Haaranalyse: Drogen- und Alkoholbestimmung mit haarscharfen Ergebnissen

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Der Konsum von Alkohol oder Drogen ist mittels Haaranalyse nachweisbar.

Der Konsum von Alkohol oder Drogen ist mittels Haaranalyse nachweisbar.

Haare als Drogenindikator in der Labortechnik

Haare sind ein modischer, natürlicher Körperschmuck. Viele Menschen drücken durch ihre Frisur zum Beispiel ihren Musikgeschmack aus oder auch ihre Unangepasstheit. Andere sehen darin eher ein schickes Accessoire. Doch in der Labortechnik bedeuten Haare noch viel mehr.

Mittels Haaranalyse lassen sich Drogen oder Alkohol nachweisen. Insbesondere im Falle einer MPU ist die Haaranalyse ein bewährtes Messverfahren, da es auch für weit zurückliegende Zeiträume verwertbare Langzeitproben liefert.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie die Haarprobe als Drogentest im Labor funktioniert, was eine Analyse von Haaren kosten kann und vieles mehr.

Die Haaranalyse bei der MPU als probates Drogentestverfahren

Ist ein Verkehrsteilnehmer wegen einer Drogen- oder Alkoholfahrt auffällig geworden, droht in der Regel die Teilnahme an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung, im Volksmund kurz MPU genannt.

Im Rahmen dieser Maßnahme ist zumeist die Anfertigung eines Abstinenznachweises erforderlich. Dieser kann mittels Urin-Screening oder aber mit einer Haaranalyse erfolgen.

Im Laufe der Zeit hat sich der Test einer Haarprobe bei der MPU bewährt. Eine Haaranalyse auf Alkohol oder Drogen ist dabei deutlich einfacher in der Umsetzung als die Urinanalyse. Außerdem eignen sich Haare sehr gut als Probematerial.

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Konsumierte Stoffe werden in der Haarstruktur eingelagert und über lange Zeit gespeichert. Die Form der Aufnahme – oral, nasal, intravenös oder per Inhalation – spielt dabei keine Rolle.
Die Haaranalyse kann Alkohol drei und Drogen sechs Monate rückwirkend nachweisen.

Die Haaranalyse kann Alkohol drei und Drogen sechs Monate rückwirkend nachweisen.

Die Haaranalyse ist auf Alkohol ebenso anwendbar wie auf psychoaktive Substanzen. Je nachdem, was untersucht werden soll, variiert die Länge der Haarprobe. Beim Alkohol werden maximal drei Zentimeter lange Haare getestet. Die Haarprobe bei Drogen kann bis zu sechs Zentimeter lang sein. Bei diesen Längen handelt es sich um fixe Werte, die eingehalten werden müssen.

Ein Zentimeter entspricht dabei einem nachzuweisenden Monat. Das heißt, dass eine drei Zentimeter lange Haarprobe getrunkenen Alkohol für die vergangen drei Monate nachweisen kann. Eine sechs Zentimeter lange Haarprobe zeigt konsumierte Drogen des letzten halben Jahres an.

Sollen sowohl der Konsum von Drogen als auch der von Alkohol bei der Haaranalyse überprüft werden, erfolgen im Abstand von drei Monaten vier Haarentnahmen. Probe eins und drei werden auf Alkohol getestet und Proben zwei und vier dienen dem Nachweis von Drogen.

Dem Probanden werden bei jeder Haaranalyse zwei Haarbündel entnommen, die ungefähr der Dicke eines Bleistifts entsprechen und in der Regel vom Hinterkopf abgeschnitten werden.

Bei sehr wenig Haaren können verschiedene Stellen am Kopf genutzt werden, um die erforderliche Menge für die Haaranalyse zu erhalten. Hat der Betreffende keine Haare, ist nur in Ausnahmefällen eine Haarprobe von anderen Körperstellen, zum Beispiel aus dem Achselbereich, möglich. Üblicher ist es, in einem solchen Fall aber auf Urinproben auszuweichen.

Der Drogentest mittels der Haare kann folgende Substanzen ermitteln:

Der Konsum von Alkohol über die Haaranalyse erfolgt über den Nachweis der zwei Alkoholmarker Ethylglucuronid (EtG) und Fettsäureethylester (FSEE).

Ablauf und Besonderheiten der Haaranalyse

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Damit beim Abstinenznachweis einer MPU, als Konsequenz einer Alkohol- oder Drogenfahrt, die Haaranalyse für Alkohol oder Drogen anerkannt wird, müssen strenge Auflagen erfüllt werden. So dürfen nur bestimmte Fachärzte und Institutionen eine solche Haaranalyse durchführen.

Ärzte müssen eine Zusatzqualifikation zur chemisch-toxikologischen Untersuchung (CTU) vorweisen.
In der Regel lässt sich Drogenkonsum nach zwei Wochen mittels Haaranalyse nachweisen.

In der Regel lässt sich Drogenkonsum nach zwei Wochen mittels Haaranalyse nachweisen.

Vor der Probeentnahme muss zunächst eine Identitätsüberprüfung des Probanden stattfinden. Es herrscht also Ausweispflicht, damit derjenige, für den ein Haartest konsumierte Drogen untersuchen soll, nicht eine andere Person an seiner statt zum Test schickt.

