Bußgeldkatalog England – Diese Verkehrsregeln gelten in Großbritannien

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Bußgeldkatalog UK – Die Verkehrsregeln in England

Die Verkehrsregeln in England sollten dringend eingehalten werden.
Die Verkehrsregeln in England sollten dringend eingehalten werden.

Für einen Urlaub und eine längere Reise ist England ein sehr beliebtes Ziel. Das Land der Queen und des typischen englischen Tees hat zahlreiche bekannte Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ob Sie nun den Tower of London besuchen wollen, den Buckingham Palace, Westminster Abbey oder die schöne und ländliche Gegend Großbritanniens erkunden wollen, vieles ist hier möglich.

Im besten Fall mieten Sie sich ein Auto und kommen so schneller von Ort zu Ort. Auch Touren fernab von dem Zentrum von London lassen sich so leichter gestalten.

Wer mit dem Auto in England unterwegs ist, sollte allerdings die Verkehrsregeln in Großbritannien kennen. Ansonsten wird die Reise im Nachhinein durch einen Bußgeldbescheid im Briefkasten getrübt. Gerade im Ausland sind die Bußgelder teils um einiges höher als in Deutschland. Noch dazu gehört Großbritannien zu den Ländern, die in Europa mit das höchste Bußgeld verhängen.

Daher ist es bei einer Reise in das Land sehr hilfreich, die Verkehrsregeln im UK (United Kingdom) zu kennen. Der folgende Ratgeber gibt Ihnen dafür gute Tipps und alle weiteren Informationen, die wichtig sind, beispielsweise welches Tempolimit in England einzuhalten ist.

Verkehrsregeln in Großbritannien

Gibt es eine Besonderheit im Straßenverkehr von Großbritannien?

Ja, in Großbritannien herrscht Linksverkehr. Das kann sich auch auf die Vorfahrt und die Rechts-vor-links-Regelung in England und dem Rest des Königreichs auswirken.

Unterscheidet sich die Promillegrenze in Großbritannien von der deutschen?

Ja, die Promillegrenze in Großbritannien liegt bei 0,8. Eine Ausnahme bildet Schottland, hier gilt es 0,5 zu beachten.

Welche Tempolimits gelten in Großbritannien?

Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Sie in aller Regel maximal 48 km/h fahren. Welche weiteren Tempolimits in Großbritannien gelten, erfahren Sie hier.

Ziehen Verkehrsverstöße in England bzw. Großbritannien Fahrverbote nach sich?

Ja, das ist durchaus möglich. Wann ein Fahrverbot in England verhängt wird und wie lange dieses dauert, bestimmt in der Regel ein Gericht.

Ist ein englisches Fahrverbot in Deutschland gültig?

Nein, ein Fahrverbot, das in England bzw. Großbritannien verhängt wurde, ist nicht nach Deutschland übertragbar.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie weitere Informationen über die Verkehrsregeln in Großbritannien:

Auszug aus dem Bußgeldkatalog England

VergehenBußgeld
Alkohol am Steuerunbegrenztes Bußgeld
20 km/h zu schnell gefahrenbis 1195 €
über 50 km/h zu schnell gefahrenbis 2990 €
Rotlichtverstoßab 120 €
Verstoß gegen die Gurtpflichtbis 120 €
Parkverstoßab 85 €
Handy am Steuerab 240 €

(Stand 03/2023)

Großbritannien: Allgemeine Verkehrsregeln

Generell ist es wichtig, dass wenn Sie in England mit dem Auto fahren, nicht vergessen Ihre Papiere mitzunehmen. Dazu gehören der Führerschein, Ihr Personalausweis oder Reisepass – um sich auszuweisen – und die international anerkannte „Grüne Versicherungskarte“. Letztere wird Ihnen, auf Nachfrage, vor der Reise von Ihrer Versicherung ausgehändigt.

Gut zu wissen: In England ist die Maßeinheit der englischen Meile üblich. Demnach wird die Geschwindigkeit nicht in km/h, sondern in mph – also „miles per hour“ – gemessen. Umgerechnet ist eine Meile gleich 1,6 km lang. Diese mph sind auch gleichzeitig die Geschwindigkeitsvorgaben, welche auf den Verkehrsschildern angegeben werden.
Achtung! Wer mit dem Auto in England unterwegs ist und gegen die Verkehrsregeln verstößt, kassiert ein sehr hohes Bußgeld.
Achtung! Wer mit dem Auto in England unterwegs ist und gegen die Verkehrsregeln verstößt, kassiert ein sehr hohes Bußgeld.

