Zulässige Höchstgeschwindigkeit in Deutschland: Achtung, Tempolimit!

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Wer darf wo wie schnell unterwegs sein?

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann in Deutschland variieren.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann in Deutschland variieren.

Wer in Deutschland am Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss sich an unterschiedliche Verkehrsregeln halten. Nur so kann eine unfallfreie Fahrt und somit auch die Verkehrssicherheit für alle gewährleistet werden.

Allerdings kommt es häufig vor, dass sich Kfz-Fahrer nicht an die Bestimmungen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) halten und schwerwiegende Unfälle verursachen, welche nicht selten auch Personenschäden nach sich ziehen. Eine der größten Unfallquellen ist dabei die Missachtung der Höchstgeschwindigkeit.

Doch wie sind eigentlich die Vorgaben für Auto, Motorrad und Lkw bezüglich der Höchstgeschwindigkeit in Deutschland? Welche Sanktionen sieht der Bußgeldkatalog vor, wenn auf einer Bundesstraße die Höchstgeschwindigkeit überschritten wird? Diesen Fragen widmet sich der nachfolgende Ratgeber und informiert Sie umfassend über die jeweils geltenden Höchstgeschwindigkeiten.

Warum definiert die StVO eine Höchstgeschwindigkeit?

Die StVO gibt unterschiedliche Regeln zum richtigen Verhalten bei einer Teilnahme am Straßenverkehr vor und ist für alle Verkehrsteilnehmer verpflichtend. Durch die Regeln soll die Verkehrssicherheit garantiert werden.

Zudem sind die Vorschriften so gestaltet, dass ein reibungsloser Verkehrsfluss unter günstigen Bedingungen möglich ist. Daher ist der theoretische Teil der Führerscheinausbildung in der Fahrschule essentiell für Menschen, die eine Fahrerlaubnis erwerben wollen.

Die Fahrschüler lernen die wichtigsten Verkehrsregeln kennen. Dazu gehören vor allem der Sicherheitsabstand, Vorfahrtsregeln oder auch die Bestimmungen zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit in verschiedenen Situationen.

Letztere sind in § 3 der Straßenverkehrs-Ordnung definiert. In den folgenden Textabschnitten widmen wir uns der Höchstgeschwindigkeit für Pkw und andere Kraftfahrzeuge in unterschiedlichen Situationen.

Wichtig: Die Höchstgeschwindigkeit, welche durch die StVO festgelegt wird, soll vor allem der Verkehrssicherheit dienen. Je höher die gefahrene Geschwindigkeit bei einem Aufpralls, desto drastischer Fallen die Konsequenzen aus, sodass nicht selten Personen bei Unfällen versterben.
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Welche Höchstgeschwindigkeit gilt mit Auto, Motorrad, Lkw & Co.?

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann per Schild angegeben werden.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit kann per Schild angegeben werden.

Eine pauschale Aussage zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer lässt sich nicht treffen. Es kommt immer darauf an, wo sich der Kfz-Fahrer befindet und welche Fahrzeugart er gerade steuert.

So gibt die StVO andere Regelungen zur Höchstgeschwindigkeit bei Pkw mit Anhänger und Lkw aus, wenn diese außerhalb geschlossener Ortschaften unterwegs sind, als bei Pkw ohne Anhänger und Motorrad.

Allerdings sollten Sie stets bedenken, dass es sich um eine Höchstgeschwindigkeit handelt, die nur bei günstigen Bedingungen gilt. Zwar dürfen Kfz nicht so langsam fahren, dass sie den Verkehrsfluss behindern, allerdings muss bei der gefahrenen Geschwindigkeit der Wagen auch ständig beherrscht werden können. Dies ist in § 3 Absatz 1 StVO geregelt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss jedoch so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.

Auch wenn für Lkw, Auto & Motorrad eine Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich angeordnet ist, kann diese durch entsprechende Verkehrsschilder aufgehoben werden. Gerade an Gefahrenstellen, bei denen beispielsweise durch eine Baustelle eine erhöhte Unfallgefahr herrscht, muss die Geschwindigkeit deutlich reduziert werden.

