Mischkonsum - Drogen und Alkohol im Straßenverkehr 2018

Mischkonsum: Die Gefahren eines Drogen-Alkohol-Cocktails

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Viele Menschen unterschätzen die Kreuzreaktionen von Cannabis und Alkohol.

Viele Menschen unterschätzen die Kreuzreaktionen von Cannabis und Alkohol.

Multipler Substanzgebrauch: Wenn sich Drogen gegenseitig verstärken

Auch wenn die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (ca. 74 %) keinerlei Erfahrungen mit illegalen Subnstanzen hat, ist der Griff zu Cannabis, Kokain, Speed und Co. doch für ein Viertel der Deutschen gang und gäbe.

Das Wirkspektrum der unterschiedlichen Substanzen scheint denn auch für jede Lebenslage die passenden künstlichen Effekte bereit zu halten. Vom Stimmungsaufheller, über das Aufputschmittel, bis hin zur Droge mit halluzinogenem, bewusstseinserweiterndem Einfluss ist so ziemlich alles zu haben.

Doch so manch einem ist der Trip eines Mittels nicht intensiv genug. So werden verschiedene Drogen gemischt, um die Schlagkraft zu erhöhen. Allerdings kann solch ein Mischkonsum gefährlich enden, wenn die sich überlappenden Mittel unerwünschte Nebenwirkungen und Risiken nach sich ziehen.

Gerade auch im Straßenverkehr spielt der Mischkonsum von Cannabis und Alkohol eine wichtige Rolle für die Frage nach der Fahreignung und dem Führerscheinentzug.

Der folgende Ratgeber enthält alle wesentlichen Informationen zum Thema Mischkonsum für Sie bereit. Erfahren Sie, wie Alkohol und Drogen interagieren und was beim Drogen-Mischkonsum geschehen kann.

Mischkonsum von Drogen – Definition und Gefahren

Cannabis, Ecstasy, Speed, Kokain, LSD, Crystal – all diese Stoffe werden konsumiert, um den Körper in einen künstlichen Zustand zu versetzen, der auf natürlichem Weg entweder gar nicht oder nur nach einer gewissen Dauer abrufbar ist.

Die Gefahren und Risiken, die mit der Einnahme unweigerlich einhergehen, werden von vielen Betroffenen bagatellisiert oder gänzlich verdrängt. Gerade, wenn nie etwas passiert ist, neigt so manch ein Konsument zu Übermut und mischt in naiver Experimentierfreude diverse Substanzen miteinander.

Werden gleichzeitig oder zeitnah mehrere Suchtmittel konsumiert, sodass sich deren Wirkpaletten überlappen, wird dies als Mischkonsum bezeichnet.

Die Effekte der Einzelsubstanzen addieren sich dabei in der Regel nicht einfach miteinander und erhöhen so die Intensität des Rauschs. Vielmehr potenzieren sich die Stoffe, sodass mitunter erhebliche Wirkfolgen eintreten können, die so nicht beabsichtigt waren.

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Mischkonsum kann unter Umständen lebensgefährlichen Atemstillstand auslösen.

Mischkonsum kann unter Umständen lebensgefährlichen Atemstillstand auslösen.

Das Risiko vom Mischkonsum ist nicht bezifferbar und genau das ist die große Gefahr. Kreuzreaktionen lassen sich kaum vorherbestimmen. Klar ist nur, dass die parallele Einnahme mehrerer Substanzen den Körper unter extreme Belastungen stellt, die den Organismus im Ernstfall sogar gänzlich lahmlegen können.

Manchmal wird der Mischkonsum genutzt, um das „Runterkommen“ von einem Rausch, der durch ein aufputschendes Mittel, zum Beispiel Speed oder MDMA (Ecstasy), ausgelöst wurde, sanfter zu gestalten. Wird beispielsweise Cannabis nach konsumiertem Speed geraucht, wird die Beendigung des Trips als angenehmer empfunden.

