Servoöl wechseln – Geringer Ölstand in der Hydraulik führt zu ernsten Problemen

Wie Sie bei der Servolenkung das Öl nachfüllen

Ohne funktionierende Servolenkung kann die Lenkung schwerfällig werden. Wann müssen Sie das Servoöl wechseln?

Ohne funktionierende Servolenkung kann die Lenkung schwerfällig werden. Wann müssen Sie das Servoöl wechseln?

Die Servolenkung ist eines der zahlreichen Hilfssystemen, die in Fahrzeugen heutzutage schon zur Standardausrüstung zählen. Dabei ist die Lenkhilfe nach § 28 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sogar Pflicht in allen neu zugelassenen Fahrzeugen.

Letztlich soll diese hydraulische Einrichtung nicht nur dem Fahrer ein höheres Maß an Komfort beim Autofahren bieten, sondern vor allem auch die Verkehrssicherheit gewährleisten, denn: Durch die Servolenkung reagiert die Lenkung im Fahrzeug bereits schneller und der Fahrer muss beim Rangieren, Parken oder bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht allzu viel Kraft aufbringen, um das Fahrzeug in die gewünschte Richtung zu manövrieren.

Von Zeit zu Zeit können auch an dieser Hilfseinrichtung Mängel auftreten. Ist der Stand des Hydrauliköls zum Beispiel zu niedrig, kann die Kraft nicht mehr ausreichend übertragen werden, die Unfallgefahr kann steigen. Wie Sie in einem solchen Fall das Servoöl wechseln bzw. nachfüllen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Bei der Servolenkung Öl nachfüllen – Warum?

Grundsätzlich kann und muss die Lenkung auch dann noch funktionieren, wenn die Lenkhilfe einmal ausfällt. Die Servolenkung ist also nicht Grundvoraussetzung für die funktionierende Lenkung, sondern nur unterstützendes System.
Wo befindet sich der Behälter der Servolenkung, wo hydraulische Flüssigkeit eingefüllt wird?

Wo befindet sich der Behälter der Servolenkung, wo hydraulische Flüssigkeit eingefüllt wird?

Zunächst zum Grundprinzip, auf dem die Funktionsweise der Servolenkung beruht: Es handelt sich bei der Lenkhilfe um ein hydraulisches System, das sich die Eigenschaft von Flüssigkeit zunutze macht, Energie zu übertragen. Dabei wird eine vom Fahrer ausgeübte Kraft in Form von Druckerzeugung durch die Hydraulikflüssigkeit übertragen. Die Servolenkung übernimmt dabei jedoch nicht die Lenkung selbst, sondern unterstützt die Energieübertragung nur – ist also zwischen Lenkrad und Lenkgestänge zwischengeschaltet.

Fällt die Servolenkung einmal aus, ist dies mit sehr viel mehr Kraftaufwand für den Fahrer verbunden. Jeder Kraftfahrer, der schon einmal in einem älteren Wagen ohne Servolenkung gesessen hat, weiß, was das bedeutet. Schon allein diese Tatsache kann die Unfallgefahr grundsätzlich erhöhen, als das Fahrzeug nicht mehr umgehend auf die Lenkbewegungen reagiert.

Die Lenkhilfe kann so etwa aussetzen, wenn bereits zu viel Luft in die Leitungen eingedrungen ist. Dann genügt es in aller Regel, die Servolenkung zu entlüften. Doch auch ein zu geringer Füllstand beim Servoöl kann entsprechende Probleme verursachen. In diesem Fall müssen Sie in die Servolenkung Öl nachfüllen.

Wie Sie die Servoflüssigkeit nachfüllen

Den Stand des Servoöls können Sie durch einen Blick in den entsprechenden Vorratsbehälter prüfen. Dieser befindet sich im Motorraum – in Nähe des Servolenkungsriemen – und ist in aller Regel eindeutig gekennzeichnet. Finden Sie den Behälter nicht auf Anhieb, kann Ihnen im Zweifel ein Blick in das Fahrzeughandbuch weiterhelfen.

