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Atemalkoholkonzentration: Wie wird diese ermittelt?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 1. März 2021

Einmal pusten, bitte!

Welche Beweiskraft hat die Messung der Atemalkoholkonzentration?
Welche Beweiskraft hat die Messung der Atemalkoholkonzentration?

Wer im Zuge einer Verkehrskontrolle von den Beamten der Polizei angehalten wird, sieht sich nicht selten mit der Frage konfrontiert: „Wollen Sie pusten?“ Hinter dieser umgangssprachlichen Formulierung verbirgt sich allerdings ein Vorgang, der weitreichende Konsequenzen haben kann. Denn wer in den Alkomaten pustet, ermöglicht dadurch die Bestimmung der Atemalkoholkonzentration.

Doch hat eine Messung des Alkoholgehalts in der Atemluft vor Gericht überhaupt Bestand? Wird die Atemalkoholkonzentration in Promille angegeben? Welche Voraussetzungen müssen für ein ordnungsgemäßes Ergebnis vorliegen? Ist das „Pusten“ in den Alkoholtester verpflichtend? Und drohen Sanktionen, wenn Sie diese Art der Alkoholbestimmung verweigern? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Atemalkoholkonzentration

Wie funktioniert die Umrechnung der Atemalkoholkonzentration in die Blutalkoholkonzentration?

Eine Formel für die Umrechnung ergibt sich aus § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG). Demnach entspricht eine Atemalkoholkonzentration von 0,25 ml/l in etwa 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Welche Vorschriften gelten für die Atemalkoholmessung?

Im Zuge einer Verkehrskontrolle ist das „Pusten“ in den Alkoholtester grundsätzlich freiwillig. Bei einem begründeten Verdacht kann dann aber eine richterlich angeordnete Blutabnahme erfolgen. Worauf darüber hinaus bei einer ordnungsgemäßen Messung ankommt, lesen Sie hier.

Genügt die Messung der Atemalkoholkonzentration um ein Bußgeld zu verhängen?

Bei Verstößen gegen die Promillegrenze gemäß § 24a StVG reichen in der Regel ein Alkoholtest über die Atemluft aus aus, denn hierbei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Anders sieht es hingegen aus, wenn dem Fahrer Trunkenheit im Verkehr vorgeworfen wird, denn hierbei handelt es sich um eine Straftat.

Lässt sich mithilfe der Atemluft die Alkoholkonzentration bestimmen?

Um festzustellen, ob Personen unter dem Einfluss von Alkohol stehen, gibt es grundsätzlich zwei Messverfahren. So lässt sich die Konzentration von Alkohol im Körper sowohl über die Atemluft als auch das Blut nachweisen.

Bei Verkehrskontrollen ist für die Beamten der Polizei in der Regel die Messung der Atemalkoholkonzentration die erste Wahl, denn mithilfe der kleinen Messgeräte – unter anderem als Alkoholtester und Alkomat bezeichnet – ist die Feststellung verhältnismäßig einfach. Durch das Pusten in ein Mundstück aus Plastik gelangt die Atemluft ins Messgerät und wird analysiert. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht die Funktionsweise der Messgeräte:

Infografik: So funktioniert ein mobiler Alkomat
Infografik: So funktioniert ein mobiler Alkomat

Das Display zeigt dann den Alkoholgehalt in Milligramm pro Liter Atemluft (mg/l) an. Doch wie hilft eine Angabe in mg/l weiter, wenn die Grenzwerte für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr meist in Promille angegeben werden? Wie sich die Werte umrechnen lassen, hat der Gesetzgeber in § 24a Abs. 1 StVG definiert:

Ordnungswidrig handelt, wer im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt.

Demnach müssen Sie die Atemalkoholkonzentration für eine Umrechnung in Promille lediglich mit 2 multiplizieren. Allerdings reicht die Beweiskraft der Alkoholbestimmung über die Atemluft nur für Ordnungswidrigkeiten aus. Besteht der Verdacht auf eine Straftat, kann dieser Wert lediglich als Indiz dienen und die Anordnung zur Bestimmung der Blutalkoholkonzentration stützen.

Mögliche Sanktionen für Alkohol am Steuer können Sie mit dem nachfolgenden Bußgeldrechner ermitteln:

Ermitteln Sie hier mit unserem Promillerechner, wie viel Promille Sie haben könnten, nachdem Sie Alkohol getrunken haben!

Wichtig! Als Autofahrer können Sie eine Messung der Atemalkoholkonzentration im Zuge einer Verkehrskontrolle grundsätzlich verweigern. Bei einem begründeten Verdacht für eine Alkoholfahrt besteht aber die Möglichkeit, durch eine richterliche Anordnung eine Blutentnahme in die Wege zu leiten.

Vorschriften für die Bestimmung des Atemalkohols

Damit eine zu hohe Atemalkoholkonzentration ein Bußgeld nach sich zieht, müssen die Vorschriften eingehalten werden.
Damit eine zu hohe Atemalkoholkonzentration ein Bußgeld nach sich zieht, müssen die Vorschriften eingehalten werden.

Damit eine ordnungsgemäße Messung der Atemalkoholkonzentration erfolgt, müssen die Beamten der Polizei darauf achten, dass verschiedene Vorgaben eingehalten werden. Von Bedeutung sind dabei insbesondere die Kontroll- sowie die Wartezeit.

So ist eine Kontrollzeit von 10 Minuten vorgeschrieben, in welcher die zu testende Person keine Substanzen zu sich nehmen darf. Darunter fallen neben alkoholischen Getränken aber auch alle anderen Lebensmittel, die zu einer Verfälschung des Ergebnisses beitragen können.

Um sicherzustellen, dass die Messung auch die tatsächlich Alkoholkonzentration widerspiegelt, muss der Alkohol ausreichend Zeit haben, um ins Blut und somit auch die Atemluft zu gelangen. Deshalb muss zwischen dem Ende des Trinkens und der Messung eine Wartezeit von 20 Minuten liegen.

Darüber hinaus schreibt der Gesetzgeber bei der Ermittlung der Atemalkoholkonzentration nach 2 bis 5 Minuten eine zweite Messung vor. Dabei müssen die Umstände ähnlich sein, denn starke Abweichungen beim Atemvolumen, der Messdauer oder der Atemtemperatur können das Ergebnis verfälschen. Außerdem dürfen die beiden Messergebnisse nicht erheblich voneinander abweichen. So gelten folgende Grenzwerte:

  • Messwerte bis 0,4 mg/l: maximal Abweichung zwischen den Werten von 0,04 mg/l
  • Messwerte über 0,4 mg/l: maximale Abweichungen vom Mittelwert beider Ergebnisse von 10 Prozent

Nicht zuletzt müssen die Beamte die Alkoholtester richtig bedienen und bei der Berechnung dürfen die Werte nicht gerundet werden.

Quellen und weiterführende Links

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