Subutex: Arznei gegen Schmerzen und zur Suchtentwöhnung

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Neben der Tablettenform kann Subutex auch direkt in die Blutbahn oder den Muskel injiziert werden.

Neben der Tablettenform kann Subutex auch direkt in die Blutbahn oder den Muskel injiziert werden.

Schmerzmittel für den Drogenentzug

Ca. 70.000 opiatabhängige Deutsche stellen sich in sogenannten Substitutionstherapien ihrer Sucht. Bei der Substitution handelt es sich mehr oder weniger um einen legalen Drogenkonsum, da den Patienten Ersatzstoffe, also bestimmte Arzneimittel, verabreicht werden, die zur Entwöhnung von Morphin oder Heroin beitragen sollen.

Ein solches Substitutionsmedikament ist Subutex, welches immer von einem Arzt verschrieben werden muss. Die entsprechenden Tabletten enthalten den Wirkstoff Buprenorphin, der wesentlich für die Behandlung ist.

Dass eine Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verboten ist, steht außer Frage. Wie verhält es sich aber mit solchen erlaubten Substanzen zur Suchtentwöhnung? Führt Subutex bei positivem Drogentest automatisch zum Fahrverbot?

Der folgende Ratgeber informiert Sie umfassend über Subutex und dessen Wirkung. Hier finden Sie Informationen auf die Fragen, ob und wie lange Subutex bzw. Buprenorphin im Urin nachweisbar ist und wie sich in Deutschland die Rechtslage gestaltet.

Was ist Subutex?

Ähnlich wie Methadon, Codein und Heroin gehört Subutex zu den Opiaten. Der Hauptwirkstoff Buprenorphin kommt allerdings nicht wie andere Opiate natürlich in der Mohnpflanze vor, sondern wurde diesen chemisch nachempfunden.

Es ist ein stark wirkendes Schmerzmittel, welches die Wirkstärke von Morphin um das 25- bis 50-fache übersteigt. Nach dem Konsum gelangt der Stoff über das Blut in das Gehirn und verursacht dort durch eine Interaktion mit den Nervenzellen einen Rauschzustand.

Allerdings handelt es sich bei Subutex um keine Droge im klassischen Sinne. Vielmehr soll es dem Drogenkonsum bzw. der Drogensucht entgegenwirken, indem es in Rahmen von Substitutionsprogrammen den Heroinentzug unterstützt.
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Verglichen mit anderen Substanzen zeichnet sich Subutex bei der Behandlung von Patienten durch einen sogenannten „Ceiling Effect“ (deutsch: Sättigungseffekt) hinsichtlich der verursachten Atemdämpfung aus. Das heißt, dass ab einer bestimmten Menge die Atemdämpfung nicht noch weiter gesteigert werden kann.

Daher zählt Subutex nicht zu den vollen Agonisten, bei denen sich die Wirkung mit steigernder Dosierung verstärkt. Vielmehr handelt es sich um einen partiellen Agonisten, dessen Effekte selbst bei gleichzeitigem Mischkonsum mit anderen Opiaten einen gewissen Prozentsatz nicht übersteigen können.

Subutex wird insbesondere zur ärztlich kontrollierten Suchtentwöhnung zum Beispiel von Heroin eingesetzt.

Subutex wird insbesondere zur ärztlich kontrollierten Suchtentwöhnung zum Beispiel von Heroin eingesetzt.

Das erste Patent auf Subutex wurde 1968 von der Pharmafirma Reckitt und Colman (inzwischen: Reckitt Benckiser) beantragt.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Subutex mehr und mehr zu einem wertvollen Medikament in der Schmerztherapie, sodass es im Februar 2000 in Deutschland offiziell zur Drogensubstitution zugelassen wurde.

2005 wurde Subutex von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unentbehrliches Arzneimittel eingestuft.

Anwendungsbereiche und Darreichungsformen von Buprenorphin

Neben seiner Rolle beim Drogenentzug ist Subutex insbesondere auch zur Eindämmung von starken bis sehr starken Schmerzen vorgesehen. Es findet daher beispielsweise Anwendung bei:

  • Operationen
  • unter Umständen Schmerzensgeld begründenden Unfällen
  • Tumorschmerzen bei Krebserkrankungen
  • Fällen eines Herzinfarkts
Subutex sollte erst verabreicht werden, wenn andere Schmerzmittel die Symptome nicht lindern konnten. In Abhängigkeit von der Dosis wirkt das Präparat 48 bis 72 Stunden und kann so den Leidensdruck bei bestimmten Krankheiten über eine gewisse Zeit reduzieren.

Je nachdem, wie schnell die Wirkung einsetzen soll, kann ein Arzt verschiedene Darreichungsformen des Stoffes Buprenorphin wählen.

Soll ein Minuten schneller Wirkungseintritt erzielt werden, wird Buprenorphin direkt in die Blutbahn gespritzt.

Nach bis zu 30 Minuten zeigen sich erste schmerzlindernde Effekte, wenn Subutex in den Muskel injiziert oder in Form einer Sublingualtablette verabreicht wird.

Sublingualtabletten sind in der Substitutionstherapie üblich. Hierbei wird die Pille unter der Zunge platziert, bis sie sich langsam auflöst. Wird sie versehentlich vorzeitig geschluckt, ist kein Wirkungseintritt spürbar.

