Krankgeschrieben Autofahren - Fahrerlaubnis 2018

Krankgeschrieben Autofahren: Straßenverkehrsgefährdung oder legitime Mobilität?

Autofahren trotz Fieber, Kopfschmerz und Co.

Krankgeschrieben Autofahren: Ist das erlaubt?

Krankgeschrieben Autofahren: Ist das erlaubt?

Wenn der Kopf drückt oder die Nase läuft, verspricht für viele ein Gang in die Apotheke die Rettung aus der körperlichen Not und der Weg zu sein, ohne Krankschreibung arbeiten gehen zu können. Mittels Pillen und Pulvern können so zwar Schmerzen und gewisse Krankheitserscheinungen gelindert werden, aber dies ist meist nur von kurzer Dauer, denn eine Genesung kann oft nur durch Ruhe stattfinden.

Spätestens nach dem irgendwie überstandenen Arbeitstag wird die Heimfahrt mit dem Auto eine Belastungsprobe für den kränkelnden Körper. Es wird versucht, das letzte Fünkchen Konzentration buchstäblich zu mobilisieren, doch oftmals ist mehr Glück als Verstand im Spiel, wenn es trotz der Nebenwirkungen der Tabletten nicht zu Unfällen kommt.

Ist eine Person krankgeschrieben, kann das Autofahren unter Umständen sehr gefährlich sein. So ist die Fahrtüchtigkeit aufgrund der durch die Krankheit vernebelten Sinne unter Umständen ebenso eingeschränkt wie infolge verschiedener Medikamente.

Erfahren Sie hier, ob krankgeschrieben das Autofahren verboten ist oder ob eine Krankschreibung unter Umständen nicht davon abhält, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Autofahren trotz Krankheit – Nicht automatisch verboten

Schätzungen des ADAC zufolge kann jeder vierte Verkehrsunfall auf Medikamente im Straßenverkehr zurückgeführt werden. Denn ca. ein Fünftel aller pharmazeutischen Mittel beeinträchtigt die Fahrsicherheit desjenigen, der sie einnimmt.

Sind Sie krank, gilt es daher prinzipiell, den Anweisungen vom Arzt sowie den Hinweisen auf den Packungsbeilagen von Tabletten Folge zu leisten, um der Gesundheit nicht noch mehr zu schaden bzw. die Genesung zu verhindern. Letzteres gerade zu fördern, ist nicht nur für Ihr Wohl, sondern auch gegenüber Ihrem Arbeitgeber Pflicht.

Sind Sie krank, sollte das Autofahren mit Ihrem Arzt besprochen werden. Er kann dann anhand der Art Ihrer Erkrankung beurteilen, inwiefern Sie gefahrlos am Straßenverkehr teilnehmen können. Wird Ihnen vom Arzt das Führen eines Fahrzeuges nicht ausdrücklich verboten, kann auch Ihr Arbeitgeber bei einer Krankschreibung nichts dagegen einwenden.

Gerade bei einer weniger schwerwiegenden Erkrankung, wie einem grippalen Infekt, wird es in der Regel kein Problem darstellen, wenn Sie kürzere Strecken mit dem Auto zurücklegen.

Von langen Fahrten ist jedoch abzuraten, wenn Sie krank sind, da hierfür eine anstrengende Konzentrationsphase benötigt wird, was unter Umständen nicht nur der Genesung hinderlich sein, sondern infolge der angeschlagenen Gesundheit auch zu Unfällen führen kann.

Neben den Ratschlägen von Arzt und Apotheker handeln Sie als Teilnehmer am Straßenverkehr immer auch eigenverantwortlich. Sind Sie also krankgeschrieben, ist das Autofahren unter Umständen auch dann nicht sinnvoll, wenn es Ihnen der Arzt nicht ausdrücklich untersagt.

In diesen Fällen sollten Sie krankgeschrieben aufs Autofahren verzichten

Insbesondere in Zusammenhang mit stark wirkenden Präparaten ist es gefährlich, krankgeschrieben nicht aufs Autofahren zu verzichten. Gewisse Tabletten können die Fahreignung erheblich beeinflussen, so zum Beispiel das als Schmerzmittel einsetzbare Subutex, welches zu Benommenheit und Schwindel führen kann. Auch bestimmte Krankheitsarten lassen das Führen eines Fahrzeuges nicht zu.

Ist eine Person krankgeschrieben, ist das Autofahren bei gewissen Medikamenten und Krankheiten zu unterlassen.

Ist eine Person krankgeschrieben, ist das Autofahren bei gewissen Medikamenten und Krankheiten zu unterlassen.

Hierzu kann die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) herangezogen werden. In Anlage 4 werden Vorschriften über häufig vorkommende Erkrankungen und Mängel getroffen, die Auswirkungen auf die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen haben können.

Unter anderem ist bei folgenden Erkrankungen eine Eignung nicht gegeben:

  • Herzrhythmusstörungen mit anfallsweiser Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit
  • Herzleistungsschwäche
  • akute organische Psychosen
  • schwere Altersdemenz
  • hochgradige Depressionen

Neben diesen können auch andere Erkrankungen im Straßenverkehr eine Rolle spielen. Es ist beispielsweise nicht uneingeschränkt möglich, mit Epilepsie Auto zu fahren.

Sollten Sie krankgeschrieben das Autofahren nicht unterlassen und dabei einen Unfall bauen, wird Ihre Haftpflichtversicherung in aller Regel dennoch greifen. Allerdings kann es passieren, dass der Versicherungsdienstleister im Nachhinein Geld zurückfordert, wenn sich herausstellt, dass sie fahrlässig gehandelt haben, indem sie sich zum Beispiel über den ärztlichen Rat hinweggesetzt haben, nicht krank Auto zu fahren.

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2 Kommentare

  1. Marina K. sagt:

    Wo kann ich eine Psychologen finden, der ein Gutachten über die Eignung zur Fahrerlaubnis durchführen kann.
    Ich habe eine Freundin die drei mal durch die praktische Prüfung gefallen ist und dies, weil sie in Prüfungssitzuationen sich nicht normal verhält und sie deswegen z.B. sofort 3 mal das Auto abwürgt oder nicht die vorgeschriebene Richtung einhält die der Fahrprüfer vorgibt, da sie vor lauter Angst nicht mehr addequat reagiert.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Marina,

      in einem solchen Fall müssen Sie sich an einen speziellen Verkehrspsychologen wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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