Vollrausch nach § 323a StGB: Was sind die Folgen?

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Ein vorsätzlicher oder fahrlässiger Vollrausch kann trotzdem geahndet werden

Wann liegt ein Vollrausch nach § 323a StGB vor?

Wann liegt ein Vollrausch nach § 323a StGB vor?

Wenn von einem Vollrausch die Rede ist, so setzen viele dies umgangssprachlich mit einem sogenannten „Filmriss“ gleich. Dabei verliert die betroffene Person aufgrund des Konsums einer großen Menge Alkohol jegliche Kontrolle über ihr Handeln und kann sich im Nachhinein oft nicht einmal mehr erinnern, was während des Rauschzustandes überhaupt geschehen ist.

Im Strafrecht wird ein aufgrund von Alkohol herbeigeführter Vollrausch ähnlich angesehen. Jedoch geht es hier eher darum, einer begangenen Straftat zu entgehen, weil eine Schuldunfähigkeit durch diesen Zustand vorliegen könnte. Doch ist dies überhaupt möglich?

In diesem Ratgeber informieren wir Sie über den Vollrausch nach § 323a StGB (Strafgesetzbuch), klären Sie über die möglichen Folgen auf und erläutern, ab welcher Promillegrenze überhaupt von einem Vollrausch nach StGB ausgegangen werden kann.

Vollrausch: Mögliche Folgen gemäß § 323a StGB und § 122 OWiG

Nicht nur im Strafgesetzbuch wird der Vollrausch aufgrund von Alkohol thematisiert, sondern auch im Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG). Die Gesetzestexte in § 323a StGB und § 122 OWiG ähneln sich fast gänzlich in ihren Aussagen, mit der Ausnahme, dass laut StGB der Vollrausch auf Straftaten und laut OWiG auf Ordnungswidrigkeiten bezieht.

In § 323a StGB heißt es dazu:

Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel in einen Rausch versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn er in diesem Zustand eine rechtswidrige Tat begeht und ihretwegen nicht bestraft werden kann, weil er infolge des Rausches schuldunfähig war oder weil dies nicht auszuschließen ist.“

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Vollrausch: Welche Promillegrenze ist maßgeblich?

Vollrausch: Welche Promillegrenze ist maßgeblich?

Wer einen Vollrausch alleine aus dem Grund herbeiführt, um dadurch einer Strafe für eine im Rausch begangenen Tat zu entgehen, muss dementsprechend entweder mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Jedoch sieht das StGB in § 323a eine Besonderheit vor: Die Strafe für den vorsätzlich oder fahrlässig herbeigeführten Rauschzustand darf nicht höher sein als die Strafe, die für die eigentlich begangene Tat erfolgt wäre.

Hat eine Person nicht nur eine Straftat begangen, sondern auch noch versucht, die damit verbundenen Ahndung durch eine selbst herbeigeführte Schuldunfähigkeit zu vermeiden, wird im Strafrecht von der sogenannten Rechtsfigur „actio libera in causa“ (wörtlich übersetzt: freie Handlung in der Ursache) gesprochen.

Ab welcher Promillegrenze wird von einem Vollrausch ausgegangen?

Grundsätzlich liegt die Grenze für einen Vollrausch bei 3,0 Promille. Ab diesem Wert besteht die Möglichkeit, dass eine Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB vorliegt. Es wird in diesem Fall von einer „Rauschtat“ gesprochen. Wurde jedoch eine andere Person im Zuge der Tat getötet, liegt die Promillegrenze in der Regel bei 3,3 Promille. Zwischen einer Blutalkoholkonzentration von 2,0 und 2,9 Promille ist zumindest von einer verminderten Schuldunfähigkeit bei der Rauschtat die Rede.

Jedoch: Ist der Täter abhängig von Alkohol oder auf andere berauschende Mittel angewiesen, kann auch ein höherer Wert als 3,0 Promille maßgeblich sein, um von einer Schuldunfähigkeit aufgrund der im Rausch begangenen Straftat auszugehen. Bei Personen, die an den Konsum von Alkohol gewöhnt sind, entfaltet sich die Wirkung normalerweise erst eine gewisse Zeit später. Daher muss stets individuell geprüft werden, ob ein Vollrausch nach § 323a StGB tatsächlich vorlag und dem Täter aufgrund dessen eine gewisse Schuldunfähigkeit bei der Rauschtat zugesprochen werden kann.
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