Was ist eine Straftat?

Ordnungswidrigkeit und Straftat – Worin besteht der Unterschied?

Zwischen einer Ordnungswidrigkeit, wie z.B. geblitzt zu werden, besteht ein Unterschied zu einer Straftat.

Zwischen einer Ordnungswidrigkeit, wie z.B. geblitzt zu werden, besteht ein Unterschied zu einer Straftat.

Viele Menschen wissen, dass ein Unterschied zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat besteht. Worin dieser jedoch genau liegt, ist häufig unklar. Dabei sollte im Hinblick auf die Verkehrsregeln jedem bewusst sein, worin die Gegensätze liegen.

Denn ein Strafverfahren läuft grundsätzlich anders ab, als ein einfaches Bußgeldverfahren.

Der folgende Ratgeber gibt detailliert Auskunft zum Thema Straftat und nennt mögliche Arten von Straftaten, die laut dem deutschen Gesetz als solche definiert werden.

Wann ist ein Vergehen eine Straftat?

In Deutschland wird ein Straftatbestand nach dem Strafrecht geregelt. Das Strafgesetzbuch (StGB) fasst diesbezüglich die Gesetze zusammen.

Eine Straftat ist laut Definition eine verbotene Handlung, bei welcher der Straftäter bei vollem Bewusstsein und somit schuldhaft gehandelt hat. Bei dieser Handlung hat er rechtswidrig agiert und eine Tat begangen, welche mit der Verletzung von Rechtsgütern einhergeht.

Straftaten in Deutschland haben ein eingeleitetes Strafverfahren und bei Verurteilung eine Bestrafung zur Folge. Nach dem Strafvollzugsrecht wird die Strafe verhängt und durchgesetzt. Je nach Schwere der Straftat, drohen entsprechend harte oder milde Sanktionen. Diese sollen die Wirkung erzielen, dass der Täter getadelt wird und zukünftig keine weiteren Straftaten mehr begeht. Das Wissen von der Existenz der Bestrafungen soll ebenfalls andere Bürger davon abhalten, Vergehen zu veranlassen und durchzuführen.

Folgende Absichten hat somit das Strafrecht mit einer Ahndung von einer Straftat:

  • Spezialprävention – der erzieherische Effekt
  • Generalprävention – Abschreckung vor einer weiteren Tat
  • Repression – Büßen für das Fehlverhalten

Was gibt es für Straftaten? Einige Beispiele

Eine Straftat gilt immer dann als solche, wenn sie im Gesetz verankert ist und dort beschrieben wird. Zu einer Ahndung kommt es demnach nur dann, wenn eine gesetzliche Strafbarkeit auch festgelegt ist. Daher müssen vorher diese Bedingungen existent sein:

  • Das Vergehen muss im StGB oder in einem anderen Gesetz Erwähnung finden, als Straftat deklariert werden und eine Bestrafung als Folge haben.
  • Die beschuldigte Person muss in vollem Bewusstsein gehandelt haben.
  • Die Straftat muss rechtswidrig sein und ohne mögliche Rechtfertigung (Notwehr) sein.
Mutwillige Sachbeschädigung kann im schlimmsten Fall als Straftat gelten.

Mutwillige Sachbeschädigung kann im schlimmsten Fall als Straftat gelten.

Wenn eine andere Person einen schwerwiegenden Verstoß begangen hat, besteht für die wissende Person eine Anzeigepflicht der Straftat. Andernfalls ist sie sonst Mitwisser und macht sich ebenfalls strafbar.

Je nach Fall kann es auch von der Polizei als unterlassene Hilfeleistung eingestuft werden, so beispielsweise, wenn es um verletzte Menschen geht, die in Lebensgefahr schweben.

Hierbei sollte allerdings nicht auf Vermutungen basierend gehandelt werden, sodass eine Person der Bezichtigung einer Straftat zum Opfer fällt.

Als eine „schwere Straftat“ werden Vergehen gewertet, bei denen es um Handlungen geht, die gegen die Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens oder gegen die Rechtsordnung der Gesellschaft verstoßen.

Die schwerste Form einer Straftat wird Verbrechen genannt.

Dies sind Beispiele für schwerwiegende Vergehen laut StGB:

  • Mord
  • Körperverletzung mit Todesfolge
  • Nötigung
  • Raub
  • Betrug
  • Bestechung
  • Geiselnahme
  • Brandstiftung

Es kann passieren, dass in einem Fall die Staatsanwaltschaft keine Beweismittel zur Verfügung hat, um einen Beschuldigten tatsächlich zu überführen. In manchen Fällen besteht auch kein hinreichender Tatverdacht oder der Straftäter kann nicht ermittelt werden. Dann kommt es zur Einstellung vom Strafverfahren.

