Wie die PTB unser tägliches Leben beeinflusst

Physikalisch-Technische Bundesanstalt – Deutschlands Experten für genaues Messen

Die PTB betreibt mehrere Atomuhren in Deutschland

Die PTB betreibt mehrere Atomuhren in Deutschland

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) mit Sitz in Braunschweig und Berlin ist das nationale Metrologie-Institut in Deutschland.

Besonders berühmt ist die PTB vor allem durch ihre Aufgabe, die gesetzliche Zeit im Bundesgebiet zu verbreiten. Dafür betreibt die PTB in Braunschweig aktuell vier Atomuhren.

Doch nicht nur die Aufgaben der PTB sind bekannt, sondern auch ihre (ehemaligen) Mitarbeiter. So arbeiteten und forschten beispielsweise Hans Geiger (entwickelte den nach ihm benannten Geigerzähler), Hermann von Helmholtz (galt seinerzeit als „Reichskanzler der Physik“) oder Carl von Linde (entwickelte ein Verfahren, dass die Entwicklung heutiger Kühlschränke ermöglichte) für die PTB.

Geschichte der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt

Die Geschichte der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt beginnt 1887 mit der Gründung der PTR – der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Ideengeber für die Gründung dieser Reichsanstalt waren Werner von Siemens und Hermann von Helmholtz. Bereits im 19. Jahrhundert übernahm die PTR erste gesetzliche Aufgaben. So war sie zu dieser Zeit mit Überprüfung von Messgeräten sowie der Darstellung und Bewahrung elektronischer Einheiten betraut.

Während des 2. Weltkriegs erlitten die Laboratorien der PTR schwere Schäden, weshalb viele von ihnen verlagert wurden. 1946 erfolgte der Wiederaufbau der PTR in Berlin.

Vier Jahre später wurde die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig als metrologisches Staatsinstitut gegründet. In die neugegründete PTB wurde die PTR 1953 als „Institut Berlin“ eingegliedert.

Die wichtigsten Aufgaben der PTB

Die PTB erteilt Bauaurtzulassungen für Blitzer

Die PTB erteilt Bauaurtzulassungen für Blitzer

Seit ihrer Gründung übernimmt die PTB in Berlin und Braunschweig unter anderem folgende gesetzliche Aufgaben:

  • Verbreitung und Anzeige der gesetzlichen Zeit
  • Bewertungen von Messgeräten und Medizinprodukten, die eine Messfunktion besitzen
  • Erteilung, Rücknahme und Widerruf von EG-Bauartzulassungen, z. B. für Blitzer
  • Prüfung von Betriebsanleitungen
  • Untersuchungen und Prüfungen im Bereich des Messwesens zur Sicherung der Einheitlichkeit von Messungen
  • Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt
  • Zulassung von Glückspielautomaten

PTB-Bauartzulassungen für Blitzer

Damit Blitzer im deutschen Straßenverkehr ihrer Funktion der Geschwindigkeits- oder Abstandsmessung nachkommen dürfen, müssen sie eine PTB-Bauartzulassung besitzen.

Um diese zu erhalten, sollten Geschwindigkeitsmessgeräte unter anderem folgende Kriterien erfüllen:

  • entweder Bild- oder Videomaterial erstellen können (Ausnahme: Laserhandmessgeräte)
  • Daten erheben, die sich eindeutig einem Fahrzeug zuordnen lassen
  • Messwerte ermitteln, welche die zulässige Fehlergrenze nicht überschreiten
  • Klimabeständig sein und ungeachtet der verschiedenen Umwelteinflüsse akkurat funktionieren

Darüber hinaus ist in den PTB-Anforderungen an Geschwindigkeitsmessgeräte ebenfalls festgelegt, dass Blitzer nur von geschultem Personal bedient werden dürfen.

Die PTB sorgt für die Verbreitung der exakten Uhrzeit

Die PTB sorgt für die Verbreitung der exakten Uhrzeit

Erfüllen Geräte diese Anforderungen, erhalten sie von der PTB eine Zulassung und werden in die PTB-Zulassungsliste aufgenommen.

Verbreitung der gesetzlichen Zeit durch die PTB

Derzeit sind Atomuhren die genauesten Uhren, die es gibt. Und in Braunschweig wird nicht nur eine Atomuhr von der PTB betrieben, sondern gleich vier. Auf diese Weise sorgt die PTB in Deutschland dafür, dass beispielsweise Funkuhren eine möglichst genaue Uhrzeit anzeigen.

Neben den Atomuhren bietet die PTB auch eine Uhr im Internet an. Unter uhr.ptb.de können Sie sich die genaue Uhrzeit inklusive Informationen über die lokale Zeitabweichung in Millisekunden ansehen.

PTB-Zeichen für erlaubnisfreie Waffen

Waffen erhalten nach bestandener Prüfung durch die PTB eine Nummer und werden in die oben genannte Zulassungsliste als zugelassene Waffen aufgenommen. Wenn sie das PTB-Zeichen aufweisen, gelten sie außerdem als erlaubnisfrei, was bedeutet, dass für den Erwerb und Besitz (ab 18 Jahren) dieser Waffen kein Waffenschein nötig ist.

Wichtig: Für das Führen von erlaubnisfreien Waffen in der Öffentlichkeit ist der kleine Waffenschein allerdings Pflicht.

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