Je nach Fahrzeugtyp gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Stand der Servoflüssigkeit abzulesen (wie es bei Ihrem Fahrzeug funktioniert, erfahren Sie im zugehörigen Handbuch):

  • Bei einigen Modellen ist dies nur dann möglich, wenn der Motor des Wagens bereits über längere Zeit lief und das Lenkrad schon mehrfach hin und her bewegt wurde.
  • Bei anderen Fahrzeugen gibt es spezielle Messdrähte, die den korrekten Stand für kaltes oder heißes Servoöl anzeigen.
  • Auf den Behältern anderer Wagen findet sich hingegen eine Füllstandsanzeige, die den Mindest- und Höchststand entsprechend angibt.

Ist zu wenig Fluid vorhanden, müssen Sie in die Servolenkung das Öl nachfüllen, das für Ihr Fahrzeugmodell vorgesehen ist. Auch die Angabe zum benötigten Lenkgetrieböl können Sie dem Fahrzeughandbuch entnehmen.

Tipp: Wenn die Auffüllung eilt und Sie kein Servoöl zur Verfügung haben, können Sie – je nach Fahrzeugmodell – auch auf Automatikgetriebeöl zurückgreifen. Dieses ist in der Zusammensetzung mit einigen Servoölen identisch, hat lediglich eine andere Farbe als Servoflüssigkeit. Getriebeöl ist rot bis pink, Servoöl bernsteinfarben bis rötlich, bei einigen Fahrzeugen aber auch grün.

Nach dem Auffüllen sollten Sie die Servolenkung entsprechend entlüften, um das aufgefüllte Öl in den Leitungen zu verteilen.

Wann müssen Sie das Servolenkungsöl wechseln?

Welches Öl Sie für Ihre Servolenkung benötigen, erfahren Sie im Fahrzeughandbuch - oder in einer Werkstatt.

Welches Öl Sie für Ihre Servolenkung benötigen, erfahren Sie im Fahrzeughandbuch – oder in einer Werkstatt.

Manchmal genügt es nicht, wenn Sie bei Ihrer Servolenkung einfach Flüssigkeit nachfüllen. Das Öl kann mit der Zeit Gummiabrieb und andere Schadstoffe aufnehmen. Ist das Servoöl bei Sichtprüfung schon dunkelbraun bis schwarz, kann ein Wechsel angeraten sein.

Allerdings sollten Sie davon absehen, das Servoöl selbst wechseln zu wollen. Es handelt sich nicht nur um eine umfangreiche und schmutzige Arbeit, es gilt auch andere Aspekte zu beachten:

  1. Das Altöl ist als Gefahrenstoff eingestuft und darf nicht in die Umwelt gelangen. Das bedeutet, dass Sie die alte Flüssigkeit für die Servolenkung unbedingt komplett auffangen und sachgerecht entsorgen müssen (bei einem Wertstoffhof etwa). Gefährden Sie durch unsachgemäße Entsorgung die Umwelt, können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.
  2. Der Wechsel ist nicht in jedem Fall sinnvoll oder zielführend. Sind Defekte an der Servolenkung vorhanden, reicht es nicht aus, das Servoöl einfach zu wechseln oder nachzufüllen.
Achtung: Tritt an irgendeiner Stelle Servoflüssigkeit aus, nützt es nichts, diese immer wieder nachzufüllen. Bei Defekten an der Servoanlage müssen Sie eine Werkstatt aufsuchen und Teile des Lenkgetriebes oder gar das gesamte erneuern zu lassen.

Bei der Servolenkung ist der Ölwechsel nicht so oft nötig. In aller Regel wird bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung der Fahrzeugzustand umfassend geprüft. Sie können aber auch im Rahmen der großen Kfz-Inspektion den Zustand testen und die Servolenkung mit Öl nachfüllen lassen.

Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (30 Bewertungen, Durchschnitt: 4,30 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2018 des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.