Der Anhörungsbogen: Wie er aussieht und wie es danach weitergeht

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Was ist ein Anhörungsbogen?

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung oder einem Rotlichtverstoß erhalten Sie einen Anhörungsbogen

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung oder einem Rotlichtverstoß erhalten Sie einen Anhörungsbogen

Nach einer begangenen Ordnungswidrigkeit der Straßenverkehrsordnung (StVO) erhält der Verkehrssünder noch vor der Zustellung des Bußgeldbescheids einen Anhörungsbogen. Geschwindigkeitsüberschreitung oder Rotlichtverstöße zählen u.a. zu solchen Vergehen im Straßenverkehr. Der Anhörungsbogen ist vor allem dafür da, dem Fahrer grundsätzlich die Gelegenheit zu geben, sich zu der Sache zu äußern.

Der Anhörungsbogen enthält alle wichtigen Informationen zum Tatbestand. Das können sein: Zeit und Ort des Verstoßes und um welchen Verstoß es sich handelt. Aber auch wie viel Sie zu schnell gefahren sind und wo die Polizei Sie geblitzt hat oder, wo beispielsweise der Unfall in dem Zusammenhang passiert ist. Weiterhin gibt der Anhörungsbogen bereits die Höhe des zu erwartenden Bußgeldes laut Bußgeldkatalog an und es werden darin kurze Angaben zu den Zeugen gemacht, also den Polizeibeamten, die den Betroffenen „erwischt“ haben. Zumeist stehen hier aber nur die Nachnamen und Kürzel zum Schutz der Beamten.

In einigen Fällen sind auch Beweismittel auf den Anhörungsbogen aufgedruckt, das kann zum Beispiel das berühmte „Blitzerfoto“ sein.

Spezielle Informationen zum Anhörungsbogen

Muster für Anhörungsbogen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung:

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Adresse der Behörde
Straße
Telefon, Fax

Name des Kfz-Halters
Straße
PLZ

Anhörung des Betroffenen wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit

Sehr geehrte/r Herr/Frau XX

Ihnen wird vorgeworfen, am XX.XX.XXXX um XX:XX Uhr in Stadt, Straße, Abschnitt als Führer/in des Pkw, Fabrikat XX, Kennzeichen XXXXXX folgende Verkehrsordnungswidrigkeit(en) nach § XX StVO begangen zu haben:

Kennzahl und Tatbestand und dazugehörige Tatbestandsergänzung:

XXXXXXX Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften um XX km/h

Festgestellte Geschwindigkeit (nach Toleranzabzug): XX km/h
Verletzte Vorschriften:
§ XXX, Abs. XXX

Bemerkungen (insbesondere Tatfolgen):
Messtoleranz von XX km/h wurde berücksichtigt
Archiv XXX
Geschwindigkeitsmessanlage XXXXXXXX

Beweismittel:
Foto

Zeugen:
XXXX und XXXX

Regelsatz gemäß Tatbestandskatalog:
Bußgeld: XX Euro
Punkte: X
Fahrverbot: XX Monat(e)

Nach § 55 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWIG) wird Ihnen hiermit Gelegenheit gegeben, zu dem Vorwurf Stellung zu nehmen.

Der Erlass des Bußgeldbescheides ist mit Kosten (Gebühren und Auslagen) verbunden. Sie betragen im Regelfall: XX Euro.

Anhörungsbogen als Muster

Beispiel eines Anhörungsbogens zum Download

Gerne können Sie dieses Muster zum eigenen Gebrauch herunterladen. Im Folgenden finden Sie die Vorlage im PDF-Format zum Download:

  • Kostenloser Download
  • Muster als PDF-Dokument
  • Beispielhafte Vorlage

Wichtig ist, dass sich der Vorwurf im Anhörungsbogen gegen eine bestimmte Person richtet – das ist in der Regel immer der Halter des Autos, mit dem der Verstoß gegen das geltende Verkehrsrecht begangen wurde. Das resultiert aus der sogenannten Kennzeichenanzeige, da die Bußgeldbehörde anhand des amtlichen Kennzeichens am Auto zunächst nur den Halter des Kfz ausfindig machen kann. Weil der Halter nun dementsprechend als einziger Ansprechpartner gilt, erhält auch er den Anhörungsbogen.

