Mit dem Mofa fahren: Zum ersten Mal motorisiert unterwegs

Die große Unabhängigkeit: Wenn Jugendliche mit dem Mofa fahren

Ab wie vielen Jahren darf man Mofa fahren? Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche mit motorisierten Zweirädern unterwegs sein.

Ab wie vielen Jahren darf man Mofa fahren? Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche mit motorisierten Zweirädern unterwegs sein.

Mit dem Mofa kommt die große Freiheit. Für viele Heranwachsende ist das Mofa der Inbegriff von Unabhängigkeit. Vor allem auf dem Land, wo die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nur unregelmäßig oder gar nicht gegeben ist, bietet sich das Mofa für viele als willkommene Alternative an.

Endlich ist nicht mehr für jeden Besuch bei Freunden das Elterntaxi notwendig, sondern die Jugendlichen können Ihre Freizeit unabhängig von den Eltern planen. Mit anderen Worten ist der Mofaführerschein für die meisten der erste Schritt zu einer größeren Mobilität. Auch wenn man mit dem Mofa nicht schnell fahren kann, besser als von den Eltern überall hingefahren werden zu müssen, ist es für junge Leute auf jeden Fall.

Wem es erlaubt ist, mit einem Mofa zu fahren, welches Mindestalter der Gesetzgeber vorschreibt und wo man das Fahren mit dem Mofa erlernen kann, können Sie in unserem Ratgeber nachlesen. Außerdem informieren wir Sie, was der Mofaführerschein in der Regel kostet, und geben Ihnen einen Überblick über mögliche Bußgelder, die bei Verstößen gegen geltende Vorschriften verhängt werden können. Zum Beispiel wenn Sie mit dem Mofa zu schnell fahren und erwischt worden sind oder wenn Sie ein Mofa führerscheinfrei fahren.

Wer darf Mofa fahren?

Ab wann darf ich Mofa fahren? Diese Frage wird wahrscheinlich in vielen Familien diskutiert, wenn die Kinder ins entsprechende Alter kommen. Von daher kann es hilfreich sein, über die Gesetzeslage informiert zu sein. Laut Gesetz ist das Mindestalter, ab dem ein Mofa gefahren werden darf, klar definiert:

“ Das Mindestalter für das Führen eines Kraftfahrzeugs, für das eine Fahrerlaubnis nicht erforderlich ist, beträgt 15 Jahre. Dies gilt nicht für das Führen eines motorisierten Krankenfahrstuhls nach § 4 Absatz 1.

Wenn Sie als Eltern jetzt das nächste Mal mit der Frage: „Ab wie viel Jahren darf man Mofa fahren?“ konfrontiert werden, können Sie richtig antworten. Es ist allerdings möglich, sich schon mit 14,5 Jahren in der Fahrschule anzumelden, damit man die Prüfbescheinigung dann rechtzeitig zu Beginn des 15. Lebensjahres vorliegen hat, sofern die Prüfungs- und Theoriestunden erfolgreich absolviert wurden. Tatsächlich mit dem Mofa fahren, darf man mit 14 aber noch nicht. Außerdem brauchen Minderjährige, für die Anmeldung bei der Fahrschule, eine Einverständniserklärung der Eltern.

Für alle Personen, die vor dem 1. April 1965 geboren sind, gilt laut Gesetz eine andere Regelung, denn der Führerschein fürs Mofa wurde erst am 1. April 1980 eingeführt. Bei dieser Personengruppe reicht es daher, wenn der Personalausweis bzw. Reisepass mitgeführt wird. Wer vor dem genannten Datum geboren ist, kann sozusagen ohne Führerschein mit dem Mofa fahren.

Wo kann man Mofa fahren lernen?

Nicht nur für das Auto, sondern auch fürs  Mofa gilt: Fahren darf nur, wer zuvor erfolgreich eine Fahrschule besucht hat.

Nicht nur für das Auto, sondern auch fürs Mofa gilt: Fahren darf nur, wer zuvor erfolgreich eine Fahrschule besucht hat.

