Reifenkennzeichnung und ihre Bedeutung - Autoreifen 2018

Reifenkennzeichnung: Der Identitätscode für die Gummisohlen am Auto

Warum enthalten Autoreifen eine Kennzeichnung?

Warum enthalten Autoreifen Kennzahlen?

Warum enthalten Autoreifen Kennzahlen?

Autoreifen ist nicht gleich Autoreifen. Hier gibt es verschiedene Merkmale und Kriterien, anhand derer sich die Räder für Kraftfahrzeuge unterscheiden und die darüber informieren, ob ein Reifen für ein bestimmtes Fahrzeug geeignet ist oder eben nicht.

Seit der Einführung der Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II, welche im Oktober 2005 stattfand, wurden die aufgenommenen Werte zur Reifenkennzeichnung in den Papieren drastisch reduziert. Zuvor enthielten die ursprünglichen Fahrzeugbescheinigungen alle möglichen Reifendimensionen, welche für das jeweilige Fahrzeug in Betracht kamen.

Doch den Durchblick behalten bei all den denkbaren Kombinationen und Ziffern nur die wenigsten. Schnell kommen Fragen auf wie: Welche Kennzeichnung von Autoreifen werden nunmehr in der Zulassungsbescheinigung Teil I aufgenommen?

Was bedeutet die jeweilige Reifenkennzeichnung im Einzelnen? Wofür steht die DOT-Kennzeichnung bei Reifen? Was ist eine M&S-Kennzeichnung und was beinhaltet eine Kennzeichnung von Winterreifen oder Ganzjahresreifen im Winter? Die Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in dem folgenden Ratgeber.

Spezifische Ratgeber zum Thema Reifenkennzeichnung

Weitere Informationen zum Thema Reifenkennzeichnungen liefert der folgende Ratgeber.

Was ist eine Reifenkennzeichnung?

Kfz-Reifen: Die Kennzeichnung gibt Auskunft über Werte wie Geschwindigkeit, Herstellerdatum und mehr.

Kfz-Reifen: Die Kennzeichnung gibt Auskunft über Werte wie Geschwindigkeit, Herstellerdatum und mehr.

An der Kennzeichnung für Reifen lassen sich die jeweiligen Werte ermitteln, welche beispielsweise die Reifengröße, die Höchstgeschwindigkeit oder das Datum der Herstellung des Fahrzeuges mit dem jeweiligen Reifen betreffen. Abgesehen davon gibt es noch eine Vielzahl weiterer Faktoren, für welche eine entsprechende Reifenkennzeichnung bei Pkw, Lkw und Co existiert.

Die einzelnen Reifendimensionen befinden sich stets auf dem jeweiligen Reifen selbst. Verantwortlich für die Art der Kennzeichnung von Reifen ist die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (Englisch: United Nations Economics Commission for Europe, kurz: UNECE oder ECE). Diese legt fest, was die Zahlen und Ziffern bedeuten.

Reifen: Welche Kennzeichen enthält die Zulassungsbescheinigung Teil I?

Die „neue“ Zulassungsbescheinigung Teil I enthält nur noch eine Reifendimension und nicht mehr eine Vielzahl an Varianten.

In den Spalten 15.1 und 15.2 wird zwar nur noch eine Reifendimension eingetragen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass keine weiteren zugelassen sind. Der sogenannten EG-Übereinstimmungsbescheinigung (Englisch: EG Certification of Conformity, kurz: CoC) lassen sich unter den Punkten 32. bzw. 50. weitere Alternativen zur Reifenkennzeichnung entnehmen, die für das jeweilige Fahrzeug in Betracht kommen.

Das CoC bekommen Sie beim Fahrzeugkauf vom Fahrzeughändler in der Regel bei der Auslieferung des Fahrzeuges.

Reifenkennzeichnung im alten Fahrzeugschein

Der alte, ursprüngliche Fahrzeugschein enthält umfassende Angaben über mögliche Werte für Autoreifen. Ein Blick in den Schein verrät schnell, welche Autoreifen für das in Rede stehende Fahrzeug zulässig sind und welche nicht.

