihrem 2- oder 4-Takt-Roller holen? Welches Tuning ist erlaubt? Erfahren Sie im folgenden Ratgeber, welche Möglichkeiten bestehen, um einen 50- oder 125-ccm-Roller per Tuning voranzubringen und welche Veränderungen Sie besser vermeiden sollten.

Welches Tuning ist beim Roller möglich?

Von China- bis E-Roller: Das Tuning ist auf vielen Wegen möglich.

Von China- bis E-Roller: Das Tuning ist auf vielen Wegen möglich.

Wie bereits angemerkt wird beim Tunen von Fahrzeugen verstärkt Augenmerk auf leistungssteigernde Umbauten gelegt. Grundsätzlich sind hier mehrere unterschiedliche Ansätze möglich:

  • Motorroller entdrosseln: Motorroller sind in aller Regel gedrosselt, gerade die kleineren Varianten wie Mofa und Mokick, für die eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 bzw. 45 km/h vorgegeben ist. Aber auch größere Roller sind hinsichtlich ihrer Leistung gedrosselt. Über den Ausbau der Drosselung oder Veränderungen kann die Leistung hier erhöht werden. So lässt sich der Roller einfach tunen – auch ohne viel Geld.
  • Roller-Tuning am Auspuff: Auch beim Roller kann grundsätzlich die Auspuffanlage verändert werden. Sportauspuff, der Austausch der gesamten Abgasanlage oder die Veränderung der Luftströmung in dem System: Die Varianten sind zahlreich, nicht alle sind legal. Hierzu jedoch später mehr.
  • Roller-Tuning am Vergaser: Über Veränderungen an dem Einspritzsystem des Fahrzeugsmotors soll ebenfalls eine Leistungssteigerung möglich sein. Denkbar sind etwa die Erhöhung der Einspritzmenge oder die Optimierung der Luftzufuhr in den Verbrennungsraum.
  • Roller-Variomatik: Auch das Tuning der Getriebe ist möglich. Dabei kann die Variomatik so angepasst werden, dass sie Schaltungen schneller übersetzt.
  • Chiptuning: Ebenso wie bei mehrspurigen Fahrzeugen können auch bei den kleinmotorigen Zweirädern Veränderungen an der Systemsoftware vorgenommen werden. Hierbei können Einspritzmenge, Drehzahlübersetzung, Zündsteuerung und weitere Vorgänge verändert und vermeintlich optimiert werden.
Vorsicht beim Chiptuning: Grundsätzlich ist die Software der Fahrzeuge von den Herstellern auf die vorgegebene Hardware optimal angepasst. Nicht in jedem Fall ist die Manipulation an den Daten also auch tatsächlich sinnvoll – gerade dann nicht, wenn entsprechende Bauteile nicht nachgerüstet werden. Laien sollten in jedem Fall davon absehen, sich am Chiptuning zu versuchen und das lieber den Profis in der Werkstatt überlassen.

Neben all diesen leistungssteigernden Vorgängen lässt sich beim Roller auch die Optik via Tuning an die Bedürfnisse und Wünsche des Halters anpassen: Folierungen, Anbau neuer Spiegel, breitere Räder: Der Markt hält allerlei Möglichkeiten für die individuelle Anpassung bereit.

Welche Veränderungen sind eintragungspflichtig beim Motorroller-Tuning?

Nicht alles, was gefällt, ist nun aber auch tatsächlich erlaubt. Beim Tuning muss daher vor allem auf die Zulässigkeit von Umbauten geachtet werden. Für manche Veränderungen genügt das Vorliegen einer Allgemeinen Bauartgenehmigung für Fahrzeugteile (ABE). Diese liegt dem Bauteil bei und enthält Angaben zu Fabrikaten, an denen die Komponenten angebracht werden dürfen.

Bei anderen Teilen hingegen ist ein zusätzliches Teilegutachten vonnöten. Auch das sollte dem entsprechenden Teil beigefügt sein. Nach dem Umbau müssen Tuner mit dem Teilegutachten beim TÜV vorstellig werden. Dieser nimmt dann die Umbauten ab und prüft vor allem den ordnungsgemäßen Einbau.

Beim Chiptuning ist in jedem Fall die Einzelabnahme notwendig. Dabei checken die Prüfer das Gefährt auf Herz und Nieren. Werden die Veränderungen abgenickt, kann der Halter mit der Prüfbescheinigung die Änderungen in die Zulassungsbescheinigung eintragen lassen.

Der Ausbau von und Veränderungen an sicherheitsrelevanten Bauteile oder die Drosselung ist nicht zulässig, sofern dies nicht vom TÜV abgesegnet und entsprechende Änderungen nach dem Roller-Tuning auch eingetragen werden.

Roller-Tuning – Was ist legal?

2- oder 4-Takt-Roller tunen: Nicht alles, was gefällt, ist auch legal.

2- oder 4-Takt-Roller tunen: Nicht alles, was gefällt, ist auch legal.

Sie wollen Ihren 50-ccm-Roller tunen? Sofern Sie sich beim Entdrosseln oder anderen Maßnahmen an die rechtlichen Vorgaben hinsichtlich Eintragungspflicht und Co. halten, haben Sie in vielerlei Hinsicht freie Hand.

Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, sollten Sie sich für das Roller-Tuning an eine Werkstatt wenden, die seriös und zuverlässig arbeitet und deren Angestellte sich auch mit den rechtlichen Fragen auskennen.

Aufpassen müssen all jene, deren Führerschein feste Vorgaben bestimmt: Fährt der Roller nach dem Tuning schneller, als Sie es laut der vorliegenden Fahrerlaubnis bzw. der Mofa-Prüfbescheinigung dürfen, bedeutet jede Fahrt auf dem Zweirad Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis. Das Fahren ohne Fahrerlaubnis stellt einen Straftatbestand dar! Für das Roller-Tuning kann als Strafe dann eine Freiheits- oder Geldstrafe verhängt werden – selbst wenn alle Veränderungen sachgemäß und eingetragen sind.

Besondere Vorsicht ist bei Veränderungen der Abgasanlage geboten: Durch den Ausbau des Katalysators oder dem Einbau einer Attrappe soll der Luftwiderstand geringer, die Leistung höher werden. Aber dies ist grundsätzlich nicht gestattet. Zusätzlich zum Fahren ohne Betriebserlaubnis und der Umweltverschmutzung kann dann auch noch ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung drohen: Durch den Umbau verändert sich nämlich der Schadstoffausstoß, nach dem sich die Kfz-Steuer bemisst. Durch den höheren Schadstoffausstoß stimmt die Einstufung bei der Kfz-Steuer nicht mehr.

Bußgeldtabelle zum Roller-Tuning

TatbestandBußgeldPunkte
Verstärkte Lärm- und/oder Abgasbelästigung10 Euro
Fahren ohne gültige Betriebserlaubnis50 Euro
... mit Beeinträchtigung der Umwelt90 Euro
... mit Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit90 Euro1
Nichteinhaltung der zulässigen Fahrzeugabmessungen60 Euro1
Fahren ohne gültige FahrerlaubnisFreiheitsstrafe oder Geldstrafe3

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