Beispiel: Haben Sie am 15. Januar eine Verkehrsordnungswidrigkeit begangen, ist diese verjährt, wenn der Bußgeldbescheid nicht bis zum 14. April bei Ihnen eingetroffen ist.Haben Sie allerdings am 20. Februar den Anhörungsbogen erhalten, beginnt die Verjährungsfrist von neuem und Ihr Verkehrsvergehen wäre erst am 19. Mai tatsächlich verjährt.
Denn: Da der Tag des Ablaufens der Frist dem Tag des Vergehens maßgeblich vorausgeht, läuft die Frist also immer einen Tag vorher ab.

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Anhörungsbogen ausfüllen oder nicht?

Anhörungsbogen ausfüllen oder nicht? Die Angaben zur Person sind Pflicht!

Anhörungsbogen ausfüllen oder nicht? Die Angaben zur Person sind Pflicht!

Die Frist in der Sie den Anhörungsbogen im Bußgeldverfahren ausfüllen müssen, beträgt in der Regel eine Woche. Der Betroffene ist verpflichtet den Bogen mitsamt den Angaben zu seiner Person zurückzusenden (§ 111 OwiG). Nicht verpflichtet ist der Adressat dagegen, Angaben zur Sache zu machen. Da sich in diesem Fall niemand selbst bezichtigen muss, eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben.

Wenn Sie den Anhörungsbogen nicht beantworten, dann sind weitere Sanktionen zu erwarten. Dabei kann eine Auflage zur Führung eines Fahrtenbuches drohen oder die Vorladung des Halters zur Vernehmung/Anhörung bei der Polizei oder in der Bußgeldstelle.

Sollten nun nicht Sie als Halter der Verursacher der Ordnungswidrigkeit sein, so können Sie auf dem Anhörungsbogen, den tatsächlichen Täter benennen. Dazu sind Sie jedoch, im Gegensatz zur Angabe Ihrer eigenen Personalien, nicht verpflichtet.

Schon am Ort des Geschehens kann die Polizei eine Anhörung im Bußgeldverfahren vornehmen. Doch zum Schutze der Selbstbelastung haben Sie im Wesentlichen das Recht zu schweigen. Dies sollten Sie auch in Anspruch nehmen. Vor allem dann, wenn Sie planen, in der Angelegenheit einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Aus Ihrem Schweigen dürfen die Behörden keine Schlüsse gezogen werden, die die Zuständigen Ihnen zur Last gelegt könnten.

Der Anhörungsbogen ist noch nicht die Aufforderung zur Zahlung der Geldbuße. Dies erwartet Sie erst, wenn Sie den Bußgeldbescheid erhalten. Die Zustellung des Bußgeldbescheids erfolgt in der Regel nach zwei bis vier Wochen, insgesamt hat die Behörde allerdings drei Monate dafür Zeit.

Der Anhörungsbogen unterbricht die Verjährung

Die Frist für die Verjährung einer Ordnungswirdigkeit beträgt laut § 33 Absatz 1 Nr. 1 OwiG drei Monate

Die Frist für die Verjährung einer Ordnungswirdigkeit beträgt laut § 33 Absatz 1 Nr. 1 OwiG drei Monate

Die Frist für die Verjährung wird nach § 33 Absatz 1 Nr. 1 OwiG durch die Versendung des Anhörungsbogens unterbrochen. Normalerweise beträgt die Verjährungsfrist für Verkehrsordnungswidrigkeiten drei Monate ab dem Zeitpunkt der Tat. Innerhalb dieser Zeit muss also der Bußgeldbescheid bei Ihnen eintreffen. Doch die Verjährungsfrist von drei Monaten beginnt nach der Versendung des Anhörungsbogens wieder von vorn.

Ausnahme: In diesem Fall unterbricht der Anhörungsbogen nicht die Verjährungsfrist:

Die Formulierung „Vorwurf“ spielt laut Rechtsprechung eine wichtige Rolle. Es sollte im Anhörungsbogen also geschrieben stehen: „…wird Ihnen vorgeworfen…“. Steht allerdings folgendes: „…wurde festgestellt, dass….“, so tritt bei letzterem keine Unterbrechung der Verjährung ein, da nur bei ersterem („…wird Ihnen vorgeworfen…“) auch ein persönlicher Vorwurf gegenüber des Empfängers ausgesprochen wird.

Die Verjährung kann außerdem nur einmal unterbrochen werden. Hat die Polizei Sie also bereits am Tatort angehört, so ist eine weitere Unterbrechung durch die Zusendung des Anhörungsbogens nicht mehr möglich.

