Alkohol in der Probezeit: Welche Strafen drohen?

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Wieso Fahranfänger auf Alkohol in der Probezeit verzichten sollten

In der Probezeit ist der Führerschein bei Alkohol am Steuer schnell wieder weg.

In der Probezeit ist der Führerschein bei Alkohol am Steuer schnell wieder weg.

Endlich nicht mehr auf die Eltern angewiesen sein, frei und unabhängig entscheiden, wann und wo die Reise hingeht – für Menschen in jungen Jahren bedeutet der Führerschein ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Doch viele vergessen, dass sie erst einmal die zweijährige Probezeit überstehen müssen, in der Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) strenger geahndet werden.

Gerade Fahranfänger fallen durch ihre Unerfahrenheit und ihren Leichtsinn des Öfteren negativ im Straßenverkehr auf. Meist handelt es sich um Geschwindigkeitsüberschreitungen, durch die – wie es scheint – die jungen Autofahrer ihre Grenzen austesten möchten. Hierdurch wird die Sicherheit im Straßenverkehr verletzt, weshalb diese und andere Verstöße hart geahndet werden.

Das Gleiche gilt für Alkohol am Steuer in der Probezeit. Viele Fahranfänger nehmen es auf die leichte Schulter, wenn sie nach einer durchzechten Partynacht noch schnell eine Runde mit dem Auto drehen oder nach Hause fahren wollen.

Doch darf in der Probezeit überhaupt Alkohol getrunken werden? Welche Promillegrenze ist bei Alkohol in der Probezeit maßgeblich? In diesem Ratgeber bekommen Sie Antworten auf diese Fragen und erfahren, welche Strafen der Bußgeldkatalog in der Probezeit bei Alkohol am Steuer vorsieht.

Führerschein auf Probe: Ist Alkohol erlaubt?

Auch wenn oft etwas anderes behauptet wird: Alkohol in der Probezeit ist absolut tabu. Die sogenannte Null-Promille-Grenze gilt seit 2007 außerdem nicht nur für Fahranfänger in der Probezeit, sondern auch für Autofahrer unter 21 Jahren. Kraftfahrer mit mehr Jahren an Erfahrung müssen sich an die in Deutschland gesetzlich festgesetzte Promillegrenze von 0,5 halten.

In der Regel handelt es sich beim Fahren mit mindestens 1,1 Promille um eine Straftat. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) kann normalerweise ab 1,6 Promille angeordnet werden. Kam es bei einem Vergehen mit Alkohol in der Probezeit zu einem Unfall, so kann die MPU auch schon bei einer geringeren Promillezahl verlangt werden.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Wie wird Trunkenheit am Steuer in der Probezeit bestraft?

BeschreibungBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
Verstoß gegen die 0,0 Promillegrenze250 €1Hier prüfen
Verstoß gegen die 0,5 Promillegrenze
... beim 1. Mal500 €21 Monat1 MHier prüfen
... beim 2. Mal1000 €23 Monate3 MHier prüfen
... beim 3. Mal1500 €23 Monate3 MHier prüfen
Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss (gilt ab 0,3 Promille)3Entziehung des Führerscheins, Freiheitsstrafe oder GeldstrafeHier prüfen
Alkoholgehalt im Blut ist über 1,09 Promille3Entziehung des Führerscheins, Freiheitsstrafe oder GeldstrafeHier prüfen

Alkohol in der Probezeit ist kein Kavaliersdelikt.

Alkohol in der Probezeit ist kein Kavaliersdelikt.

In der Probezeit wird zwischen schwerwiegenden Vergehen (A-Verstößen) und weniger schwerwiegenden Vergehen (B-Verstößen) unterschieden.

Ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße führen bereits dazu, dass die Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert wird. Zusätzlich wird ein Aufbauseminar angeordnet.

Alkohol in der Probezeit wird als A-Verstoß angesehen. Wer dementsprechend zu tief ins Glas schaut, sich danach noch hinters Steuer setzt und erwischt wird, zahlt einen hohen Preis.

Fahranfänger, die gegen die Null-Promille-Grenze verstoßen, werden neben den Maßnahmen zur Probezeit mit einem Bußgeld in Höhe von 250 Euro sowie einem Punkt in Flensburg konfrontiert.

Leisten sich Fahranfänger ein weiteres Vergehen mit Alkohol in der Probezeit bzw. einen weiteren A-Verstoß, wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen und eine Verwarnung ausgesprochen.

Wurde beispielsweise im Zuge der Polizeikontrolle bei Ihnen als Fahranfänger ein Wert von 0,6 Promille festgestellt und es handelt sich um Ihr zweites Vergehen, wird es zudem richtig teuer: Ein Bußgeld von 1000 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von drei Monaten kommen dann auf Sie zu. Beim dritten Mal sind es bereits 1.500 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ebenfalls ein dreimonatiges Fahrverbot.