Nach der Durchführung vom Alkohol- oder Drogentest per Haaranalyse muss der Probenehmer beglaubigen, dass die getestete Person nicht mehr mit der Haarprobe in Berührung gekommen ist.

Durch diese Vorschriften soll eine möglichst hohe Fälschungssicherheit gewährleistet werden.

Um Drogen im Haartest sichtbar zu machen, müssen mindestens zwei Wochen seit dem Konsum vergangen sein. Es dauert ca. eine Woche, bis der Bereich des Haares, in dem sich die berauschenden Stoffe abgelagert haben, aus der Kopfhaut herausgewachsen ist. Nach einer weiteren Woche ist das Haar lang genug, um es mit einem Überstand von ein bis zwei Millimetern abschneiden zu können.

Manche Drogen sind bereits einen Tag nach Aufnahme im Haar nachweisbar, da sie mit dem Schweiß ausgeschieden werden und so auf die Haare gelangen.

Soll ein Missbrauch von Alkohol mittels Haarprobe ermittelt werden, dürfen die Haare nicht kosmetisch behandelt, also gefärbt oder gebleicht, sein. Bei einer Haaranalyse etwaiger illegaler Substanzen darf die erste Haaranalyse mit gefärbtem Haar durchgeführt werden. Dann muss aber der verbleibende Zeitraum mit Urin-Screenings überprüft werden.

Auch das Waschen und Pflegen der Haare kann Einfluss auf die Haaranalyse haben. Während der Alkoholmarker FSEE dadurch nicht beeinträchtigt wird, kann EtG durch intensives Haarewaschen aus dem Haar herausgewaschen werden. Das kann dann zu einem verfälschten Ergebnis vom EtG in der Haaranalyse führen.

Ebenso kann die Verwendung alkoholhaltiger Haarmittel das Testergebnis manipulieren. Daher sollten Probanden auf derlei Pflegeprodukte verzichten.

Der Aufenthalt in cannabis- oder kokainhaltigem Rauch kann die Haaranalyse negativ beeinflussen, sodass ein positives Ergebnis erzeugt wird, obwohl die Testperson selbst keine Drogen konsumiert hat. Gleiches gilt bei einer Umgebungsluft, die hohe Mengen Alkohol enthält.
Bestimmte Lebensmittel und Pflegeprodukte beeinflussen das Ergebnis einer Haaranalyse. Hier gilt: Finger weg.

Bestimmte Lebensmittel und Pflegeprodukte beeinflussen das Ergebnis einer Haaranalyse. Hier gilt: Finger weg.

Bei einer Haaranalyse von EtG sollte außerdem auf alkoholhaltige Lebensmittel und Medikamente verzichtet werden. Auch als „alkoholfrei“ betitelte Getränke sollten Tabu sein, da diese oftmals geringe Mengen Alkohol enthalten und so die Nachweisbarkeitsgrenze, den sogenannten Cut-off-Wert, für EtG in die Höhe treiben können.

Bei einer Haaranalyse für konsumierte Drogen können Mohn- und Hanfprodukte das Ergebnis beeinflussen, sodass Testpersonen solche Produkte nicht zu sich nehmen sollten.

Vorteile der Haaranalyse

Neben den soeben genannten Problemen hinsichtlich Haarpflege und passivem Konsum durch ungewollte Ablagerungen, zeichnet sich die Haaranalyse aber durch einige Vorteile gegenüber anderen Testverfahren, beispielsweise dem Urintest, aus.

Die Haaranalyse ist leichter durchführbar und daher auch preisgünstiger als die Analyse vom Urin. In vielen Fällen kann mit einer einzigen Haaranalyse der erforderliche Nachweis erbracht werden.

Ein weiterer Pluspunkt der Haaranalyse ist die Möglichkeit des rückwirkenden Nachweises. Hinsichtlich Alkohol deckt die Haaranalyse drei Monate ab und im Zusammenhang mit Drogen kann sogar der Konsum der letzten sechs Monate aufgezeigt werden.

Wichtig ist, dass das letzte Ergebnis der Haaranalyse innerhalb des Gesamtzeitraums, über den ein Abstinenznachweis gefordert ist, am Tag der MPU nicht älter als zwei Monate ist.

Als besonders praktikabel erweist sich die Haaranalyse für die Probanden auch dadurch, dass die Terminvergabe nicht wie beim Urintest willkürlich und ohne Mitbestimmung erfolgt. Bei dem Haartest auf Alkohol oder Drogen lassen sich die Daten in Absprache mit dem durchführenden Labor frei wählen.

Kosten und Dauer der Haaranalyse

Eine Haaranalyse ist im Rahmen einer MPU von dem Betroffen selbst zu zahlen. Doch was genau ist dabei einzuplanen?

Für Drogen fallen bei einer Haaranalyse Kosten in einer Höhe von ca. 180 Euro an. Die Haaranalyse für Alkohol verursacht Kosten um 130 Euro.

Ebenso überschaubar wie der Preis ist auch die Bearbeitungsdauer einer Haaranalyse. Vom Tag der Haarprobenentnahme bis zum Gutachten vergehen üblicherweise nicht mehr als zwei Wochen.

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