Die Maut in England und Großbritannien: Wer muss sie zahlen?

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 29. November 2019

Autobahngebühren in England, Schottland und Wales

In einigen Fällen müssen Sie eine Maut in England bezahlen.
In einigen Fällen müssen Sie eine Maut in England bezahlen.

Für Kraftfahrer vom europäischen Festland sind die Verkehrsregeln in Großbritannien ein Abenteuer. Es dauert schon eine Weile, bis sich das Fahren auf der linken Seite nicht mehr falsch anfühlt.

Tritt die Gewöhnung ein, öffnet sich auch der Blick für die schönen Landschaften, welche die Insel bereithält.

Ein Roadtrip mit dem Auto von Dover nach London und weiter nach Sheffield bis in die schottischen Highlands ist eine Reise, die sich definitiv lohnt.

Doch wie verhält es sich mit Mautgebühren in Großbritannien? Wo fallen diese an und wer muss sie zahlen? Gibt es eine Vignette wie in Österreich oder wie wird die Gebühr entrichtet? Auf all diese Fragen zur Maut in England gehen wir im nachfolgenden Ratgeber ein.

FAQ: Maut in England

Wie teuer ist die Maut in England?

Anders als bei der Maut in anderen Ländern, sind die Kosten in England auch vom Wochentag abhängig. Mit einem Klick hier erhalten Sie einen Überblick über die Mautgebühren.

Gibt es auch eine Lkw-Maut in England?

Ja, in England gibt es eine Lkw-Maut. Sie gilt für Kfz über 12 Tonnen.

Welche Strecken und Gebiete sind gebührenpflichtig in England?

Die Maut gilt für bestimmte Strecken, z. B. die Autobahn M6 sowie einige Brücken, Tunnel und in manchen Stadtzentren (z. B. London).

M6-Toll: Die einzige Strecke mit Autobahnmaut in England

Die gute Nachricht zuerst: Eine flächendeckende Maut ist in Großbritannien für Pkw nicht vorgesehen. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrem Fahrzeug in der Regel kostenfrei auf Autobahnen und Landstraßen verkehren können.

Es gibt aber eine Ausnahme von diesem Grundsatz. Auf der Autobahn M6, welche mit 373 km die längste Schnellstraße des Vereinigten Königreichs ist, gibt es ein Teilstück, für welches eine Maut in England gezahlt werden muss. Zwischen Birmingham und Wolverhampton ist für die Strecke M6-Toll, welche knapp 45 km lang ist, eine Gebühr zu entrichten, deren Höhe vom Fahrzeugtyp und der gefahrenen Tageszeit abhängig ist.

Preisunterschiede bei dieser Maut in England gibt es entsprechend der einzelnen Kategorien der Fahrzeuge. Unterschieden werden grundsätzlich fünf verschiedene Fahrzeugtypen. Eingeteilt sind diese gemäß der Anzahl der Räder sowie der Achsen und anhand der Höhe an der Vorderachse.

ClassMontag bis Freitag
6-23 h
Samstag bis Sonntag
6-23 h
In der Nacht
23-6 h
Fahrzeuge mit weniger als 4 Rädern (Motorrad) der
Class 1
3.00 GBP2.80 GBP1.80 GBP
Fahrzeuge der Class 2 mit 4 + Rädern, 2 Achsen
Vorderachse bis 130 cm hoch (z. B. Pkw)
5.50 GBP4.80 GBP3.80 GBP
Fahrzeuge der Class 3 mit 4 + Rädern, > 2 Achsen,
Vorderachse bis 130 cm hoch
10 GBP8.60 GBP6.60 GBP
Fahrzeuge der Class 4 mit 4 + Rädern, 2 Achsen,
Vorderachse über 130 cm hoch (Bus, Transporter usw.)
11 GBP9.60 GBP8.60 GBP
Fahrzeuge der Class 5 mit 4 + Rädern, 3 - 6 Achsen,
Vorderachse über 130 cm hoch (z. B. Transporter mit Anhänger, Reisebus, Sattelschlepper)
11 GBP9.60 GBP8.60 GBP

Es gilt eine Lkw-Maut in Großbritannien für Fahrzeuge über 12 Tonnen.
Es gilt eine Lkw-Maut in Großbritannien für Fahrzeuge über 12 Tonnen.

Für besonders schwere oder sehr lange Fahrzeuge gibt es Spezialklassen, für die ein höheres Entgelt gezahlt werden muss.

Personen mit Behinderungen bzw. Organisationen, welche behinderte Personen transportieren, können sich von dieser Maut in England befreien lassen. Dazu ist allerdings eine Registrierung notwendig.

Die Bezahlung der M6-Maut erfolgt in England an einer Mautstation. Dort gibt es verschiedene Fahrspuren je nach Bezahlmethode.