In den Spalten 20, 21 bzw. 22 und 23 („Größenbezeichnung der Bereifung“) sind Standard-Dimensionen des Autoreifens aufgeführt. Weitere Angaben sind in der Regel im Feld 33 unter „Bemerkungen“ zu finden. Diese betreffen

  • mögliche Reifendimensionen,
  • verwendbare Felgen bzw. Felgen-Reifen-Kombinationen sowie
  • Angaben zu Schneeketten.

Durch welche Angaben wird ein Reifen für gewöhnlich gekennzeichnet?

In der Regel enthält ein Reifen eine Kennzeichnung über die folgenden Punkte:

  • die Breite der Reifen: Sie wird in Millimetern angegeben. Bei gewöhnlichen Pkw-Reifen reicht sie von 125 mm bis ca. 335 mm.
  • das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite des Reifenquerschnitts (in Prozent)
  • den Durchmesser der Felgen (in Zoll): Gemessen wird dieser radial (also von einem Mittelpunkt aus strahlenförmig verlaufend) von Felgenrand zu Felgenrand. In der Regel reichen diese von 10“ bis 20“.
  • die Bauweise der Karkassenlagen (Diagonal- oder Radialreifen)
  • die Geschwindigkeit und Tragfähigkeit des Reifens
  • sonstige Bezeichnungen
Eine Karkasse ist das tragende Gerüst in Gummireifen. Bei Diagonalreifen werden mehrere Karkassenlagen schräg überkreuzt angeordnet. Beim Radialreifen werden diese indes radial angeordnet.

Autoreifenkennzeichnung: Was bedeuten die Zahlen und Buchstaben bei Reifen?

Reifenkennzeichnung zur Geschwindigkeit: Die zulässigen Werte werden in verschiedenen Buchstaben angegeben.

Reifenkennzeichnung zur Geschwindigkeit: Die zulässigen Werte werden in verschiedenen Buchstaben angegeben.


Die Reifenkennzeichnung setzt sich stets aus einer zunächst für den Laien völlig unverständlichen Kombination aus Zahlen und Buchstaben zusammen. Wir bringen an dieser Stelle Licht ins Dunkel und klären Sie über die jeweilige Reifenkennzeichnung und ihre Bedeutung auf:

  • Die an vorderster Stelle stehende Zahl auf einem Autoreifen beschreibt die Lauffläche des Reifens.
  • Die anschließende, durch einen Querstrich getrennte Zahl, gibt das prozentuale Verhältnis zwischen Flankenhöhe und Reifenbreite an.
  • Es folgt der Buchstabe R oder alternativ ein Bindestrich. Das „R“ steht für die radiale Bauweise der Reifen, der Bindestrich für die diagonale.
  • Die sich dem anschließende Zahl liefert Angaben über den notwendigen Durchmesser der Felgen in Zoll.
  • Im Anschluss daran gibt eine weitere Zahl Rückschlüsse auf den Tragfähigkeitsindex, also darauf, welches die maximal zulässige Last der jeweiligen Autoreifen ist.
  • Am Schluss findet sich ein weiterer Buchstabe. Dieser legt den Geschwindigkeitsindex (Englisch: Speed Index) fest.
Beispiel: Nach den oben beschriebenen Angaben könnte eine Reifenkennzeichnung beispielsweise wie folgt aussehen: 175/70 R 13 82 T

Reifenkennzeichnung für Geschwindigkeit: Wofür stehen die Buchstaben?

Reifen enthalten eine Kennzeichnung zur zulässigen Geschwindigkeit. Gemeint ist die maximal erlaubte Geschwindigkeit. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei jeweils für eine andere zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Anhand der folgenden Liste können sie der Reifenbezeichnung die erlaubte Geschwindigkeit zuordnen:

  • A1 = 5 km/h,
  • A8 = 40 km/h,
  • B = 50 km/h,
  • C = 60 km/h,
  • D = 65 km/h,
  • E = 70 km/h,
  • F = 80 km/h,
  • G = 90 km/h,
  • J = 100 km/h,
  • K = 110 km/h,
  • L = 120 km/h,
  • M = 130 km/h,
  • N = 140 km/h,
  • P = 150 km/h,
  • Q = 160 km/h,
  • R = 170 km/h,
  • S = 180 km/h,
  • T = 190 km/h,
  • U = 200 km/h,
  • H = 210 km/h,
  • VR = >210 km/h,
  • V = 240 km/h,
  • ZR = >240 km/h,
  • W = 270 km/h,
  • Y = 300 km/h.

