Auto fahren trotz Fahrverbot: Welche Konsequenzen drohen?

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Fahren während Fahrverbot – keine gute Idee

Fahren trotz 1 Monat Fahrverbot? Das ist kein Kavaliersdelikt!

Fahren trotz 1 Monat Fahrverbot? Das ist kein Kavaliersdelikt!

Wer als Autofahrer gegen die Regeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) verstößt, muss mit verschiedenen Sanktionen rechnen. Verstöße, die den Straßenverkehr gefährden, können sogar mit einem Fahrverbot geahndet werden. Dazu zählen grobe Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol- und Drogendelikte, qualifizierte Rotlichtverstöße und generell alle Verstöße, die gemäß Bußgeldkatalog mit mindestens zwei Punkten bestraft werden.

Wird ein Fahrverbot verhängt, darf der Autofahrer ein, zwei oder drei Monate lang kein Kraftfahrzeug führen und muss für diese Zeit seinen Führerschein bei der zuständigen Behörde abgeben. Besonders für Menschen, die beruflich auf ihr Auto angewiesen sind, hat dies meist erhebliche Folgen und sie sind versucht, trotz Fahrverbot zur Arbeit zu fahren. Doch dies kann ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Wir verraten Ihnen, womit Sie rechnen müssen, wenn Sie bei einem Fahrverbot trotzdem Auto fahren.

Spezielle Informationen zum Thema Fahren trotz Fahrverbot

Fahren trotz Fahrverbot: Mit dieser Strafe müssen Autofahrer rechnen

Eines sei gleich vorweg gesagt: Das Fahren trotz Fahrverbot stellt eine Straftat dar! Anders als bei einer Ordnungswidrigkeit ist es hier mit einem Bußgeld, Punkten in Flensburg oder einem (weiteren) Fahrverbot nicht getan. Wenn Sie trotz Fahrverbot Auto fahren, haben Sie stattdessen mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr zu rechnen. Außerdem gelten Sie ab sofort als vorbestraft.

Die Höhe der verhängten Geldstrafe wird in Tagessätzen bemessen und richtet sich einerseits nach Ihren finanziellen Verhältnissen und andererseits nach der Schwere Ihrer Tat. Außerdem können für das Fahren trotz Fahrverbot auch noch Punkte in Flensburg verhängt werden – zusätzlich zur Geld- bzw. Freiheitsstrafe. Verschulden Sie obendrein einen Unfall, haben Sie auch die Unfallkosten zu tragen, da der Haftpflichtversicherer in solchen Fällen üblicherweise den Regress verweigert.

Obwohl die Bestrafung ganz ähnlich ausfällt, ist das Fahren bei Fahrverbot nicht das Gleiche wie das Fahren ohne Fahrerlaubnis. Letzteres liegt vor, wenn Sie den Führerschein niemals erworben haben oder Ihnen die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen wurde und Sie trotzdem Auto fahren. Bei einem Fahrverbot bleibt Ihre Fahrerlaubnis bestehen und wird lediglich während des Fahrverbots vorübergehend ausgesetzt. Nach Ablauf des Verbots erhalten Sie Ihren Führerschein zurück.

Lässt sich die Strafe für das Fahren im Fahrverbot abmildern?

Für fahrlässiges Fahren im Fahrverbot fällt die Strafe milder aus als für vorsätzliches.

Für fahrlässiges Fahren im Fahrverbot fällt die Strafe milder aus als für vorsätzliches.

Welches Strafmaß für das Fahren trotz Fahrverbot verhängt wird, liegt im Ermessen des zuständigen Richters. Dieser entscheidet über die Dauer der Freiheitsstrafe bzw. die Anzahl der zu zahlenden Tagessätze für die Geldstrafe. Dabei werden die individuellen Umstände der Tat berücksichtigt.

Der Richter muss hier auch beurteilen, ob Sie die Straftat vorsätzlich oder fahrlässig begangen haben. Im letzteren Fall sieht § 21 Abs. 2 des Strafverkehrsgesetzes (StVG) nämlich eine mildere Strafe von bis zu sechs Monaten Freiheitsentzug oder einer Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen vor.

Allerdings kann es schwierig sein, eine Fahrlässigkeit nachzuweisen. Da mit dem Fahrverbot auch die Abgabe des Führerscheins verbunden ist, ist Autofahrern in jedem Fall bewusst, dass gegen sie ein Fahrverbot verhängt wurde. Wenn Sie also z. B. bei 1 Monat Fahrverbot trotzdem fahren, können Sie sich kaum damit herausreden, Sie hätten nicht gewusst, dass Sie nicht fahren durften. Auch die Erklärung, Sie hätten die Dauer des Fahrverbots missverstanden, ist meist wenig einleuchtend. Denn da Sie erst mit Ablauf des Verbots Ihren Führerschein von der Behörde zurückerhalten, sollten Sie allein anhand dessen merken, wie lange das Fahrverbot gilt.

