Verkehrsberuhigter Bereich – bekannt als Spielstraße

Überschreitung der Geschwindigkeit im verkehrsberuhigten Bereich:

VerstoßStrafePunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
...bis 10 km/h15 €eher nicht
...11 - 15 km/h25 €eher nicht
...16 - 20 km/h35 €eher nicht
...21 - 25 km/h80 €1Hier prüfen
...26 - 30 km/h100 €1(1 Monat)*(1 M)*Hier prüfen
...31 - 40 km/h160 €21 Monat1 MHier prüfen
...41 - 50 km/h200 €21 Monat1 MHier prüfen
...51 - 60 km/h280 €22 Monate2 MHier prüfen
...61 - 70 km/h480 €23 Monate3 MHier prüfen
...über 70 km/h680 €23 Monate3 MHier prüfen

*Ein Fahrverbot gibt es in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt.

Strafen bei spezifischen Verkehrssituationen:

BeschreibungBußgeldPunkte
in einem verkehrsberuhigten Bereich einen Fußgänger behindert15 €
in einem verkehrsberuhigten Bereich einen Fußgänger gefährdet60 €1
in einem verkehrsberuhigten Bereich einen Fußgänger gefährdet inkl. Unfall75 €1
verbots­widrig außerhalb der zum Parken gekenn­zeichneten Flächen geparkt10 €
verbots­widrig außerhalb der zum Parken gekenn­zeichneten Flächen geparkt inkl. Behinderung anderer15 €
verbots­widrig länger als 3 Stunden außerhalb der zum Parken gekenn­zeichneten Flächen geparkt20 €
verbots­widrig länger als 3 Stunden außerhalb der zum Parken gekenn­zeichneten Flächen geparkt inkl. Behinderung anderer30 €
aus einem verkehrsberuhigten Bereich auf eine Straße gefahren inkl. Gefährdung anderer30 €
aus einem verkehrsberuhigten Bereich auf eine Straße gefahren inkl. Unfall35 €
von einem verkehrsberuhigten Bereich auf die Straße gefahren, ohne Blinker zu setzen10 €
als Fußgänger den Fahrverkehr unnötig behindert5 €
Schrittgeschwindigkeit nicht eingehalten15 €

Bußgeldrechner für Geschwindigkeitsüberschreitungen im verkehrsberuhigten Bereich

Dürfen Sie in der Spielstraße parken? Welche Geschwindigkeit ist einzuhalten?

Ein verkehrsberuhigter Bereich ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass Kinder auf der Straße spielen dürfen.

Ein verkehrsberuhigter Bereich ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass Kinder auf der Straße spielen dürfen.

Das Straßenbild in Deutschland ist geprägt von ganz unterschiedlichen Bereichen. Während Autobahnen und Kraftfahrstraßen für den schnellen Gütertransport von einem Ort zum anderen geeignet und gedacht sind, schlängeln sich Landstraßen beschaulich von einem Dorf zum nächsten. Hier ist in der Regel mit weniger Verkehr zu rechnen.

Ein Kontrast hierzu bildet das Fortkommen in der Stadt. Gerade in der Rushhour verstopfen hier viele Pkw-Fahrer auf dem Weg zur Arbeit, Busse und Motorräder die häufig eher schmalen Straßen und Gassen.

Angesichts der Vielzahl an Menschen, die hier dicht an dicht wohnen, wurden in der Bundesrepublik deshalb verkehrsberuhigte Bereiche eingeführt. Hier dürfen Kinder über die gesamte Straße hinweg toben, Fußball spielen und womöglich auch mit Kreide den Asphalt verschönern.

Autofahrer müssen angesichts dieser Situation deshalb besondere Vorsicht walten lassen, um Fußgänger nicht zu gefährden oder gar zu verletzen. Der vorliegende Ratgeber klärt deshalb darüber auf, welche Regeln in der Spielstraße laut StVO – der sogenannten Straßenverkehrsordnung – gelten, ob das Parken im verkehrsberuhigten Bereich gestattet ist und welches Schild die Spielstraße ankündigt. Ferner wird geklärt, wer Vorfahrt in der Spielstraße hat und welche Sanktionen der Bußgeldkatalog in der Spielstraße vorsieht.

