Drogenscreening: Konsumnachweis mittels Urin oder Haaren

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Ein Drogenscreening kann Beweismittel in einem Strafverfahren liefern.

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Drogenscan im Labor

Bereits seit Anbeginn der Menschheit bestand der Drang, die eigene Realität durch künstlich erzeugte Rauschzustände zu erweitern. So zeugen gewisse Überlieferungen aus der Steinzeit von dem Konsum verschiedenster Substanzen, zum Beispiel Pilze, Cannabis oder Alkohol.

Auch heutzutage, zehntausende Jahre später, werden legale sowie illegale Drogen breitenflächig konsumiert. Vom gesellschaftlich akzeptierten Alkohol bis hin zu Partydrogen wie Ecstasy, Kokain oder Speed sucht der Mensch immer wieder den Rausch, um seiner Wirklichkeit für ein paar Stunden zu entfliehen.

Problematisch wird dies allerdings spätestens dann, wenn der Drogenkonsum eine Gefahr für die Umwelt darstellt oder etwa im beruflichen Umfeld stattfindet. In solchen Fällen folgen zumeist Sanktionen, die jedoch einen handfesten Nachweis voraussetzen. Um diesen zu erhalten, ist ein Drogenscreening in einem Labor notwendig.

Gibt es einen Unterschied beim Drogenscreening im Urin, Blut oder in den Haaren? Welche Rolle spielt das Drogenscreening beim Führerschein? Finden Sie in diesem Ratgeber alle wichtigen Informationen zum Thema!

Vom Schnelltest zum Drogenscreening

Nach einer langen Partynacht nur schnell nach Hause fahren – das kann für einen Alkohol- oder Drogenkonsumenten, der in eine Polizeikontrolle gerät, ebenso fatal enden wie für einen Patienten, der gerade starke Medikamente einnimmt. Entsteht bei den Beamten der Verdacht, dass beim Autofahrer Rauschmittel oder Medikamente wie Morphin im Spiel sind, kann es schnell zu einem Drogen- bzw. Alkoholtest kommen.

Hierbei handelt es sich um einen Schnelltest, der Drogen oder illegale Medikamente mittels Urin oder Schweiß feststellt und beim Alkohol meist die Atemalkoholkonzentration misst. Ein positiver Nachweis einer Substanz wird dann durch eine Blutuntersuchung verifiziert.

Bestätigt auch diese Analyse die Einnahme von Rauschmitteln, kann bei gewissen Werten neben einer Geldbuße und Punkten in Flensburg sowie einer strafrechtlichen Ahndung auch die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung, kurz MPU, erfolgen.

Diese kann dann nur mittels einer offiziell nachgewiesenen Abstinenz durchgeführt werden. Hierfür ist das sogenannte Drogenscreening erforderlich.

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Drogenscreening: Ausführliche Analyse im Labor

Ein positiver Atemalkoholtest kann zur Anordnung einer MPU mit Drogenscreening führen.

Ein positiver Atemalkoholtest kann zur Anordnung einer MPU mit Drogenscreening führen.

Sollen Drogen in einem Screening nachgewiesen werden, steht dies meist in Zusammenhang mit einem Abstinenzbeleg im Rahmen einer MPU. Doch ein solcher Nachweis per Drogenscreening kann auch durch Gericht, Staatsanwaltschaft, Arbeitsamt oder Arbeitgeber angeordnet werden.

Wird einem Verkehrsteilnehmer beispielsweise eine strafrechtlich relevante absolute Fahruntüchtigkeit vorgeworfen, können mit Hilfe von einem Drogenscreening die im Schnelltest bei der Verkehrskontrolle gewonnenen Ergebnisse verifiziert werden.

Es handelt sich dabei um ein standardisiertes Verfahren, welches konsumierte Stoffe nachzuweisen oder auszuschließen vermag. Es ist nicht möglich, ein Drogenscreening bei der Polizei oder von deren Beamten durchführen zu lassen. Stattdessen muss ein Drogenscreening in einem Labor stattfinden.

Im Gegensatz zu den bei Verkehrskontrollen üblichen Drogenschnelltests, die nur gewisse Drogen nachweisen, stellt ein Drogenscreening eine Zusammenfassung verschiedener Drogentests dar und zieht sich über Tage bzw. Monate durch immer wieder stattfindende Untersuchungen hin.

Ziel ist es, nicht nur einen bestimmten Stoff, sondern möglichst viele Rauschmittel belegen zu können. Aus dieser Zweckbestimmung erklärt sich die Begrifflichkeit. Die Bezeichnung „Screening“ steht für einen Suchtest, der diverse Substanzen aufspürt.

Damit ein Drogenscreening THC (Cannabis), Kokain oder andere Stoffe ermitteln kann, muss den Probanden ein Probenmaterial entnommen werden. Üblicherweise eignen sich dafür Speichel, Blut, Haare und Urin, wobei die beiden letztgenannten überwiegend genutzt werden.

Grundsätzlich sind zwei Analyseverfahren gängig, die zu aussagekräftigen Ergebnissen führen:

  • Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC/MS)
  • Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie (LC/MS)

Gaschromatographie- und Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie

Ein Drogenscreening führt mittels spezieller Untersuchungsmethoden zu sehr aussagekräftigen Ergebnissen.