Zugelassene Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften

In den folgenden Abschnitten wollen wir uns nun der gemäß StVO zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf den unterschiedlichen Strecken widmen. Zunächst gehen wir auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften ein.

Diese ist nämlich für alle Kfz gleich und beträgt, sofern keine Beschilderung etwas anderes vorgibt, 50 km/h. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie innerorts auf jedem Streckenabschnitt das Recht haben, diesen mit der Höchstgeschwindigkeit zu befahren.

Gerade in der Stadt gibt es eine Vielzahl an Tempo-30-Zonen. Diese können aus unterschiedlichen Gründen bestehen. Häufig sind sie vor Schulen oder Kindergärten zu finden, da hier die Gefahr größer ist, dass plötzlich ein Kind auf die Straße rennt.

Zudem kommt es häufig vor, dass eine temporäre Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von 22 – 6 Uhr angeordnet wird. Diese findet vor allem in Wohngebieten Anwendung und soll dem Lärmschutz dienen.

Gut zu wissen: Innerorts gibt es auch Bereiche, in denen Kfz-Fahrer nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen! Die Höchstgeschwindigkeit in einem verkehrsberuhigten Bereich beträgt demnach nur 7 km/h. Fußgänger haben in diesen Bereich zudem Vorrang gegenüber Kraftfahrzeugen.
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Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße (Bundesstraße)

In Deutschland muss die Höchstgeschwindigkeit an die Witterungsbedingungen angepasst werden.

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Außerhalb geschlossener Ortschaften sind die Höchstgeschwindigkeiten in aller Regel höher, da es sich um sogenannte Schnellstraßen handelt, welche eine schnelle Fortbewegung gewährleisten sollen. Auf Landstraßen gilt ein Tempolimit von 100 km/h für Personenkraftwagen und andere Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t.

Deutschland ist eines der weniger Länder, in denen auf einigen Streckenabschnitten außerhalb geschlossener Ortschaften keine Höchst-, sondern nur eine Richtgeschwindigkeit vorgegeben wird. Diese beträgt 130 km/h und findet Anwendung, wenn einer der folgenden beiden Fälle gegeben ist:

  • Die Fahrbahnen sind nicht baulich getrennt, haben jedoch mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung
  • Straßen verfügen über eine baulicher Trennung der Richtungsfahrbahnen durch z. B. Grünstreifen oder eine Mittelleitplanke

Allerdings befinden sich auf vielen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften entsprechende Verkehrsschilder, die eine Höchstgeschwindigkeit vorgeben. Diese sind vor allem vor engen Kurven zu finden, da hier bei hohen Geschwindigkeiten ein besonderes Unfallrisiko herrscht.

Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellstraße für Lkw und Pkw mit Anhänger

Für einige Fahrzeuge gelten besondere Vorschriften bezüglich der zulässigen Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften. So dürfen gemäß § 3 Absatz 3 StVO folgende Kraftfahrzeuge nur maximal 80 km/h fahren:

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t bis 7,5 t (ausgenommen Personenkraftwagen)
  • Pkw mit Anhänger
  • Lastkraftwagen und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t mit Anhänger
  • Kraftomnibusse

Für die folgenden Kraftfahrzeuge gilt auf Landstraßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h:

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 t
  • alle Kraftfahrzeuge mit Anhänger, ausgenommen Personenkraftwagen, Lastkraftwagen und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t
  • Kraftomnibusse mit Fahrgästen, für die keine Sitzplätze mehr zur Verfügung stehen
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Höchstgeschwindigkeit auf der Kraftfahrstraße (Autobahn)

Eine Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellstraße (Autobahn) gibt es in Deutschland für Pkw nicht.

Eine Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellstraße (Autobahn) gibt es in Deutschland für Pkw nicht.

Viele Touristen, die mit dem Auto nach Deutschland fahren, beneiden die Bundesrepublik für ihre Autobahnen. Auf einigen Teilstrecken gibt es nämlich keine Höchstgeschwindigkeit für Pkw- und Motorrad-Fahrer. Es gilt nur die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

Allerdings kann durch eine entsprechende Beschilderung auch auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit ausgewiesen werden. Diese kommt vor allem an Gefahren- oder Baustellen zum Einsatz.

