Bluttest: Das rechtskräftige Beweismittel bei Alkohol- und Drogenmissbrauch

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Nach positivem Anfangsverdacht kann die Polizei einen Bluttest anordnen.

Nach positivem Anfangsverdacht kann die Polizei einen Bluttest anordnen.

Verhält sich ein Verkehrsteilnehmer auffällig, sind allzu häufig Drogen oder Alkohol im Spiel. Ist ein Konsum grundsätzlich Teil der eigenen Entscheidungsfreiheit, so herrschen im Straßenverkehr strenge Regeln, die diese Freiheit eingrenzen.

Denn Alkohol- oder Drogenfahrten werden als Ordnungswidrigkeiten mit empfindlichen Geldbußen und Fahrverbot geahndet. Ab einer bestimmten Menge handelt es sich sogar um eine Straftat.

Um einen rechtskräftigen Wert für den Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu haben, muss ein Bluttest durchgeführt werden.

Was es dabei zu beachten gilt, wie Leberwerte konsumierten Alkohol anzeigen und ob sich auch Cannabis im Blut nachweisen lässt, erfahren Sie in diesem Ratgeber zum Thema „Bluttest“.

Der Bluttest und seine Bedeutung im Straßenverkehr

Alkohol- oder Drogenfahrten gehen immer mit einer hohen Gefährdung der eigenen Person, aber auch anderer Verkehrsteilnehmer einher. Daher gibt es verschiedene Testverfahren, die bei einer Verkehrskontrolle Anwendung finden können.

Während sogenannte Schnelltests aber vor Gericht nicht als Beweismittel zugelassen sind, erzeugt der Bluttest rechtskräftige Ergebnisse. Neben seiner krankheitsbasierten Funktion im allgemeinmedizinischen Bereich spielt er als Drogentest bei der Polizei und auch für den Abstinenznachweis einer MPU eine wichtige Rolle.

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In der Schweiz soll der Bluttest für Alkoholsünder ab Oktober 2016 entfallen, sodass anderen Testverfahren, wie die Untersuchung der Atemluft, der Vorzug gegeben wird.

Entsteht bei einer Verkehrskontrolle ein Verdacht auf Missbrauch von Drogen oder Alkohol, kann ein Bluttest für Klarheit sorgen. Allerdings ist dieser Bluttest durch die Polizei an einen Vortest geknüpft.

Dieser Test, der beispielsweise in Form eines Schweißtests oder auch mittels Speichel oder Urin erfolgen kann, ist Voraussetzung für einen rechtskräftigen Bluttest, der Alkohol oder Drogen nachweisbar machen kann. Vor Gericht können nur die Ergebnisse vom Bluttest vorgebracht werden, es ist das einzige Drogenscreening, das als Beweismittel anerkannt wird. Die Resultate der Schnelltestverfahren sind hierfür nicht verwertbar, sondern dienen einer Bestätigung des Anfangsverdachts.

Im Gegensatz zum Schnelltest, ist es nicht möglich, den Bluttest zu verweigern.

Im Gegensatz zum Schnelltest, ist es nicht möglich, den Bluttest zu verweigern.

Während ein Schnelltest einzig das Vorhandensein berauschender Stoffe anzeigt, kann mittels Bluttest ermittelt werden, welche Substanz in welcher Konzentration konsumiert wurde.

Der Vortest ist freiwillig, das heißt, dass der Betreffende nicht zustimmen muss.

Allerdings kann ein Fahrzeugführer den Bluttest nicht verweigern. Lehnt also der Betreffende den Vortest ab oder werden Werte angezeigt, die den Verdacht auf eine Straftat begründen, kann die Polizei einen Bluttest anordnen.

Diese Anordnung zum Bluttest ist laut § 81 a Strafprozessordnung (StPO) immer dann gestattet, wenn Gefahr im Verzug ist und die Polizei zumindest versucht hat, eine richterliche Genehmigung einzuholen.

Es ist also möglich, einen verwertbaren Drogentest bezüglich der Nachweisbarkeit von Substanzen polizeilich durchzusetzen.

Die Nachweisbarkeit ist bei einem Bluttest besonders hoch, da die Ergebnisse kaum manipulierbar sind.

Ablauf vom Bluttest

Ein Bluttest für Drogen oder Alkohol ist im Gegensatz zu den Schnelltests ein invasiver Eingriff, der nicht vor Ort durchgeführt werden kann.

Lieferte der Vortest positive Werte, kann der zuständige Polizeibeamte einen Bluttest anordnen. Dieser darf nur in einem Labor stattfinden und muss von einem approbierten Arzt durchgeführt werden. Ein verdächtiger Kraftfahrer wird dafür entsprechend zum nächstgelegenen Arzt, in ein Krankenhaus oder auf die Dienststelle gebracht.

Widersetzt sich der Betreffende der Mitnahme zum Bluttest, darf der Polizist ihn notfalls durch Festhalten oder sogar Hand- oder Fußfesseln dazu zwingen. Allerdings müssen diese Maßnahmen verhältnismäßig sein.

Wehrt sich der Verdächtige mit körperlicher Gewalt oder droht er dem Beamten oder dem Arzt, kann er gegebenenfalls wegen Körperverletzung oder Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angeklagt werden.
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Im Bluttest können je nach Nachweiszeit unterschiedliche Substanzen ermittelt werden.

Im Bluttest können je nach Nachweiszeit unterschiedliche Substanzen ermittelt werden.

Bei der Entnahme vom Blut beim Bluttest wird der Armvene mittels einer speziellen Spritze entnommen, damit verfälschte Ergebnisse ausgeschlossen werden können. Anschließend wird die Probe eindeutig gekennzeichnet, sodass es zu keinerlei Verwechslungen kommen kann.

