Autobatterie laden – Auf die Lichtmaschine vertrauen oder Ladegerät rekrutieren?

Laden der Batterie mit externen „Herzschrittmachern“

Müssen Sie die Autobatterie regelmäßig laden?

Müssen Sie die Autobatterie regelmäßig laden?

Verschlafen, die Kinder quängeln und eigentlich müsste auf dem Weg zur Arbeit alles ganz schnell gehen – doch plötzlich stottert der Motor, das Auto will nicht mehr anspringen. Das Quängeln auf der Rückbank steigert sich. Es gibt Tage, an denen einfach alles schief zu gehen scheint. Im günstigsten Fall jedoch ist lediglich die Batterie Ihres Fahrzeuges geschwächt, sodass die Starthilfe eines Pannendienstes oder hilfsbereiten Autofahrers genügt, um zumindest einen Teil der schlechten Laune zu verjagen.

Doch die Starthilfe kann Ihrem Auto auch nur kurzzeitig neues Leben einhauchen. Wurde die Fahrzeugbatterie tiefenentladen, genügt die kurzzeitige Spannung meist nicht aus, um die Ladekapazität der Batterie erheblich zu steigern.

Doch wie können Sie die Autobatterie wieder richtig laden? Wie lange dauert dieser Vorgang? Müssen Sie hierzu immer eine Werkstatt aufsuchen? Und wann ist der Kauf eines neuen Fahrzeugakkus anzuraten? Dies und mehr erfahren Sie im Folgenden.

Autobatterie laden nach der Starthilfe

Nach erfolgter Starthilfe muss die Autobatterie zunächst aufladen - fahren Sie ein Stück.

Nach erfolgter Starthilfe muss die Autobatterie zunächst aufladen – fahren Sie ein Stück.

Sie hatten nun schon Starthilfe erhalten, wollen nur schnell zur Arbeit – und nach Feierabend springt der Wagen schon wieder nicht an. Der Stress geht wieder von vorne los. Nach Auskunft des ADAC zählen Probleme mit der Fahrzeugbatterie zu den häufigsten Pannenursachen in Deutschland – und vermutlich auch darüber hinaus.

Den meisten Fahrzeugführern wird die Wichtigkeit der Batterie im eigenen Fahrzeug häufig erst dann bewusst, wenn es bereits zu spät ist. Und obwohl der nette Pannenhelfer noch darauf hingewiesen hat, dass der Fahrer erstmal ein Weilchen fahren sollte, werden auch solche Ratschläge allzu leichtfertig als gut gemeint, aber unnütz abgetan.

Doch der Rat kommt nicht von Ungefähr: Nach der Starthilfe muss die Autobatterie sich erstmal aufladen. Aus diesem Grund sollten Sie zunächst eine längere Strecke zurücklegen und mindestens eine halbe Stunde fahren. So kann die Lichtmaschine neue Energie generieren.

Es gibt jedoch auch weitere Möglichkeiten, die Autobatterie zu laden. Im Folgenden erläutern wir einzelne Vorgänge, die beim Laden des Fahrzeugakkus zur Anwendung kommen können.

Günstigste Variante: Autobatterie laden beim Fahren

Das Laden der Autobatterie wird von der Lichtmaschine übernommen: An diese Kfz-Einrichtung ist ein Generator angebunden. Aber erst bei längeren Fahrten zieht die Lichtmaschine nicht nur Strom, sondern erzeugt auch genug Spannung, um der Batterie im Fahrzeug wiederum neue Energie einzuflößen. Ein stetes Geben und Nehmen, das den Wagen am Laufen hält.

Das bedeutet zunächst einmal auch: Für das Laden der Fahrzeugbatterie benötigen Sie in aller Regel keine zusätzlichen Gerätschaften. Kraftfahrzeuge sind darauf ausgerichtet, dass sie die Stromversorgung in aller Regel selbst übernehmen können und die Fahrzeugakkumulatoren stetig wieder aufladen.

Ein Problem kann sich jedoch dann ergeben, wenn die Lichtmaschine selbst defekt ist. Kann der Generator nicht genug Strom erzeugen bzw. umwandeln, genügt auch langes Fahren nicht mehr. In diesem Fall können Sie im Notfall auch auf Ladegeräte zurückgreifen, mit deren Hilfe Sie die Autobatterie aufladen können.

Autobatterie laden mittels Ladegerät

Autobatterie laden: Die Lichtmaschine ist kostengünstig, doch nicht die einzige Variante.

Autobatterie laden: Die Lichtmaschine ist kostengünstig, doch nicht die einzige Variante.

Auf dem Markt finden sich zahlreiche Hilfsmittel, die dem Autofahrer das Leben leichter machen sollen. So verwundert es kaum, dass auch Autobatterieladegeräte zahlreich vertreten sind und mit einfacher Handhabung werben.