Möglich ist das Zahlen in bar, per Karte (Kreditkarten, Tankkarten), per kontaktloser Kreditkarte oder per elektronischer Vorauszahlung und Smart Card (TAG).

Es gibt eine Maut in England für aufwändige Verkehrsbauwerke

Obwohl Großbritannien weitgehend mautfrei ist, können für einige Brücken und Tunnel Gebühren verlangt werden.

Zu nennen sind:

  • Dartford Tunnel
  • Mersey Tunnel
  • Tyne Tunnel
  • Queen Elizabeth II Bridge
  • Second Severn Crossing
  • Humber Bridge
  • Tamar Bridge
  • Cleddau Bridge

London: Die Hauptstadt der Mautgebühren in England

Für einige Brücken und Tunnel müssen Mautgebühren in England bezahlt werden.
Für einige Brücken und Tunnel müssen Mautgebühren in England bezahlt werden.

Touristen sollten besonders in London auf die Maut achten. In England ist zwar die Nutzung öffentlicher Straßen weitgehend kostenfrei, die Hauptstadt stellt hierbei aber eine Ausnahme dar. Gleich zwei Mautsysteme können Kosten verursachen. Zudem kann eine Sondermaut bei der Nutzung des Darford Tunnels anfallen.

Maut in England: London Low Emission Zone (LEZ)

Was viele ausländische Kraftfahrer nicht wissen: Die Region „Greater London“ ist eine Umweltzone (LEZ), für die schadstoffreiche Fahrzeuge eine hohe Nutzungsgebühr zahlen müssen. Die Zone wurde bereits im Jahr 2008 angelegt und richtet sich nicht an alle Kfz. Betroffen sind in der Regel nur ältere dieselbetriebene Lkw, Busse, Reisebusse oder größere Transporter über 1,2 Tonnen Leergewicht sowie Minibusse mit über acht Plätzen und einem Gewicht unter fünf Tonnen.

Voraussetzung für die Gebührenpflicht ist die Nichterfüllung der LEZ-Abgasnorm. Unerheblich ist zudem, ob das Fahrzeug gewerblich oder privat genutzt wird. Nicht betroffen sind dagegen das Auto, Motorräder sowie Transporter unter 1,2 Tonnen Leergewicht.

Das Ziel dieser Abgabe ist es, die Luftqualität in London insgesamt zu verbessern. Für nach London Reisende, die mit einem betroffenen Fahrzeug unterwegs sind, welches außerhalb vom Vereinigten Königreich zugelassen wurde, ist es wichtig, das eigene Fahrzeug entsprechend zu registrieren, da sonst hohe Bußgelder verhängt werden können. Bei Mietwagen sollten Sie nachfragen, ob diese bereits registriert worden sind.

Die Mautgebühr fällt tageweise an und gilt ganztägig sowie ganzjährig von Mitternacht bis Mitternacht. Die LEZ-Zone ist mit speziellen Verkehrstafeln ausgeschildert. Mautstationen gibt es nicht, allerdings scannen Sensoren die Nummernschilder der fahrenden Fahrzeuge, wodurch an diesem Tag die Maut für in England lebende Personen und Ausländer anfällt.

Bezahlt werden kann im Voraus per Internet, Telefon oder per Post. Für die nachträgliche Entrichtung der Maut bleiben 24 Stunden Zeit.

Fahr­zeug­typGe­wichtMaut­ge­bühr pro Tag
Lkws, Wohnmobile und Pferdetransporterüber 3,5 t Leergewicht200 GBP
Linien- und Reisebusseüber 5 t Leergewicht
Transporter und PferdetransporterZwischen 1,2 t und 3,5 t Leergewicht100 GBP
WohnmobileZwischen 2,5 t und 3,5 t Leergewicht
Kleinbusse5 t Leergewicht oder weniger
Gibt es eine Vignette für England?

Anders als beispielsweise in Österreich gibt es bei der Maut in England keine Vignette. Die Bezahlung erfolgt in der Regel mittels Registrierung des Fahrzeugs. Bei der Einfahrt in eine mautpflichtige Zone erfassen Sensoren das Kennzeichen und belasten anschließend das Mautkonto. Auch das Modell der Mautstationen mit direkter Bezahlmöglichkeit kommt zum Einsatz.

Autobahngebühren fallen in England meist nicht an.
Autobahngebühren fallen in England meist nicht an.

London Congestion Charge: Eine weitere Maut in Großbritannien

Neben der LEZ gibt es in London noch die sogenannte Stau-Maut, welche die Verkehrsdichte in der Hauptstadt verringern soll. Sie gilt grundsätzlich für alle Fahrzeuge, welche in die mautpflichtige Innenstadt einfahren. Ausnahmen bilden Motorräder sowie Kfz mit der Schadstoffnorm Euro V bzw. mit Antrieb auf Basis alternativer Kraftstoffe.