Die StVO: Ein verkehrsberuhigter Bereich dient anderen Zwecken als normale Straßen

In Wohngebieten sind häufig viele Kinder zu finden, die von den Straßenverkehrsregeln noch nicht so viel wissen, wie ihre Eltern. Die Kleinen verfügen über ein kaum vorhandenes Risikobewusstsein. Dieses bildet sich erst mit zunehmendem Alter und mehr Erfahrung aus. Kullert also ein Ball auf die Straße, rennt so manches Kind dem verloren gegangenen Spielzeug hinterher, ohne auf den Verkehr zu achten. Das wäre auf einer viel- und schnell befahrenen Straße fatal, kommen manche Knirpse doch so schnell hinter einem anderen Auto oder einem sie verdeckenden Baum hervorgeschossen, dass kaum ein Autofahrer noch in der Lage ist, zu bremsen. Ein Unfall wäre vorprogrammiert.

Das ist einer der Gründe, warum in Dörfern und Städten häufig ein verkehrsberuhigter Bereich zu finden ist. Fahren Sie in eine verkehrsberuhigte Straße ein, müssen Sie bestimmte Vorgaben beachten, um sich korrekt zu verhalten.

Darüber hinüber sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass sich zu Fuß gehende Verkehrsteilnehmer in solchen Gebieten anders als gewohnt verhalten und deshalb besondere Achtung geboten ist.

    • Ein verkehrsberuhigter Bereich darf laut StVO von Fußgängern überall benutzt werden. Sie sind demnach nicht ausschließlich auf Bürgersteige angewiesen oder auf das Gehen am Fahrbahnrand beschränkt. Diese gibt es im Übrigen in einem von der StVO als Spielstraße ausgewiesenen Areal auch gar nicht. Alle dürfen sich hier kreuz und quer bewegen, weshalb häufig auch vom Mischverkehr die Rede ist.
    • Das schließt auch spielende Kinder mit ein. Diese dürfen sich in einem mittels Verkehrsschild als Spielstraße ausgewiesenem Areal ausbreiten. Achtung: In diesem Zusammenhang gibt es eine Altersbeschränkung. Als Kinder gelten Personen bis zu 14 Jahren. Wenngleich das Verkehrsrecht ihnen auf diesen Flächen das Spielen erlaubt, gilt dennoch: Nicht alle Aktivitäten werden hierdurch legitimiert. Sie dürfen beispielsweise keine Burgen oder Höhlen aufbauen bzw. andere Arten von als Straßensperren zu interpretierenden gebäudeähnlichen Konstrukte errichten. Hierdurch könnten schließlich andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, was dringend zu vermeiden ist.
Der verkehrsberuhigte Bereich ist vielen auch unter dem Begriff "Spielstraße" bekannt.

Der verkehrsberuhigte Bereich ist vielen auch unter dem Begriff "Spielstraße" bekannt.

  • Jedes Fahrzeug, das sich durch ein solches Areal und mit einem „Spielstraßenschild“ gekennzeichneten Bereich bewegt, hat sich an die Schrittgeschwindigkeit zu halten. Das gilt demnach sowohl für Autofahrer als auch Radler.
  • Verkehrsberuhigte Bereiche verlangen Fahrern ebenfalls ab, auf Fußgänger besondere Rücksicht zu nehmen. Es ist unbedingt zu verhindern, dass Fußgänger behindert oder gefährdet werden. Stellen Sie dies sicher, indem in Zweifelsfällen einfach stehengeblieben und gewartet wird.
  • Anders herum stehen natürlich auch die Fußgänger in der Pflicht, sich so zu verhalten, dass ein verträgliches Miteinander gewährleistet wird. Sie haben deshalb die Aufgabe, Auto- sowie Radfahrer nicht unnötig zu behindern.
  • Das Parken in der Spielstraße ist nicht per se untersagt. Im Gegenteil: Fahrer haben sich eben nur an die explizit dafür ausgeschriebenen Flächen zu halten. Dieses Thema wird im Verlauf des Textes noch einmal aufgenommen und detaillierter erläutert.


Wer sich einen verkehrsberuhigten Bereich, umgangssprachlich als Spielstraße bekannt, vor seinem inneren Auge ins Gedächtnis ruft, wird schnell feststellen: Viele dieser Areale sehen ähnlich aus. Das liegt daran, dass zur Herstellung eines weniger intensiven Verkehrs auch bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um Fahrer zu einem langsameren Fortbewegen anzuhalten. Zum Einsatz kommen zu diesem Zweck beispielsweise Bänke, Blumenrabatten, Straßenschwellen, Fahrbahnverengungen und noch andere Maßnahmen, die zur Verringerung der Geschwindigkeit in der Spielstraße beitragen.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Begrifflichkeiten „verkehrsberuhigter Bereich“ und „Spielstraße“? Ja, den gibt es. Zunächst werden beide durch unterschiedliche Zeichen markiert. Darüber hinaus ist das Befahren eines als Spielstraße ausgewiesenen Bereiches komplett verboten, weshalb sie in Deutschlands Straßenbild gar nicht so häufig zu finden ist. Häufiger sindverkehrsberuhigte Bereiche aufzufinden, durch die sich motorisierte Fahrzeuge bewegen dürfen – allerdings nur sehr langsam.