Kennzeichnung: Ganzjahresreifen und Winterreifen

M&S-Kennzeichen: Allwetterreifen bzw. Ganzjahresreifen sowie Winterreifen sind dadurch zu erkennen.

M&S-Kennzeichen: Allwetterreifen bzw. Ganzjahresreifen sowie Winterreifen sind dadurch zu erkennen.

In Deutschland besteht eine Winterreifenpflicht lediglich für winterliche Wetterverhältnisse, sprich für Glatteis, Schneeglätte und -matsch sowie für Eis- und Reifglätte. Die weitläufig irrtümlich verbreitete „O-bis-O-Regel“ (von Oktober bis Ostern) ist hingegen nicht korrekt.

Für Winterreifen ist eine Kennzeichnung maßgeblich, die Aufschluss darüber gibt, ob der jeweilige Reifen auch zu besagter Wetterlage gefahren werden darf oder eben nicht. Die Rede ist hier von der sogenannten M&S-Kennzeichnung. Die Reifenkennzeichnung „M&S“ steht für „Matsch und Schnee“ (Englisch: mud and snow). Auch Allwetterreifen enthalten diese Kennzeichnung.

Streng genommen sind Ganzjahresreifen auch Winterreifen. Deshalb gelten die Angaben über die Winter-Kennzeichnung ebenfalls für Allwetterreifen. Laut ADAC sind nicht alle Winterreifen bzw. Ganzjahresreifen mit der Kennzeichnung „M&S“ (bzw. „M+S“ oder ähnlichen Abkürzungen) echte Winterreifen, weswegen einige zusätzlich das sogenannte „Schneeflocken-Symbol“ tragen. Diese Reifenkennzeichnung ermöglicht eine weitere Differenzierung. Die M&S-Kennzeichnung ist bei Sommerreifen indes nicht vorgesehen.

Im Falle von Spikereifen folgt der MS-Kennzeichnung von Winterreifen noch der Buchstabe E. Spikereifen sind solche, die eingearbeitete Stifte enthalten. Sie sorgen für eine besondere Haftung der Fahrzeugreifen im Falle von Eis und Glätte. Aufgrund der stärkeren Abnutzung von Fahrbahnen sind Spikes in den meisten Teilen Deutschlands und Europas nicht zulässig.

Für den Fall, dass Sie bei Glätte, Schnee und Co. mit Sommerreifen ohne die Kennzeichnung M&S unterwegs sind, drohen Ihnen Bußgelder und Punkte. Diese können Sie der nachfolgenden Liste entnehmen:

  • Missachtung der Winterreifenpflicht trotz entsprechender Witterungslage: Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister (Flensburg)
  • Missachtung der Winterreifenpflicht trotz entsprechender Witterungslage und zusätzliche Behinderung: Bußgeld in Höhe von 80 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister
  • Missachtung der Winterreifenpflicht trotz entsprechender Witterungslage mit zusätzlicher Gefährdung: Bußgeld in Höhe von 100 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister
  • Missachtung der Winterreifenpflicht trotz entsprechender Witterungslage, wodurch es zu einem Unfall im Straßenverkehr kommt: Bußgeld in Höhe von 120 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister

Lkw-, Motorrad oder Pkw-Reifen: Welche Kennzeichnung gibt es noch?

Es existieren ferner noch weitere Zusatzbezeichnungen, die auf Fahrzeugreifen enthalten sein können. Diese sind der nachfolgenden Tabelle zur Reifenkennzeichnung zu entnehmen.

