Überstehende Ladung bei Lkw, Pkw und Anhängern

TatbestandHöhe des Verwarngeldes
Erlaubte Fahrzeugbreite überschritten20 Euro
Es besteht ein Ladungsüberstand um mehr als 50 cm nach vorn20 Euro
Der Ladungsüberstand nach hinten überschreitet die Vorgaben der StVO20 Euro
Fahrzeug bzw. Zug ist länger als 20,75 m20 Euro

Die Kennzeichnung überstehender Ladung nach der StVO

Überstehende Ladung: Pkw, Anhänger und Lkw müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechend beladen werden.

Überstehende Ladung: Pkw, Anhänger und Lkw müssen den gesetzlichen Vorgaben entsprechend beladen werden.

Wer einen großen Einkauf machen möchte, hat es bedeutend leichter, wenn er ein Auto besitzt. Der immense Stauraum und die Zugkraft eines solchen Kfz ermöglichen selbst die Beförderung von besonders breiten oder langen Gegenständen. Gerade beim Transport von Möbeln oder Weihnachtsbäumen kommt es jedoch häufig vor, dass selbst der gegebene Stauraum nicht ganz ausreicht.

In diesen Fällen kann es passieren, dass Ladung einen Anhänger, einen Pkw oder sogar einen Lkw überragt. Das ist an sich nicht verboten, unterliegt aber klaren verkehrsrechtlichen Richtlinien.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) überstehende Ladung regelt, welche Metermaße vorgegeben sind und wie Sie überstehende Ladung kennzeichnen müssen. Die obige Tabelle zeigt zudem mögliche Verwarngelder, die bei Verstößen fällig werden.

Das sagt der Gesetzgeber

Die grundlegenden Vorgaben, welche bestimmen, auf welche Weise überstehende Ladung bei einem Fahrzeug gehandhabt werden muss, finden sich in § 22 StVO. Der erste Absatz nennt den Grundsatz des Paragraphen. Darin steht:

Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

Der grundlegende Gedanke bei der Vorgaben von § 22 StVO ist die Gewährleistung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, die auch beim Transport großer Gegenstände nicht gefährdet werden darf. Damit beispielsweise ein Pkw-Anhänger, welcher überstehende Ladung transportiert, kein Verwarngeld nach sich zieht, muss der Fahrzeugführer folgende Vorgaben einhalten:

  • Ein Fahrzeug und seine Ladung dürfen zusammen nicht breiter als 2,5 m und nicht höher als 4,0 m sein. Ausnahmen gelten bei Gefährten, die für land- bzw. forstwirtschaftliche Zwecke gedacht sind.
  • Bei Fahrzeugen, die nicht höher als 2,5 m sind, dürfen keine Ladungsteile nach vorn hinausragen. Ansonsten gilt: Vorne darf der Ladungsüberstand nicht mehr als 0,5 m betragen.
  • Bei einem Auto oder einem Anhänger, welcher hinten überstehende Ladung aufweist, ist ein Überstand von 1,5 m zulässig. Auch 3,0 m sind legitim, wenn die Wegstrecke unter 100 km liegt.
  • Die Länge des gesamten Zugs darf 20,75 m nicht überschreiten.
Klare Vorgaben durch die StVO: Überstehende Ladung ist in vielen Fällen gestattet, gewisse Regeln müssen aber eingehalten werden.

Klare Vorgaben durch die StVO: Überstehende Ladung ist in vielen Fällen gestattet, gewisse Regeln müssen aber eingehalten werden.

Durch Kennzeichnung überstehende Ladung signalisieren

Neben den grundlegenden Breiten- und Längenvorgaben, fordert § 22 StVO in bestimmten Fällen Fahrzeugführer auch zur Kennzueichnung auf:

Eine 30 x 30 cm große Fahne, ein gleichgroß ausfallendes hellrotes Schild oder ein roter zylindrischer Körper mit einem Durchmesser von mindestens 35 cm müssen an überstehen­der Ladung befestigt werden, wenn diese hinten mehr als 1,0 m über Rückstrahler hinausragt. Diese Sicherungshilfen dürfen jedoch in keinem Fall höher als 1,5 m über der Fahrbahn angebracht sein.

Weitere Hinweise zu überstehender Ladung

Neben den Vorgaben, die § 22 StVO in Bezug auf überstehende Ladung macht, gibt es noch einige weitere Aspekte, die Fahrzeugführer beachten müssen. Dazu gehört, dass

  • verlorene Ladung vom Fahrer beseitigt werden muss,
  • auch auf die Dachlast und das zulässige Gesamtgewicht zu achten ist,
  • Beleuchtungseinrichtungen und Kennzeichen nicht durch Ladung verdeckt werden dürfen und
  • für die Ladungssicherung genutzte Haltevorrichtungen entsprechend den Herstellerangaben genutzt werden.
Kann verlorene Ladung nicht vom Fahrzeugführer selbst beseitigt werden, muss die Gefahrenstelle abgesichert und die Polizei informiert werden.

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