Prinzipiell ist die Autobahn in England ohne Mautgebühren, trotzdem gibt es einige Straßen, die bei der Benutzung kostenpflichtig sind. Eine Maut in England wird auf der Schnellstraße M6-Toll verhängt, außerdem fallen Gebühren im Londoner Innenstadtbereich und bei einigen Tunneln und Brücken an.

Es ist außerhalb des Landes eher weniger bekannt, dass es zwangsläufig ein paar Straßengebühren gibt. Aus diesem Grund ist es immer gut bei einer Touristeninformation nachzufragen oder im Reiseführer nachzusehen, auf welchen Straßen genau die Kosten anfallen und ob diese mit Bargeld zu bezahlen sind.

Zu den kostenpflichtigen Straßen in England zählen die Autobahnen-Verbindung mit dem Namen M25 (der Londoner Autobahnring), wie auch einige Tunnel und Brücken.

Bei Kindern unter 14 Jahren ist darauf zu achten, dass diese auf dem Rücksitz mitfahren und angeschnallt sind, da laut den Verkehrsregeln in England eine Anschnallpflicht herrscht.

Tagsüber müssen Sie beim Fahren in England nicht zwangsläufig das Licht einschalten, da bisher keine Licht-Pflicht für den Tag eingeführt wurde.

Autofahren in Großbritannien: Der Linksverkehr

Das Linksfahren in England ist häufig schon vor Anbruch der Reise bekannt. Lediglich die Anpassung an die neue Straßensituation ist vorerst ungewohnt. Insbesondere die Rechtslenkung könnte am Anfang etwas unüblich erscheinen und dem ein oder anderen erstmal Schwierigkeiten bereiten.

Es sollte auch beachtet werden, dass gemäß der Verkehrsregeln in England rechts überholt werden darf.

Interessant ist auch, dass nicht nur in England, sondern beispielsweise auch in Schottland der Linksverkehr herrscht.

Vorgaben: Die Geschwindigkeit in England

Es ist von Vorteil, sich schon vor dem Urlaub, bei dem Sie sich ein Auto gemietet haben, über die Geschwindigkeitsgrenzen in dem jeweiligen Land zu informieren. Gerade Großbritannien ist bekannt für die besonders hohen Bußgelder.

Aus diesem Grund sind die folgenden Begrenzungen der Geschwindigkeit auf den englischen Straßen einzuhalten:

  • Innerhalb einer Ortschaft darf bis zu 48 km/h (30 mph) gefahren werden.
  • Außerhalb einer Ortschaft darf bis zu 96 km/h (60 mph) gefahren werden.
  • Die Höchstgeschwindigkeit in England auf der Autobahn liegt bei 112 km/h (70 mph).

Verkehr in England: Sanktionen fürs Telefonieren am Steuer

Es gibt einige Abweichungen der Verkehrsregeln in Großbritannien zu denen in Deutschland.
Es gibt einige Abweichungen der Verkehrsregeln in Großbritannien zu denen in Deutschland.

Wer ohne sein Handy beim Autofahren nicht sein kann, für den wird es ebenfalls im Ausland sehr teuer. Denn auch in Großbritannien ist es untersagt mit dem Mobiltelefon in der Hand zu fahren. Der Fahrer darf im Auto nur dann telefonieren, wenn ausschließlich eine Freisprechanlage benutzt wird. Die Hände sollten sich während der Fahrt eher am Lenker befinden, als auf dem Handy eine Nachricht einzugeben oder es am Ohr zu halten.

Andernfalls gefährdet diese Handlung die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Zugleich wird das eigene Leben dabei riskiert, da es so schnell zu einem Unfall kommen kann.

Im Fall einer Kontrolle durch die Polizei, entstehen zusätzlich Kosten, welche im Urlaub unnötig sind. Das Bußgeld für das Fahren mit dem Handy am Steuer fängt in England ab 240 Euro an. Je nach Gefährdung oder tatsächlich entstandenem Unfall, kann die Höhe des Betrages weiter steigen.