Parken in der Spielstraße – Dürfen Sie das?

In einem verkehrsberuhigten Bereich gelten besondere Regeln. Das trifft nicht nur für den fließenden Verkehr zu, sondern auch jene, die ihr Fahrzeug hier gerne abstellen möchten, um sich zu Fuß weiterzubewegen.

Die Frage ist: Dürfen Sie das überhaupt, oder ist eine Spielstraße prinzipiell mit einem Parkverbot belegt?

Grundsätzlich können Fahrzeugführer ihr Gefährt hier abstellen, wenn dieses Verhalten erlaubt ist. Bevor ein verkehrsberuhigter Bereich also ihr vorerst letzter Stopp ist, halten Sie Ausschau, ob es zum Zwecke des Parkens explizit markierte Flächen gibt, wo Sie Ihr Auto oder Motorrad abstellen können und ob Sie dazu auch berechtigt sind.

Wo in einer Spielstraße geparkt werden darf, ist in der Regel gesondert gekennzeichnet. An diese Kennzeichnung sollten Sie sich halten, wollen Sie Ihr Fahrzeug länger abstellen. Tun Sie dies nicht, laufen Sie Gefahr, ein Verwarn- oder Bußgeld zu kassieren, da auf den übrigen Flächen ein Parkverbot herrscht.
Wo dürfen Sie parken im verkehrsberuhigten Bereich? Überall dort, wo Markierungen es Ihnen erlauben.

Wo dürfen Sie parken im verkehrsberuhigten Bereich? Überall dort, wo Markierungen es Ihnen erlauben.

Diese Vorgabe gilt nicht, wenn Sie in Ihr Fahrzeug lediglich etwas ein- oder ausladen bzw. wahlweise nur schnell ein- oder aussteigen wollen.

Unter diesen Umständen müssen Sie sich nicht an die gesondert ausgewiesenen Bereiche halten.

Von Ausnahmen profitieren weiterhin Personen, die eine Ausnahmegenehmigung vorweisen können. Denkbar wäre dies unter anderem bei Menschen, die aufgrund einer Behinderung sich nur unter größter Mühe bis gar nicht zu Fuß fortbewegen können.

Solche Schwerbehinderte dürfen parken in Spielstraßen laut StVO, ohne sich dabei auf die ausgewiesenen Bereich zu beschränken.

Hierfür müssen jedoch einige Voraussetzungen eingehalten werden:

  • Der fahrende Verkehr darf hierdurch nicht behindert werden.
  • Die Markierungen dürfen von ihnen ignoriert werden, wenn kein anderer Parkplatz in angemessener Entfernung zur Verfügung steht.

Ein körperlich beeinträchtigter Fahrer, der eine Ausnahmegenehmigung Behindertenparkausweis vorweisen kann , muss demnach im Zweifelsfall immer glaubhaft versichern, einen bestimmten Grund gehabt zu haben, um in der Spielstraße an einem nicht als Parkfläche deklarierten Bereich dauerhaft sein Auto abzustellen. Kann er dies nicht, muss er ebenfalls mit einer Ahndung rechnen.


Sofern es kein Parkverbot in der Spielstraße gibt, wie haben Sie sich beim Einparken dann zu verhalten? Es gelten in diesem Fall dieselben Verkehrsregeln in der Spielstraße, wie auch außerhalb: Es hat derjenige Vorrang, der die Parklücke als erster erreicht hat.

Diese Bußgelder drohen Ihnen beim widerrechtlichen Parken in einer Spielstraße

Ein verkehrsberuhigter Bereich ist durch zahlreiche besondere Regeln gekennzeichnet, die unbedingt einzuhalten sind, um kein Geld für die Missachtung der Straßenverkehrsordnung bezahlen zu müssen. Meist handelt es sich um niedrige zweistellige Beträge, welche im Gegenzug für eine Ordnungswidrigkeit verlangt werden.

