ⓘ Hinweise: Cookie-Nutzung | Produktauswahl, Finanzierung und Bewertungsverfahren

Kfz-Haftpflichtversicherung: Die Pflichtversicherung für Ihr Auto

Was zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Ihr Auto darf ohne Haftpflichtversicherung nicht auf die Straße.

Ihr Auto darf ohne Haftpflichtversicherung nicht auf die Straße.

Laut Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wurden allein im Februar 2017 fast 180.000 Unfälle im Straßenverkehr von der Polizei aufgenommen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fälle – nämlich rund 163.000 Mal – handelte es sich lediglich um Sachschadenunfälle.

Gerade im hektischen Feierabendverkehr kommt es oft zu Auffahrunfällen. Zu den häufigsten Unfallursachen für solch einen Unfall gehören in Deutschland laut einer Studie des ADAC die Missachtung der Vorfahrt, zu dichtes Auffahren und das Abkommen von der Fahrspur nach links.

Nach einem Unfall muss dann vieles geregelt werden. Der Geschädigte hat laut deutschem Recht einen Anspruch auf Entschädigung. Der Unfallverursacher ist deshalb dazu verpflichtet, den Schaden des Unfallgegners zu ersetzen. In einem solchen Fall springt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein. Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles über diese Form des Versicherungsschutzes.

Benutzen Sie jetzt unseren Kfz-Versicherungsvergleich

Spezifische Ratgeber zur Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Bedeutung der Autohaftpflicht

Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung handelt es sich, wie der Name schon verrät, um eine Pflichtversicherung. Möchten Sie ein Fahrzeug in Deutschland zulassen, dann muss es über einen solchen Versicherungsschutz verfügen. Dies ist im Gesetz über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter (PflVG) festgehalten. Der erste Paragraph besagt Folgendes:

Der Halter eines Kraftfahrzeugs oder Anhängers mit regelmäßigem Standort im Inland ist verpflichtet, für sich, den Eigentümer und den Fahrer eine Haftpflichtversicherung zur Deckung der durch den Gebrauch des Fahrzeugs verursachten Personenschäden, Sachschäden und sonstigen Vermögensschäden nach den folgenden Vorschriften abzuschließen und aufrechtzuerhalten, wenn das Fahrzeug auf öffentlichen Wegen oder Plätzen (§ 1 des Straßenverkehrsgesetzes) verwendet wird.

Ihr Auto darf ohne Kfz-Haftpflichtversicherung also nicht auf die Straße. Warum ist diese Versicherung aber so wichtig? Deutsches Recht besagt, dass eine Person, die einen Unfall verschuldet und einen anderen Verkehrsteilnehmer dadurch geschädigt hat, für dessen Entschädigung aufkommen muss.

Für jedes Auto eine wichtige Versicherung: Die Haftpflicht ist ein Muss für alle Fahrzeughalter.

Für jedes Auto eine wichtige Versicherung: Die Haftpflicht ist ein Muss für alle Fahrzeughalter.

Fahren Sie also beispielsweise beim Ausparken gegen ein anderes Auto und es bleiben eine Delle oder Kratzer zurück, müssen Sie für die Reparaturkosten aufkommen. In unserem Beispiel handelt es sich dabei nur um relativ geringe Summen, welche die meisten Menschen erübrigen könnten. Anders sieht es jedoch aus, wenn schwere Sachschäden oder gar Personenschäden zu beklagen sind. Allein im Februar 2017 wurden laut Angaben des DVR etwa wurden etwa 21.800 Menschen bei einem Unfall verletzt, rund 3.400 davon schwer. Des Weiteren verloren 173 Menschen ihr Leben.

Der Unfallverursacher muss dann beispielsweise Schmerzensgeld zahlen, für den Verdienstausfall des Geschädigten aufkommen oder, wenn der Unfall zu einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit des Unfallgegners geführt hat, eine lebenslange Rente zahlen. Bei einem Todesfall fällt unter Umständen Unterhalt für die Hinterbliebenen an. Die Kosten dafür können schnell in die Millionen gehen.

Diese teils enormen Summen können die meisten Menschen nicht aufbringen. Aus diesem Grund gibt es die Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese übernimmt die anfallenden Kosten und sorgt damit dafür, dass jedes Opfer ausreichend entschädigt wird – ganz unabhängig von der finanziellen Situation des Unfallverursachers.

