Müdigkeit beim Autofahren – Das müssen Sie beachten

Wie wirkt sich Müdigkeit beim Fahren aus?

Müdigkeit am Steuer verringert die Reaktionsfähigkeit.

Müdigkeit am Steuer verringert die Reaktionsfähigkeit.

Viele Fahrer kennen das Problem: Müdigkeit am Steuer. Die Augen werden schwer und die Aufmerksamkeit lässt nach. Tatsächlich wird die Gefahr, die davon für den Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer ausgeht, oft unterschätzt.

Müdigkeit verringert sowohl die Konzentrations- als auch die Reaktionsfähigkeit. Trotzdem neigen müde Fahrer dazu, sich selbst zu überschätzen. Die Auswirkungen von Müdigkeit lassen sich daher mit der Wirkung von Alkohol vergleichen.

Bereits nach siebzehn Stunden Schlaflosigkeit ist das Fahrverhalten so beeinträchtigt wie mit 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Eine mögliche Folge von Müdigkeit ist der sogenannte Sekundenschlaf. Sekundenschlaf ist der Begriff für ein plötzliches ungewolltes Einschlafen, das nur wenige Sekunden dauert. Insbesonders müde Lkw-Fahrer sind der Gefahr des Sekundenschlafs ausgesetzt, da sie berufsbedingt lange Strecken fahren müssen. Wer jedoch einen Lkw müde fährt, stellt, wortwörtlich, ein großes Verkehrsrisiko dar.

Woran erkennen Sie, dass Sie zu müde zum Autofahren sind?

Der Körper gibt durch deutliche Signale zu erkennen, dass er Schlaf benötigt. Einige Anzeichen sind:


Anzeichen für Müdigkeit beim Autofahren sind Warnsignale des Körpers.

Anzeichen für Müdigkeit beim Autofahren sind Warnsignale des Körpers.

  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit (z. B. abschweifende Gedanken)
  • Brennende Augen
  • Unscharfes Sehen
  • Frösteln
  • Gähnen
  • Kopfschmerzen
  • Verspannter Nacken
  • Schreckhaftigkeit

Eine plötzliche Müdigkeit beim Autofahren gibt es also eigentlich nicht. Müdigkeit macht sich bemerkbar. Davon ist der Fahrstil betroffen, so dass Autofahrer auch daran erkennen können, dass sie zu müde sind. Anzeichen beim Fahrtstil sind unter anderem:

  • Geschwindigkeit ist unregelmäßig
  • Fahren von Schlangenlinien bzw. Probleme, in der Fahrspur zu bleiben
  • Gedächtnislücken
  • Übersehen von Verkehrszeichen
Es gibt bestimmte Zeitfenster, in denen der Mensch aufgrund seines Biorhythmuses sehr anfällig für Müdigkeit ist. Diese können als biologische Tiefpunkte bezeichnet werden. Der erste Tiefpunkt liegt in der zweiten Hälfte der Nacht, zwischen zwei und fünf Uhr morgens, der zweite nachmittags gegen 14 Uhr. Daher häufen sich zu diesen Zeiten auch die Unfälle, die durch Müdigkeit ausgelöst werden.

Einschlafen am Steuer: Welche Strafe ist zu erwarten?

Das Einschlafen am Steuer kann zu schweren Unfällen führen.

Das Einschlafen am Steuer kann zu schweren Unfällen führen.

Müdigkeit beim Autofahren ist eine der häufigsten Ursachen für Unfälle. Denn Müdigkeit führt oft zum Einschlafen beim Autofahren. Schätzungsweise 2000 Unfälle pro Jahr, bei denen Personen zu Schaden kommen, werden durch das Einschlafen des Fahrers verursacht. Auf deutschen Autobahnen zählt jeder vierte tödliche Unfall mit Pkw dazu. An jedem sechsten Unfall mit schwerwiegenden Folgen war ein Lkw-Fahrer schuld.

Diese Unfälle haben in der Regel schlimmere Auswirkungen als solche, die durch kurzzeitige Unaufmerksamkeit ausgelöst werden. Der Grund dafür ist, dass schlafende Fahrer gar nicht mehr reagieren, d.h. mit dem Auto nicht mehr bremsen oder ausweichen.

Daher sieht das Verkehrsstrafrecht in so einem Fall auch schwere Strafen vor. Wer am Steuer eingeschlafen ist und einen Unfall verursacht, muss laut Strafgesetzbuch § 315 c mit einer Geldstrafe oder fünf Jahren Gefängnis rechnen. Hinzu kommt in jedem Fall der Fahrerlaubnisentzug.

Was hilft gegen Müdigkeit beim Autofahren?

Vor der Fahrt sollte sich jeder fragen: Wie kann ich wach bleiben beim Autofahren?

  • Fahrten immer ausgeschlafen beginnen
  • Regelmäßig Pausen machen (auf jeden Fall eine Pause alle zwei Stunden)
  • Kein Alkohol
  • Kein schweres Essen
  • In Zeit zwischen zwei und fünf Uhr nachts nicht fahren
  • Nie länger als zehn Stunden fahren (auch mit Pausen nicht)
Es ist häufig von Vorteil, einen Beifahrer im Auto zu haben. Dieser kann darauf achten, dass der Fahrer nicht einschläft und ihn beim Fahren abwechseln. Dadurch ist der Fahrer auch in der Lage, regelmäßig einen Kurzschlaf zu machen. Eine solche Regelung ist gut, denn sie kann eine wichtige Antwort auf die Frage sein: Was wirkt auf langen Fahrten der Ermüdung entgegen?

Was hilft eher nicht?

Oft verlassen sich Fahrer auf Hilfsmittel, die jedoch tatsächlich nicht den gewünschten Effekt haben. Viele, die müde beim Autofahren werden, trinken Kaffee, weil sie glauben, dadurch wach zu bleiben. Aber Kaffee wirkt nur kurzfristig, für etwa zwei bis drei Stunden. Danach kommt die Müdigkeit zurück. Koffein verhindert auch nicht immer den Sekundenschlaf.

Ebenfalls beliebte Methoden im Kampf gegen die Müdigkeit beim Autofahren sind laute Musik und geöffnete Autofenster. Auch dieser Effekt hält nur sehr kurz an und vertreibt die Müdigkeit nicht.

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