Wer unzulässigerweise in einem verkehrsberuhigten Bereich außerhalb der Markierungen parkt, den erwartet ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro gemäß Bußgeldkatalog. Kommt hier noch eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer hinzu, erhöht sich die zu begleichende Sanktion auf 15 Euro. Teurer wird es, wenn sich die Parkdauer in der Spielstraße extrem ausdehnt.

Stellen Sie Ihr Auto unzulässigerweise für mehr als drei Stunden außerhalb der Parkkennzeichnungen ab, beläuft sich die zu zahlende Verwarnung auf 20 Euro. Wenn unter diesen Umständen noch eine Behinderung hinzu kommt, werden Sie um 30 Euro leichter.

Wer hat in der Spielstraße Vorfahrt?

Die Vorfahrtsregelung in der Spielstraße besagt: Bei gleichberechtigten Straßen gilt "rechts vor links".

Die Vorfahrtsregelung in der Spielstraße besagt: Bei gleichberechtigten Straßen gilt „Rechts vor links“.

Eine der wesentlichen Voraussetzungen für ein gefährdungsfreies Miteinander im Straßenverkehr ist, dass alle Beteiligten wissen, wer wann zuerst fahren darf. Das gilt insbesondere dort, wo keine Lichtzeichenanlagen, auch als Ampeln bekannt, den Verkehr regeln.

Die meisten wissen: Grundsätzlich gilt die Regel „Rechts vor links“. Hiervon kann abgewichen werden, wenn eine entsprechende Beschilderung dies vorsieht.

Bewegen Sie sich durch einen als vermeintliche Spielstraße identifizierten Bereich und gelangen dort an eine Kreuzung, an der sich zwei gleichberechtigte Straßen begegnen, gilt: Der von rechts kommende Fahrzeugführer Vorrang. Er darf zuerst fahren.

Und wie sieht es aus, wenn Sie aus einem verkehrsberuhigten Bereich ausfahren? Das ist vielen Verkehrsteilnehmern häufig unklar. Handelt es sich hier um eine gleichwertige Straße oder muss besondere Rücksicht genommen werden?

Fahrer, die ein im allgemeinen Verständnis nach als Spielstraße bekanntes Areal verlassen, müssen allen anderen Verkehrsteilnehmern Vorfahrt gewähren und selbst zurückstecken. Erst, wenn die Straße frei ist, dürfen sie ihre Fahrt fortsetzen, da hier die Regel „Rechts vor links“ ausgesetzt ist.

Diesbezüglich gibt es sogar ein BGH-Urteil (Bundesgerichtshof). Der zu klärende Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: Ein Pkw-Fahrer fuhr aus einem verkehrsberuhigten Bereich heraus auf eine Hauptstraße. Hier prallte ein anderes Fahrzeug gegen ihn und zwar von links, wodurch Schäden verursacht wurden, die der Kläger gern ersetzt bekommen hätte. Seiner Ansicht, er wäre von rechts gekommen und hätte damit Vorfahrt gehabt, kamen die Richter nicht nach. Auf den Schadensersatz musste er verzichten (Az. VI ZR 8/07).

Verkehrsberuhigter Bereich und Vorfahrt – welche Regeln hier gelten, ist auch in § 10 der Straßenverkehrsordnung festgehalten. Diese besagt:

Wer aus einem Grundstück, aus einer Fußgängerzone (Zeichen 242.1 und 242.2), aus einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325.1 und 325.2) auf die Straße oder von anderen Straßenteilen oder über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf die Fahrbahn einfahren oder vom Fahrbahnrand anfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen. Die Absicht einzufahren oder anzufahren ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Dort, wo eine Klarstellung notwendig ist, kann Zeichen 205 stehen.“

Obacht: Diese Vorgaben gelten auch dann, wenn das Schild „Spielende Kinder“ tatsächlich nicht direkt an einer Einmündung zu finden ist, sondern maximal auch 30 Meter davor. Es gibt auch unter diesen Umständen noch an, dass beim Verlassen des verkehrsberuhigten Bereiches zu warten ist.

Verkehrsberuhigter Bereich – Welche Geschwindigkeit ist einzuhalten?

Angesichts der Tatsache, dass ein verkehrsberuhigter Bereich das Toben und Spielen von Kindern im gesamten Areal erlaubt, gelten in der Spielstraße besondere Regeln, was das Tempo der Verkehrsteilnehmer angeht. Schließlich verringert sich bei hohen Geschwindigkeiten auf dem Tacho nicht nur die Reaktionszeit, sondern auch der Bremsweg wird immer länger – also die zurückgelegte Strecke bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Fahrzeug tatsächlich zum Stehen kommt.