Nicht nur für ein Motorrad, einen Lkw oder ein Auto muss eine Haftpflicht abgeschlossen werden. Auch Mopeds oder Mofas dürfen ohne Versicherungsschutz nicht auf deutschen Straßen unterwegs sein. Diese Fahrzeuge erhalten anstelle eines amtlichen Nummernschildes ein sogenanntes Versicherungskennzeichen. Dieses muss einmal jährlich zum 01.03. durch ein neues ersetzt werden.

Haftpflichtversicherung fürs Auto: Welche Leistungen sind inbegriffen?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung umfasst verschiedene Leistungen. Wie bereits erwähnt, kommt diese für einen Schaden auf, die Sie anderen Personen bei der Benutzung Ihres Fahrzeugs zufügen. Was bedeutet nun aber genau der Ausdruck „Gebrauch des Fahrzeugs„? Sind Sie über die Haftpflicht für Kfz nur beim Fahren versichert?

Diese Frage lässt sich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Zur Benutzung des Fahrzeugs zählen nicht nur das Fahren an sich, sondern auch das Be- und Entladen, das Ein- und Aussteigen sowie das Tanken. Stoßen Sie also beispielsweise mit der Fahrertür beim Aussteigen auf einem Parkplatz gegen das danebenstehende Auto und verursachen dabei eine Delle, so übernimmt die Autohaftpflicht die Reparaturkosten, die der anderen Person entstehen.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt sowohl für Personen-, Sach- als auch für Vermögensschäden auf. Bei Letzterem wird weder eine Person noch eine Sache geschädigt. Vielmehr kommt es dazu, dass dem Geschädigten ein anderweitiger finanzieller Schaden entsteht. Bei einem unechten Vermögensschaden kommt es zu Folgeschäden, die aus einem Sach- oder Personenschaden resultieren. Dies wäre etwa der Fall, wenn ein Geschädigter nach einem Unfall nicht arbeiten kann und der Schädiger für den Verdienstausfall aufkommen muss.

Wer ist eigentlich über die Haftpflichtversicherung für Kfz versichert? Die Regelungen sind in der Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung (KfzPflVV) festgehalten. Laut dieser sind unter anderem sowohl der Halter, der Eigentümer als auch der Fahrer vom Versicherungsschutz abgesichert.

Viele Leser mögen sich folgende Frage stellen: „Was beinhaltet die Haftpflichtversicherung fürs Auto noch?“ Sie übernimmt bei Sachschäden – hierzu gehört nicht nur ein Schaden an Fahrzeugen, sondern auch an Leitplanken, Gebäuden oder Verkehrsschildern – unter anderem die folgenden Posten:

Was beinhaltet die Kfz-Haftpflichtversicherung? Sie wehrt unter anderem unberechtigte Forderungen ab.

Was beinhaltet die Kfz-Haftpflichtversicherung? Sie wehrt unter anderem unberechtigte Forderungen ab.

  • Reparaturkosten
  • Wiederbeschaffungskosten
  • Abschleppkosten
  • Kosten für einen Gutachter
  • Anwaltskosten der Gegenseite
  • Nutzungsausfallentschädigung
  • Mietwagen
  • Telefonpauschale

Bei Personenschäden zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung unter anderem Rettungs- und Heilkosten sowie Rehabilitationsmaßnahmen. In manchen Fällen wird dem Betroffenen außerdem ein Schmerzensgeld ausgezahlt. Des Weiteren zählen zu den Leistungen der Pkw-Haftpflicht unter gewissen Voraussetzungen eine lebenslange Rente bei Erwerbsunfähigkeit oder – bei einem Todesfall – Unterhalt für die Hinterbliebenen.

Die von der Kfz-Haftpflichtversicherung angebotenen Leistungen umfassen jedoch noch mehr. Der Versicherer wehrt außerdem unberechtigte Forderungen gegen den Versicherungsnehmer, welche die Gegenseite stellt, ab. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten passiven Rechtsschutz. Möchte die gegnerische Partei also realitätsferne Forderungen durchsetzen, so kommt der Versicherer für die Kosten auf, welche bei der Klärung des Rechtsstreites entstehen.

Die Pkw-Haftpflichtversicherung zahlt nicht nur für geschädigte Fahrradfahrer, Fußgänger oder Insassen eines anderen Fahrzeugs. Auch wenn Mitfahrer des Unfallverursachers verletzt werden, springt die Versicherung ein. Allein der Fahrer erhält von der Kfz-Haftpflicht keine Leistungen. Es empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

Was ist die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflicht?

