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Geblitzt mit dem Handy am Ohr: Mit dieser Strafe ist zu rechnen

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Handy am Steuer: Das sagt die StVO

Geblitzt und das Handy am Ohr? Telefonieren ist im Auto nicht erlaubt.

Geblitzt und das Handy am Ohr? Telefonieren ist im Auto nicht erlaubt.

Auf deutschen Straßen gehört die Ordnungswidrigkeit „Handy am Steuer“ zu den häufigsten überhaupt, obwohl durch die Unaufmerksamkeit schnell ein Unfall passieren kann. Laut StVO (Straßenverkehrsordnung) ist die Nutzung des Handys im Auto verboten.

Wer sich dem wiedersetzt, zahlt ein Bußgeld von 100 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. Doch wie sieht es mit dem Bußgeld aus, wenn Betroffene mit dem Handy am Ohr geblitzt werden? Welche Strafe droht in dieser Situation und was hat es in diesem Zusammenhang mit der Tateinheit oder der Tatmehrheit auf sich?

Tateinheit oder Tatmehrheit: Der Unterschied

Wer geblitzt wird – mit dem Handy in der Hand – begeht zwei Ordnungswidrigkeiten. In diesem Fall spricht die Rechtsprechung von einer Tateinheit, da die beiden Widrigkeiten zur selben Zeit, am selben Ort und durch dieselbe Person begangen wurden.

Das Bußgeld orientiert sich in diesem Fall an dem höheren der beiden. Auf die Nebenfolgen hat dies allerdings keinen Einfluss.

Von Tatmehrheit wird hingegen gesprochen, wenn mehrere Handlungen durchgeführt wurden und so auch mehrere Tatbestände erfüllt sind. Wichtig ist hierbei, dass die Taten als selbstständige und unabhängige zu sehen sind. Die Bußgelder werden in diesem Fall addiert.

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Durchfahren Sie also mit dem Auto einen Blitzer mit dem Handy am Steuer, ist von Tateinheit zu sprechen, da Sie zur selben Zeit, am selben Ort mehrere Ordnungswidrigkeiten begehen. Laut Gesetzgebung müssten Sie nun das höhere Bußgeld in Gänze zahlen und das zweite entfällt.

Mit dem Handy geblitzt: Doppelte Strafe?

In der Praxis ist allerdings eine etwas andere Handhabe zu beobachten, wenn Betroffene beim Telefonieren geblitzt werden. In diesem Fall ist die höhere Strafe komplett zu zahlen und die niedrigere zur Hälfte. Hierzu zwei Beispiele:

Geblitzt mit dem Handy am Steuer? Der Fahrer erhält einen Punkt in Flensburg.

Geblitzt mit dem Handy am Steuer? Der Fahrer erhält einen Punkt in Flensburg.

  1. Sie wurden innerorts mit 16 km/h zu schnell geblitzt, das Handy halten Sie in der Hand. Das Bußgeld errechnet sich wie folgt:
    • Höheres Bußgeld: 100 Euro (Handy am Steuer)
    • Niedrigeres Bußgeld: 30 Euro (Geschwindigkeitsüberschreitung)
    • zu zahlendes Bußgeld: 115 Euro + Gebühren
    • Nebenfolgen: Ein Punkt (Handy am Steuer)
  2. Sie wurden innerorts mit 35 km/h zu schnell mit dem Handy am Steuer geblitzt:
    • Höheres Bußgeld: 160 Euro (Geschwindigkeitsüberschreitung)
    • Niedrigeres Bußgeld: 100 Euro (Handy am Steuer)
    • zu zahlendes Bußgeld: 210 Euro + Gebühren
    • Nebenfolgen: 3 Punkte und 1 Monat Fahrverbot

Demnach muss also nicht doppelt gezahlt werden, die Nebenfolgen sind allerdings voll umfänglich zu verkraften. Fahren Sie durch einen Blitzer, halten das Handy nur in der Hand und telefonieren nicht, wird das Bußgeld ebenso wie oben beschrieben, berechnet. Es ist demnach also möglich, je nach Geschwindigkeitsüberschreitung im Zusammenhang mit dem Handy am Steuer, ein Fahrverbot zu bekommen.