Grundsätzlich können solche Geräte auch sinnvoll sein. Auch Pannendienste greifen regelmäßig auf externe Geräte zurück, wenn Sie bei Autopannen Starthilfe geben – schon allein um das eigene Dienstfahrzeug vor Kurzschlüssen oder anderen Schäden zu schützen.

Und auch für den Ottonormalverbraucher werden Ladegeräte für den Hausgebrauch angeboten. Doch wie genau sind diese aufgebaut?

Unterschiedliche Akkuladegeräte

Grundsätzlich benötigen Sie bei jedweder Art, die Autobatterie zu laden, eine externe Stromquelle. Bei der Starthilfe kann hier ein Spenderfahrzeug mit seiner Fahrzeugbatterie herhalten. Bei Ladegeräten, die auch über längere Zeit die Batterie mit Strom versorgen und den Akkustand grundsätzlich wieder erhöhen sollen, sind andere Quellen heranzuziehen.

Bei den Ladegeräten, die auch für den Hausgebrauch geeignet sein sollen, existieren zwei unterschiedliche Möglichkeiten:

  1. Die Verbindung der Fahrzeugbatterie mit einer externen Batterie oder
  2. die Koppelung mit einer Haushaltssteckdose.
  3. Sie können die Autobatterie mittlerweile auch laden mit Solar-Panelen, die den nötigen Strom liefern. Externe Stromquelle ist dann die Sonne.

Die Geräte sollen dann gewährleisten, dass der Strom umgewandelt und die Fahrzeugbatterie kontinuierlich und über Stunden wieder voll aufgeladen wird. Externe Geräte, die über einen Ersatzakku laufen, sind dabei grundsätzlich mit höheren Anschaffungskosten verbunden.

Wollen Sie sich ein Gerät anschaffen, um ihre Autobatterie selbst laden zu können und nicht auf eine Werkstatt angewiesen zu sein, müssen Sie dennoch mit Kosten um die 100 Euro rechnen. Die Akkuladegeräte müssen wesentlich mehr aushalten, als die kleinen bekannten Ladeteile für AA-Batterien und Co.

Normale Fahrzeugbatterien haben in aller Regel eine Ladespannung von 12 Volt. Achten Sie beim Kauf eines Ladegerätes darauf, dass dieses auch für diese Ladespannung ausgelegt ist. Bei Lastkraftwagen und einigen Oberklassewagen liegt die Batteriespannung bei 24 Volt. Die benötigten Angaben können Sie auf der Fahrzeugbatterie selbst ablesen.

Wollen Sie kein eigenes Ladegerät kaufen, um Ihre Autobatterie zu laden, können Sie auch auf Leihgeräte zurückgreifen. Viele Werkstätten bieten den Verleih solcher mobilen Ladeeinrichtungen an.

Doch wie genau können Sie nun mit solchen Hilfsmitteln die Autobatterie laden? Finden Sie im Folgenden eine kurze Anleitung.

Autobatterie laden: Spannung, Ampere, Volt – Beachten Sie die Unterschiede

Zunächst eine kurze Erläuterung der unterschiedlichen physikalischen Bezeichnung wie Volt und Ampere:

Wollen Sie die Autobatterie mittels Gerät aufladen, achten Sie auf die Angaben der Hersteller.

Wollen Sie die Autobatterie mittels Gerät aufladen, achten Sie auf die Angaben der Hersteller.

  • Volt bezeichnet die elektrische Spannung von Stromquellen. Diese Einheit gibt an, wie viel Energie benötigt wird, um innerhalb eines elektrischen Feldes einzelne Ladungen zu bewegen, gibt also Auskunft über dessen Arbeitsvermögen.
  • Ampere bezeichnet die elektrische Stromstärke und gibt damit Auskunft darüber, wie viel Strom in einem festgelegten Zeitraum durch einen bestimmten Leiter (Querschnitt) fließt. Ein Ampere entspricht der Umsetzung von einem Watt pro Volt.
  • Watt bezeichnet die Leistung und beschreibt damit, wie viel Energie in einer festen Zeitspanne umgesetzt wird. Zur Veranschaulichung: Zwei Glühbirnen haben unterschiedliche Wattangaben – 40 und 60 Watt. Die 60-Watt-Glühlampe leuchtet dabei heller, als ihr 40-Watt-Pendant, weil mehr Strom in derselben Zeit in Energie (Leuchtkraft, Wärme) umgesetzt wird.

