Benzodiazepine: Hilfreiche Entspannungs- und gefährliche Suchtmittel

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 8. November 2019

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Benzodiazepine: Drogen und Schlafmittel in einem

Benzodiazepine werden als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt.
Benzodiazepine werden als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt.

Entspannung ist heutzutage Mangelware. Denn in einer Gesellschaft, die von Beschleunigungsprozessen auf allen Kanälen geprägt ist, bleibt kaum Platz für eine Ruhepause.

Unter dem Einfluss einer permanenten Reizüberflutung findet manch einer die so wohltuende Erholung nur noch mittels chemischer Hilfsmittel. Neben Cannabis bzw. THC oder Zolpidem gewähren Benzodiazepine (manchmal auch abgekürzt als BZD) genau eine solche Wirkung.

Doch bereits nach kurzer Einnahmedauer können Benzodiazepine, zum Beispiel Diazepam, eine Sucht auslösen. Dieser gefährliche Nebeneffekt spiegelt sich in den bis zu 1,6 Millionen Menschen in Deutschland wider, die an einer Benzodiazepinabhängigkeit leiden.

Warum sind Benzodiazepine als Tabletten bzw. Medikamente für einen Missbrauch eigentlich so reizvoll und wo liegt der medizinische Nutzen? Im folgenden Ratgeber erhalten Sie für Benzodiazepine eine Definition und erfahren außerdem alles Weitere, was dieses Arzneimittel sonst noch ausmacht.

FAQ: Benzodiazepine

Was sind Benzodiazepine?

Es handelt sich um psychoaktive Substanzen, die in verschreibungspflichtigen Medikamenten vorkommen. Sie wirken beruhigend, angstlösend, muskelentspannend und schlaffördernd. Eine höhere Dosis oder ein Mischkonsum (z. B. mit Alkohol) kann jedoch lebensbedrohlich sein!

Wie lange können Benzodiazepine im Körper nachgewiesen werden?

Bei einem Urintest lassen sich Benzodiazepine noch drei bis sieben Tage lang nachweisen. Bei einem Bluttest beträgt die Nachweisbarkeit wenige Stunden bis Tage.

Darf ich unter dem Einfluss von Benzodiazepine Auto fahren?

Sie dürfen grundsätzlich kein Kfz führen, wenn Ihre Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist. Das gilt auch dann, wenn es sich um ein Medikament handelt, das Benzodiazepine enthält. Illegal ist die Einnahme in nicht geringen Mengen. Die Grenzwerte hierzu finden Sie mit einem Klick hier.

Was ist Benzodiazepin?

Wenngleich sowohl im menschlichen als auch im tierischen Blut Spuren von Benzodiazepin auffindbar sind, erweisen sich die synthetisierten Formen als weitaus prägender für die Bedeutung und Verbreitung als die natürlichen Vorkommen.

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Denn Benzodiazepine umfassen eine Liste von vielen Wirkstoffen, die alle zur Kategorie der Entspannungs- und Beruhigungsmittel (sogenannte Tranquilizer) einerseits und zur Gruppe der Schlafmittel (auch als Hypnotika bezeichnet) andererseits gehören.

Es handelt sich also weniger um ein separates Präparat als vielmehr um einen Oberbegriff, der auf diverse Substanzen und deren Wirkstoffe Anwendung findet, zum Beispiel auf den im Lendormin enthaltenden Stoff Brotizolam oder das unter dem Namen Valium bekannte Diazepam.

Durchschnittlich wirken Benzodiazepine wenige Stunden an und sie lassen sich nach der Einnahme im Blut einige Stunden bis Tage und im Urin drei bis sieben Tage nachweisen. Aber je nach Präparat variieren für Benzodiazepine Wirkdauer oder Nachweisbarkeit der Substanz erheblich.

Benzodiazepine, wie Diazepam oder Bromazepam, gehören zu den weltweit mit am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Allein in Deutschland nehmen durchschnittlich 10 bis 17 Prozent der Bevölkerung innerhalb eines Jahres Benzodiazepine bei Depression, Schlafstörungen oder Unruhe ein.

Wirkung der Benzodiazepine: Physische und psychische Entspannung

Benzodiazepine und Alkohol können zu einem Atemstillstand führen.
Benzodiazepine und Alkohol können zu einem Atemstillstand führen.

