Kiffen und Autofahren: Eine verhängnisvolle Kombination

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 6. November 2019

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Welche Folgen hat Cannabis am Steuer?

Kiffen und Autofahren? Definitiv keine gute Idee.
Kiffen und Autofahren? Definitiv keine gute Idee.

Die Wirkung von Cannabis auf den menschlichen Körper kann sich auf die unterschiedlichste Weise bemerkbar machen: Konsumenten fühlen sich regelrecht euphorisch, die Zeit scheint langsamer zu vergehen, ein Gefühl der Leichtigkeit gepaart mit verlangsamten Bewegungen macht sich breit. Auch Halluzinationen, Filmrisse oder Schwindel sind möglich.

Was Drogen am Steuer für die Verkehrssicherheit bedeuten, kann sich jeder Kraftfahrer denken: Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt, rote Ampeln nicht als solche erkannt oder Fußgänger schlichtweg nicht wahrgenommen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass Cannabis kombiniert mit Autofahren eine hohe Strafe nach sich zieht, werden doch die eigene Sicherheit sowie die anderer Verkehrsteilnehmer leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Konsequenzen auf Sie zukommen, wenn Sie nach dem Kiffen Auto fahren, welche Diskussionen sich um die Themen Drogen, Kiffen und Autofahren ranken und wann nach dem Konsum von Cannabis normalerweise kein Risiko mehr besteht.

FAQ: Kiffen und danach Autofahren

Warum ist es gefährlich, bekifft Auto zu fahren?

Cannabis enthält einen psychoaktiven Wirkstoff (THC), dessen Wirkung sich nicht vorhersehen lässt. Er kann Panikattacken, Filmrisse, Halluzinationen, Herzrasen und Schwindel verursachen. Wer sich in diesem Zustand hinters Steuer setzt, gefährdet sich und andere. Deswegen ist es auch verboten, bekifft zu fahren.

Welche Sanktionen drohen, wenn ich nach dem Kiffen mit dem Auto fahre?

Spätestens ab einem Nanogramm THC drohen laut Bußgeldtabelle saftige Bußgelder, Punkte und sogar ein Fahrverbot, wenn die Fahrt als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird. Bei Fahrauffälligkeiten kann die Drogenfahrt auch als Straftat gewertet werden. Dann ist die Fahrerlaubnis dauerhaft weg und kann erst nach einer Sperrfrist und bestandener MPU wiedererlangt werden.

Kiffen und Autofahren: Welche Strafe wird fällig?

Was beim Alkohol am Steuer der Promillewert ist, stellt bei Cannabis die Menge an Tetrahydrocannabinol (kurz: THC) im Blut dar. Bei THC handelt es sich um den psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis. Bis 2004 musste jeder Kraftfahrer, der mit THC im Blut beim Autofahren erwischt wurde, mit der Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen. Es spielte keine Rolle, wie hoch die nachgewiesene Menge war.

Heutzutage orientiert sich fast jedes Gericht in Deutschland an einem Grenzwert von einem Nanogramm THC pro Milliliter Blut. Eine Ausnahme bildet der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, der zwei Nanogramm billigt. Bei Kraftfahrern, die beim Autofahren nach dem Cannabiskonsum erwischt wurden, richtet sich die Höhe der Strafe danach, wie oft sie schon mit Drogen im Straßenverkehr ertappt wurden:

  • Beim ersten Mal: 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg, Fahrverbot von einem Monat
  • Beim zweiten Mal: 1.000 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg, Fahrverbot von drei Monaten
  • Beim dritten Mal: 1.500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg, Fahrverbot von drei Monaten
Hinzu kommt die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), bei der die Fahreignung des jeweiligen Kraftfahrers genau unter die Lupe genommen wird, bevor dieser seinen Führerschein zurückerhält. Das Kiffen vorm/beim Autofahren kann unter bestimmten Umständen als Straftat gewertet werden, was neben dem Entzug vom Führerschein außerdem eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen würde.
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Bekifft Auto fahren: Kritik am Grenzwert

THC am Steuer: Einige Kraftfahrer halten den Grenzwert für ungerecht.
THC am Steuer: Einige Kraftfahrer halten den Grenzwert für ungerecht.

Über die Themen Kiffen und Autofahren wird bereits seit längerer Zeit heiß diskutiert. Da der menschliche Körper THC nur sehr langsam abbaut, ist der Wirkstoff auch dann noch nachweisbar, wenn der betroffene Kraftfahrer längst nicht mehr „high“ ist.

Der Grenzwert sei demnach mit einem Nanogramm viel zu niedrig angesetzt, argumentieren die Gegner dieser Regelung. Die zuständigen Gerichte sind jedoch der Meinung, dass selbst das gelegentliche Kiffen von einem Joint die Fahrtüchtigkeit einschränke. Auch Kraftfahrer, die ab und zu kiffen, sollten kein Auto mehr fahren.

Es soll durchaus Kraftfahrer geben, die Kiffen und Autofahren voneinander trennen können. Aufgrund des Grenzwertes von einem Nanogramm sind jedoch auch diese Fahrer vom Führerscheinentzug bedroht, selbst wenn keine direkte Wirkung von THC am Steuer vorliegt.

Nach dem Kiffen: Wann das Autofahren kein Risiko mehr darstellt

Es kann nicht genau beantwortet werden, wann das Autofahren nach dem Kiffen wieder sicher ist. Je nachdem, wie oft und in welchen Mengen Cannabis konsumiert wird, kann sich der Abbau von THC im Blut hinauszögern. Mindestens 24 Stunden sollten jedoch in der Regel abgewartet werden.

Bei einmaligem Konsum kann es normalerweise maximal einen Monat dauern, bis im Blut kein THC beim Autofahren mehr festgestellt werden kann. Regelmäßige Konsumenten müssen mit einer Nachweiszeit von drei Monaten oder länger rechnen, um nach dem Kiffen bei anschließendem Autofahren eine Strafe zu vermeiden – sei sie nun gerechtfertigt oder nicht.
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2 Kommentare

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  1. Domeee sagt:

    Hei ich musste heute nach einer Verkehrskontrolle mit ins Krankenhaus zum Blut abnehmen. Ich habe am Samstag ca 1,5g kanabis konsumiert, davor habe ich eine Woche lang nichts geraucht aber in den zwei wochen davor recht regelmäßig. Ist es möglich das ich unter dem wert von 1ng bin oder ist der Führerschein weg?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Domeee,

      bitte warten Sie die Ergebnisse der Untersuchung ab. Eine Vermutung über die möglichen Blutwerte lässt sich hier nicht abgeben.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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