ReifenkennzeichnungBedeutung
*Reifen, die von und für BMW abgestimmt wurden
030908die Genehmigungsnummer des Reifens
1Aston-Martin- und Bentley-Modelle
AAudimodelle
AO„Audi Original“ - Reifen, die von und für Audi abgestimmt wurden
B Gürtelreifen mit Diagonalkarkasse für Motorräder
CLeicht-Lkw-Reifen
CPReifen für Campingmobile
DOT-Nummerverschlüsselter Herstellercode, welcher neben dem Herstellerdatum anzeigt, dass der Reifen den Anforderungen des „Department of Transportation" (kurz: DOT) entspricht
E13ECE-Prüfzeichen
FR Felgenrippe
JJaguar-Modelle
Made in Herstellerland
MOExtended Mercedes Original Run-Flat
MS-Kennzeichnung Matsch und Schnee („mud and snow")
N0/N1/N2/N3/N4 von Porsche empfohlene Modelle
R/fr/XL/extra load „reinforced“ Reifen mit verstärkter Karkasse (dies erhöht die Tragfähigkeit)
Regroovablenachschneidbar
ROFRun-Flat-Reifen
soundReifen mit verminderter Lärmemission
SFI„side facing inwards“ – Innenseite bei asymmetrischen Reifen
SFO„side facing outwards“ Außenseite bei asymmetrischen Reifen
SST„self supporting tire“ - Run-Flat-Reifen mit verstärkter Seitenwand
T temporäre Reifen (= Noträder)
Tubelessschlauchlos
Tubetype Schlauchreifen
TWI Profilabnutzungsanzeige in Hauptprofilrillen
ZP„zero pressure“ – Reifen mit Notlaufeigenschaften
ZRverstärkter Radialreifen für Geschwindigkeiten über 240 km/h

Reifenkennzeichnung zum Herstellerdatum: Die DOT-Nummer

Bei der Reifenkennzeichnung erlaubt die DOT-Ziffer Rückschlüsse auf das Herstellerdatum.

Bei der Reifenkennzeichnung erlaubt die DOT-Ziffer Rückschlüsse auf das Herstellerdatum.

Auf Kraftfahrzeug- und Pkw-Reifen ist die Kennzeichnung über die DOT-Nummer enthalten. Diese setzt sich aus verschiedenen Ziffern zusammen, welche unter anderem das Datum der Herstellung des Reifens belegt. DOT steht für Department of Transportation. Gemeint ist hiermit das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten.

Die Reifenkennzeichnung zum Alter der Fahrzeugreifen wurde im Jahr 1970 eingeführt und betrifft Produktionen ab 1980. Mittlerweile wird diese auf der ganzen Welt verwendet.

Die Reifenkennzeichnung zur DOT-Nummer setzt sich aus wie folgt zusammen:

  • Die beiden ersten Ziffern geben Aufschluss über das Herstellerwerk (= sogenannter „Plantcode“).
  • Der darauffolgende sogenannte „Sizecode“ steht für die Größe des Reifens.
  • Der sich anschließende „Typecode“ ist optional. Hierbei handelt es sich um einen herstellerspezifischen Code, welcher die Handelsmarke ablesen lässt. Oftmals lässt sich diese allerdings auch bereits aus dem Plantcode ermitteln.
  • Die letzten Zahlen betreffen das Produktionsjahr. Die beiden vordersten Ziffern geben Rückschluss auf die Kalenderwoche (kurz: KW), in der die Reifen gefertigt wurden. Zu beachten ist hierbei, dass die Zählweise auf die US-amerikanische Art und Weise erfolgt. Enthält die Reifenkennzeichnung also an dieser Stelle die Ziffer 01, steht dies für die erste Kalenderwoche. Die sich anschließende dritte und ggf. auch vierte Ziffer bezeichnen das Herstellungsjahr.
Für Reifen, welche ab dem Jahr 1990 produziert wurden bzw. werden, folgt ein Delta-Symbol, also ein nach oben hin zulaufendes Dreieck. Dieses ist allerdings optional und wird nicht von jedem Reifenhersteller angewandt.

Notlauf- oder Run-Flat-Reifen

Die Notlauf- oder Run-Flat-Reifen (kurz: RFT) werden zum Teil auch als „(selbsttragende) Reifen mit Notlaufeigenschaften“ bezeichnet.

Sie verfügen über verstärkte Reifenflanken. Dadurch kann das Fahrzeug auch bei geringen Fülldrücken getragen werden. Wichtig ist jedoch, dass in dem Fall die Geschwindigkeit sowie die Fahrweise an die jeweilige Notfallsituation angepasst werden. Wie diese im Einzelnen ausgestaltet ist, lässt sich den Betriebsvorschriften entnehmen.