MDMA, auch bekannt unter der Bezeichnung Ecstasy, sorgt wiederum dafür, dass der Wirkungseintritt von LSD weicher ausfällt, da der Konsument durch das einige Stunden vorher eingenommene MDMA bereits aufgelockert ist.

Ein Mischkonsum von psychedelischen Drogen, wie LSD oder Pilzen, zeigt nahezu keine kombinatorischen Folgen. In einem solchen Fall liegt eine sogenannte Kreuztoleranz vor. Das bedeutet, dass die aktuelle Wirkung von einer anschließend konsumierten Droge kaum beeinflusst wird.

Dies bildet aber eine Ausnahme, denn üblicherweise finden immer verstärkende oder zumindest wechselwirkende Reaktionen statt, wenn Drogen im Mischkonsum verabreicht werden.

Neben einem solchen bewussten Gebrauch mehrerer illegaler Drogen, kann auch ein unbewusster Mischkonsum vorliegen, wenn beispielsweise Medikamente mit Amphetamin gemeinsam eingenommen werden.

Werden legale Medikamente mit THC bzw. Cannabis kombiniert oder Antidepressiva und Drogen miteinander gemischt, kann auch dies zu erheblichen körperlichen Reaktionen führen.

Drogen, wie Cannabis, und Antidepressiva führen bei gleichzeitigem Gebrauch zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. Außerdem wird die beruhigende, schmerzlindernde Wirkung der Antidepressiva durch das im Cannabis enthaltene THC verstärkt.

Bei Medikamenten im Straßenverkehr ist generell Obacht geboten, da manche Mittel die Fahrtüchtigkeit beeinflussen können. Dies wird durch die gleichzeitige Einnahme einer Droge verstärkt. Hier ist also eine genaue Beratung durch den behandelnden Arzt wichtig, der hinsichtlich des Konsums illegaler Substanzen der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt.
Auch ein Mischkonsum von Medikamenten und Drogen ist gefährlich.

Auch ein Mischkonsum von Medikamenten und Drogen ist gefährlich.

Antibiotika und Drogen können beispielsweise, parallel konsumiert, fatale Folgen auslösen. Ein Antibiotikum wirkt stets auf den natürlichen Stoffwechsel ein und beansprucht die Leber. Dadurch wirken zusätzlich verabreichte Drogen, wie Speed, Ecstasy, Heroin oder LSD, stärker auf den Organismus ein.

Auch nach dem Ende einer unmittelbaren Antibiotikatherapie benötigt die Leber eine gewisse Regenerationsphase, um Giftstoffe abbauen zu können. Weshalb auch hier noch Drogenkonsum besonders schädlich sein kann.

Häufige Substanzkombinationen

Zu den gebräuchlichsten Partydrogen zählen unter anderem LSD, Cannabis, Crystal, Speed, Ecstasy und Kokain. Je nach gewünschtem Effekt werden beispielsweise Speed und LSD für eine gesteigerte Wahrnehmungsfähigkeit genommen, während Cannabis eher entspannend wirken soll.

Nicht selten werden gewissen Drogen auch miteinander kombiniert. Dabei kommt es entweder zum Mischkonsum einander ähnelnder Substanzen oder aber zur gleichzeitigen Einnahme von Antagonisten, also Drogen, deren Effekte eher gegensätzlich sind.

In ersterem Fall sollen vor allem gewisse Wirkmechanismen verstärkt werden. Bei der Einnahme von Gegenspielern sollen unliebsame Effekte durch die zweite Droge abgedämpft werden.

Unabhängig davon, welche Form der Mischkonsum annimmt, geht er immer mit großen Risiken, unter Umständen gar mit Lebensgefahr einher. Komatische Zustände, Ohnmachtsanfälle oder Atemstillstand sind typische Nebenwirkungen, die durch Mischkonsum ausgelöst werden können.