Eine Aufnahme über die Schleimhaut in Form von Sublingualtabletten erzielt nach ca. eineinhalb Stunden die höchsten Blutwerte, sodass hier ein Bluttest recht schnell positiv ausschlagen würde.

Bei lang anhaltenden Schmerzen eignet sich die Anwendung eines Pflasters, welches über ca. 96 Stunden kontinuierlich Buprenorphin an die Haut abgibt. Diese Variante findet ebenfalls in der Suchtentwöhnung Anwendung.

Eine wirksame Blutkonzentration wird nach vier bis zwölf Stunden erreicht. Die Höchstwerte sind jedoch erst nach eineinhalb Tagen erreicht.

Subutex zu rauchen wie beispielsweise Cannabis (Wirkstoff: THC), ist nicht üblich.
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Subutex: Funktion und Nebenwirkungen

Subutex ist ein starkes Schmerzmittel, das zur Familie der Opiate gehört.

Subutex ist ein starkes Schmerzmittel, das zur Familie der Opiate gehört.

Da Subutex zu den Opiaten zählt, finden hier im Körper ähnliche Wirkmechanismen statt. Buprenorphin bindet an die entsprechenden Rezeptoren im zentralen Nervensystem und vermittelt hierdurch seine schmerzstillenden Effekte.

Aufgrund dieser parallelen Wirkweise zu anderen Opiaten kann Subutex beim Drogenscreening erkannt werden. Allerdings gibt es bei Buprenorphin Besonderheiten im Vergleich zu anderen Substitutionsmitteln.

So sind die Nebenwirkungen deutlich geringer. Dennoch sind in der Einstellungsphase Entzugserscheinungen möglich, die jedoch mit der Zeit abklingen.

Solchen Entzugserscheinungen durch die Beigabe von Heroin oder Methadon entgegenzuwirken, ist nicht ratsam, da dadurch unter Umständen vielmehr eine Potenzierung stattfindet.

Folgende Nebenwirkungen sind bei Subutex zu erwarten:

  • Atemdämpfung
  • Verminderung der sexuellen Aktivität
  • depressive Verstimmungen, Angstgefühl, Nervosität
  • Schlaflosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit
  • Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen
  • Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Bauch- und Rückenschmerzen
  • Frösteln und Schwitzen

Gerade im Rahmen eines Substitutionsprogammes sollte auf die Kombination mit anderen Medikamenten oder Drogen, beispielweise Zolpidem oder Kokain, verzichtet werden. Durch Mischreaktionen können sich die Nebenwirkungen verstärken, sodass im Ernstfall eine lebensgefährliche Atembeeinträchtigung auftritt.

Ebenso gefährlich ist der kombinierte Konsum von Subutex und Alkohol.

Suv

Dosierung und Nachweis

Die maximale Tagesdosis liegt bei 24 Milligramm Buprenorphin. Zur Suchtentwöhnung wird jedoch meist mit 4 Milligramm begonnen und die Dosis dann schrittweise erhöht. Grundsätzlich sollte die Menge stets individuell und möglichst niedrig bestimmt werden.

Bei Subutex hängt die Nachweisbarkeit stets von der konsumierten Menge ab. Allgemein lässt sich Subutex bzw. Buprenorphin zwei bis sechs Tage im Urin feststellen. Der Urintest ist die bevorzugte Methode, um Subutex-Rückstände im Körper sichtbar zu machen, denn bei der Blutprobe erstreckt sich die Nachweiszeit nur auf einige Stunden.

Subutex im Straßenverkehr – Ist das erlaubt?

Bei der Einnahme von Subutex sollte eine Höchstdosis nicht überschritten werden.

Bei der Einnahme von Subutex sollte eine Höchstdosis nicht überschritten werden.

Medikamente im Straßenverkehr bergen stets hohe Risiken in sich, kann doch die Fahreignung bei Einnahme bestimmter Stoffe ebenso beeinträchtigt werden wie beim Drogen- oder Alkoholkonsum.

Da Buprenorphin als Medikament einsetzbar ist, gilt Subutex laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als verkehrsfähiges, verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel. Das heißt, dass es unter ärztlicher Anordnung legal ist, Subutex zu konsumieren. Bei Missbrauch, also einer Einnahme ohne medizinische Indikation oder einer nicht autorisierten Dosiserhöhung, handelt es sich allerdings um illegalen Konsum.

Ob Subutex zu einer absoluten Fahruntüchtigkeit oder zumindest zu einer Beeinträchtigung der Fahreignung führt, ist nicht klar geregelt. Bei geringen Dosierungen sehen manche Substitutionsärzte keine Hindernisse für eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr.

Die zuständige Führerscheinstelle kann bei einem positiven Drogentest dennoch Zweifel hinsichtlich der Fahreignung erlangen und so unter Umständen eine MPU anordnen. Immerhin ist gerade eine langandauernde Substitutionsbehandlung Hinweis dafür, dass der Betreffende eine Affinität zu harten Drogen besitzt.

Mittels eines bestandenen Gutachtens wird dem Betreffenden die Möglichkeit gegeben, einen Nachweis dafür zu erbringen, dass er Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr strikt voneinander trennt.
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