Sind der Fahrer, der die Ordnungswidrigkeit begangen hat und der Halter nicht identisch, so tritt die Unterbrechung der Verjährungsfrist nur für den im Anhörungsbogen namentlich Benannten in Kraft. Das ist in der Regel der Empfänger des Schreibens wie zugleich auch der Kfz-Halter. Für denjenigen, der also den Verstoß tatsächlich begangen hat, läuft die Frist weiter.

Anhörungsbogen nicht erhalten

Sollten Sie den Anhörungsbogen nicht erhalten haben, spielt das keine Rolle. Wenn die zuständige Behörde den Postausgang Ihres Anhörungsbogens nachweisen kann, dann gilt die Unterbrechung der Verjährung trotzdem als zulässig.

Es kann aber auch vorkommen, dass der Betroffene keinen Anhörungs- sondern einen Zeugenfragebogen bekommt. Dies geschieht, wenn die Behörden bereits wissen, dass der Halter den Verstoß nicht begangen hat. Das kann im Nachhinein geschehen, wenn Sie im Anhörungsbogen bereits bekräftigt haben, dass nicht Sie der Verursacher der Ordnungswidrigkeit sind. Es kann in seltenen Fällen aber auch passieren, dass die Behörde, zum Beispiel, wenn die Person auf dem Beweisfoto nicht mit dem Geschlecht des Fahrzeughalters übereinstimmt, selbst feststellt, dass Halter und Fahrer nicht ein und dieselbe Person sind.

Handelt es sich bei dem Auto um einen Firmenwagen, so versendet die Bußgeldbehörde in der Regel ebenfalls oft nur einen Zeugenfragebogen. Dieser wird der jeweiligen GmbH als Halterin des Autos zugestellt. Ist dies der Fall, sollten Unternehmen darauf achten, den Zeugenfragebogen innerhalb der Firma nicht an den tatsächlichen Fahrer zum Ausfüllen weiterzureichen. Stattdessen sollte wirklich der Halter den Bogen ausfüllt sowie den tatsächlichen Verursacher angeben. Denn der Zeugenfragebogen ist seinem Namen nach, eben nur für den Zeugen gedacht. Erst, wenn der tatsächliche Fahrer von ihm benannt ist, eröffnet die Bußgeldbehörde auch gegen ihn das Ermittlungsverfahren.

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428 Kommentare

  1. Rüdiger sagt:

    Hallo,

    ich habe ein Verwahrungsgeld wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 39 km/h im 30ger-Bereich bekommen.
    Es ist nur die Straße angegeben worden und keine Angabe in welcher Höhe. Die Straße hat einen 30ger und 50ger Bereich. Es wurden keine Angaben über die gemessene Geschwindigkeit und Toleranz gemacht. Ist das so richtig? ich muss doch nachvollziehen können, an welcher Stelle gemessen wurde, oder?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Rüdiger,

      handelt es sich lediglich um ein Verwarnungsgeld, müssen bezüglich der gemachten Angaben nicht die gleichen Vorgaben erfüllt werden wie bei einem Bußgeldbescheid.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Maphi 1985 sagt:

    Hallo,

    Eine Frage bzgl des anhörungsbogens. An einer Stelle steht hier das dessen Beantwortung Pflicht ist, an anderer Stelle steht ich muss ihn nicht zurücksenden,da die grunddaten des Fahrers der Stelle ohnehin bekannt sind. Was gilt nun?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Maphi 1985,

      normalerweise müssen Sie zwar Angaben zu ihrer Person machen, jedoch nicht direkt zum Geschehen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Toni sagt:

    Hallo! Habe eine Verwarnung mit Verwarnungsgeld /Anhörung bekommen aber der Geschwindigkeit stimmt nicht da ich eine Dashcam habe und genau bei Blitzen 46 km anzeigt (bei 30 km begrenzung) würde mir geschrieben abzug nach Toleranz wäre 46 km das kann aber nicht sein und noch dazu 1meter vor auflösung der Geschwindigkeit hinter ein Baum ist der Blitzer zu sehen das ist für mich reine abzocke.Meine frage wäre muss ich Antworten oder nicht da zwar Foto bei ist aber keine Kennzahl und keine Geschwiindigkeit auf diese Bild zu sehen ist.Bei der richtigkeit wäre nur 25 € fellig und nicht wie geschrieben 35 € ich finde das ein frescheit.Mfg.Toni

    • Bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Toni,

      bitte wenden Sie sich diesbezüglich an die Bußgeldstelle und konsultieren ggf. einen Anwalt für Verkehrsrecht, wenn Sie einen Widerspruch gegen den Bescheid einlegen möchten.

