Verfolgungsjagd auf der A3: Polizei verfolgt LKW-Fahrer über 100 Kilometer

News vom 15.05.2017 um 13:55 Uhr
Verfolgungsjagd auf der A3: Mit Hubschrauber und Nagelsperre ging die Polizei gegen den Flüchtigen vor.

Verfolgungsjagd auf der A3: Mit Hubschrauber und Nagelsperre ging die Polizei gegen den Flüchtigen vor.

Eine Verfolgungsjagd auf der A3 lieferte sich ein LKW-Fahrer am Samstagabend mit der Polizei. Die filmreifen Szenen spielten sich zwischen der Anschlussstelle Diez in Rheinland-Pfalz und dem Heumarer Dreieck bei Köln ab. Der aus Bulgarien stammende Fahrer missachtete die Anhaltezeichen der Beamten und setzte seine Fahrt fort. Er war im Vorfeld durch eine unsichere Fahrweise aufgefallen.

Neben einem Polizeihubschrauber kam eine Nagelsperre zum Einsatz

Nachdem ein LKW-Fahrer am Samstagabend bei der Anschlussstelle Diez (Rheinland-Pfalz) durch eine unsichere Fahrweise auffiel, forderte ihn die Polizei auf, anzuhalten. Dieser fuhr allerdings unbeirrt weiter, teilweise mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf.

Richtung Köln lieferten sich ein LKW und Einsatzwagen eine wahre Verfolgungsjagd auf der A3. Ein Polizeihubschrauber unterstützte aus der Luft. Beim Dreieck Heumar legten die Beamten eine Nagelsperre aus, um die Sache zu beenden.

Doch weit gefehlt: Diese überfuhr der Fahrer und setzte seine Flucht auf der A3 trotz nachlassendem Reifendruck fort. Nach 45 Minuten konnten die Beamten den Flüchtigen festnehmen, der allerdings erstmal heftigen Widerstand leistete und einen Beamten verletzte. Die Nacht verbrachte der Fahrer dann in einer Zelle.

Welche Konsequenzen drohen dem Flüchtigen nun?

Während der Verfolgungsjagd auf der A3 beging der LKW-Fahrer gleich mehrere Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Zum einen hielt er sich nicht an den § 36 Abs. 1 Satz 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Hier heißt es:

Die Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten sind zu befolgen.

Es droht nun ein Bußgeld und mitunter auch ein Punkt in Flensburg.

Darüber hinaus erfüllt der Fahrer mit der Verfolgungsjagd auf der A3 wohl den Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr (§ 315b StGB) oder der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB). In beiden Fällen drohen Geld- oder Freiheitsstrafen von mehreren Jahren. Für welchen Straftatbestand der Fahrer angeklagt werden kann, beurteilt die Staatsanwaltschaft. In der Vergangenheit entschied diese unterschiedlich. Außerdem kann dem Flüchtigen die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Laut StVO dürfen LKW auf der Autobahn maximal 100 km/h fahren, sofern die Technik des Fahrzeugs dies zulässt und das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschritten wird, andernfalls liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h. Auch dies missachtete der Fahrer bei seiner Verfolgungsjagd auf der A3. Und damit nicht genug: Auch der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wird nach § 113 StGB bestraft:

Wer einem Amtsträger […] der zur Vollstreckung von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Urteilen, Gerichtsbeschlüssen oder Verfügungen berufen ist, bei der Vornahme einer solchen Diensthandlung mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt Widerstand leistet oder ihn dabei tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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