Elefantenrennen – Gefährlich langer Überholvorgang zwischen LKW

Überholen mit dem LKW ist nicht in jeder Situation gestattet

Beteiligen sich LKW an Elefantenrennen, ist mit Sanktionen zu rechnen.

Beteiligen sich LKW an Elefantenrennen, ist mit Sanktionen zu rechnen.

Der Begriff „Elefantenrennen“ hat sich im allgemeinen Sprachgebraucht bereits fest etabliert. Fast jeder Autofahrer weiß, was es damit auf sich hat. Der Großteil der Autofahrer in Deutschland assoziiert damit auch etwas Negatives.

Dass es sich dabei um das Überholen mit dem LKW, zumeist auf der Autobahn, handelt, ist auch allgemeinhin bekannt. Doch wird es geahndet, wenn diese LKW bei einem Elefantenrennen erwischt werden?

Wie sieht hier die rechtliche Situation aus? Welche Konsequenzen drohen, wenn LKW-Fahrer solch einen Überholvorgang ausführen?

Diese Fragen betrachtet der folgende Ratgeber näher, sodass ein Überblick zum Thema zur Verfügung steht.

LKW-Elefantenrennen: Was ist das genau?

Von einem Elefantenrennen wird gesprochen, wenn ein LKW einen anderen LKW überholt und dabei zwischen den Fahrzeugen nur ein geringer Geschwindigkeitsunterschied besteht. Dieser Überholvorgang kann auf der Autobahn oder einer anderen mehrspurigen Straße stattfinden.

So ein Vorgang zwischen LKW dauert dann mehrere Minuten und blockiert so die Fahrspuren für den nachfolgenden und meist auch schnelleren Verkehr. Besonders lange LKW und Sattelzüge benötigen aufgrund Ihrer Ausmaße und dem vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen den Fahrzeugen sehr lange um andere zu überholen.

Hier wird nicht nur das Überholen an sich berechnet, sondern auch das Ausscheren sowie Einschwenken davor und danach. Darüber hinaus dürfen LKW die Höchstgeschwindigkeit auch bei einem Elefantenrennen nicht überschreiten.

Die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit für LKW liegt bei 80 km/h. Will ein LKW einen anderen überholen, muss der zu Überholende seine Geschwindigkeit so reduzieren, dass die Differenzgeschwindigkeit mindestens 10 km/h beträgt.


Dies ist jedoch in fast keinem Fall gegeben, so dass die Differenzgeschwindigkeit zwischen den LKW bei einem Elefantenrennen meist deutlich unter 10 km/h liegt. Auch darf, nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm, ein Überholvorgang zwischen LKW nicht länger als 45 Sekunden dauern ( 29.10.2008 – 4 Ss OWi 629/08)

Sogenannte Elefantenrennen sind in Deutschland nicht gestattet.

Sogenannte Elefantenrennen sind in Deutschland nicht gestattet.

Ist die Differenzgeschwindigkeit jedoch zu niedrig, ist absehbar, dass ein solcher Vorgang wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt. Dies hat Sanktionen zur Folge.

Welche Sanktionen drohen bei einem Elefantenrennen?

Nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung handelt es sich bei einem LKW-Elefantenrennen um „Überholen mit zu geringer Differenzgeschwindigkeit“. Ein LKW-Fahrer darf also das Überholen nicht ausführen, wenn die Differenz unter 10 km/h beträgt und der Vorgang länger als 45 Sekunden dauern würde.

Dies muss erst recht dann unterlassen werden, wenn durch das Elefantenrennen – den Überholvorgang an sich – andere Verkehrsteilnehmer deutlich behindert oder sogar gefährdet werden.

Wer also mit einem Elefantenrennen den Verkehrsfluss in unangemessener Weise behindert, begeht ein ordnungswidriges Überholmanöver. Der Bußgeldkatalog sieht in diesem Fall Sanktionen vor. Es muss mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro sowie einem Punkt in Flensburg gerechnet werden.

Auch hier kann ein Kraftfahrer zum Wiederholungstäter werden. Wer mehrmals bei einem Elefantenrennen erwischt wird und eventuell darüber hinaus auch noch andere Verkehrsteilnehmer deutlich behindert oder gefährdet, muss mit einem erhöhten Bußgeld und einem Fahrverbot rechnen.

Um Elefantenrennen zwischen LKW zu unterbinden und so die Gefährdung anderer Autofahrer zu minimieren, gelten auf vielen Autobahnabschnitten in Deutschland Überholverbote für LKW. Darüber hinaus steht es auch jedem Bundesland frei, regionale Überholverbote für LKW zu verhängen. Elefantenrennen werden so meist schon vor ihrem Entstehen unterbunden.
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