Wie schnell darf man in einer Spielstraße fahren? Laut Straßenverkehrsordnung ist Schrittgeschwindigkeit einzuhalten. Was ist Schrittgeschwindigkeit? Hierbei handelt es sich um keinen klar definierten Wert. In der Regel wird hierunter ein Tempo verstanden, das Fußgänger erreichen. Verschiedene Gerichtsurteile betrachten eine Geschwindigkeit von bis zu 7 km/h als Schritttempo.
Sie fahren jetzt in eine Spielstraße ein. Dieses Verkehrsschild macht Ihnen das deutlich.

Sie fahren jetzt in eine Spielstraße ein. Dieses Verkehrsschild macht Ihnen das deutlich.

Wie stark Sie als Fahrzeugführer in einem mit einem Straßenschild als Spielstraße ausgewiesenen Bereich auf das Gaspedal drücken dürfen, ist damit nicht endgültig geklärt. Schließlich gibt es zur Definition der Schrittgeschwindigkeit ganz unterschiedliche richterliche Ansichten.

Während manche ein maximales Tempo von 7 km/h als noch akzeptabel betrachten, gibt es auch Urteile, die das Doppelte für rechtmäßig befinden.

Je niedriger die gefahrene Geschwindigkeit, desto komplizierter ist es für den Fahrer eines Kfz, die Höhe des Tempos zu bestimmen. Die meisten Tachos sind schließlich nicht so eng getaktet und weisen die gefahrene Geschwindigkeit nur gröber aus. Angesichts Messungenauigkeiten sowohl beim Tacho als auch etwaig aufgestellten Blitzern in der Spielstraße, wird daher immer eine minimale Toleranz zugunsten des Fahrers abgezogen. Kann dann immer noch eine Geschwindigkeitsüberschreitung detektiert werden, muss mit einem Verwarn- oder Bußgeld gerechnet werden.

In der Spielstraße geblitzt – welche Bußgelder drohen?

Die Missachtung von Tempovorgaben im Straßenverkehr ist keine Lappalie. Schneller als Sie reagieren können, stoßen Sie mit einem langsamer fahrenderen Fahrzeug oder gar Fußgänger zusammen, für das Sie unvermittelt erscheinen. Dabei riskieren Sie nicht nur das Leben anderer, sondern auch Ihr eigenes, können Überschlagungen und Aufprälle Ihnen massive Verletzungen zufügen und auch zum Tod führen. Das ist nur ein Grund, warum der Bußgeldkatalog „Verkehrsberuhigter Bereich“ teils drastische Sanktionen für die Missachtung vom Verkehrszeichen „Spielstraße“ und der Schrittgeschwindigkeit vorsieht.


Wie bereits erwähnt, bewegen sich hier Kinder teils zum Spiel auf der Straße. Aber auch Fußgänger begehen diesen Bereich in voller Breite, weshalb Autofahrer besonders vorsichtig fahren sollten. Das schlägt sich sowohl in einer allgemeinen Achtsamkeit als auch der Einhaltung einer maximalen Geschwindigkeit von etwa 7 km/h nieder.

Wie passen Geschwindigkeitsüberschreitung und verkehrsberuhigter Bereich zusammen? Viele Autofahrer haben es eilig, drücken ihnen doch zahlreiche Termine im Nacken. Um Ihre wenige Zeit so effektiv wie möglich zu verplanen, hetzen sich viele von A nach B. Im Stress vergessen sie darüber ab und an, dass sie gerade gedankenverloren etwas zu kräftig das Gaspedal treten. Wer erwischt wird, muss deshalb damit rechnen, belangt zu werden.

Ein verkehrsberuhigter Bereich verlangt das Fahren in Schrittgeschwindigkeit. Wer dies missachtet, macht mit dem Bußgeldkatalog und einem Verwarn- oder Bußgeld Bekanntschaft.

Hierbei wird nicht unterschieden, ob Sie sich in einer Spielstraße oder auf einer Autobahn befunden haben. Entscheidend ist lediglich die Differenz zur erlaubten Höchstgeschwindigkeit und ob Sie sich innerorts oder außerorts aufhielten zum Zeitpunkt des Verstoßes. Bei Tempoverstößen in der Spielstraße handelt es sich um innerörtliche Zuwiderhandlungen gegen die Straßenverkehrsordnung. Sie werden in der Regel belangt, wenn Sie mit mehr als 10 km/h in einem verkehrsberuhigten Bereich unterwegs gewesen sind.
Sie verlassen die Spielstraße? Diese Vorfahrtsregelung ist zu berücksichtigen: Sie haben keinen Vorrang und müssen sich zurücknehmen.