      Die Redaktion von Bussgeldkatalog.org

  4. Dominik sagt:

    Hallo zusammen,

    heute den 27.07.18 kam ein Brief mit einer Anhörung im Bußgeldverfahren wegen Nutzung des Handys am Steuer. Im Schreiben steht ich hätte die Tat am 04.04.18 begangen. Das Schreiben selber wurde am 23.07.18 erstellt. Greift hier schon die Verjährungsfrist von 3 Monaten?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Dominik,

      sofern Sie bis zum Anhörungsbogen nichts von der Sache gehört haben, sollte in der Regel schon eine Verjährung eingetreten sein.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Vincent sagt:

    Hallo,

    ich wurde mit 54 innerorts geblitzt, bin mir aber sicher das wir (3 freunde und ich) schon aus dem Dorf draußen waren, außerdem war kurz nach dem Blitzer ein 80er Schild.
    Das Auto gehört meinem Vater und er war zu diesem Zeitpunkt Verreist.
    Auf dem Foto erkennt man einen mich, aber Plaketten verdecken ungefähr auf höhe der Nase die linke Seite meines Gesichtes.
    Was muss mein Vater jetzt angeben?

  6. Claudia sagt:

    Hallo! Ich hatte an meinem Auto ein Knöllchen, dass ich mich laut Paragraph 26 der StVO strafbar gemacht habe und mir dazu eine Anhörung übersendet wird. Dieses Schreiben kam nun, mit dem Tatvorwurf nach Paragraph 14, parken auf öffentlichen Grünflächen und der Aufforderung der Zahlung von 55€. Also keinerlei Anhörung oder Befragung dazu. Ist das rechtens? MfG, Claudia

  7. Evgeni sagt:

    Hallo,

    ich habe einen Abhörungsbogen ausgeführt und abgeschickt aber seit 2Wochen kriege ich kein Busgelgbescheid, was kann es für einen Grund geben, das sich solange verzögert?

    MfG

  8. luise sagt:

    Hallo Bussgeldkatalog :)

    ich befuerchte, dass ich echt mist gebaut habe und hoffe da irgendwie heile wieder raus zukommen…..

    Vor genau 3 Monaten bin ich mit dem Mietwagen (von der Firma angemietet) einer Kollegin, zu schnell ueber Rot gefahren (laenger als 1 Sekunde rot).
    Sie hat bereits den Anhoerungsbogen erhalten und wird nun aufgefordert Angaben zu ihrer und/ oder meiner Person zu machen. Ihnen ist allerdings noch nicht bekannt, dass der Halter nicht der Fahrer gewesen ist.

    Wenn meine Kollegin jetzt meine Daten angibt, bin ich ja bereits ausfindig gemacht worden und die Verjaehrung gilt nicht mehr so wirklich oder?

    Oder kann ich dann immer noch alle schreiben ignorieren und darum herum kommen?

    Dazu bin ich auch noch Fahranfaengerin und als Studentin wuerde mich dieses Verfahren ein Vermoegen kosten, was ich nicht aufbringen kann.

    Ich bitte freundlichst um einen guten Rat und Hoffnung
    Gruesse Luise

  9. JJK sagt:

    Ich wurde geblitzt in einer Baustelle nachts. In der Baustelle war 60 km/h, normal ist an der Straße 120 km/h. Die Baustelle und alle gelben Markierungen waren zu Ende und ich habe beschleunigt. Wurde dann bei 100 km/h etwa geblitzt, weil die Baustelle einige hundert meter weiter noch weiter ging und wieder die Markierungen da waren.

    Übermorgen ist das 3 Monate her. Heute, also 2 Tage vor Fristende, war ein Bußgeldbescheid bzw. Anhörungsbogen im Briefkasten des Fahrzeughalter – ich bin aber nur Fahrer, nicht Halter. Ich wohne nicht an der selben Adresse… nicht mal im selben Bundesland und das auch nicht erst seit gestern sondern schon lange.
    Die Frist wird ja nur unterbrochen, wenn es zur richtigen Adresse kommt, was es ja nicht ist.

    Muss der Anhörungsbogen angefüllt werden und wenn da mit was? Also ja klar, Personalien, nicht zum Tatbestand, aber wie genau? Ein Beispiel wäre super. Danke.

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