Ein entscheidender Faktor bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist die sogenannte Deckungssumme. Viele wissen aber gar nicht genau, worum es sich dabei genau handelt. Grundsätzlich ist die Deckungssumme einer Versicherung die maximale Entschädigungsleistung, welche von der Versicherung übernommen wird.

Hierzu gibt es gesetzliche Mindestanforderungen. Diese sind in der Anlage 4 zu § 4 Abs. 2 PflVG festgelegt. Für herkömmliche Kraftfahrzeuge einschließlich der Anhänger sind die folgenden Mindestversicherungssummen von den Versicherern zu beachten:

  • Für Personenschäden: 7,5 Millionen Euro
  • Für Sachschäden: 1,12 Millionen Euro
  • Für Vermögensschäden: 50.000 Euro

Für Omnibusse, die über mehr als neun Plätze exklusive dem Fahrersitz verfügen, werden die Mindestversicherungssummen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sogar noch erhöht. Für den zehnten und jeden weiteren Platz kommen 50.000 Euro für Personen- und 500 Euro für reine Vermögensschäden hinzu. Ab dem 81. Platz wird die Summe außerdem um 25.000 Euro für Personenschäden und um 250 Euro für Vermögensschäden erhöht. Dies gilt allerdings nicht für Busse, die ausschließlich Lehr- und Prüfungszwecken dienen.

Und wenn Ihr eigenes Auto abgesichert werden soll?

Bei Schäden an Ihrem Fahrzeug - etwa durch einen Wildunfall - zahlt die Kfz-Haftpflicht nicht.

Bei Schäden an Ihrem Fahrzeug – etwa durch einen Wildunfall – zahlt die Kfz-Haftpflicht nicht.

Wie bereits erwähnt, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung nur für einen Schaden auf, den Sie anderen Personen bei der Benutzung Ihres Fahrzeugs zufügen. Sie selbst und Ihr Fahrzeug sind hingegen nicht abgesichert. Möchten Sie den Versicherungsschutz auf Ihren Pkw ausweiten, müssen Sie zusätzlich zur Haftpflicht für Ihr Auto einen sogenannten Kaskoschutz abschließen.

Hierbei wird zwischen der Teil- und der Vollkasko unterschieden. In der Regel greift die Teilkaskoversicherung unter anderem, wenn Ihr Auto durch Brand, Explosionen, Sturm, Hagel, Blitzschlag oder einen Wildunfall beschädigt, es gestohlen wird oder es zu Glasbruch kommt.

Die Vollkaskoversicherung umfasst sämtliche Leistungen der Teilkasko und kommt außerdem für die Reparaturkosten auf, wenn Sie selbst einen Unfall verursachen. Des Weiteren sind auch Schäden durch Vandalismus versichert. Der Kaskoschutz einer Versicherung lohnt sich vor allem dann, wenn Sie ein neues und/oder teures Auto besitzen.

Auch wenn Sie Ihr Fahrzeug finanzieren oder leasen, empfiehlt sich der Abschluss einer Vollkasko. In den meisten Finanzierungs- und Leasingverträgen ist dies sogar vorgeschrieben.

Worauf sollten Sie beim Abschluss einer Autohaftpflichtversicherung achten?

Bei einer kaum überschaubaren Masse von Anbietern können Sie eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Der grundlegende Schutz ist dabei immer gewährleistet. Jeder Versicherer kommt für einen Schaden auf, den Sie anderen Personen im Straßenverkehr zufügen, und wehrt unberechtigte Schadensersatzforderungen ab.

Auf welche Einzelheiten sollten Sie aber nun achten, wenn Sie für Ihr Kraftfahrzeug eine Haftpflichtversicherung benötigen? Zunächst spielt die Deckungssumme eine große Bedeutung. Wie bereits erwähnt, gibt es hierfür gesetzliche Mindestwerte. Eine gute Pkw-Haftpflicht bietet aber höhere Summen an. Der Bund der Versicherten (BdV) rät beispielsweise allen Versicherungsnehmern dazu, bei der Haftpflicht für ihr Auto eine pauschale Deckungssumme von mindestens 100 Millionen Euro zu vereinbaren.

Außerdem sollten Sie beim Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung darauf achten, dass auch grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Was bedeutet das aber genau? In vielen Fällen verlangen Versicherungen, dass sich Versicherungsnehmer an den anfallenden Kosten beteiligen, wenn ein Unfall durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt wurde. Dies ist etwa der Fall, wenn eine Person eine rote Ampel überfuhr oder durch die Benutzung des Handys während der Fahrt abgelenkt wurde.