Einige Vergehen, welche bisher noch keine Erwähnung gefunden haben, fallen dennoch unter den Begriff der Straftat. Diese sind im folgenden Abschnitt gelistet und erklärt:

  1. Die Vortäuschung einer Straftat (nach § 145d): Wenn eine Person bewusst vortäuscht, dass an einem Ort oder an einer Person ein Vergehen verübt wurde, gilt dies als Vortäuschung. Diese Tatsache wird mit einer Gefängnisstrafe oder Geldstrafe geahndet.
  2. Die Anstiftung zur Straftat (nach § 26 StGB): Auch wenn die Person nicht die eigentliche Tat ausgeführt hat, ist sie dennoch der Ursprung derer und wird genau wie der Straftäter verurteilt. Als Anstifter gilt die Person, welche eine andere Person vorsätzlich zu einer rechtswidrigen Handlung drängt oder überredet. Laut Gesetz zählt dies zur Verursachung einer Straftat und Rechtsverletzung.
  3. Versuchte Straftat (nach § 23 StGB): Auch der Versuch und die nicht gänzliche Durchführung einer Straftat führt nach dem Strafgesetzbuch zu einer Bestrafung. Da der Entschluss zu einer Tat vorliegt und somit eine Absicht der rechtswidrigen Handlung besteht, wird die versuchte Straftat vor Gericht entschieden. Dabei können allerdings mildernde Umstände und ein geringeres Strafmaß geltend gemacht werden, als es bei einer vollzogenen Straftat der Fall wäre.

Straftaten: Die Statistik in Deutschland

Raub gilt als eine Straftat.

Raub gilt als eine Straftat.

Jedes Jahr wird vom Bundeskriminalamt (BKA) eine Polizeiliche Kriminalstatistik herausgegeben. Meist erscheint diese in Buchform, in der zweiten Jahreshälfte und wird Justizbehörden, aber auch Hochschulen zur Verfügung gestellt. Die darin vorgestellten Fakten drehen sich um die jährlichen Verkehrsdelikte, Ordnungswidrigkeiten, Staatsschutzdelikte und Straftaten.

Im Jahr 2014 registrierte die Polizei in Deutschland über sechs Millionen Straftaten. Gemäß der Statistik des Vorjahres, wurde dabei ein Anstieg verzeichnet. Nur knapp 55 Prozent der Taten wurden aufgeklärt. 2015 ließen sich von den bisher ausgewerteten und veröffentlichten Statistiken Aussagen zu einem enormen Anstieg an Wohnungseinbrüchen tätigen.

Unterschiede zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Straftat

Außer Straftaten gibt es noch weitere Gesetzesverstöße, beispielsweise Ordnungswidrigkeiten. Dies sind verhältnismäßig kleinere Vergehen, die kaum kriminelle Absicht als Grundlage haben, verglichen mit einer Straftat.

Bei einer Ordnungswidrigkeit ist eher die Sorgfaltspflicht, welche eine Person hat, generell unterlassen worden. Bei einer Straftat spielen die gesellschaftlichen Normen und Moralvorstellungen zusätzlich noch eine wesentliche Rolle. Ordnungswidrigkeiten haben im Anschluss ein Bußgeldverfahren zur Folge, welches nicht wie ein Strafverfahren im Gericht entschieden wird.

Was passiert bei Straftaten im Straßenverkehr?

Die Verjährung einer Straftat hängt von der eigentlichen Tat ab.

Die Verjährung einer Straftat hängt von der eigentlichen Tat ab.

Bei einigen Vorfällen mit Fahrzeugen auf den Straßen, kann nicht mehr von einer Ordnungswidrigkeit gesprochen werden. Eine Straftat im Straßenverkehr ist es beispielsweise, wenn mit Alkohol und Drogen am Steuer gefahren wird, eine Fahrerflucht begangen wird oder eine unterlassene Hilfeleistung geschehen ist.

Viele Personen unterschätzen, dass tatsächlich eine Fahrerflucht als Straftat gilt, wenn sich nach einem Unfall vom Ort entfernt wird und in keiner Weise die Polizei verständigt wird.

Dadurch können hohe Strafen entstehen, womit einige Menschen nicht rechnen. So ergeben sich Geldstrafen in einer immensen Höhe, Führerscheinentzug und sogar Freiheitsstrafen.

Meist wenn es zum Führerscheinentzug bei Straftaten kommt, wird der Fall im gerichtlichen Strafverfahren weiter verfolgt.

Wie sind die Verjährungsfristen bei Straftaten?

Die Verjährung von Straftaten sind im § 78 des Strafgesetzbuches (StGB) genau erläutert. Danach gelten diese Fristen:

Soweit die Verfolgung verjährt, beträgt die Verjährungsfrist

  • dreißig Jahre bei Taten, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind,
  • zwanzig Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren bedroht sind,
  • zehn Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als fünf Jahren bis zu zehn Jahren bedroht sind,
  • fünf Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren bedroht sind,
  • drei Jahre bei den übrigen Taten.

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