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Fahrverbot umgehen: In Ausnahmefällen ist dies möglich

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 3. April 2021

Fahrverbot umgehen: Das ist nicht so einfach, wie manche denken

1 Monat Fahrverbot: Umgehen ist nur in Ausnahmefällen möglich.
1 Monat Fahrverbot: Umgehen ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Nach einem Rotlichtverstoß oder einer Geschwindigkeitsüberschreitung ein Fahrverbot zu umgehen, ist nicht so leicht, wie viele Menschen annehmen. In Einzelfällen ist es durchaus möglich, das Fahrverbot abzuwenden und den Führerschein nicht abzugeben. Doch hierfür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: Zum einen muss rechtzeitig Einspruch eingelegt werden, zum anderen muss ein Härtefall vorliegen.

Ob Sie das Fahrverbot umgehen und stattdessen ein höheres Bußgeld zahlen können, wird immer nach Einzelfall entschieden. Können Sie das Fahrverbot nicht umgehen und fahren dennoch, handelt es sich hier um den Tatbestand Fahren ohne Fahrerlaubnis.

In welchen Situationen ist es überhaupt möglich, ein Fahrverbot zu verhindern und den Führerschein zu behalten? Wie genau fällt die Strafe aus, wenn das Fahrverbot umgewandelt wird? Und ist es erlaubt, ein Fahrverbot zu übertragen? Diese Fragen sollen nachfolgend im Ratgeber geklärt werden.

FAQ: Fahrverbot umgehen

Ist es möglich, ein Fahrverbot zu umgehen?

Ja, in Ausnahmefällen kann ein verhängtes Fahrverbot in ein höheres Bußgeld umgewandelt werden. Dazu muss jedoch ein Härtefall vorliegen. Die Entscheidung darüber trifft stets ein Richter im Einzelfall.

Wann handelt es sich beim Fahrverbot um einen Härtefall?

Ein Härtefall beim Fahrverbot kann gegeben sein, wenn durch den temporären Verlust des Führerscheins die berufliche Existenz gefährdet ist. Könnte der Betroffene aber zum Beispiel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren oder das Fahrverbot in seine Urlaubszeit legen, liegt eher kein Härtefall vor.

Welche Konsequenzen drohen, wenn ich trotz Fahrverbot fahre?

Dabei handelt es sich um die Straftat Fahren ohne Fahrerlaubnis. Dies kann eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe nach sich ziehen.

Spezifische Ratgeber zum Thema

Wie kann ich im Ernstfall ein Fahrverbot umgehen?

Wie Fahrer ein Fahrverbot vermeiden können, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Die Möglichkeit ein Fahrverbot zu umgehen, bedeutet wohlgemerkt nicht, dass dies auch für eine mögliche Entziehung der Fahrerlaubnis gilt.

Ein Fahrverbot bedeutet nicht, dass die Fahrerlaubnis entzogen wird. Vielmehr wird hier eine amtliche Verwahrung des Führerscheins vorgenommen. Nach Ablauf des Fahrverbots wird dieser dem betroffenen Fahrer wieder zurückgegeben. Handelt es sich hingegen um eine Entziehung der Fahrerlaubnis, gibt es den Führerschein nicht zurück. Stattdessen muss die Fahrerlaubnis neu beantragt werden. Das beinhaltet die Wiedererteilung, kann aber auch eine MPU voraussetzen. Die Entziehung der Fahrerlaubnis können Betroffene nicht umgehen.

In Ausnahmefällen ist es also möglich, ein Fahrverbot zu umgehen. Denn als Strafe soll das Fahrverbot den Autofahrer zwar disziplinieren und zum Umdenken über sein Verhalten im Straßenverkehr veranlassen. Es soll jedoch nicht die berufliche oder finanzielle Grundlage des Beschuldigten gefährden. Dies würde einen Härtefall darstellen.

Können Autofahrer nachvollziehbar begründen, warum sie ein Fahrverbot abwenden müssen, kann dieses möglicherweise in einen erhöhten Betrag beim Bußgeld umgewandelt werden. Um dies bei der Behörde bzw. vor Gericht geltend machen zu können, ist der Beistand eines Anwalts ratsam. Auch dürfen gegen den Autofahrer bislang noch keine Verstöße gegen das Verkehrsrecht bzw. die StVO vorliegen. Ob der Fahrer seinen Führerschein doch nicht abgeben muss, hängt außerdem vom Vergehen ab.

Das heißt, ein Ersttäter hat unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, ein Fahrverbot zu umgehen und stattdessen ein höheres Bußgeld zu bezahlen. Das Fahrverbot auf andere zu übertragen, ist jedoch ausgeschlossen.

Alkohol oder Rotlichtverstoß? Ein Fahrverbot zu umgehen, ist oft nur in Ausnahmefällen möglich

Nach einem Rotlichtverstoß das Fahrverbot zu umgehen, ist selten möglich.
Nach einem Rotlichtverstoß das Fahrverbot zu umgehen, ist selten möglich.

Liegt ein Härtefall vor, kann ein Autofahrer zusammen mit einem Anwalt das drohende Fahrverbot eventuell abwenden. Wie bereits beschrieben, haben Ersttäter eine höhere Chance dies zu erreichen, als Autofahrer, gegen die bereits ein oder mehrere Verstöße vorliegen.

Wurde der Betroffene beispielsweise geblitzt, ist es schwierig, ein Fahrverbot zu umgehen, jedoch nicht zwangsläufig unmöglich. Oft wird auch beurteilt, ob andere durch das Verhalten des Verkehrssünders gefährdet wurden. Lag keine Gefährdung vor, kann das durchaus die Entscheidung bezüglich der Umwandlung beeinflussen.

Meist wird das Bußgeld dann verdoppelt bzw. je nach Sachlage auch verdreifacht. Die zu zahlende Summe wird dann von der Bußgeldstelle oder dem zuständigen Richter bestimmt. Liegt jedoch ein Verstoß wegen Alkohol vor oder hat der Fahrer bereits Punkte in Flensburg, ist eine Umwandlung in der Praxis eher nicht möglich. Es ist daher selten, dass Betroffene ein Fahrverbot wegen Alkohol umgehen können.

Auch wenn ein Fahrverbot für mehrere Monate ausgesprochen wurde, ist eine Umwandlung in der Regel nicht möglich. Bei einer Strafe von mehr als einem Monat muss die Fahrerlaubnis meist abgegeben werden. Auch wenn neben dem Bußgeld Punkte als Strafe verhängt wurden, dürfen Betroffene normalerweise für eine gewisse Zeit nicht fahren. Sind sich Autofahrer nicht sicher, ob sie ein Fahrverbot umgehen können, ist der Rat eines Anwalts empfehlenswert.

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Fahrverbot umgehen: In Ausnahmefällen ist dies möglich
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5 Kommentare

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  1. Marc sagt:

    Ich wurde letztens Abends, bei uns im Industriegebiet auf der B223 (2 Spurig) von einem mobilen Blitzer geblitzt. Angeblich 50 erlaubt da innerorts und hatte knapp 80-85 drauf, kann ich nicht genau sagen, da kurz Beschleunigt wurde. Ich hab bisher nichts bekommen, ist ja erst 3 Tage her, aber kann man absehen was auf mich zukommen könnte? Fahrverbot lese ich immer. Würde mich freuen eine Einschätzung zu hören.

    VG
    Marc

  2. Michael sagt:

    zum Thema Fahrverbot:
    Die Macher vom Bußgeldkatalog waren sich bei der Gestaltung nicht Bewußt, was eigentlich an ein Fahrverbot alles dran hängt bzw. was für ein Rattenschwanz das mit sich zieht. Hier werden menschliche Exzistensen kaputt gemacht , die deutsche Wirtschaft hat dadurch Ausfälle, Krankenstände werden künstlich angehoben.
    Ich selber bin jetzt davon betroffen, wegen Abstand, brauche mein Auto tagtäglich als Pendler, wohne ländlich, der öffentliche Nahverkehr – da komme ich nie zu meiner Arbeitsstelle, Urlaub habe ich auch nicht mehr. Unbezahlten Urlaub kann man als normaler deutscher Arbeitnehmer sich nicht leisten, da sind die Löhne viel zu niedrig. Da bleibt mir nichts anderes übrig als asozial zu werden, lasse mich wegen Nichts krankschreiben und das auf Kosten der anderen. Desweiteren bin ich wöchentlich gemeinnützig Unterwegs. Da ich kein Kraftfahrzeug in dieser Zeit fahren darf, kann ich die gemeinnützige Tätigkeit nicht ausüben zu Lasten der Allgemeinheit.
    Bei der nächsten Überarbeitung des Bußgeldkataloges wünsche ich mir, dass die Herrschaften mal mit Hirn an die Sache ran gehen und mehr erzieherisch als bestrafend den Katalog gestalten.

  3. Erst denken, dann handeln sagt:

    Die Macher haben sich bestimmt ihre Gedanken gemacht dazu. Wenn man, nach altem Katalog, jedoch mit 31km/h innerhalb einer geschlossenen Ortschaft zu schnell fährt – wie soll man den “erziehen”. Also nimmt man denjenigen einen Monat den Führerschein weg und dann hat der “Täter” Zeit zum Nachdenken. Sich dann auch noch krankschreiben zu lassen, ist nicht nur unfair der anderen Bevölkerung gegenüber sondern gefährdet den Arbeitsplatz. Da bekommt man wegen einem Vergehen schon eine Lehre erteilt und dann macht man gleich mit dem nächsten Vergehen weiter.

    Also, einfach angepasst fahren und es passt.

    Und gerade wenn man auf den Führerschein eingewiesen ist, sollte man besonders obacht geben.

  4. Uwe E. sagt:

    Habe als erster an einer roten Ampel gestanden,war wohl völlig in Gedanken weil mein Lebendspatner kurz vorher verstorben war.Rechts habe ich den Blitzer noch gesehen;kurz hinter dem Blitzer hängt eine Ampel über der Straße,diese Ampel schlägt auf grün um und ich fahre an;komme auf den Kontakt und werde geblitzt.
    Ausser das ich mich natürlich sehr erschrocken habe ist weder ein Unfall passiert noch habe ich einen Passanten verletzt!
    Muss ich jetzt mit 200 Euro Geldstrafe 2 Punkten für 5Jahre und einem Monat Fahrverbot rechnen?😪

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