Erfolgsversprechender ist hier, wenn Sie ein anderes Kraftfahrzeug als ein Auto trotz Fahrverbot gefahren haben. Können Sie glaubhaft erklären, dass Sie nicht wussten, dass das verhängte Fahrverbot auch dieses Fahrzeug miteinschließt, erkennt der Richter hier unter Umständen eine Fahrlässigkeit statt eines Vorsatzes. Hier sollten Sie sich mit einem Anwalt für Verkehrsrecht über die richtige Vorgehensweise beraten.
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Auch den Fahrzeughalter erwartet eine Strafe

Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Die Strafen für das Fahren mit Fahrverbot können nicht nur allein dem Autofahrer verhängt werden. Auch wenn Sie als Fahrzeughalter jemandem mit Fahrverbot Ihr Auto überlassen, machen Sie sich strafbar. In diesem Fall kann gegen Sie ebenfalls eine Freiheits- oder Geldstrafe verhängt werden, denn Sie sind dazu verpflichtet, sich zu erkundigen, ob ein Fahrer eine Fahrerlaubnis hat, bevor Sie ihm Ihr Fahrzeug überlassen.

Allerdings gilt auch in diesem Fall die Fahrlässigkeitsregelung: Wenn Sie nicht wussten, dass gegen den Autofahrer ein Fahrverbot verhängt wurde, kann der Richter eine mildere Strafe anordnen – vorausgesetzt, er glaubt Ihrer Behauptung. So ist es z. B. wesentlich glaubhafter, dass Sie nichts über das Fahrverbot Ihres Kollegen wussten als über das Ihres Ehepartners.

Dürfen Sie Mofa fahren trotz Fahrverbot?

Manche Fahrzeuge dürfen Sie trotz Fahrverbot fahren.

Manche Fahrzeuge dürfen Sie trotz Fahrverbot fahren.

Interessanterweise können sich Fahrverbote nicht nur anhand ihrer Dauer voneinander unterscheiden, sondern auch hinsichtlich der betroffenen Fahrzeuge. Wenn sich das Fahrverbot explizit nur auf einen bestimmten Fahrzeugtyp beschränkt wie z. B. einen Pkw oder Lkw, dürfen Sie alle anderen Fahrzeuge in dieser Zeit trotzdem führen. Gilt hingegen ein allgemeines Fahrverbot, sind sämtliche Kraftfahrzeuge, für die eine Führerscheinpflicht besteht, tabu. Dies betrifft auch viele Mofas.

Folgende Fahrzeuge dürfen Sie fahren trotz allgemeinem Fahrverbot:

  • Mofas und Fahrräder mit Hilfsmotor, sofern deren Bauart nur eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h ermöglicht
  • Mobilitätshilfen, die elektrisch betrieben werden, max. 70 cm breit sind und höchstens 20 km/h erreichen können (z. B. Segways)
  • Roll- bzw. Krankenfahrstühle mit Elektromotor
  • Zugmaschinen für die Land- und Forstwirtschaft, die bauartbedingt eine Maximalgeschwindigkeit von 6 km/h nicht überschreiten
  • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Stapler und andere Flurfahrzeuge, die bauartbedingt eine Maximalgeschwindigkeit von 6 km/h nicht überschreiten

Was passiert beim Fahren trotz ärztlichem Fahrverbot?

Nicht immer ist der Grund für ein Fahrverbot ein Regelverstoß. Auch medizinische Gründe können für ein Fahrverbot sprechen. Dieses wird allerdings nicht von den Behörden verhängt, sondern vom Arzt. Dieser hat aber die Möglichkeit, das ärztliche Fahrverbot an die Führerscheinstelle zu melden, welche dann unter Umständen ein zusätzliches behördliches Fahrverbot verhängen kann.

Geschieht dies allerdings nicht und wurde das Fahrverbot „nur“ vom Arzt ausgesprochen, gilt das Fahren trotz Fahrverbot in diesem Fall nicht als Straftat. Verschulden Sie jedoch einen Unfall, werden Sie in der Regel voll für diesen haftbar gemacht.

Fahrverbot in Deutschland: Ist das Fahren im Ausland trotzdem erlaubt?

Was passiert, wenn man trotz Fahrverbot im Ausland Auto fährt?

Was passiert, wenn man trotz Fahrverbot im Ausland Auto fährt?

Wie bereits erwähnt, geht durch das Fahrverbot nicht die Fahrerlaubnis verloren, sondern wird lediglich suspendiert. Ob das Fahrverbot aber auch im Ausland gilt, hängt von dem entsprechenden Land ab. Vor allem im europäischen Ausland kann das Fahrverbot aus Deutschland übertragen werden. In diesem Fall gilt in Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden das Fahren trotz Fahrverbot ebenfalls als Straftat.

Eine Ausnahme bildet z. B. Dänemark. Hier droht zwar kein Strafverfahren, aber sollten Sie bei einer Kontrolle ihren Führerschein nicht vorzeigen können, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen.

Möchten Sie trotz Fahrverbot im Ausland Auto fahren, sollten Sie sich vorab erkundigen, ob Sie in dem betreffenden Land mit Sanktionen zu rechnen haben.

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