Wollen Sie Ihre Autobatterie laden, sollten Sie auf die Angaben auf den Geräten achten. Diese geben an, wie viel Spannung sie umsetzen und weiterleiten (Volt) und wie viel Strom in einer bestimmten Zeit übertragen wird (Ampere). Je höher dabei der Ampere-Wert desto schneller kann das Laden Ihrer Autobatterie funktionieren.

Bei Ladegeräten für Autobatterien werden meist Amperestunden (Einheitskürzel: Ah) angegeben. Diese Einheit zeigt an, wie viel Ladung innerhalb einer Stunde übertragen werden kann. Bei den meisten Geräten liegt dieser Wert zwischen 100 und 200 Ah.

Autobatterie richtig laden: Reihenfolge beachten!

Wie auch bei der Starterhilfe müssen Sie auch beim Umgang mit Batterieladegeräten äußerst vorsichtig vorgehen. Zwar sind die Spannungen auf Batterie und Stromleitung in aller Regel nicht tödlich – Vorerkrankungen im Herz-Kreislauf-System erhöhen aber das Risiko – doch Sie können schon durch kleine Fehler die Batterie und die Bordelektronik Ihres gesamten Fahrzeugs lahmlegen.

Schlimmstenfalls kann ein Kurzschluss die Batterie zerstören. Die hierin befindlichen ätzenden Flüssigkeiten können dann austreten und umstehende Personen mitunter schwer verletzen. Seien Sie daher stets achtsam.

Autobatterie laden: Die Dauer richtet sich nach dem Grad nach der Entladung - und der Leistung des Ladegerätes.

Autobatterie laden: Die Dauer richtet sich nach dem Grad nach der Entladung – und der Leistung des Ladegerätes.

    1. Abhängig von dem gekauften Gerät sollten Sie in der Anleitung nachlesen, welche besonderen Schritte Sie laut Hersteller beachten sollten, wenn Sie die Autobatterie laden wollen. Mitunter können die einzelnen Schritt von den folgenden abweichen.
    2. Bevor Sie das Ladegerät anschließen, um die Autobatterie zu laden, ist das Abklemmen derselben notwendig – der komplette Ausbau hingegen nicht immer. Anders als bei der Starthilfe, bei der nur kurzzeitig Strom durch die gesamte Bordelektronik fließt, kann der dauerhafte Stromfluss beim Laden diese schwer schädigen. Dann ist im schlimmsten Fall zwar die Autobatterie aufgeladen, das Auto hat nun aber schwerere Schäden, die umfangreiche Reparaturkosten nach sich ziehen können.Um die Kfz-Batterie abzuklemmen, lösen Sie zunächst die Masseklemme vom Minuspol, dann vom Pluspol. Diese Reihenfolge ist wichtig, um einen möglichen Kurzschluss zu vermeiden, der Bordelektronik und Batterie schädigen kann.
Autobatterie beim Laden abklemmen oder nicht? Grundsätzlich sollte bei dauerhaftem Stromfluss die Autobatterie von dem Auto abgeklemmt werden, um Schäden an der Bordelektronik zu vermeiden und sicherzustellen, dass nur dem Fahrzeugakku Strom zugeführt wird.
  1. Schließen Sie das Ladegerät an die Pole an: An den Ladegeräten sind ähnlich dem Starthilfekabel entsprechende Polzangen angebunden, die mit den Polen an der Batterie verbunden werden. Auch hierbei ist es besonders wichtig, auf die richtige Reihenfolge zu achten: Verbinden Sie zunächst den Minuspol (in aller Regel schwarzes Kabel) und dann erst den Pluspol (immer rotes Kabel) mit dem Ladegerät.Wo sich bei Ihrer Fahrzeugbatterie Plus- und Minuspol befinden, können Sie in aller Regel an den eingestanzten Prägungen auf den Leitermetallen oder neben den Polen erkennen.
  2. Nun benötigen Sie eine externe Stromquelle, an die Sie das Ladegerät anschließen können. Zumeist genügt hier eine haushaltsübliche Steckdose. Das Gerät wandelt die Spannung entsprechend um, damit es die Autobatterie korrekt laden kann.
  3. Schalten Sie das Gerät ein, um die Autobatterie zu laden. Wie lange das dauert, hängt von dem Gerät ab. In aller Regel benötigen Sie jedoch sehr viel Zeit. Oftmals benötigen die Geräte 10 bis 12 Stunden, bis die Batterie wieder vollständig geladen ist. Mit kurz anschließen und wieder abnehmen, ist es also nicht getan. Sie benötigen mitunter schon die ganze Nacht, um den Ladevorgang abzuschließen.
Wollen Sie eine gängige Autobatterie laden, die 12 Volt nominale Ladespannung besitzt, dauert dies natürlich auch seine Zeit – besonders dann, wenn die Batterien der Autos tiefenentladen waren. Funktioniert die Batterie trotz des Langen Ladevorgangs nicht, ist Ihre Batterie ggf. defekt oder zu alt und Sie müssten den Fahrzeugakku wechseln.