Die Reifenkennzeichnung für Notfall bzw. Run-Flat-Reifen erfolgt in unterschiedlicher Art und Weise. Bislang ist überwiegend auf der Flanke des Reifens eines der folgenden Kennzeichen zu sehen, welches von Hersteller zu Hersteller variiert:

  • Bridgestone: RFT (Run-Flat-Tyre)
  • Continental: SST (Self Supporting Tyre)
  • Dunlop: DSST (Dunlop Self Supporting Technology) oder ROF (RunOnFlat)
  • Goodyear: ROF (RunOnFlat)
  • Hankook: HRS (Hankook Runflat System)
  • Michelin: ZP (Zero Pressure) oder SST (Self Supporting Tyre)
  • Pirelli: Run Flat, bei einigen Modellen Eufori@

Notfall- und Run-Flat-Reifen werden mit einer besonderen Reifenkennzeichnung versehen.

Notfall- und Run-Flat-Reifen werden mit einer besonderen Reifenkennzeichnung versehen.

Zusätzlich enthalten Run-Flat-Reifen das Symbol einer stilisierten Schnecke.

Im Laufe der nächsten Jahre ist damit zu rechnen, dass in Zulassungsbescheinigungen einzelner Pkw, welche entweder standardmäßig oder optional mit Run-Flat-Reifen versehen sind, eine entsprechende Reifenkennzeichnung eingetragen wird.

In dem Fall dürfen dann nur noch Run-Flat-Reifen gefahren werden. Reifen der gleichen Dimension, die den Zusatz zum Run-Flat-Reifen dann nicht enthalten, sind nicht zulässig.

Laut ADAC wird ohnehin empfohlen, auf Pkw, welche für Notlauf bzw. Run-Flat-Reifen ausgelegt sind, nur solche Reifen zu montieren, selbst wenn die Fahrzeugpapiere auch die Verwendung von Standardreifen erlaubt.

Reifenkennzeichnung bei Leicht-Lkw und Road-Fahrzeugen

Die Reifenkennzeichnung für Leicht-Lkw- und Off-Road-Reifen (= sogenannte C-Reifen) erfolgt ähnlich wie die gewöhnliche Reifenkennzeichnung.

Als Beispiel dient folgende Reifenkennzeichnung für C-Reifen: 215/70 R C 106/104

Hierbei steht die Ziffer „106“ für die Tragfähigkeit des Reifens bei einer Einzelanordnung, die Zahl „104“ hingegen für die Tragfähigkeit im Falle einer gepaarten Anordnung (=Zwillingsanordnung). Die Tragfähigkeit ist stets von einem bestimmten Luftdruck abhängig. Genauere Informationen darüber erfragen Sie am besten vom Reifenhändler oder vom Hersteller.

Bei C-Reifen gibt es verschiedene Ausführungen zur Tragfähigkeit, welche durch eine bestimmte Reifenkennzeichnung festgelegt wird. Hierbei werden Zusatzbezeichnungen vermerkt, wie beispielsweise 6 PR oder 8 PR. Die Buchstaben „PR“ stehen dabei für „Ply-Rating“.

Bei der Tragfähigkeit der Reifen ist immer auch die gefahrene Geschwindigkeit zu berücksichtigen. Nähere Informationen darüber können Sie vom Reifen- oder Fahrzeughersteller erfragen.

Der Geschwindigkeitsindex auf Reifen

Für jegliche Art von Reifen ist eine Kennzeichnung zur Geschwindigkeit vorgesehen. Die Rede ist hierbei vom sogenannten Geschwindigkeitsindex, auch Geschwindigkeitsklasse oder Geschwindigkeitskategorie genannt. Diese Ziffer gibt die maximal zulässige Fahrtgeschwindigkeit für den jeweiligen Reifentyp an.

Für diesen Maximalwert garantiert die Reifenkennzeichnung zur Geschwindigkeit ein problemloses Fahren. Wird der Wert überschritten, besteht hingegen die Gefahr, dass der Reifen kaputt geht und sich die Materialien von der Karkasse lösen.