Wird hingegen im Vertrag der von der Kfz-Versicherung angebotenen Haftpflicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet, so haftet der Versicherer auch in solchen Fällen. Der Unfallverursacher muss sich dann nicht an den Schadenskosten beteiligen.

Ausnahmen bestehen allerdings, wenn Unfälle unter Drogen- oder Alkoholeinfluss entstanden oder Fahrerflucht begangen wurde. Dann greift der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit nicht und die Kfz-Haftpflichtversicherung kann vom Fahrer bis zu 5.000 Euro je Verstoß verlangen.

Extra-Schutz der Autoversicherung: Zusatzbausteine der Haftpflicht

Die richtige Versicherung für Ihr Auto: Eine Haftpflicht sollte mehr als die gesetzlichen Mindestsummen abdecken.

Die richtige Versicherung für Ihr Auto: Eine Haftpflicht sollte mehr als die gesetzlichen Mindestsummen abdecken.

Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern der Kfz-Haftpflichtversicherung finden sich eher im Detail und vor allem in den Zusatzbausteinen, welche Sie zum herkömmlichen Schutz gegen einen Aufpreis hinzubuchen können. Sind Sie häufig auch auf längeren Strecken unterwegs, kann es sich lohnen, sich für einen Kfz-Schutzbrief zu entscheiden. Dieser bietet Ihnen bei Pannen und Unfällen sowohl im In- als auch im Ausland schnelle Hilfe. In der Regel werden bis zu einer gewissen Summe Bergungs- und Abschleppkosten übernommen.

Außerdem stellt Ihnen die Versicherung einen Mietwagen zur Verfügung oder organisiert die Heimreise, wenn Ihr Auto nicht mehr fahrtüchtig ist. Unter Umständen werden auch Übernachtungskosten am Unfallort übernommen, wenn Sie über einen Kfz-Schutzbrief verfügen.

Auch für Menschen, die häufig im Ausland fahren, gibt es einen empfehlenswerten Zusatzbaustein für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dieser nennt sich – je nach Versicherer – in der Regel Auslandsschadenschutz. Werden Sie im Ausland unverschuldet in einen Unfall verwickelt, so ist auch dort der Verursacher dazu verpflichtet, Schadensersatz zu leisten. Allerdings liegen die Deckungssummen ausländischer Versicherungen häufig auf einem niedrigeren Niveau als in Deutschland. Mit dem Auslandsschadenschutz übernimmt Ihre Versicherung die Regulierung des Schadens nach deutschem Maßstab und ersetzt die vorhandene Differenz.

Sind Sie im Ausland eher mit einem Mietwagen als mit Ihrem eigenen Auto unterwegs, gibt es auch hierfür den richtigen Zusatzschutz für Ihre Versicherung. Die Haftpflicht für Ihr Auto können Sie mit einer sogenannten Mallorcapolice ausstatten. Dank dieser zusätzlichen Absicherung sind Sie auch bei Unfällen, die Sie im Ausland mit einem Mietwagen verursachen, über Ihre Haftpflicht versichert.

Bei vielen Anbietern ist die Mallorcapolice bereits im Basisschutz der Kfz-Haftpflichtversicherung inkludiert und muss nicht speziell hinzugebucht werden. Ist Ihnen dieser Baustein wichtig, sollten Sie verschiedene Anbieter vergleichen und überprüfen, bei welchem Sie diese Option ohne Aufpreis bekommen.

Was kostet eine Kfz-Haftpflichtversicherung?

Ein Fahrzeug zu halten, bringt hohe Kosten mit sich. Zunächst muss das Fahrzeug natürlich angeschafft werden. Damit Sie fahren dürfen, ist die Zulassung vonnöten, für welche eine Gebühr verlangt wird. Sind diese ersten Posten bezahlt, fallen dann regelmäßig wiederkehrende Fahrzeugkosten an.

Das Auto muss getankt und in bestimmten Abständen gewartet werden. Außerdem fällt für Neuwagen nach drei Jahren und für alle anderen Pkw nach jeweils zwei Jahren die Hauptuntersuchung an. Gerade ältere Gebrauchtwagen müssen öfter repariert werden. Nicht zu vergessen sind außerdem die Kfz-Steuer sowie in vielen Fällen die Kosten für einen Stellplatz.