Für Lkw sowie Pkw mit Anhänger gilt die Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn allerdings nicht. Diese dürfen maximal 80 km/h fahren. Eine Ausnahme ist nur möglich, wenn der Pkw-Anhänger über eine Tempo-100-Zulassung verfügt.

Ein großes Problem, welches durch die Höchstgeschwindigkeit für Lkw auf der Autobahn entstehen kann, sind sogenannte „Elefantenrennen“ – also wenn ein Lkw versucht, einen anderen zu überholen. Dadurch steigt die Unfallgefahr, weil der Überholvorgang in aller Regel nicht schnell abgeschlossen werden kann.

Zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten: Welche Sanktionen drohen?

Wie bereits beschrieben, soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit vor allem der Verkehrssicherheit dienen. Daher wird deren Einhaltung auch regelmäßig durch Blitzer und Radarfallen geprüft. Diese Geräte zur Geschwindigkeitsmessung können sowohl mobil als auch stationär eingesetzt werden.

Wird ein Temposünder dabei erwischt, dass er die maßgebende Höchstgeschwindigkeit überschreitet, drohen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog. Dabei kann es sich um ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder auch ein bis zu drei Monate langes Fahrverbot handeln.

Wie hoch die jeweiligen Bußgelder ausfallen, ob Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot verhängt werden, richtet sich maßgeblich nach der gefahrenen Geschwindigkeit. Zudem ist entscheidend, ob die Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts oder außerorts erfolgte. Mit unserem Bußgeldrechner können Sie die einzelnen Sanktionen ermitteln:

Bußgeldrechner: Höchstgeschwindigkeit überschritten


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Gegen einen ungerechtfertigten Bußgeldbescheid vorgehen

Wurde die Höchstgeschwindigkeit überschritten, drohen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog.

Wurde die Höchstgeschwindigkeit überschritten, drohen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog.

Um Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit aufdecken zu können, sind Blitzer und Radarfallen im Einsatz. Diese können sowohl mobil als auch stationär zur Geschwindigkeitsmessung genutzt werden.

Fährt ein Kfz zu schnell, löst das Gerät aus und das Blitzerfoto entsteht. Bei einigen Modellen ist dabei nicht mal mehr ein „Blitz“ zu sehen. Diese sogenannten Schwarzlichtblitzer kommen häufig in Tunneln zum Einsatz. Allerdings kann es immer mal wieder vorkommen, dass Messfehler entstehen.

Erhalten Sie einen Bußgeldbescheid, weil Ihnen eine Übertretung der Höchstgeschwindigkeit vorgeworfen wird, sollten Sie diesen stets genau prüfen und hinterfragen, inwiefern die gemessene Geschwindigkeit zutreffen kann.

Kommen Ihnen Zweifel an der Richtigkeit vom Messergebnis, können Sie binnen 14 Tagen nach Erhalt des Bußgeldbescheids einen Einspruch gegen selbigen einlegen. Dieser ist schriftlich an die zuständige Behörde zu richten.

Sind Sie nicht sicher, inwiefern ein Einspruch Aussicht auf Erfolg hat, empfiehlt es sich, einen Anwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren. Dieser kann Sie kompetent beraten und, wenn erforderlich, Akteneinsicht bei der Behörde beantragen und so das Messprotokoll einsehen.

Verjährung vom Bußgeldbescheid

Ein Grund, Einspruch gegen den Bußgeldbescheid wegen einer Übertretung der Höchstgeschwindigkeit einzulegen, kann auch die Verjährung sein. Die zuständige Behörde hat ab dem Tattag drei Monate Zeit, dem Fahrer einen Bußgeldbescheid zu übersenden. Sollte dieser erst nach Ablauf bei Ihnen eintreffen, können Sie Einspruch aufgrund der Verjährung einlegen. Doch Obacht: Die Verjährungsfrist kann auch unterbrochen werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Ihnen ein Anhörungsbogen zugestellt wird.

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