Verkehrsregeln in England: Die Promillegrenze

In England gibt es hohe Strafen, wenn ein Fahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss steht. Insbesondere wenn bei Alkohol die vorgegebene Grenze überschritten wird.

Nicht nur ein Bußgeld, welches in der Höhe unbegrenzt ist, droht, sondern im schlimmsten Fall erwarten den britischen Verkehrssünder auch eine sechsmonatige Haftstrafe und der Entzug des Führerscheins.

Die Promillegrenze in England im Verkehr liegt bei 0,8 Promille.

Wenn Sie sich unsicher sind, wie viel Promille Sie erreicht haben könnten, nachdem Sie sich einen Drink genehmigt haben, sollte also im besten Fall gleich auf die Weiterfahrt verzichtet werden. Alkoholmissbrauch am Steuer ist ein schwerwiegendes Verkehrsdelikt.

Zur Vorfahrt auf den Straßen in England

In Großbritannien ist bei der Vorfahrt zu beachten, dass es nicht wie in Deutschland die typische rechts-vor-links-Regel gibt.

Meist ist die Vorfahrt deutlich gekennzeichnet durch die Verkehrsschilder „STOP“ und „GIVE WAY“. Ebenfalls bedeutet eine doppelte weiße Querlinie „STOP“.

Sollten an einer Kreuzung keine Schilder existieren, müssen die Fahrer sich selbst verständigen, wer nun die Vorfahrt erhält.

Auch die Kreisverkehr-Regeln und die Halteverbots-Schilder sollten wie gewohnt berücksichtigt werden, um kein Bußgeld zu riskieren.

Wann sind in Großbritannien Fahrverbote möglich?

Fahrverbot: In England wird die Dauer durch Gerichte festgelegt.
Fahrverbot: In England wird die Dauer durch Gerichte festgelegt.

Auch in Großbritannien sind bei Verkehrsverstößen neben den Bußgeldern weitere Sanktionen möglich. Ein Fahrverbot für England oder andere Teile des Königreichs ist dann durchaus eine Option. Dabei sind verschiedene Situationen zu unterscheiden. Handelt es sich beispielsweise um gröbere Verstöße oder Straftaten, entscheidet ein Gericht über die Sanktionen.

Ausländische Fahrer müssen in einem solchen Fall eine Sicherheitsleistung erbringen. Ist dies nicht möglich oder wird das verweigert, kann das Fahrzeug bis zur Festlegung der eigentlichen Sanktion stillgelegt werden. Gleiches geschieht, wenn das Bußgeld nicht vor Ort gezahlt oder eine Prüfung durch ein Gericht verlangt wird. Hierbei handelt es sich um eine besondere Art von Fahrverbot in England.

Das eigentliche Verbot, welches als Nebenstrafe möglich ist, wird als sogenannte “Short Period Disqualification“ (SPD) bezeichnet. Übersetzt bedeutet das „kurzzeitige Disqualifikation vom Führen eines Kraftfahrzeugs“. Eine SPD ist auch schon bei geringen Verkehrsverstößen möglich. Die Entscheidung darüber obliegt einem Gericht und kann je nach Sachlage unterschiedlich ausfallen.

Die Verstöße, welche zu einem Fahrverbot in England führen können, unterscheiden sich kaum von denen, die in Deutschland eine solche Maßnahme nach sich ziehen. Üblicherweise sind Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Fahrten unter Alkoholeinfluss oder das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis die Hauptursachen für Fahrverbote.

Folgende Missachtungen oder Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften können ein Fahrverbot in England und dem Rest Großbritanniens bedeuten:

  • Geschwindigkeitsübertretungen
  • Handy am Steuer
  • Jegliches rücksichtsloses Verhalten im Verkehr
  • Missachten von Lichtzeichenanlagen
  • Vorfahrtsverstöße mit Unfallfolge oder einer Gefährdung
  • Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort
  • Unfall nicht entsprechend gemeldet
  • Fahren trotz Fahrverbot
  • Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis oder entgegen der Vorgaben der Fahrerlaubnis
  • Fahren trotz ärztlichem Verbot

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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