Für jeden Führerschein ist der Besuch einer Fahrschule für das Mofa verpflichtend. Das gilt auch für die Prüfbescheinigung fürs Mofa bzw. den Mofaführerschein. Sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse des Fahrschülers werden in der Fahrschule geprüft. Um zur Mofaprüfung zugelassen zu werden, müssen vom Fahrschüler mindestens sechs Doppelstunden zu je 90 Minuten absolviert werden. In diesen Theoriestunden werden vom Fahrlehrer theoretische Inhalte vermittelt. Der Unterrichtsstoff ist in der Regel in sechs Unterrichtseinheiten eingeteilt. Das heißt, wer mit dem Mofa fahren will, muss sich zunächst über die theoretischen Inhalte aufklären lassen. Daher ist die Fahrschule auch beim Mofa Pflicht.

Als Einstieg in den theoretischen Unterricht wird in der Regel zunächst technisches Wissen vermittelt. In den weiteren Theoriestunden wird thematisiert, wie sich Mofafahrer im Straßenverkehr zu verhalten haben. Das heißt, zum Beispiel wer an welcher Kreuzung oder Straßeneinmündung Vorfahrt hat. Auch das Fahrverhalten bei bestimmten Manövern wird im Theorieunterricht besprochen.

Weiterhin wird den Fahrschülern beigebracht, welches Fahrverhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern angebracht ist. Das heißt, wie diese mit dem Mofa fahren dürfen. In diesem Zusammenhang wird oft angesprochen, welches Fahrverhalten gegenüber Bussen angemessen ist. Außerdem geht der Fahrlehrer in der Regel darauf ein, dass bei Kindern und Radfahrern besondere Vorsicht gilt. Wie man mit dem Mofa fahren sollte, wenn schwierige Witterungsverhältnisse vorliegen, wird im Allgemeinen auch diskutiert. Beispiele hierfür sind Nebel oder Glätte.

In dieser Übersicht sind die Inhalte der theoretischen Ausbildung nochmal kurz zusammengefasst:

  • Allgemeinwissen zum Straßenverkehr
  • Technisches Wissen zum Fahrzeug (hier: Mofa)
  • Fahrmanöver und Handling des Fahrzeugs
  • Vorfahrt, Schilder und Licht
  • Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern (z.B. Busse, Straßenbahnen oder Radfahrer)
  • Umgang mit verschiedenen Witterungsverhältnissen wie z.B. Nebel, Glätte, oder Nässe

Neben der Theorie wird auch die Praxis geprüft. Das heißt, wie Fahrzeugführer mit dem Mofa fahren dürfen. Es ist für das Erlangen der Mofa-Prüfbescheinigung zwar keine praktische Prüfung im klassischen Sinne erforderlich, aber es muss eine Übungsstunde unter Beobachtung des Fahrlehrers absolviert werden. In der Regel ist eine Übungsstunde im Umfang von 90 Minuten ausreichend, um den praktischen Teil des Mofaführerscheins abzudecken.

Die praktische Übungsfahrt soll vor allem dazu dienen, dass der Fahrschüler ein Gefühl für das Fahrzeug entwickelt. Das heißt der Prüfling soll erlernen, wie er das Mofa in bestimmten Manövern fahren sollte. Beispiele hierfür sind u.a. das Bremsen, Anfahren, Ausweichen, Wenden, oder das Geradeausfahren.

Wie schnell darf ein Mofa fahren?

Besitzer der Prüfbescheinigung dürfen nicht nur ein Mofa fahren, sondern auch gedrosselte Roller.

Besitzer der Prüfbescheinigung dürfen nicht nur ein Mofa fahren, sondern auch gedrosselte Roller.

Mit einer Prüfbescheinigung für ein Mofa dürfen nur bestimmte Fahrzeuge mit einer bestimmten Leistung gefahren werden. Mit anderen Worten ist gesetzlich geregelt, welches Mofa Sie fahren dürfen, wenn Sie nur im Besitz einer gültigen Prüfbescheinigung sind. Die Anforderungen an das Fahrzeug finden Sie in der folgenden Übersicht:

  • nicht mehr als einen 50 ccm Hubraum großen Hubraum besitzen,
  • seine Maximalgeschwindigkeit darf nicht höher als 25 km/h sein
  • und es darf nur ein Sitzplatz verwendet werden

Ausschlaggebend ist in diesem Zusammenhang immer, was in den Fahrzeugpapieren steht. Aus diesem Grund können je nach Fahrzeug, sowohl motorisierte Fahrräder als auch gedrosselte Roller, erlaubt sein. Ausdrücklich verboten ist es, eine weitere Person mit dem Mofa zu befördern. Selbst wenn ein zweiter Sitzplatz vorhanden ist, darf dieser nicht genutzt werden.