Reifenkennzeichnung zur Reifenbreite

Reifenkennzeichnung: Der Geschwindigkeitsindex verrät die maximal zulässige Geschwindigkeit für den Reifen.

Reifenkennzeichnung: Der Geschwindigkeitsindex verrät die maximal zulässige Geschwindigkeit für den Reifen.

Eine Reifenkennzeichnung enthält stets auch Angaben zur zulässigen Reifenbreite. Diese wird immer in Millimetern angegeben. Für Pkw sind hierbei die Querschnittsbreiten von 125 mm bis ca. 335 mm gängig. Besonderheiten gelten für die folgenden Rad-Reifen-Systeme:

  • PAX-System
  • TRX- oder TDX-Reifen von Michelin
  • TD-Reifen von Dunlop

Bei diesen speziellen Typen ist eine Reifenkennzeichnung von 60 bis zu 240 mm zu finden.

Die tatsächliche Reifenbreite weicht aufgrund von Fertigungstoleranzen oft zu den obigen, rein nominellen Angaben in geringfügiger Art und Weise ab. Maßgeblich spielt dabei auch die jeweilige Breite der Felgen eine Rolle.

Kennzeichnung zum Felgendurchmesser

Jede Reifenkennzeichnung beinhaltet Angaben zum Felgendurchmesser. Ermittelt wird der Wert radial von Felgenrand zu Felgenrand. Der Wert wird in der Regel in Zoll angegeben. Für gewöhnlich beträgt ein Felgendurchmesser einen Wert von 10“ bis 20“.

Ausnahmen: Bei PAX-Reifen, TD-Reifen von Dunlop und TRX- und TDX-Reifen von Michelin wird der Wert nicht in Zoll, sondern in Millimeter angegeben. Hier sind übliche Werte zwischen 315 mm bis 440 mm zu finden.

Laufrichtungsbindung der Räder

An manchen Reifen ist eine besondere Reifenkennzeichnung zur Laufrichtung zu finden. In der Regel handelt es sich hierbei um Reifen mit einer speziellen Profilgestaltung. Die Kennezichnung befindet sich dabei an der Reifenflanke und enthält den Vermerk „Rotation“, „Drehrichtung“ oder „Direction“. Zusätzlich ist ein Pfeil abgebildet, welcher die jeweilige Richtung vorgibt, in die sich das Rad drehen soll. Bei der Montage des Rades ist die Reifenkennzeichnung zur Laufrichtung unbedingt zu berücksichtigen.

„OUT-SIDE“-Kennzeichnung

An manchen Reifen ist eine spezielle Reifenkennzeichnung zur Laufrichtung zu finden.

An manchen Reifen ist eine spezielle Reifenkennzeichnung zur Laufrichtung zu finden.

Es gibt bestimmte Reifentypen, welche die Kennzeichnung „Außenseite“ bzw. „OUT-SIDE“ enthalten. Diese Art Reifen ist so gestaltet, dass die Räder in montiertem Zustand bei dem Fahrzeug ein ungleiches Profilbild ergeben für die rechte und linke Fahrzeugseite. Die Rede ist hierbei von sogenannten „asymmetrischen Profilbildern“. Negative Auswirkungen hat dieser Umstand indes nicht auf Reifen, Fahrleistung oder sonstiges.

TWI: Reifenkennzeichnung zum Verschleiß

TWI“ steht für Treadwear Indicator. Diese Buchstaben befinden sich beidseitig in kleiner Schrift an insgesamt sechs Stellen des Reifens. In der Höhe der TWI-Einprägungen sind auf dem Reifen im Grund der Profilrillen Erhebungen (= sogenannte Stege) angebracht. Sofern diese mit der Zeit abgenutzt sind, muss der Reifen gewechselt werden. Dieses System gibt also Rückschlüsse über den Verschleiß des jeweiligen Fahrzeugreifens.