Ob der Bluttest beispielsweise THC ermittelt, hängt vom Zeitpunkt des Konsums ab. Je länger dieser zurückliegt, desto geringer ist die Nachweisbarkeit.

Ein Drogentest kann THC grundsätzlich aber relativ lange, nämlich bis zu 72 Stunden, nachweisen. Damit liegt bei THC für den Drogentest eine höhere Nachweisbarkeitsgrenze vor als bei anderen Stoffen wie Opiaten, die maximal acht Stunden belegbar sind.

Sehen Sie hier eine Übersicht über verschiedene Substanzen und deren Nachweiszeiten:

SubstanzNachweisbarkeit mittels Bluttest
GHB/GBL/BDOmaximal 6 Stunden
Opiate maximal 8 Stunden
Cannabis12 bis 72 Stunden, ABER bis zu 4 Wochen bei regelmäßigen Konsum
Speed8 bis 24 Stunden
Ecstasybis zu 24 Stunden
LSDbis zu 12 Stunden
Kokain6 bis 24 Stunden
Heroin 10 bis 12 Stunden
Barbituratenur wenige Stunden bis Tage
Benzodiazepine einige Stunden bis Tage
Crystalbis zu 24 Stunden
Methadonbis zu 2 Tage

Beim Bluttest für Alkohol während einer MPU spielen die Leberwerte eine wichtige Rolle.

Beim Bluttest für Alkohol während einer MPU spielen die Leberwerte eine wichtige Rolle.

Abseits solcher psychoaktiver Substanzen stellt sich allerdings noch die Frage: Wie lange ist Alkohol im Blut nachweisbar? Bei einer MPU ist diese Frage für viele besonders wichtig, weil im Rahmen vom Abstinenznachweis regelmäßig Kontrollen erfolgen.

Wie Alkohol im Blut nachweisbar ist, hängt neben der Menge, die getrunken wurde, immer vom Körpergewicht, dem Alter und dem Geschlecht ab.

Eine Faustregel besagt allerdings, dass pro Stunde 0,1 bis 0,15 Promille abgebaut werden.

Neben dem Bluttest für Alkohol oder Drogen können auch weitere Untersuchungen mit dem Verdächtigen durchgeführt werden, um dessen Fahrtauglichkeit festzustellen.

Folgende Maßnahmen sind ergänzend möglich:

  • Entlanggehen auf einem Strich auf dem Boden mit plötzlicher Kehrtwendung
  • Finger-Nasen-Probe
  • Finger-Finger-Probe
  • mehrfaches rasches Drehen um die eigene Achse mit anschließender Fixierung eines vorgehaltenen Gegenstandes
  • Abnahme einer Schriftprobe
  • Pupillenreaktion auf Licht
  • Einbeinstand

Die Teilnahme an diesen Tests ist allerdings auf freiwilliger Basis.

Die Verfahren beim Bluttest: Leberwerte per Blutbild und weitere Labortechniken

Früher diente ein Blutbild der Leberwerte als Nachweis für Alkoholmissbrauch. Inzwischen wird die Aussagekraft jedoch zunehmend in Frage gestellt, da Alkohol die Leberwerte nicht zwangsläufig beeinflussen muss.

Dennoch können schlechte Leberwerte eine MPU zumindest hinsichtlich eines Negativgutachtens beeinflussen. Bei einem Abstinenzprogramm im Rahmen einer MPU ist ein Bluttest über die Leberwerte daher in der Regel üblich, um die Konzentration vom Blutalkohol zu bestimmen.

Daneben sind allerdings weitere Verfahren nötig, um im Bluttest Drogen oder Alkohol nachweisbar zu machen. Hier sehen Sie eine Übersicht wichtiger Testverfahren:

  • gaschromatografische Analyse
  • ADH-Verfahren
  • Widmark-Verfahren
Für die Durchführung vom Bluttest ist ein Arzt verantwortlich.

Für die Durchführung vom Bluttest ist ein Arzt verantwortlich.

Die gaschromatografische Methode ist eine Technik, um THC mittels Bluttest sichtbar zu machen. Hierbei wird das im Vollblut enthaltene Serum untersucht, indem die flüchtigen Bestandteile in Gasform überführt werden. Die verdampfenden Stoffe lassen sich dann anhand ihrer physikalischen Eigenschaften identifizieren.

Um Alkohol durch Blutwerte zu belegen, ist zum Beispiel das enzymatische ADH-Verfahren möglich. Hier wird der Blutprobe ein Enzym verabreicht, welches mit enthaltenem Alkohol reagiert und Produkte erzeugt, die messbar sind.

Das Widmark-Verfahren für den Bluttest ist die älteste Methode, die seit 1932 eingesetzt wird. Hierbei wird der in einer Blutprobe enthaltene Alkohol durch Erhitzen in Dampf überführt. Durch Reaktions- und Umwandlungsprozesse lässt sich dann die Alkoholmenge im Bluttest bestimmen.

Wie lange dauert ein Bluttest?

Beim Bluttest hängt die Dauer der Durchführung immer auch davon ab, ob neben der Blutentnahme weitere Untersuchungen erfolgen. Die Ergebnisse vom Bluttest durch die Polizei setzen eine Dauer von ungefähr 24 Stunden voraus.

Die Resultate werden also sehr schnell gewonnen und anschließend in schriftlicher Form als Befundbericht festgehalten. Ein solches Gutachten kann dann vor Gericht als Beweismittel, zum Beispiel für die Blutwerte vom konsumierten Alkohol, dienen.

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