Sie verlassen die Spielstraße? Diese Vorfahrtsregelung ist zu berücksichtigen: Sie haben keinen Vorrang und müssen sich zurücknehmen.

Fahren Sie in einer Spielstraße bis zu 10 km/h zu viel, wird in der Regel ein Verwarngeld in Höhe von 15 Euro ausgesprochen. Bei Überschreitungen bis zu 15 km/h erhöht sich der zu zahlende Betrag um 10 Euro.

Sind Sie nochmal 5 km/h schneller unterwegs, haben Sie 35 Euro zu berappen.

Ab 21 km/h zu viel auf dem Tacho werden außerdem Punkte in Flensburg – also im Fahreignungsregister – vermerkt. Für das Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeit um bis zu 25 km/h drohen ein 80-Euro-Bußgeld und ein Punkt. Bei einer Differenz von 26 bis 30 km/h sind es 100 Euro, ein Punkt und – sollten Sie binnen der letzten 12 Monate schon einmal mit mindestens 26 km/h drüber aufgefallen sein – ein einmonatiges Fahrverbot.

Wer hilft Ihnen bei Verstößen in der Spielstraße?

Wurden Sie von einer Polizeistreife oder dem Ordnungsamt dabei erwischt, wie Sie die Vorfahrtsregelung in der Spielstraße missachtet oder als Autofahrer schneller als mit den erlaubten 7 km/h unterwegs waren, ist guter Rat oft teuer. Beläuft sich der von Ihnen geforderte Betrag auf nur wenige Euro, zahlen die meisten Verkehrssünder bereitwillig, um sich den Papierkrieg zu ersparen.

Anders sieht es aus, wenn Sie in einen Verkehrsunfall in der Spielstraße verwickelt sind oder sich zu Unrecht beschuldigt fühlen. Unter solchen Umständen ist es häufig ratsam, Hilfe bei einem Rechtsanwalt zu suchen, der Sie über Ihre Optionen aufklärt.

Wenn Sie ein Bußgeldbescheid erreicht, heißt das nicht, dass Sie diesen ohne kritisches Hinterfragen bezahlen müssen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass das vom Amt erstellte Dokument auch tatsächlich fehlerfrei ist. Aus diesem Grund steht es Ihnen frei, innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung, Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid einzulegen. Hierbei kann Ihnen ein Verkehrsrechtsanwalt mit seiner Expertise zur Seite stehen.

Ein verkehrsberuhigter Bereich verleitet häufig, zu schnell unterwegs zu sein, da ein Wagen bei 7 km/h mehr rollt als fährt. Wer ungeduldig wird und zu sehr auf das Gaspedal drückt, kann schnell einen Unfall mit einem spielenden Kind verursachen. Wenn dabei nicht nur ein Sachschaden entsteht, sondern auch der Knirps verletzt wird, machen sich die meisten nicht nur selbst schwere Vorwürfe, sondern auch die Eltern des Geschädigten. Häufig fordern sie daher Schadensersatz und manchmal auch Schmerzensgeld, das der Unfallverursacher bezahlen soll. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit der Versicherung, die sich eher zögerlich zeigen wird, die geforderten Summen zu bezahlen.


Sie haben die Vorfahrtsregelung bei Spielstraßen missachtet? Ein Rechtsanwalt steht Ihnen beratend zur Seite.

Sie haben die Vorfahrtsregelung bei Spielstraßen missachtet? Ein Rechtsanwalt steht Ihnen beratend zur Seite.

Dies illustriert, wo ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht Ihnen überall behilflich sein kann. Bevor Sie einen solchen beauftragen, sollten Sie sich jedoch gut darüber informieren, welcher Rechtsvertreter Ihr Anliegen am besten vertreten kann. Ein Erstgespräch kann bei der Einschätzung helfen. Wahlweise ist es auch immer ratsam, sich im Bekanntenkreis umzuhören, ob bereits positive Erfahrungen vorliegen und ein bestimmter Advokat empfohlen werden kann.

Welches Verkehrszeichen kündigt die Spielstraße an?

Im Volksmund ist ein verkehrsberuhigter Bereich häufig als Spielstraße bekannt. Genau genommen handelt es sich jedoch laut Straßenverkehrsrecht um zwei unterschiedliche Areale. Sie werden auch durch verschiedene Schilder ausgewiesen.

