Wohnmobil: Überladen kann die Reise schnell zu Ende sein

Von Dörte, letzte Aktualisierung am: 19. Juli 2019

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Überladung ist beim Wohnmobil nicht selten

Urlaub mit dem Wohnmobil: Überladen kann es aus vielen Gründen sein.

Urlaub mit dem Wohnmobil: Überladen kann es aus vielen Gründen sein.

Alles muss mit! Die Campingstühle sind notwendig, das Fahrrad wird am Ferienort definitiv gebraucht und die Kuscheldecken sind sowieso unverzichtbar. Das Wohnmobil ist ja groß, also kann auch viel rein – allerdings ist das leider ein Irrtum. Oft achten Fahrer nicht auf das zulässige Gesamtgewicht, wenn es ums Packen geht und schon ist das Wohnmobil überladen. Das hat nicht nur in Bezug auf Bußgelder Folgen, sondern beeinflusst das Fahrverhalten und nicht zuletzt den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs.

Ob es, wenn das Wohnmobil überladen ist, eine Toleranz gibt und mit welchen Sanktionen Fahrer rechnen müssen, betrachtet der nachfolgende Ratgeber. Darüber hinaus befasst er sich auch mit der Frage, welche Folgen eine Überladung vom Wohnmobil im Ausland hat.

Bußgeldkatalog: Überladung beim Wohnmobil

Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass das Wohnmobil überladen ist, kann ein Bußgeld als wahrscheinlich angesehen werden. Welche Sanktionen hier möglich sind, zeigt die folgende Tabelle auszughaft:

Ausmaß der Überladung,
bei Fahrzeugen bis 7,5 t
Sanktionen
ab 10 % zu viel30 EUR
ab 20 % zu viel95 EUR + 1 Punkt
ab 30 % zu viel235 EUR + 1 Punkt
Ausmaß der Überladung,
bei Fahrzeugen über 7,5 t bzw. bei LKW-Zulassung
ab 2 bis 5 % zu viel30 EUR (Fahrzeugführer),
35 EUR (Fahrzeughalter)
ab 10 % zu viel110 EUR + 1 Punkt (Fahrzeugführer),
235 EUR + 1 Punkt (Fahrzeughalter)
ab 20 % zu viel190 EUR + 1 Punkt (Fahrzeugführer),
380 EUR + 1 Punkt (Fahrzeughalter)
ab 30 % zu viel380 EUR + 1 Punkt (Fahrzeugführer),
425 EUR + 1 Punkt (Fahrzeughalter)

Unser Bußgeldrechner hilft dabei zu bestimmen, mit welchen Bußgeldern oder Punkten, Betroffene rechnen müssen:


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Wann ist ein Wohnmobil überladen?

Eine Überladung beim Wohnmobil ist nicht selten, vor allem, wenn es sich um kleinere Fahrzeuge handelt.

Eine Überladung beim Wohnmobil ist nicht selten, vor allem, wenn es sich um kleinere Fahrzeuge handelt.

Haben Urlauber nur einen Führerschein der Klasse B, ist die Auswahl der Wohnmobile, die gefahren werden dürfen, relativ eingeschränkt. Zulässig sind hier nur Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Aufgrund des Aufbaus von Wohnmobilen bleibt dann nur noch wenig Spielraum für eine Zuladung.

Zu wenige machen sich jedoch wirklich Gedanken darüber, ob das Urlaubsgepäck zu schwer ist, was häufig dazu führt, dass oft ein Wohnmobil mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht überladen ist. Da das Problem bekannt ist, werden in den Ferienzeiten kleine Wohnmobile oft kontrolliert. Doch ab wann kann von einer Überladung überhaupt gesprochen werden.

Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) bestimmt in § 34, welche Achslasten und welches Gesamtgewicht für verschiedene Fahrzeuge zulässig sind. Generell wird hier vor allem auch bestimmt, was unter Gesamtgewicht zu verstehen ist:

Das technisch zulässige Gesamtgewicht ist das Gewicht, das unter Berücksichtigung der Werkstoffbeanspruchung und nachstehender Vorschriften nicht überschritten werden darf […]

Beim Wohnmobil setzt sich das Gesamtgewicht dann aus dem desd Fahrzeugs sowie dem der Ausstattung und der Zuladung zusammen.

Wohnmobil: 3,5 t oder mehr, überladen können alle sein

Ist für das Fahrzeug in den Papieren und auch durch die Einschränkungen der Führerscheinklasse das zulässige Gesamtgewicht auf 3,5 t beschränkt, darf dieses nicht überschritten werden. Reisende müssen dann darüber nachdenken, wie sie am besten Gewicht einsparen und welche Bestimmungen gegebenenfalls im Urlaubsland zu beachten sind. Denn ist in einigen Ländern eine Toleranzgrenze möglich, kann in anderen eine solche nicht bestehen. So könnte ein Wohnmobil, welches überladen ist, hohe Kosten verursachen und sich durchaus negativ auf den gesamten Urlaub auswirken.