Der zweite A-Verstoß in der verlängerten Probezeit führt schließlich zum Entzug der Fahrerlaubnis. Dementsprechend kann der Führerschein in der Probezeit bei Alkohol schneller wieder weg sein, als viele Fahranfänger meinen.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

12 Kommentare

  1. Ibrahim sagt:

    Hallo ich wurde gestern von der Polizei erwischt war im Auto drin in der Parkplatz hatte 0.9 Promille Alkohol ich war schon mal in aufbauseminar mir wurde schon 2 Jahre verlängert wegen Autounfall was könnte jetzt passieren? Was erwartet mich grad meine Führerschein habe ich noch bei mir

    Mit freundlichen Grüßen
    Önal

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Ibrahim,

      damit handelt es sich um den 2. A-Verstoß. Sie werden eine Verwarnung und eine Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischer Beratung erhalten. Beim nächsten A-Verstoß wird die Fahrerlaubnis entzogen. Handelte es sich beim ersten Verstoß ebenfalls um ein Alkoholdelikt, kommen auf Sie 1000 Euro Bußgeld, zwei Punkte und drei Monate Fahrverbot zu. Ist dies Ihr erstes Vergehen in Verbindung mit Alkohol, bleibt es bei 500 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot. Sollte die Führerscheinbehörde den Verdacht auf eine Alkoholproblematik haben, ist auch eine MPU denkbar.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Leo sagt:

    Hallo hatte gestern einen Unfall. Bin 21 Jahre alt und hatte beim pusten am Unfall oft 1.4 Promille, bin In der Probe Zeit hatte davor 2 Jahre und wurde mir verlängert auf 4 Jahre und hatte jetzt einen Unfall
    Welche Strafen drohen mir den.

    Mit freundlichen Grüßen leo

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Leo,

      in der Regel gilt Alkohol hinterm Steuer als A-Verstoß in der Probezeit. Die dieser in der verlängerten Probezeit stattfand, ist nebnen den Sanktionen bezüglich des Vergehens auch mit einer Verwarnung sowie der Empfehlung zur Teilnahme an verkehrspsychologischer Beratung zu rechnen.
      Bei einem Wert ab 1,1 Promille handelt es sich zudem üblicherweise auch um eine Straftat, die mit Punkten, einem Fahrverbot und auch mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Da hier ein Unfall geschehen ist, kann dies zudem auch die Anordnung einer MPU nach sich ziehen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Christina sagt:

    Hallo,
    ich bin 19 Jahre alt und noch in der Probezeit und wurde am Wochenende von der Polizei aufgehalten. Diese stellte dann eine Atemalkoholkonzentration von 0,89 Promille fest.
    Leider wurde ich einige Tage danach mit dem Handy aufgehalten.
    Was droht mir jetzt für eine Strafe?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Christina,

      beide Verstöße sind unabhängig voneinander zu betrachten. Bei der Alkoholfahrt haben Sie gegen die 0-Promille-Regel verstoßen – da der Wert sogar über 0,5 Promille liegt, folgt ein Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot von einem Monat. Zudem werden Probezeitmaßnahmen eingeleitet – die Probezeit verlängert sich auf vier Jahre und Sie müssen zum Aufbauseminar. Für den Handyverstoß erhalten Sie ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Jan sagt:

    Hallo, ich hatte am Wochenende ein Unfall. Ich bin 18 Jahre alt und in der Probezeit. Ich hatte 1.2 Promille außerdem waren noch 3 weitere Personen im auto. Was geschieht jetzt genau?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Jan,

      Ihnen droht der Fahrerlaubnisentzug. Ein Richter wird über das genaue Strafmaß entscheiden. Außerdem wird Ihre Probezeit verlängert.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Madlen sagt:

    Hallo,
    Ich war gestern Abend mit meinem Freund bei Freunden, das es mir nicht gut ging hat mir ein Kunpel eine braune Flasche gegeben mit Hustensaft, als ich eine halbe Stunde später mit dem Auto angehalten wurde sind 0,5 Promille festgestellt wurden. Was kommt jetzt auf mich zu ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Madlen,

      befinden Sie sich noch in der Probezeit, gilt für Sie die Null-Promille-Grenze. Ab 0,5 Promille kommen ein Bußgeld von 500 Euro, 2 Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot von einem Monat auf Sie zu. Außerdem wird die Probezeit verlängert und ein Aufbauseminar angeordnet.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. Anonym sagt:

    Vor 4 Monaten wurde ich im Verkehr kontrolliert, die Beamten meinten ich sei verpflichtet, ein Alkohol test zu machen die habe ich verweigert. Paar min. Daraufhin haben die ein Gerichtsbeschluss bekommen das sie mir Blut abnehmen dürfen, bin 19 Jahre alt. Und noch in der probezeit. Festgestellt wurde 0,3 Promille die x 2 = 0,6 Promille. Habe auch seit 4 Monaten auch kein Schein mehr. Jetzt habe ich demnächst ein Gerichts Termin. Was kommt auf mich zu?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,

      Ihren Angaben entnehmen wir, dass Ihnen eine Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss vorgeworfen werden könnte. Neben der Entziehung des Führerscheins droht eine Freiheits- bzw. Geldstrafe. Außerdem hat dies Auswirkungen auf die Probezeit, welche verlängert wird. Des Weiteren wird ein spezielles Aufbauseminar angeordnet.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

Verfasse einen neuen Kommentar

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Bußgeldkatalog 2017 als PDF
Der aktualisierte Bußgeldkatalog des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.