Sind die TWI-Stege abgenutzt, bedeutet dies, dass die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm unterschritten wurde. Neben der TWI-Reifenkennzeichnung empfiehlt es sich aber laut ADAC zusätzlich, diese regelmäßig zu messen. Auch wird geraten, das Minimum von 1,6 mm nicht auszureizen, da bereits in diesem Bereich die Haftung des Reifens nicht mehr so stark ist wie bei Werten im Bereich von 3 bis 4 mm. Insbesondere bei Nässe und Schnee kann dies zum Problem werden.

Lastindex

Die Reifenkennzeichnung zum Lastindex (LI für „Last-Index“ oder „Load-Index“) ist eine Ziffer zur Belastbarkeit des Reifens. Die maximale Belastbarkeit ist dabei abhängig vom jeweiligen Reifendruck. Je geringer dieser ist, umso niedriger ist auch die Tragfähigkeit des Reifens.

In den Fahrzeugpapieren ist der LI-Wert enthalten. Der Reifendruck muss diesem Wert tatsächlich entsprechen. Höher darf er dabei sein, niedriger hingegen nicht.

Reifenkennzeichnung „T“: Noträder

Noträder sind in einigen Fahrzeugen vorhanden. Sie sind lediglich im Falle einer Autopanne anzubringen. Hierbei handelt es sich nämlich nicht um vollwertige Fahrzeugreifen, welche für einen dauerhaften Gebrauch konzipiert wurden.

Noträder enthalten die Reifenkennzeichnung „T“. In der Regel sind hierbei lediglich langsame Fahrten mit einer Geschwindigkeit bis zu 80 km/h möglich. Genutzt werden sollten die Noträder ausschließlich für Fahrten bis zur nächstgelegenen Autowerkstatt, wo ein Reifenwechsel alsbald durchzuführen ist.

Reifenlabel: EU-Verordnung zur Reifenkennzeichnung

Die Reifenkennzeichnungsverordnung der EU regelt die Notwendigkeit des Reifenlabels.

Die Reifenkennzeichnungsverordnung der EU regelt die Notwendigkeit des Reifenlabels.

Seit dem 1. November 2012 gibt es in puncto Reifenkennzeichnung neue Festlegungen, die aus einer Verordnung der Europäischen Union (kurz: EU) resultieren. Danach müssen Reifenhersteller für Pkw und leichte sowie schwere Nutzfahrzeuge ein sogenanntes Reifenlabel als Aufkleber auf der Lauffläche jedes Reifens anbringen. Darin sind für jedes Produkt die Kraftstoffeffizienzklasse, die Nasshaftungsklasse sowie die Klasse des externen Rollgeräusches angegeben, nebst dem jeweiligen Messwert.

In dem Label wird eine Klassifizierung der Reifenwerte aufgenommen, welche mit den Buchstaben A bis G beziffert wird. A stellt dabei die Bestnote dar, G wiederum die schlechteste Kategorisierung.

Die Reifenkennzeichnungsverordnung sieht außerdem vor, dass besagte Informationen im technischen Werbematerial enthalten sein müssen. Die Reifenkennzeichnung der EU-Verordnung wurde eingeführt, um das Bewusstsein des Verbrauchers über den Wirkungsgrad seines Produktes zu schärfen. Langfristig betrachtet soll dadurch der Energieverbrauch reduziert werden. Die Kennzeichnung muss auf Autoreifen, Transportreifen und Lkw-Reifen enthalten sein.

Runderneuerte Reifen brauchen die Kennzeichnung hingegen nicht. Zudem benötigen Reifen ohne Straßenzulassung (wie beispielsweise Rennreifen), Noträder, Oldtimerreifen, Farmreifen, Reifen für Erdbewegungsmaschinen und Motorradreifen besagte Kennzeichnung nicht.

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3 Kommentare

  1. Andreas sagt:

    Leider konnte ich keine Details zum Lastindex finden (ähnlich wie bei der Kennzeichnung zur Geschwindigkeit)

  2. Eddie sagt:

    Guten Tag,

    primaer lasse ich ein Lob da, tolle Zusammenfassung sollte zur Pflichtlektuere werden, vielen Dank dafuer. Sekundaer habe ich den Fehlerteufel bei seiner arbeit erwischt: unter dem Abschnitt

    Kennzeichnung: Ganzjahresreifen und Winterreifen

    im sechsten Satz das erste Wort „auch“

    Gruß
    Eddie

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