Welcher Versicherungsschutz ist für das Mofa verpflichtend?

Sie wollen mit dem Mofa fahren, ohne einen Versicherungsschutz zu haben? Davon ist dringend abzuraten, denn jeder der Mofa fahren will, ist per Gesetz gezwungen, dieses ordnungsgemäß zu versichern. Das heißt, sie handeln gesetzeswidrig, wenn Sie Ihr Mofa fahren ohne einen Versicherungsschutz zu haben. Strafe zahlen müssen Sie daher in diesem Fall, wenn Sie in eine Polizeikontrolle geraten.

Damit Sie erst gar nicht in eine solche Situation geraten, müssen Sie laut Gesetzgeber für eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung für Ihr Fahrzeug sorgen. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass ein Verkehrsjahr in der Mofaversicherung am 01.03. beginnt und am 28./29.02 endet.

Legen Sie sich ein Versicherungskennzeichen zu, bekommen Sie gleichzeitig einen Versicherungsnachweis in Form eines dünnen Blattes Papier, auf welchem der Versicherungsbeitrag vermerkt ist. Sie sind dazu verpflichtet, dieses bei Fahrten immer mit sich zu führen. Das heißt, Mofa fahren ohne Versicherungskennzeichen ist laut Gesetz nicht zulässig.

Welche Bußgelder drohen bei unsachgemäßem Gebrauch des Mofas?

Mofa, Motorroller, Elektroroller: Für alle drei Fahrzeuge gilt laut § 21a Absatz 2 StVO die Helmpflicht:

Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen. Dies gilt nicht, wenn vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind.

Mofa fahren ohne einen Helm zu tragen, ist also laut Straßenverkehrsordnung nicht gestattet. Wer entgegen der Vorschrift handelt und ohne Helm Mofa fährt, muss in der Regel mit einem Verwarngeld in Höhe von 15 Euro rechnen. Was aber noch viel schwerer wiegt: Die eigene Sicherheit wird durch Verzicht auf einen Helm massiv gefährdet.

Mofa fahren ohne Fahrerlaubnis? Eine Strafe droht auch hier in jedem Fall, da Sie ein Mofa nicht fahren dürfen ohne eine Betriebserlaubnis zu besitzen. Das Mofa mit dem Autoführerschein zu fahren ist hingegen legitim, denn ein Mofa darf fahren wer mit B-Führerschein ausgestattet ist. Für ein Gespann bestehend aus Mofa und Anhänger gelten besondere Regeln. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, dann ist es grundsätzlich erlaubt, dass Sie ein Mofa mit Anhänger fahren.

Fahrräder mit Hilfsmotor dürfen gemäß § 61a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) tatsächlich Anhänger ziehen. Hierbei müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Im folgender Liste ist einzeln aufgeführt, was u.a. beachtet werden muss:

  • Wie schwer die Gesamtmasse des Anhängers – und somit die Anhängelast für Ihr Mofa – maximal sein darf, entnehmen Sie dessen Betriebsanleitung. Dort finden sich in der Regel unterschiedliche Angaben für ungebremste und gebremste Anhänger.
  • Da bei einem Mofa für Anhänger dieselben Bestimmungen gelten wie für Fahrräder, sollte die zulässige Gesamtmasse eines ungebremsten Hängers nicht mehr als 40 kg betragen und die eines gebremsten nicht über 80 kg liegen.
  • Die Mindeststützlast muss nach § 44 Abs. 3 der StVZO generell 4 % der tatsächlichen Gesamtmasse des Anhängers betragen, damit das ganze Gespann sicher gesteuert werden kann.
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1 Kommentar

  1. B. sagt:

    Hallo,
    welche Fahrzeuge auser Mofa mit 25 Km/h sind erlaubt ohne Führerschein zufahren für Menschen die vor 1.04.1965 geboren sind?

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