Sehen Sie hier eine Übersicht über verschiedene Kombinationen und deren Auswirkungen auf den Konsumenten:
gemischte SubstanzenWirkung vom Mischkonsum
Cannabis und Benzodiazepam- THC beeinflusst die antiepileptischen Wirkungen von Benzodiazepinen
Cannabis und Betablocker- der Herzfrequenzsteigerung durch THC wirken die Betablocker entgegen
Cannabis und Neuroleptika- THC mindert die antipsychotischen Effekte der Neuroleptika
Cannabis und psychoaktive Pilze- Cannabis intensiviert psychedelischen Folgen, die durch Zauberpilze ausgelöst werden
Cannabis und LSD- erhöhte Gefahr einer Psychose
Crystal und Kokain- Mischkonsum kann ernsthafte Kreislaufprobleme auslösen (Atemprobleme bis hin zum Herzstillstand)
Ecstasy (MDMA) und Speed (Amphetamin)- Speed minimiert bei MDMA die Rauschintensität
- gesteigerter Flüssigkeitsverlust mit Gefahr der Überhitzung
- Gefahr von Überdosierungen steigt ebenso wie das Risiko für Gehirnschäden
Ecstasy und Methamphetamin (Crystal)- Methamphetamin hebt Effekt von MDMA auf
- erst nach Verlauf von mindestens drei Wochen ohne Konsum kann reagiert der Körper wieder auf die Gabe von MDMA
Ecstasy und Viagra- Viagra steigert Wirkung von Ecstasykonsum enorm
- es treten starke Belastungen des Herz-Kreislauf-Systems auf
Kokain und Speed - Speed nimmt den Kokaineffekten die emotionale Komponente
- Gefahr von Paranoia steigt
- Herz-Kreislauf-System wird extrem beansprucht
Kokain und Heroin- Risiko von Überdosierungen steigt
- Gefahr von Atemstillstand und Herzversagen
LSD und Crystal (Methamphetamin) - Crystal verkürzt bei LSD den Trip
- es treten unangenehme Halluzinationen auf
LSD und Speed - LSD-Rausch wirkt weniger klar, es kann zu Zuständen der Verwirrtheit kommen
LSD und Ketamin- Ketamin intensiviert die LSD-Wirkung, kann aber bei zu hoher Dosierung Reaktionsvermögen und Artikulationsfähigkeiten beeinträchtigen
LSD und Ecstasy- MDMA und LSD führt in Kombination zu Angst- und Panikattacken
- ruft Halluzinationen hervor und steigert die Körpertemperatur, was Hitzschlag/Kreislaufkollaps nach sich ziehen kann
MDMA (Ecstasy) und Cannabis- gleichzeitige Einnahme von Cannabis und MDMA führt zur Herzfrequenz- und Blutdrucksteigerung
MDMA und Kokain- Risiko für Hirnschäden steigt
Speed und Cannabis- Mischkonsum bewirkt Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis hin zum Kreislaufkollaps

Im Verkehrsrecht ist beim Mischkonsum vor allem auch die Nachweisbarkeit von Drogen wie Speed oder Kokain entscheidend, um eine Drogenfahrt der Ahnung zuzuführen.

Drogen und Alkohol – Wenn sich Illegales zu Legalem gesellt

Bei Mischkonsum von Drogen und Alkohol steigt die Gefahr einer Alkoholvergiftung.

Bei Mischkonsum von Drogen und Alkohol steigt die Gefahr einer Alkoholvergiftung.

Neben dem Mischkonsum verschiedener Substanzen, sind auch Wechselwirkungen von Drogen und Alkohol keine Seltenheit. Diese spielen vor allem auch im Straßenverkehr eine wichtige Rolle.

Amphetamin (Speed/Pep) und Alkohol erhöhen in Kombination die Gefahr einer Alkoholvergiftung. Denn durch das Speed wird die Wahrnehmung des Alkohols gemindert. Das heißt, Pep in Kombination mit Alkohol hält das Nüchternheitsgefühl des Betreffenden auch dann noch aufrecht, wenn dieser längst betrunken ist.