Im folgenden Video können Sie die Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Laden der Autobatterie noch einmal genau verfolgen:

Wollen Sie sich die Arbeit sparen, können Sie die Batterie auch in eine Werkstatt bringen und dort aufladen lassen.

Für das Laden der Autobatterie müssen Sie diese nicht zwangsläufig komplett ausbauen.

Für das Laden der Autobatterie müssen Sie diese nicht zwangsläufig komplett ausbauen.

Vor- und Nachteile beim Laden der Autobatterie

Grundsätzlich ist das Aufladen von Fahrzeugbatterien ein ganz selbstverständlicher Vorgang. Ist mit der Lichtmaschine alles in Ordnung und fahren Sie auch regelmäßig längere Strecken, kann der 12-Volt-Akku Ihres Wagens regelmäßig aufgeladen werden. Sollte doch einmal nach besonderer Kälte oder außergewöhnlicher Belastung (Licht über Nacht angelassen) die Starterbatterie streiken, können Sie auf externe Ladegeräte zurückgreifen oder aber die Batterie in einer Werkstatt aufladen lassen.

Doch nicht immer ist das Problem schon damit gelöst, dass Sie die Autobatterie wieder neu laden. Häufig können auch Schäden an der Lichtmaschine oder an der Batterie selbst sowie Überaltung die Ursache des eigentlichen Problems sein. In diesem Fall kommen Sie nicht umhin, das Auto einmal gründlich durchchecken zu lassen – etwa bei der regelmäßigen Fahrzeuginspektion.

Darüber hinaus sollte Ihnen bewusst sein, dass auch jede Batterie – ob in Autos oder Taschenlampen – nur eine begrenzte Lebensdauer hat. Chemische Veränderungen im Ladegel können die Ladefähigkeit verringern und die Leistung der Fahrzeugbatterie herabsetzen. Aus diesem Grund wird es von Zeit zu Zeit notwendig sein, eine neue Autobatterie zu kaufen.

Im Folgenden haben wir die wesentlich Vor- aber auch Nachteile aufgeführt, die beim Laden der Autobatterie mit Hilfe unterschiedlichster Gerätschaften Erwähnung finden sollten:

VorteileNachteile
✓ Geräte, mit denen Sie die Autobatterie laden können, bieten einige Werkstätten auch im Verleih an.✗ Relativ hohe Kosten für die Anschaffung eines Ladegerätes - vor allem vor dem Hintergrund, dass eine funktionierende Lichtmaschine diesen Vorgang selbstständig übernimmt.
✓ Sie können ein Ladegerät auch für unterschiedlichste Fahrzeugbatterien verwenden - haben also mitunter länger etwas davon.✗ Der Ladevorgang dauert mehrere Stunden.
✓ Wenn Sie ein Ladegerät verwenden, dass bei Vollbeladung automatisch abschaltet, müssen Sie nicht die ganze Zeit an den Ladevorgang denken.✗ Fehlt eine automatische Abschaltung, kann die Überladung der Batterie schaden.
✓ Sie müssen die Batterie bzw. Ihr Fahrzeug nicht erst in eine Werkstatt bringen.✗ Sich bei Entladung immer auf das Ladegerät zu verlassen, kann bewirken, dass ursächliche Schäden an Lichtmaschine und Co. zu spät entdeckt werden.
✓ Mittlerweile können auch solarbetriebene Geräte die Abhängigkeit von Steckdosen aufheben.✗ Die Abhängigkeit von externen Stromquellen (Steckdose, Ersatzakku, Sonne) ist sehr hoch.
✗ Ggf. müssen Sie die Batterie zunächst ausbauen und ins Haus bringen, weil Sie keine Garage mit Stromanschluss besitzen.
✗ Wenn Sie vergessen, die Batterie vor dem Ladevorgang abzuklemmen, kann die Bordelektronik Ihres Wagens ernsthaften Schaden nehmen.
✗ Gerade bei überalterten Batterien hilft in aller Regel nur der Neukauf.

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2 Kommentare

  1. wintom sagt:

    Autobatterie laden mit Ladegerät

    Bei allen mir zugänglichen Anweisungen wird als Reihenfolge beim Ladegerät angegeben: Zuerst +Pol anklemmen, danach – Pol.
    Hier ist es umgekehrt. Wer liegt falsch???

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo wintom,

      wie auch oben angemerkt, sollte immer die Anleitung kontrolliert und befolgt werden, da die Schritte u. U. abweichen können.

      Die Redaktion von Bussgeldkatalog.org

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