Ein Drogenscreening führt mittels spezieller Untersuchungsmethoden zu sehr aussagekräftigen Ergebnissen.

Hierbei handelt es sich um die Standardmethode beim Drogenscreening für die MPU und den Abstinenznachweis, für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft oder Kontrollen durch den Arbeitgeber.

Diese Untersuchungsform zeichnet sich dadurch aus, dass sie äußerst beweiskräftige und spezifische Ergebnisse auch bei niedrigen Konzentrationen der eingenommenen Mittel erzielt.

In einem ersten Schritt trennt der Gaschromatograph das Probematerial in seine Bestandteile auf, indem die Probe, zumeist in Form von Urin, durch Erhitzung in den Gaszustand versetzt und mit einem Trägergas vermischt wird. Aus Cannabis kann so beispielsweise der Wirkstoff THC und aus Alkohol das Abbauprodukt ETG gewonnen werden.

Nachfolgend werden durch den Weitertransport der gasförmigen Probe die Moleküle gespalten, sodass sich die großen, trägen Elemente von den kleinen, beweglichen Teilen trennen. Die unterschiedlich großen Moleküle werden dann von einem Sensor erfasst.

Auch beim Flüssigkeitschromatograph kann das Drogenscreening Stoffe negativ oder positiv nachweisen, indem die Probe in ihre Bestandteile zerlegt wird. Anstatt jedoch mit Gasen zu arbeiten, werden die Urinbestandteile mit einer Trägerflüssigkeit zusammengebracht und weitertransportiert.

Das Massenspektrometer zerteilt das Probengemisch noch weiter und erzielt somit eine extrem differenzierte Messung, um bestimmte Eigenschaften der Moleküle, zum Beispiel Gewicht und Ladung, festzustellen.

Die Elemente werden dann durch ein elektrisches Feld geleitet, sodass die jeweilige Ablenkungsintensität bestimmbar ist.

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Anhand der Fortbewegungsgeschwindigkeit sowie weiterer charakteristischer Reaktionen der Moleküle erlauben die Messergebnisse ziemlich genaue Rückschlüsse auf konsumierte Drogen, wie Ecstasy, Amphetamin oder Ähnliches.

Haar- oder Urinprobe: Die gängigsten Untersuchungsmaterialien

Wie bei den polizeilichen Drogentests spielen auch beim Drogenscreening die Nachweiszeiten der Substanzen eine wichtige Rolle. Diese unterscheiden sich auch bei den beiden probatesten Untersuchungsmaterialien, Haaren und Urin, voneinander.

So können Haaranalysen beim Drogenkonsum bis zu sechs Monate in die Vergangenheit blicken und einen Alkoholmissbrauch für die letzten drei Monate nachweisen.

Allerdings ist das Drogenscreening der Haare kein Routineverfahren, vielmehr kommt es nur dann zum Einsatz, wenn ein Abstinenzbeleg mittels Urintests auf persönlichen Gründen nicht möglich ist.

Drogenscreening: Ablauf und Kosten

Die Termine für das Drogenscreening beim Abstinenznachweis sind unregelmäßig, um vor Manipulationen zu schützen.

Die Termine für das Drogenscreening beim Abstinenznachweis sind unregelmäßig, um vor Manipulationen zu schützen.

Ein Drogenscreening erfolgt stets nach einem festen Muster. Vorab wird von der zuständigen Behörde festgelegt, über welchen Zeitraum die Abstinenz nachgewiesen werden soll.

Innerhalb dieser Zeitspanne wird der Proband zu unregelmäßigen, ihm unbekannten Zeiten brieflich oder telefonisch kontaktiert und meist binnen 36 Stunden zu einer Probeentnahme im Labor aufgefordert.

Diese Zeitabstände der Tage, an denen eine Analyse erfolgt, können nicht abgestimmt bzw. beeinflusst werden. Damit wird verhindert, das Drogenscreening zu manipulieren, indem sich der Proband Tage vorher gezielt darauf vorbereitet.

Im Labor erfolgt nach einer Identitätsüberprüfung die Urin- oder Haarentnahme unter der Aufsicht des Fachpersonals. Anschließend findet eine Aufteilung des Materials auf drei Proben statt. Probe A wird der Analyse zugeführt, Probe B bleibt verschlossen und Probe C wird eingefroren.

Ist das Ergebnis von Probe A im Drogenscreening positiv, wird Probe B zur Bestätigung untersucht. Wenn auch hier dasselbe Ergebnis ermittelt wird, ist im Gesamtergebnis ein Drogen- oder Alkoholkonsum offiziell nachgewiesen.

Dies kann für den Betreffenden fatale Konsequenzen haben und zu strafrechtlichen Sanktionen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder dem Entzug des Führerscheins führen.

Die Kosten, die ein ausführlicher Drogentest verursacht, lassen sich pauschal schwer festlegen, da sie stets vom Umfang der Untersuchung abhängen.

Allerdings lassen sich grobe Schätzungen ermitteln. Demnach erzeugt ein Drogenscreening im Urin in etwa Ausgaben zwischen 45 und 180 Euro. Bei der Haaranalyse liegen die Kosten vom Drogenscreening zwischen 180 und 300 Euro.

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