Alkohol und Ecstasy (MDMA) beschleunigen die Dehydrierung des Organismus. Zusätzlich werden Leber und Nieren stark belastet, wodurch sich das Risiko für Leberschäden erhöht. Ecstasy und Alkohol können in Kombination zu Übelkeit und Erbrechen führen. Der Grund: MDMA vermindert das alkoholische Rauschgefühl, sodass der Betreffende große Mengen zu sich nimmt.

Auch Heroin oder LSD und Alkohol können zu Selbstüberschatzung bzw. einer beeinträchtigten Selbstwahrnehmung sowie zu einer Austrocknung des Körpers führen.

Alkohol und Cannabis: Führerscheinentzug wegen Mischkonsum?

Die häufigste Substanzkombination ist die von Alkohol und Cannabis (auch Gras oder Weed genannt). Diese Mixtur beeinträchtigt die motorische sowie die geistige Leistungsfähigkeit. Das Gefühl für das richtige Maß geht nach und nach verloren, sodass die Einnahme von Weed und Alkohol immer weiter zunimmt. Die Folge sind Schwindelgefühle, Übelkeit, Erbrechen und im Ernstfall kann es sogar zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen.

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Diese Form vom Mischkonsum hat beim Führerschein bzw. beim Drogen- und Alkoholtest eine besondere Bedeutung. Denn gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 Straßenverkehrsgesetz (StVG) ist die Fahrerlaubnisbehörde dazu berechtigt, die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn sich ein Fahrer als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist.

Nach Paragraph 46 Absatz 1 Satz 2 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) ist dies insbesondere dann zu bejahen, wenn Mängel vorliegen, die der Anlage 4 entsprechen. Unter der Nummer 9.02.2 ist dabei die gelegentliche Einnahme von THC geregelt.

Demnach bleibt die Fahreignung bei gelegentlichem Cannabis-Konsum bestehen, wenn der Konsum und die Teilnahme am Straßenverkehr voneinander getrennt werden. Trinkt der Betroffene jedoch zusätzlich Alkohol, entfällt die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges auch dann, wenn derjenige im Straßenverkehr sonst stets nüchtern war.

Der Gesetzgeber hält nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes (BVerwG, Urteil vom 14. November 2013, Az.: 3 C 32.12) Kraftfahrzeugführer für ungeeignet, wenn sie neben der gelegentlichen Einnahme von Cannabis gleichzeitig Schnaps oder andere alkoholische Getränke zu sich nehmen. Gleiches gilt für Mischkonsum von Cannabis und anderen berauschenden Mitteln. In einem solchen Fall liegt unter Umständen eine absolute Fahruntüchtigkeit vor. Hier ist im Zweifel die Beratung durch einen Anwalt ratsam, wenn Sie selbst sich dem Vorwurf der mangelnden Fahreignung ausgesetzt sehen.
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6 Kommentare

  1. Maur.... sagt:

    Ich bin gegen einen zaun gefahren mit 1 promille beim pusten zudem war der drogen schnelltest auf thc positiv ich bin in der probezeit was kommt auf mich zu

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Maur…,

      da es sich um einen A-Verstoß handelt, wird die Probezeit um zwei Jahre verlängert und Sie müssen an einem Aufbauseminar teilnehmen. Weiterhin droht ein Strafverfahren, welches mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet wird.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Lisa sagt:

    Ich wurde von der Polizei angehalten und musste pusten. Das Ereignis 0.0 Promille obwohl ich ein wenig getrunken habe.
    Darauf folgte ein Urin Test der amphitetamin und thc bestätigt. Das amphitetamin Ergebnis ist mir unerklärlich. Jedoch habe ich 2 Tage zuvor Marihuana konsumiert. Anschließend wurde auf der Wache noch ein Blut Test durchgeführt.
    Die Polizisten waren sehr freundlich und der Bericht über mich positiv (kooperative und ehrliche Person)

    Was kann nun auf mich zukommen ?
    (Nicht mehr in der Probezeit)
    Liebe Grüße

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