Führt Passivrauchen von Cannabis zum Führerscheinentzug?

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Cannabis am Steuer ist Tabu

Nicht nur das aktive, sondern auch das passive Rauchen kann Konsequenzen nach sich ziehen.

Nicht nur das aktive, sondern auch das passive Rauchen kann Konsequenzen nach sich ziehen.

Cannabis, Gras, Weed – die Namen für die euphorisierende, kreative Energien freisetzende und sozialisierende Droge sind vielfältig. Ebenso zahlreich ist der Konsum, immerhin wurde im Europäischen Drogenbericht 2016 festgestellt, dass knapp 83 Millionen der Erwachsenen Cannabis rauchen.

Gerade in der Partyszene oder bei Veranstaltungen dringt auch Nicht-Konsumenten oftmals der allzu bekannte Grasgeruch in die Nase. Nicht selten werden in solchen Situationen Scherze mit den berauschenden Folgen vom derartigen Passivrauchen gemacht. Doch welche Bewandtnis hat es damit?

Kann es Auswirkungen auf den eigenen Organismus haben, passiv Cannabis zu rauchen? Gibt es beim Passivrauchen insbesondere Risiken hinsichtlich der eigenen Fahrtüchtigkeit? Ist passiv zu kiffen nachweisbar?

Der folgende Ratgeber beantwortet diese und viele weitere wichtige Fragen zum Thema Passivrauchen von Cannabis im Straßenverkehr.

Grenzwerte von THC im Straßenverkehr

Drogen oder Alkohol am Steuer werden vom deutschen Rechtssystem nicht geduldet. Gerät ein Verkehrsteilnehmer in eine Verkehrskontrolle, die eine Drogeneinnahme nachweist, drohen beim ersten Vergehen dieser Art 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg sowie 1 Monat Fahrverbot.

Mit jedem weiteren Verstoß erhöht sich die Bußgeldsumme und das Fahrverbot wird auf 3 Monate erweitert.

Liegt gar eine absolute Fahruntüchtigkeit vor, kann der Tatbestand der Trunkenheitsfahrt gemäß § 316 Strafgesetzbuch (StGB) erfüllt sein. In diesem Fall handelt es sich um eine Straftat, die mit einer Freiheits- oder einer Geldstrafe geahndet wird. In der Regel erfolgt zudem die Entziehung der Fahrerlaubnis sowie die Anordnung einer MPU.

Wird bei einer Verkehrskontrolle Passivrauchen nachgewiesen, verliert der Betreffende unter Umständen den Führerschein.

Wird bei einer Verkehrskontrolle Passivrauchen nachgewiesen, verliert der Betreffende unter Umständen den Führerschein.

Bei Alkohol bedingten Rauschfahrten wird diese mangelnde Eignung, ein Fahrzeug sicher zu führen, anhand von konkreten Promillewerten bestimmt.

Für das im Cannabis enthaltene THC existiert ebenfalls eine Grenze, oberhalb derer dem Kraftfahrzeugführer die Fahrtüchtigkeit abgesprochen wird, so entschied es 2005 das Bundesverfassungsgericht.

Erst ab einer Konzentration von 1,0 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) im Blut bzw. Serum liegt eine Fahruntüchtigkeit vor. Der Mindestwert von THC im Urin liegt hingegen bei 25 ng/ml. Die unterschiedlichen Werte sind durch die verschiedenen Nachweiszeiten von THC bedingt.

Aufgrund der technischen sich stetig weiter entwickelnden Möglichkeiten, erhöht sich nicht nur die Nachweisdauer von Cannabis, sondern auch passiv zu kiffen ist gegebenenfalls nachweisbar.

Drogentest: Passiv Kiffen kann zu positivem Ergebnis führen

Immer wieder stellen sich sowohl Konsumenten als auch Personen, die selbst nicht konsumieren, die Frage, inwiefern Passivrauchen von THC ein Risiko für die eigene Teilnahme am Straßenverkehr darstellt.

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Ein Forschungsteam bestehend aus Mitarbeitern der Universität Mainz und Jena haben eine Untersuchung durchgeführt, um genau dieser Frage auf den Grund zu gehen und herauszufinden, ob passiv zu kiffen im Drogentest zu positiven Ergebnissen führen kann.

Ausgangspunkt dafür waren bereits vorhandene Experimente zum Passivrauchen von Marihuana, die allerdings unter extremsten Bedingungen durchgeführt wurden und daher unrealistisches Voraussetzungen enthielten.

Das Mainz-Jenaer Team versuchte in seiner Untersuchung zum Passivkiffen ein Setting zu wählen, welches sich mehr an der Alltagswirklichkeit orientierte. Dafür mussten acht Personen, vier Männer und vier Frauen, für drei Stunden in einem niederländischen Coffeeshop ausharren.

Zu mehreren Zeitpunkten wurde das passiv Rauchen durch Blut- und Urinproben dokumentiert. Im Ergebnis konnten weder kritische Blut- noch verkehrsrechtlich problematische urinwerte ermittelt werden.

Doch wer nun denkt, dass passiv Kiffen und Autofahren eine ungefährliche Kombination darstellt, der irrt. Denn die Intensität vom Rauch, den Betreffende einatmen, ist entscheidend.

Auch beim Passivrauchen kann die strafrechtliche Fahruntüchtigkeit erfüllt sein.

Auch beim Passivrauchen kann die strafrechtliche Fahruntüchtigkeit erfüllt sein.

2004 verlor ein Mann seinen Führerschein aufgrund von Passivrauchen. Er hielt sich zwei Stunden in einem Chill-Out-Bereich einer Technoveranstaltung auf und war dem Rauchen anderer passiv ausgesetzt.

Als er dann später in einer Polizeikontrolle per Bluttest kontrolliert wurde, zeigte sich, dass Passivrauchen gefährlich sein kann, denn seine Werte lagen bei 5 ng/ml, also über der gerichtlich bestimmten Grenze.

Die Beschwerde des Mannes vor dem Verwaltungsgerichtshof in Baden Württemberg schlug fehl. Dort wurde darauf verwiesen, dass passiv Kiffen durchaus im Urin oder Blut nachweisbar ist bzw. die dadurch gewonnenen Ergebnisse rechtskräftig sein können.

Dem Mann wäre die erhebliche inhalative Aufnahme von Cannabis bewusst gewesen, sodass er auf eine Teilnahme am Straßenverkehr im Auto hätte verzichten müssen.

Fazit: Vorsicht beim passiv Rauchen

Passivrauchen sollte nicht unterschätzt werden, denn auch wenn nur unter bestimmten Bedingungen die entsprechenden verkehrsrechtlich relevanten Grenzwerte überschritten werden, besteht doch immer ein Risiko, sich nach einem solchen Passivkonsum hinter das Steuer zu setzen.

Grundsätzlich lässt sich passiv zu kiffen per Haaranalyse nur schwer nachweisen. Allerdings liefern Urinprobe und Bluttest sichere Nachweise für eine Berauschung des Probanden. Sollten Sie also passiv Canabisrauch ausgesetzt sein, gehen Sie besser nicht das Risiko ein, in einer Verkehrskontrolle einen positiven Drogentest abzulegen.
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2 Kommentare

  1. ahan sagt:

    aha
    wenn irgendwelche nachbarn im haus taeglich rauchen oder sogar anbauen so wie das hier riecht…
    heisst das ich darf nicht auto fahren weil irgendwelche nachbarn von meinem wohnhaus dieses tun :o ist ja eine schreckliche naricht …
    man ist doch andauerdn ungewollt solchen geruechen ausgesetzt ich kann ja nicht meine wohnung wechseln…

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