Medikamente im Straßenverkehr: Wenn Pillen die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen

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Medikamente im Straßenverkehr können die Fahrtauglichkeit mindern und zu Unfällen führen.

Medikamente im Straßenverkehr können die Fahrtauglichkeit mindern und zu Unfällen führen.

Fahren unter Medikamenteneinfluss – Eine Gefährdung der Verkehrssicherheit

Wenn sich schon morgens beim Aufstehen ein fieser Kopfschmerz bemerkbar macht, der dann das i-Tüpfelchen zur ohnehin schon vorhandenen Erkältung ist, hilft nur noch der Griff ins Fach mit den Medikamenten, um den Tag irgendwie zu überstehen.

Doch wer sich dann direkt hinters Steuer setzt, der stellt unter Umständen eine große Gefahr dar. Immerhin kann schätzungsweise jedes sechste Medikament die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen und so zu Unfällen führen.

Wirkt sich die Einnahme von einem Schmerzmittel auf das Autofahren aus? Mindern Psychopharmaka, wie Antidepressiva, die Fahrtüchtigkeit? Erfahren Sie im folgenden Ratgeber, welche Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinflussen und was es bei Arzneimitteln zu beachten gilt.

Weiterführende Ratgeber zum Thema Medikamente am Steuer

Medikamente am Steuer – Achtung: Erhöhte Unfallgefahr!

Arzneimittel dienen nicht nur kranken Patienten, sondern auch an und für sich gesunden Menschen bei kleineren Beschwerden im Alltag der Linderung von körperlichen oder gesundheitlichen Beschwerden. Umso tückischer sind die Nebenwirkungen der Medikamente im Straßenverkehr, die oftmals nicht bedacht werden. Denn dem Körper chemische Wirkstoffe zuzuführen, kann mitunter zu unerwünschten Folgeerscheinungen führen.

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Medikamente im Straßenverkehr bergen ein hohes Risiko in sich, wenn beispielsweise ein Morphiumpflaster das sichere Autofahren stark beeinträchtigt. Gerade starke Schmerzmittel verringern mitunter die Konzentrationsfähigkeit und können so als Nebenwirkungen Fahrfehler, wie das Überfahren einer roten Ampel, zur Folge haben.

Circa jeder vierte Unfall wird direkt oder indirekt durch die Einnahme von Medikamenten verursacht.
Sie sollten nach der Einnahme von Antidepressiva auf das Autofahren verzichten.

Sie sollten nach der Einnahme von Antidepressiva auf das Autofahren verzichten.

Insbesondere Psychopharmaka, wie Schlafmittel oder Antidepressiva, reduzieren bei den Patienten die Fahrtüchtigkeit teilweise erheblich. Doch nicht nur verschreibungspflichtige Mittel vom Arzt, sondern auch freiverkäufliche Medikamente sind im Straßenverkehr stets mit Vorsicht einzunehmen, insbesondere auch dann, wenn sie einen hohen Alkoholgehalt aufwiesen.

Ebenso gefährlich sind Wechselwirkungen verschiedener Mittel. Selbst wenn eine Ibuprofen 600 das sichere Autofahren gar nicht oder nur in sehr geringem Maße eindämmt, kann es in Zusammenspiel mit anderen Mitteln doch eine verkehrsrelevante Wirkung entfalten.

Übersicht: Diese Medikamente beeinflussen die Fahrtüchtigkeit

Erhalten Sie hier eine kurze Übersicht über einige Präparate, bei deren Einnahme Vorsicht geboten ist, wenn eine Teilnahme am Straßenverkehr stattfinden soll:

ArzneimittelEinschränkung der Fahrtauglichkeit
Cortison beim Autofahrenschwach bis wenig
Aspirin beim Autofahrenschwach bis wenig
Morphium beim Autofahrenwenig bis mäßig
Antidepressiva beim Autofahrenmäßig bis deutlich
Ibuprofen beim Autofahrenschwach bis wenig
Antiallergika beim Autofahrenschwach bis wenig

Welche Strafen drohen bei beeinflusster Fahrtüchtigkeit durch Medikamente?

Fahren Sie unter Medikamenteneinfluss Auto, droht mitunter eine Bestrafung wegen einer Trunkenheitsfahrt.

Fahren Sie unter Medikamenteneinfluss Auto, droht mitunter eine Bestrafung wegen einer Trunkenheitsfahrt.

Antidepressiva und Autofahren bilden nicht nur eine gefährliche, sondern unter Umständen auch eine strafbare Kombination. Denn in Deutschland ist jeder Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, vor Fahrantritt seine Fahrtüchtigkeit eigenverantwortlich sicherzustellen.

Es gibt kein Gesetz, welches ausdrücklich Medikamente im Straßenverkehr verbietet. Allerdings handelt gemäß § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG) ordnungswidrig, wer berauschende Mittel zu sich nimmt und anschließend ein Kraftfahrzeug führt. Dieser Verstoß kann mit einer Geldbuße bis zu 3.000 Euro geahndet werden.

Wenn die Fahrtauglichkeit durch Medikamente so sehr behindert wird, dass Fahrfehler und körperliche Ausfallerscheinungen auftreten, kann sogar die Strafbarkeit einer Trunkenheitsfahrt nach § 316 Strafgesetzbuch (StGB) in Frage kommen. Hier ist als Sanktion neben der Geld- auch eine Freiheitsstrafe möglich, was die Brisanz der Medikamente im Straßenverkehr unterstreicht.

Ähnlich dem Alkohol oder den Drogen am Steuer kennt der Gesetzgeber auch hier kein Pardon.

Aus versicherungstechnischer Sicht wissenswert ist, dass bei einem Unfall unter Medikamenteneinfluss gegebenenfalls der Kaskoversicherungsschutz erlischt.

Verantwortungsbewusste Medikamenteneinnahme: Das sollten Sie beachten

Informieren Sie sich bei Arzt oder Apotheker über mögliche fahrtaugliche Beeinträchtigungen, wenn Ihnen ein Präparat verschrieben oder verkauft wird.

Teilen Sie diesen auch immer weitere Arzneimittel mit, die Sie einnehmen, damit etwaige Wechselwirkungen abgeschätzt werden können.

Beachten Sie die Hinweise auf dem Beipackzettel. Ziehen Medikamente eine Wirkung im Straßenverkehr nach sich, ist der Hersteller verpflichtet, dies zu kennzeichnen.

Steigen Sie nicht ins Auto, wenn Sie nach einem verabreichtem Arzneimittel Schwindelgefühle, Benommenheit oder Müdigkeitsattacken feststellen.
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2 Kommentare

  1. Christoph J. sagt:

    Bitte Bußgeldkatalog als PDF mailen, vorab vielen Dank!

    Viele Grüße,
    Christoph Jobst

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