Einen weiteren wichtigen Posten stellen natürlich auch die für die Kfz-Haftpflichtversicherung anfallenden Kosten dar. Viele Menschen, die über den Erwerb eines Kfz nachdenken, stellen sich die Frage, wie viel Geld Sie jährlich für diese Pflichtversicherung einplanen müssen. Eine pauschale Antwort hierauf lässt sich jedoch nicht geben. Vielmehr sind es viele verschiedene Faktoren, welche beeinflussen, wie teuer die Autohaftpflicht ausfällt. Im Folgenden gehen wir näher auf die unterschiedlichen Einflussgrößen ein.

Was kostet die Haftpflichtversicherung für ein Auto? Das kommt auf viele verschiedene Faktoren an.

Was kostet die Haftpflichtversicherung für ein Auto? Das kommt auf viele verschiedene Faktoren an.

Die Bedeutung der Regionalklasse

Je nachdem, wo Ihr Fahrzeug zugelassen wird, kann sich der Beitrag für die Kfz-Haftpflichtversicherung stark unterscheiden. Lassen Sie Ihr Fahrzeug beispielsweise in Berlin zu, müssen Sie mit weitaus höheren Kosten rechnen als im eher ländlichen Ostwestfalen-Lippe. Der Grund dafür lässt sich in der sogenannten Regionalklasse finden.

Jede Region in Deutschland besitzt eine individuelle Schadenbilanz. Bezüglich der Einschätzung für die Regionalklasse bei der Haftpflicht sind die Schadenhäufigkeit in der Region sowie die durchschnittliche Schadenhöhe von ausschlaggebender Bedeutung.

Je größer die Anzahl der jeweiligen Schadenereignisse ist, desto höher wird die Zulassungsregion in der Regionalklasse eingruppiert. Dementsprechend teurer wird dann die Prämie für die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Im Jahr 2016 wurden die Städte Berlin, München und Hamburg in die Regionalklasse 12 – die höchste Stufe – eingruppiert. Autofahrer müssen für die Kfz-Haftpflicht also besonders tief in die Tasche greifen. Der Grund für die hohe Einstufung durch die Versicherer liegt vor allem in der hohen Zahl von Verkehrsunfällen, welche sich durch die hohe Verkehrsdichte erklären lassen.

Warum ist die Typklasse so wichtig?

Ein weiterer entscheidender Faktor bei der Berechnung der Beiträge für die Kfz-Haftpflichtversicherung ist das zu versichernde Fahrzeug. Hierbei ist die sogenannte Typklasse zu beachten. Je niedriger ein Kraftfahrzeug eingeordnet wird, desto günstiger fallen die Beiträge aus.

Bei der Berechnung der Typklasse für die Autohaftpflicht wird für jedes Modell geschaut, wie oft es zu einem Verkehrsunfall kommt, nach dem Versicherungsleistungen an geschädigte Dritte ausgezahlt werden müssen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es insgesamt 16 Typklassen, welche mit den Nummern 10 bis 25 versehen werden.

Dabei ist die jeweilige Typklasse nicht für immer festgelegt. In regelmäßigen Abständen werden die Klassen für die verschiedenen Pkw-Modelle neu berechnet. So wurde etwa die Prämie für die Autohaftpflichtversicherung für den Mercedes GLK 280 im September 2016 zwei Klassen tiefer eingestuft. Fahrer dieses Modells können sich also über niedrigere Preise freuen.

Der Einfluss der Schadenfreiheitsklasse

Ihre SF-Klasse beeinflusst unter anderem, wie teuer die Kfz-Haftpflichtversicherung ist.

Ihre SF-Klasse beeinflusst unter anderem, wie teuer die Kfz-Haftpflichtversicherung ist.

Eine überaus wichtige Rolle bei der Höhe der Kosten für die Kfz-Haftpflichtversicherung spielt außerdem die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Jeder Autofahrer wird in eine bestimmte Klasse eingruppiert. Entscheidend ist hierbei, wie lange eine Person schon unfallfrei unterwegs ist.

Fahranfänger, die ihr erstes Auto versichern, werden in der Regel in die Schadenfreiheits­klasse 0 eingestuft. Bei vielen Versicherungen bedeutet dies, dass unerfahrene Fahrzeugführer mehr als 100 Prozent des Grundbeitrages zahlen müssen. Noch schlechter sind nur die SF-Klassen M und S. Hierbei handelt es sich um die Strafklasse bei Schäden in den ersten Versicherungsjahren bzw. um die Klasse, in die Fahrer nach der Rückstufung aus SF 1 eingruppiert werden.