Sehen Sie spielende Kinder auf einem Schild, kündigt dieses den Beginn oder das Ende eines verkehrsberuhigten Bereiches an. Ein per Definition als Spielstraße deklariertes Areal wird mit zwei Verkehrszeichen ausgeschildert: Einem runden weißen Kreis, der umrandet wird von einer roten Linie und einem Zusatzschild, das weiß und rechteckig ist, schwarz umrandet ist und ein schwarzes Piktogramm von einem kickenden Kind zeigt. Die Straßenverkehrsordnung besagt: Eine echte Spielstraße darf überhaupt nicht befahren werden.

Ein verkehrsberuhigter Bereich wird durch das Verkehrszeichen 325.1 ausgewiesen. Sie können es ganz leicht erkennen. Es ist rechteckig, leuchtend blau und abgebildet sind auf ihm von links nach rechts:

  • ein Erwachsener und ein Kind, die sich einen Ball zuschießen
  • im Hintergrund ein sich der Szenerie näherndes Auto
  • und rechts ein symbolisiertes Haus

Erblicken Sie dieses Zeichen auf Ihrer Fahrt, sind Sie dazu angehalten,

  • Schrittgeschwindigkeit zu fahren
  • größte Vorsicht walten zu lassen und besonders den Fußverkehr im Blick zu haben
  • das Parkverbot in der „Spielstraße“ zu berücksichtigen, das unter anderem dort herrscht, wo keine Parkareale markiert sind

Ein ähnliches Verkehrszeichen besagt: Ein verkehrsberuhigter Bereich wird jetzt verlassen. Hierbei handelt es sich um das Zeichen 325.2. Es ist dem eben beschriebenen ganz ähnlich, mit dem Unterschied, dass es mit einem dicken roten Strich quer durchgestrichen ist und damit signalisiert, dass Sie aus diesen Bereich wieder ausfahren.

Autofahrer können so ein „Warnschild“ für spielende Kinder meist schon recht frühzeitig erkennen, da es relativ prominent am Straßenrand aufgestellt wird. Manchmal findet es sich nur zu ihrer Rechten, in anderen Fällen wird der Sichtbarkeit halber zusätzlich auf der linken Seite noch ein solches Verkehrszeichen aufgestellt, um auf Nummer sicherzugehen.

Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich als Anwohner selbst beantragen – geht das?

Sie haben die Nase voll von Rasern, die durch Ihre Straße preschen und dabei weder Rücksicht auf die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten, noch sich dort eventuell tummelnde Kinder nehmen? In diesem Fall müssen Sie nicht darauf warten, dass bei Ihnen vor der Tür irgendwann ein Schild „verkehrsberuhigter Bereich“ aufgestellt wird. Sie können das Ganze auch selbst angehen und einen Antrag darauf stellen, dass Ihr Wohngebiet zur Spielstraße umgewandelt wird.

Den Antrag zur Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches bzw. einer Spielstraße stellen Sie bei der kommunalen Volksvertretung, die in den verschiedenen Bundesländern wahlweise als Abgeordnetenhaus, Bürgerschaft, Gemeinde- oder Stadtverordneten­versammlung bekannt ist.
Wie ist es um den Zusammenhang "Vorfahrtsregeln" und "Verkehrsberuhigter Bereich" bestellt? Nicht wer schneller ist, bekommt den Parkplatz.

Wie ist es um den Zusammenhang „Vorfahrtsregeln“ und „verkehrsberuhigter Bereich“ bestellt? Nicht wer schneller ist, bekommt den Parkplatz.

Und wie stellen Sie das Ganze nun an? Gibt es hierfür ein Formular, das Sie lediglich ausfüllen müssen? Nein, auf solche Papiere können und brauchen Sie häufig auch gar nicht zurückgreifen. Meist reicht das Einreichen eines formlosen Antrags auf die Errichtung einer Spielstraße oder eines verkehrsberuhigten Bereiches aus.

Für die Zulassung als verkehrsberuhigter Bereich müssen bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden. Diese sind im Antrag unbedingt zu benennen. Auf ebenjene Informationen sollte sich Ihr Begehren daher stützen:

  • Welche Straße(n) sollen ein verkehrsberuhigter Bereich werden?
  • Weshalb fordern Sie das Errichten eines solchen Areals? Begründung geben.
  • Wie soll das Gebiet umgewandelt bzw. erreicht werden, dass Autofahrer langsamer unterwegs sind?