Benzodiazepine haben den Rang als eine der weitverbreitetsten rezeptpflichtigen Arzneien nicht ohne Grund erhalten.

Die zumeist in Tablettenform verabreichten Substanzen sind ein effektives pharmazeutisches Hilfsmittel zur Behandlung von Ängsten, Unruhestörungen und Aggressionen, Phobien oder depressiven Störungen.

Daher können Benzodiazepine einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung des Patienten leisten.

Außerdem ziehen sie beruhigende, schlaffördernde Effekte nach sich, was einer unter Nervosität, Überlastung oder Erschöpfung leidenden Person ebenso von Nutzen sein kann wie einem Mediziner, der die Narkose eines Patienten einleiten möchte.

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Darf ich unter dem Einfluss von Benzodiazepinen Auto fahren?

Wie bereits erklärt, sind einige Benzodiazepine in Medikamenten enthalten. Nun dürfen Sie jedoch grundsätzlich nicht unter dem Einfluss von Medikamenten fahren, die Ihre Fahrtüchtigkeit einschränken. Aus der Rechtsprechung geht hervor, dass der Konsum in nicht geringen Mengen geahndet wird.

Diese Stoffe gehören zu den Benzodiazepinen:

  • Alprazolam
  • Clonazepam
  • Diazepam
  • Lorazepam
  • Midazolam
  • Oxazepam
  • Temazepam
  • Tetrazepam
  • Triazepam
  • Zolpidem

Aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH – Az.: 1 StR 581/09) geht hervor, welche Mengen jeweils noch als gering gelten:

Benzo­diazepinGrenz­wert
Alpra­zolam60 mg
Clona­zepam90 mg
Diaze­pam600 mg
Lora­zepam90 mg
Mido­zolam450 mg
Oxa­zepam1.800 mg
Tema­zepam1.200 mg
Tetra­zepam3.000 mg
Tria­zolam15 mg
Zolpi­dem1.200 mg

Benzodiazepine: Nebenwirkungen und Risiken

Neben diesen positiven Effekten existieren bei jedem Arzneimittel immer Risiken, dies gilt entsprechend auch für die Benzodiazepine. Eine Nebenwirkung ist beispielsweise eine geminderte Fahrtüchtigkeit.

Benzodiazepine gehören demnach zu den Medikamenten, die im Straßenverkehr eine hohe Unfallgefahr begründen können und daher nicht vor einer Autofahrt eingenommen werden sollten.

Weitere Nebenwirkungen von Benzodiazepinen sind:

  • Müdigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Nachlassen sexueller Bedürfnisse
Die Entzugserscheinungen abgesetzter Benzodiazepine können mitunter extrem heftig sein.
Die Entzugserscheinungen abgesetzter Benzodiazepine können mitunter extrem heftig sein.

Werden Benzodiazepine mit Alkohol eingenommen, besteht durch den Mischkonsum die Gefahr eines lebensbedrohlichen Atemstillstands. Bei älteren Menschen können Benzodiazepine außerdem Demenz, Erregung und Verwirrtheit auslösen.

Auch der Benzodiazepinentzug, durch abruptes Absetzen des Mittels, kann extrem schädliche Auswirkungen auf den Konsumenten haben.

Charakteristisch hierbei sind Zittern, Schlafstörungen, Unruhe, Angstzustände und Suizidgedanken – also all das, wogegen das Medikament eigentlich helfen soll.

Soll eine Abhängigkeit bedingt durch Benzodiazepine per Entzug bekämpft werden, können die Symptome dabei so quälend sein, dass die betreffende Person dazu verführt wird, das Präparat erneut einzunehmen.

Gerade in solchen heiklen Situationen besteht die Gefahr, dass es bei der wieder aufgenommenen Einnahme von Benzodiazepin zu einer Überdosis kommt.
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1 Kommentar

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  1. Timon sagt:

    Gibt es im Mischkonsum mit Alkohol und vlt auch anderen Drogen unterschiedliche Wirkungen?
    Die Wirkung wie bei einem blackout, und euphorisches Gefühl ca. Ebenso wie Dinge die man sonst nie tun würde

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