Aber auch wer mit einem Gefährt von über 3,5 t unterwegs ist, sollte nicht zu übermütig an die Beladung herangehen. Mit alten Führerscheinen der Klasse 3 sowie mit den Klassen C1, CE1 und C ist das Fahren von Fahrzeugen bis 7,5 t bzw. darüber zulässig. Doch auch hier spielen in Bezug auf eine Überladung die Angaben in den Fahrzeugpapieren und das Eigengewicht des Wohnmobils eine Rolle. Achten Fahrer nicht darauf, kann es auch hier schnell zu Übergewicht kommen, was wiederum Sanktionen zur Folge hat.

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Ist ein Wohnmobil überladen, kann das Weiterfahren bei geringen Überschreitungen erlaubt, bei groben jedoch untersagt werden.

Ist ein Wohnmobil überladen, kann das Weiterfahren bei geringen Überschreitungen erlaubt, bei groben jedoch untersagt werden.

Neben den Sanktionen kann ein Wohnmobil, das überladen ist, ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen. Das Fahrverhalten und der Bremsweg werden maßgeblich vom Gewicht beeinflusst. So muss von den Bremsen wesentlich mehr Kraft aufgewendet werden, um das Fahrzeug zum Stehen zu bringen. Der dadurch verlängerte Bremsweg kann mitunter darüber entscheiden, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass bei einer festgestellten Überladung nach einem Unfall die Versicherung gegebenenfalls nur teilweise oder gar nicht eintritt.

Was ist bei der Zuladung wichtig, damit ein Wohnmobil nicht überladen ist?

Neben dem Grundgewicht des Fahrzeugs spielen also die Innenausstattung sowie die Befüllung der Tanks eine Rolle, wenn es darum geht, die zulässige Zuladung zu ermitteln. Schwere Einbauschränke, Küchengeschirr oder volle Wasser- und Kraftstofftanks lassen dann meist einen noch geringeren Spielraum.

Meist heißt es dann beim Gepäck oder der zusätzlich notwendigen Ausstattung zu sparen. Ist ein voller Wassertank bei der Fahrt wirklich notwendig oder kann er auch erst am Zielort aufgefüllt werden? Das kann schon einige Kilogramm mehr an Gepäck bedeuten. Gleiches gilt beim Kraftstoff. Reisende sollten die Route prüfen und erkunden, ob ein halb voller Tank ausreicht, wenn Nachtanken kein Problem darstellt.

Oft sind es Details, die den Ausschlag geben. So kann beispielsweise auf schweres Porzellangeschirr oder Glasflaschen verzichtet werden, denn leichte und auch umweltfreundliche Alternativen lassen sich inzwischen relativ einfach finden.

Strafe: Ein Überladung beim Wohnmobil kann teuer werden

Ist ein Wohnmobil überladen, wird keine Strafe im rechtlichen Sinn verhängt, sondern ein Bußgeld. Je nachdem wie schwer das Fahrzeug ist und wie viel Prozent die Überladung beträgt t, gestalten sich die Bußgelder und auch möglichen Punkte in Flensburg unterschiedlich hoch.

Bußgeld: Die Überladung vom Wohnmobil kann auch im Ausland Kosten verursachen.

Bußgeld: Die Überladung vom Wohnmobil kann auch im Ausland Kosten verursachen.

In Deutschland wird in der Regel eine Toleranz von 5 % abgezogen. Bei Fahrzeugen bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 t bewegen sich die Bußgelder zwischen 10 und 235 Euro. Ab einer Überladung von über 20 % kommt ein Punkt hinzu. Zudem wird unter bestimmten Umständen nicht nur der Fahrer sanktioniert, sondern auch der Halter, beispielsweise dann, wenn dieser Beifahrer ist.

Hat das Wohnmobil ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 7,5 t, steigen die Bußgelder und beginnen bei 30 Euro. Ein Punkt wird hier schon bei einer Überschreitung von 5 % fällig, sodass klar ist, dass es eine Toleranz in diesem Fall nicht gibt.

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Wohnmobil überladen: Im Ausland oft keine gute Idee

Wie bereits erwähnt, kann ein Wohnmobil, das überladen ist, auch im Ausland empfindliche Sanktionen nach sich ziehen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen beispielhaften Überblick darüber, mit welchen Bußgeldern in einigen europäischen Urlaubszielen zu rechnen ist:

LandGibt es einen Toleranz­abzug?Sank­tionen
BelgienJa,
bis zu 2 % bei Verstößen gegen das zu­lässige Gesamt­gewicht,
bis zu 5 % bei Achslast­verstößen
ca. 1110 bis 130 EUR
DänemarkJa,
bis zu 1 %
- bis 3,5 t je %:
10 Kronen (ca. 1,35 Euro) für Fahrer,
25 Kronen (ca. 3,35 Euro) für den Halter
- über 3,5 t je %:
100 Kronen (ca. 13,40 Euro) für Fahrer,
250 Kronen (ca. 33,50 Euro) für Halter
FrankreichNein135 bis 750 EUR
GroßbritannienNeinumgerechnet 70 bis 6000 EUR
ItalienJa,
bis 5 %
41 bis 1682 EUR
SchwedenJa,
bis 5 %
200 bis 400 EUR
SpanienJa,
bis 1 %
300 bis 4600 EUR
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