Beigefügte Bilder und Skizzen können Ihr Anliegen noch besser verdeutlichen, sind aber in der Regel nicht unbedingt beizulegen. Dass Ihr Antrag tatsächlich durchkommt und genehmigt wird, ist dabei nicht sicher. Schließlich können sich die Kommunen aus verschiedenen Gründen querstellen. Ein Argument, das im Zuge einer Ablehnung oftmals angeführt wird ist, eine etwaige Änderung des Bebauungsplanes. Dass diese gar nicht nötig wäre, müssten dann wiederum Sie belegen.

In der Regel finden Sie mehr Gehör, wenn Sie nicht als Einzelkämpfer auftreten, sondern noch mehr Familien im betroffenen Gebiet finden, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen. Das zeigt, dass Sie nicht allein mit Ihrem Wunsch sind und die Marginalitätsgrenze überschritten ist.

Achtung: Sollte Ihrem Wunsch stattgegeben werden, sollten Sie sich gewahr sein, dass die hierdurch entstehenden Kosten häufig überwiegend Sie selbst tragen müssen. Das kann ziemlich ins Geld gehen, weshalb es umso wichtiger ist, dass Sie Verbündete haben, die sich an der Begleichung der Kosten beteiligen.

Fazit: Dieses Verhalten verlangt Ihnen ein verkehrsberuhigter Bereich ab

Verkehrsberuhigte Bereiche, umgangssprachlich häufig als Spielstraße bekannt, gibt es schon seit mehr als dreißig Jahren in Deutschland. Sie sind in geschlossenen Ortschaften, vor allem in Wohngebieten zu finden.

Die Spielstraße kennzeichnen zwei Schilder: ein Durchfahrtsverbotszeichen mit einem Zusatzschild, auf dem ein fußballspielendes Kind abgebildet ist. Ein verkehrsberuhigter Bereich hat ein Schild, das weiß auf blau einen Erwachsenen zeigt, der ebenfalls Fußball mit einem Kind spielt. Die Szenerie wird ergänzt durch ein sich näherndes Auto und ein beiseite stehendes Haus.

Auf Straßen, die einem solchen Areal zugeordnet werden, müssen gerade Autofahrer, aber auch Fußgänger besondere Regeln beachten.

  • Zu Fuß Gehende haben gemäß Straßenverkehrsordnung die Erlaubnis und das Recht, die Straße in ihrer kompletten Breite zu benutzen. Eine Unterscheidung zwischen Bürgersteig und Fahrbahn gibt es demnach häufig nicht.
  • Wer die Vorfahrtsregeln in der Spielstraße ignoriert, muss ein Verwarn- oder Bußgeld zahlen.

    Wer die Vorfahrtsregeln in der Spielstraße ignoriert, muss ein Verwarn- oder Bußgeld zahlen.

  • Hieraus folgt: Kinder, also Personen bis zu 14 Jahren, dürfen ihren Spielen überall nachgehen. Dabei gibt es jedoch Auflagen, was als Kinderspiel gilt. In der Regel sind das beispielsweise Aktivitäten wie mit Kreide den Asphalt anmalen, Fangen, Fahren mit dem Dreirad und ähnliches. Sie haben trotz ihrer Privilegien auf andere Verkehrsteilnehmer zu achten und dürfen diese durch ihre Spiele nicht behindern.
  • Wer sich motorisiert oder mit dem Fahrrad fortbewegt, muss weiterhin folgende Verkehrsregeln in der Spielstraße einhalten: Das Schild signalisiert, es darf maximal 7 km/h gefahren werden. Dieses Tempo entspricht der Geschwindigkeit eines Fußgängers, weshalb es auch als Schrittgeschwindigkeit bezeichnet wird.
  • Und wer hat Vorfahrt, wenn ein verkehrsberuhigter Bereich befahren wird? Oberstes Gebot ist, dass Fußgänger nicht gefährdet oder gar behindert werden. Sollten Sie in eine brenzlige Situation kommen, ist deshalb ein Stopp und damit eine kurze Unterbrechung der Fahrt angesagt.
  • In einer Spielstraße, die das Verkehrszeichen 325 aufweist, ist auch beim Parken gut aufzupassen. Wer sich nicht an die als Parkflächen ausgewiesenen Bereiche zum Abstellen des Wagens hält, muss mit einem Verwarn- oder Bußgeld rechnen. Denn: Außerhalb der Markierungen besteht ein Parkverbot. Was Sie dort hingegen sanktionsfrei tun dürfen, ist Ein- und Aussteigen. Auch das Be- und Entladen Ihres Kraftfahrzeugs ist erlaubt.

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