Die Maut wird fällig von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 18 Uhr. Sie beträgt 11,50 GBP, wenn sie im Voraus bzw. am selben Tag  gelöst wird. Auch ein nachträgliches Bezahlen am Folgetag ist möglich. Dann erhöht sich allerdings die Gebühr auf 14 GBP. Außerhalb dieses Zeitraums, an Wochenenden, Feiertagen sowie zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Befahren der Innenstadt gebührenfrei.

Keine Maut: Schottland und Wales sind weitgehend mautfrei

In Schottland und Wales fallen generell keine Mautgebühren an. Auf der Erskine Bridge, der Forth Bridge, der Skye Bridge und der Tay Bridge mussten Kraftfahrer bis vor einigen Jahren für für die Nutzung bezahlen. In Wales muss mit einer Gebühr für spezielle Verkehrsbauwerke wie der Severn-Brücke gerechnet werden.

Lkw-Maut in GB: Betrifft sie alle Lastkraftwagen?

Seit April 2014 gibt es auch eine Lkw-Maut in England, Wales und Co., welche alle Fahrer von Lastkraftwagen mit einem Gewicht über 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zahlen müssen. Die Gebühr ist grundsätzlich vor der Einreise zu bezahlen und beträgt je nach Anzahl der Achsen und des Gewichts 1,70 bis 10 GBP pro angebrochenem Tag. Es gibt zahlreiche Verkaufsstellen (online und offline). Außerdem bieten viele Fähren die Möglichkeit, dort die Maut für England zu entrichten.

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8 Kommentare

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  1. Groborz sagt:

    Sehr gute Informationen.

  2. Stefan S. sagt:

    Sie schreiben nicht wo und wie man bei welcher Stelle die Maut entrichten kann.Man kommt von der Fähre fährt durch London per Navi nach Mittel.-England und bekommt kurze Zeit später eine saftige Geldstrafe zugeschickt.Ich habe kein Hinweisschild auf der ganzen Fahrt bis London-wo dann die Maut anfällt-gesehen,das mich darauf hinweist hier abzufahren bzw. vor der Durchreise oder der Einfahrt nach London bitte meine Maut zu entrichten.Das ist doch totale Abzocke.Ich habe jetzt eine rechnung über 3800.-€.Bitte schreiben Sie doch wie der Vorgang zum Bezahlen abläuft.Danke S.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Stefan S.,

      wie wir in unserem Text schreiben, müssen Fahrzeuge, die nach London fahren und außerhalb von Großbritannien zugelassen sind, vorher entsprechend registriert werden, da sonst hohe Bußgelder verhängt werden können. Sensoren scannen beim Einfahren in die betroffene Zone das Nummernschild und belasten anschließend das entsprechende Mautkonto.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. R.lehfeldt sagt:

    Ist es richtig, das die LKW Maut in Grossbritannien die Gebühr für den Dartford Tunnel beinhaltet? Oder muss diese Gebühr noch zusätzlich bezahlt werden?

  4. Stephan J. sagt:

    Hallo,

    ich habe seit gestern auch einen Brief mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 580 Euro wegen Mautverstoß. Nach 14 Tagen wären es dann fast 1800 Euro. Meine schönen Erlebnisse im Urlaub gehen nun den Bach runter. Die Hinweise hatten auch wir nicht wahrgenommen. Zudem ist unser WoMo neueste Abgasklasse und hatten die Info, daß wir sowieso befreit wären. Was kann man denn eigentlich dagegen machen. Ist juristischer Beistand sinnvoll? Ist das Verfahren eigentlich (noch) EU-Konform? Vielen Dank im voraus.

  5. Jürgen sagt:

    Guten Tag,
    sie schreiben oben im Text, dass das Fahrzeug registriert werden muss.
    Wo und wie lasse ich es registrieren?
    Auch ich fuhr von Dover nach Manchester und habe nirgends eine Mautstation gesehen und bekam nach einigen Wochen
    eine saftige Geldbuße.
    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen

  6. Birgit sagt:

    Ich habe für A2 Rochester Way Reliel Road eine Busgeldzahlung in Höhe von über 600 Euro bekommen. Der Brief kam aber aus Schweden – ist das korrekt?
    Zahlung würde an Euro Parking Collection plc gehen
    Wir sind gefahren Mit einem VW Multivan
    Ist das in Ordnung?

  7. Marlies sagt:

    Ich war mit meinem Wohnmobil in England und habe jetzt einen Bußgeldbescheid von 600 Euro bekommen. ich habe nirgends eine Mautstation gesehen und diese Mautgebühr ist auch geringer, aber im Internet kann man auch nichts finden.
    Gruß Marlies

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