Fahrer, die keinen Unfall verursachen, werden bei der Kfz-Haftpflichtversicherung belohnt. Je länger sie schadenfrei unterwegs sind, desto höher klettern sie bei der Schadenfreiheitsklasse. Dabei gilt: Mit jedem Versicherungsjahr, in dem kein Schaden gemeldet wurde, steigt die Schadenfreiheitsklasse des Versicherten.

Die SF-Klasse steht demnach für die Anzahl der Jahre, in denen kein Schaden durch die Versicherung reguliert werden musste. Und je besser die Schadenfreiheitsklasse ist, desto niedriger werden die Beiträge für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die folgende Tabelle zeigt, welche Prozente in der Regel bei jeder SF-Klasse auf die Prämie gewährt werden. Bedenken Sie jedoch, dass die jeweiligen Werte von jedem Versicherer selbst festgelegt werden.

SF-Klasse (schadenfreie Jahre)Beitragshöhe (Anteil vom Grundbeitrag)
M/Süber 100 %
0über 100 %
SF ½ (für Fahrer, die ihre Fahrerlaubnis seit mehr als drei Jahren besitzen)über 100 %
1ca. 65 - 100 %
2ca. 60 %
3ca. 55 %
4ca. 50 %
5-10ca. 40 - 45 %
11-20ca. 30 - 40 %
ab 21ca. 20 - 30 %

Weitere Faktoren, welche die Kosten für die Haftpflicht beeinflussen

Die Prämie für die Kfz-Haftpflichtversicherung hängt auch von der Typklasse ab.

Die Prämie für die Kfz-Haftpflichtversicherung hängt auch von der Typklasse ab.

Hinzu kommen weitere Faktoren, welche beeinflussen, wie hoch der Beitrag für Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung ausfällt. Hierzu gehört unter anderem das Nutzeralter. Laut einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) verursachen ältere Fahrer mehr Unfälle als solche im mittleren Alter. Aus diesem Grund gibt es das Risikomerkmal „Nutzeralter“.

Viele Versicherungen verlangen von Fahrern ab 68 Jahren einen Zuschlag auf die Beiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung. Jüngere Fahrer – ausgenommen Fahranfänger bis 25 Jahre – profitieren hingegen von Abschlägen. Das größte Sparpotenzial haben dabei Menschen im Alter von 27 bis 41. Für diese Altersgruppe können Abschläge von 22 Prozent anfallen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um Empfehlungen des GDV. Die einzelnen Versicherungen können ihre Beiträge nach eigenem Ermessen festlegen.

Des Weiteren profitieren auch gewisse Berufsgruppen von niedrigeren Kosten für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Häufig können Beamte, Angestellte des öffentlichen Dienstes sowie Landwirte auf Abschläge bei den Beiträgen hoffen. Das liegt daran, dass diese Gruppen im Durchschnitt weniger Schäden verursachen als andere Autofahrer.

Eine weitere Einflussgröße besteht häufig darin, wie alt das Fahrzeug war, als es angeschafft wurde. Der Hintergrund ist Folgender: Fahrer von Neuwagen oder jungen Gebrauchten verursachen im Durchschnitt weniger Schäden als Personen, die mit einem älteren Gebrauchtwagen unterwegs sind. Aus diesem Grund ist die Kfz-Haftpflichtversicherung bei vielen Anbietern für Fahrer, die ein älteres Fahrzeug erworben haben, teurer.

Zuletzt ist auch die Fahrleistung für die Prämie der Kfz-Haftpflichtversicherung von Bedeutung. Je mehr Kilometer Sie durchschnittlich fahren, desto höher fällt die Prämie aus. Der Grund hierfür ist ganz einfach: He höher Ihre Fahrleistung ist, umso größer ist statistisch gesehen das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Bei der Angabe Ihrer durchschnittlichen Kilometerleistung sollten Sie jedoch nicht zu niedrige Werte ansetzen. Fällt der Versicherung nach einem gemeldeten Schaden auf, dass Sie viel mehr Kilometer als angegeben zurückgelegt haben, kann sie Leistungen verweigern, kürzen oder Nachforderungen stellen.

Eine Selbstbeteiligung gibt es in der Regel übrigens nur bei der Teil- und Vollkaskoversicherung. Dadurch, dass Sie sich dazu bereit erklären, bei einem Schaden eine festgelegte Summe hinzuzuzahlen, wird der eigentliche Beitrag für die Versicherung gesenkt.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (34 Bewertungen, Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar