Heizöl transportieren: Welche Vorschriften gelten für Privatpersonen?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 16. Januar 2020

Ist es überhaupt erlaubt, privat Heizöl zu transportieren?

Für den privaten Heizöltransport gilt eine Freimenge von 60 Litern je Beförderungseinheit.
Für den privaten Heizöltransport gilt eine Freimenge von 60 Litern je Beförderungseinheit.

Heizöl ist brennbar und giftig. Schon ein Tropfen kann das Grundwasser stark verunreinigen. Es verwundert daher nicht, dass der Gesetzgeber den Transport strengen Regeln unterstellt. Diese gelten in erster Linie dann, wenn Sie gewerblich Heizöl transportieren oder dies in sehr großen Mengen tun.

Der Fahrer solcher Heizöltransporte darf z. B. nicht überall parken, muss bestimmte Gegenstände (Feuerlöscher etc.) im Fahrzeug dabei haben und hat sein Verhalten während des Transports anzupassen. Es gilt bspw. ein Rauchverbot. Solche und andere Regeln lassen sich im „Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (frz. kurz: ADR) finden. Aber gelten diese auch für Privatpersonen, die nur ein paar Kanister Heizöl transportieren möchten?

Zwar ist der private Heizöltransport nicht grundsätzlich verboten, allerdings gelten auch hier besondere Vorgaben, z. B. was die Menge angeht. Mit diesen Vorgaben befassen wir uns im Nachfolgenden genauer.

FAQ: Heizöl transportieren

Darf ich Heizöl privat im Auto transportieren?

Es ist nicht verboten, privat Heizöl zu transportieren. Da es sich um ein brennbares und giftiges Gefahrgut handelt, müssen Sie ab einer bestimmten Menge die EU-weiten ADR-Vorschriften beachten. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Gibt es für Heizöl bestimmte Transportvorschriften?

Zum einen müssen Sie die Freimenge für Gefahrgüter wie Heizöl beachten. Zum anderen sollten Sie die Ladung ordnungsgemäß sichern und darauf achten, dass Sie das zulässige Gewicht des Kfz nicht überschreiten.

Ich möchte Heizöl abpumpen und transportieren lassen – welche Kosten entstehen dafür?

Die Kosten variieren je nach Anbieter. Günstiger wird es ggf., wenn der Dienstleister das Altöl noch verwerten oder verkaufen kann.

Diese Vorschriften gelten beim Transport von Heizöl

Ist der Heizöltransport privat überhaupt erlaubt?
Ist der Heizöltransport privat überhaupt erlaubt?

Als Privatperson dürfen Sie zwar Heizöl transportieren, müssen dabei aber nachfolgende Vorschriften (gem. 1.1.3. Anlage 1 ADR) einhalten, ohne die besonderen ADR-Regeln für den Heizöltransport (z. B. Gefahrgutkennzeichnung) beachten zu müssen:

  • Sie dürfen je Beförderungseinheit max. 60 Liter im Fahrzeug mitführen.
  • Das Heizöl muss einzelhandelsgerecht verpackt sein (z. B. IBC-Tank).
  • Die Ladung muss ordnungsgemäß gesichert sein und darf das zulässige Gesamtgewicht des Kfz nicht überschreiten.

Sie müssen also nur dann sämtliche Vorschriften des ADR einhalten, wenn Sie Heizöl in rauen Mengen transportieren möchten. Welche Freimenge gilt, ist zum einen vom Gefahrgut und zum anderen von der Menge abhängig, die im Auto transportiert werden soll.

Grundsätzlich sollten Sie Heizöl nur in einem IBC-Tank transportieren. IBC bedeutet „Intermediate Bulk Container“. Er hält bestimmten Chemikalien stand und ist für den Heizöltransport besser geeignet als normale Plastikbehälter.

Heizöl abpumpen und woanders hin transportieren lassen

Es ist nicht grundsätzlich verboten, als Privatperson Heizöl zu transportieren. Weil es brennbar und giftig ist, gelten jedoch bestimmte Regeln.
Es ist nicht grundsätzlich verboten, als Privatperson Heizöl zu transportieren. Weil es brennbar und giftig ist, gelten jedoch bestimmte Regeln.

Wann ist es notwendig, das Heizöl abpumpen zu lassen? Das kann sein, wenn …

  • Sie einen Umzug planen und der Nachmieter oder neue Besitzer des Hauses das Heizöl nicht übernehmen möchte,
  • der Tank eine Reinigung benötigt (entschlammen und neu versiegeln),
  • Sie die Energieversorgung umstellen (z. B. von Heizöl auf Erdgas) und das restliche Heizöl nicht mehr benötigen.

Da nicht jeder das nötige Zubehör für ein solches Unterfangen hat, sollten Sie eine Firma (z. B. Heizöllieferant) damit beauftragen. Solche Firmen pumpen das Heizöl ab und transportieren es an den neuen Standort. Falls nötig kümmern sie sich auch um die Entsorgung des Öls oder die Reinigung des Tanks.

Teurer wird es, wenn der Entsorgungsbetrieb nicht nur das Heizöl abpumpen und woanders hin transportieren soll, sondern wenn sich auch noch Ölschlamm am Boden des Tanks gebildet hat.

Kostenfrei ist das Abpumpen des Heizöls unter Umständen nur, wenn der zuständige Entsorger das Öl, oder sogar den Ölschlamm, noch verwerten oder verkaufen kann.
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