Ebenso ist Folgendes während der Fahrt nicht erlaubt:

  • SMS zu schreiben
  • Anrufe wegdrücken
  • das Handy als Navi nutzen
  • auf dem Handy die Uhrzeit checken

Werden Betroffene dabei geblitzt, fällt das Bußgeld so wie oben angeführt aus. Das Handy darf demnach nur über eine Freisprechanlage oder die Sprachfunktion genutzt werden. Ist beides nicht vorhanden, muss auf einem Parkplatz angehalten und der Motor ausgeschaltet werden. Der Standstreifen darf für solche Unternehmungen nicht genutzt werden.

Achtung! Schaltet sich der Motor an einer Ampel dank „Start and Go-Funktion“ ab, darf das Handy am Steuer trotzdem nich genutzt werden. Auch in diesem Fall darf es lediglich über die Sprachfunktion gesteuert werden.

Geblitzt und das Handy am Ohr: Das passiert in der Probezeit

Wer in der Probezeit mit dem Handy am Steuer erwischt wird, begeht einen B-Verstoß. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung ist zwar immer ein A-Verstoß, hat allerdings erst eine Relevanz bezüglich der Probezeit, wenn der Fahranfänger 21 km/h zu schnell geblitzt wird.

Doch wie steht es um die Probezeit, wenn beide Ordnungswidrigkeiten zusammen kommen und der Fahranfänger geblitzt wird – mit dem Handy am Ohr? Hierbei kommt es darauf an, wie schnell der Fahranfänger unterwegs war. Fährt dieser bis zu 20 km/h zu schnell, handelt er sich lediglich den B-Verstoß durch das Handyverbot ein, welcher beim ersten Mal keine Konsequenzen für die Probezeit hat. Nach dem zweiten B-Verstoß folgt jedoch die Probezeitverlängerung.

Droht ein Fahrverbot, wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt werden? Hierbei kommt es auf die Geschwindigkeitsüberschreitung an.

Droht ein Fahrverbot, wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt werden? Hierbei kommt es auf die Geschwindigkeitsüberschreitung an.

Ist der Autofahrer allerdings 21 km/h oder mehr zu schnell gewesen, liegt ein A-Verstoß mit probezeitrelevanten Konsequenzen vor. In diesem Fall führt der A-Verstoß zur Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und einer Anordnung zum Aufbauseminar.

Kommen in der verlängerten Probezeit vier weitere B-Verstöße oder zwei A-Verstöße hinzu, wird der Führerschein dauerhaft entzogen.

Handy am Steuer und geblitzt: Wann zwei Bescheide kommen

Wenn Sie mit dem Handy durch einen Blitzer fahren, kann es vorkommen, dass Sie zwei Bußgeldbescheide erreichen. Hierbei handelt es sich nicht um einen Fehler, sondern dies lässt lediglich darauf schließen, dass die Kommune für diesen Blitzer zuständig ist.

Diese übernimmt dann die Ahndung des Geschwindigkeitsverstoßes, allerdings nicht die der Ordnungswidrigkeit “Handy am Steuer“. Hierfür ist die Polizeidienststelle zuständig. Diese verschickt auch den zweiten Bußgeldbescheid.

Wer mit dem Handy in der Hand geblitzt wird, muss das höhere Bußgeld in Gänze zahlen, das niedrigere zur Hälfte. Die Nebenfolgen beider Ordnungswidrigkeiten bleiben allerdings erhalten. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass zwei Bescheide eingehen. In diesem Fall ist die Kommune für die Ahndung der Geschwindigkeitsüberschreitung zuständig und die Polizeidienststelle für die Verfolgung des Handyverstoßes.

Lohnt sich ein Einspruch?

Ob und wann sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnt, hängt sehr vom Einzelfall ab. Erscheint Ihnen allerdings das Bußgeld sehr hoch oder unschlüssig, hilft ein Fachanwalt für Verkehrsrecht weiter.

Wird in Ihrem Fall beispielsweise die Tateinheit nicht beachtet und Sie sollen beide Ordnungswidrigkeiten in Gänze zahlen, könnte eine Rücksprache mit einem Anwalt helfen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und dann erklären, wie es zu diesem höheren Bußgeld kommt. Unter Umständen gibt es eine schlüssige Erklärung und ein Widerspruch liefe ins Leere.

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