Marode Brücken: Verkehrsminister will hohe Bußgelder

Marode Brücken: Dobrindt plant hohe Bußgelder für LKW-Fahrer

News vom 17.07.2017 um 16:07 Uhr

Marode Brücken werden häufig für LKW gesperrt.

Marode Brücken werden häufig für LKW gesperrt.

Die deutsche Infrastruktur hat unter der Sparpolitik der letzten Jahre enorm gelitten. Gerade bei Autobahnbrücken gibt es einen hohen Investitionsstau. Viele marode Brücken wurden daher für den Schwerlastverkehr gesperrt. Dieses Verbot wird aber häufig ignoriert. Nun will der Verkehrsminister mit einem hohem Bußgeld und Fahrverboten gegen die Brummi-Fahrer vorgehen.

Sicherheitsrisiko: Trotz Verbot befahren LKW-Fahrer marode Brücken

Von insgesamt 39.000 Brücken gelten laut Verkehrsministerium ca. 6.000 Fernverkehrsbrücken als marode. Obwohl der Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit seinem „Sonderprogramm Brückenmodernisierung“ 1,5 Milliarden Euro bis 2018 bereitgestellt hat, ist die Situation vielerorts angespannt, weshalb vermehrt marode Brücken für den Schwerlastverkehr mit LKW gesperrt worden sind.

Ziel des Verbots ist es, die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten und den Verfall zu verlangsamen. Eine Vielzahl von LKW-Fahrern ignoriert allerdings diese Regelung und nutzt lieber die Brücken als die teilweise weitläufigen Umfahrungen zu nutzen. Um den Zeitverlust zu vermeiden, werden daher Bußgelder billigend in Kauf genommen. Bisher sind das 75 Euro Geldbuße.

Exemplarisch für die hohe Anzahl der Verstöße kann die Rheinbrücke der Autobahn A1 genannt werden. Täglich wird diese verbotenerweise von bis zu 1.000 Lastern befahren.

Das sind die schlimmsten Brücken:

  • A1-Rheinbrücke (Leverkusen)
  • Mühlheimer Brücke (Köln)
  • Petersdorfer Brücke (Malchow)
  • Rader Hochbrücke (Rendsburg)
  • Rheinbrücke Neuenkamp (Duisburg)
  • Schiersteiner Brücke (Mainz-Wiesbaden)
Befahren LKW marode Brücken, wird der Verfall beschleunigt.

Befahren LKW marode Brücken, wird der Verfall beschleunigt.

Hohes Bußgeld und Fahrverbote

Um der Situation Herr zu werden, beabsichtigt Dobrindt laut Saarbrücker Zeitung die Bußgelder drastisch zu erhöhen. Statt der bisherigen 75 Euro sollen die Brummi-Fahrer, welche die Sperrung ignorieren, saftige 500 Euro Bußgeld zahlen. Außerdem könnte der Verstoß mit einem Fahrverbot von zwei Monaten geahndet werden. Der Verkehrsminister erhofft sich dadurch die Regelverstöße auf nahe null zu reduzieren.

Greift diese Maßnahme nicht, könnte dies für einige Brücken wohl bald eine Vollsperrung bedeuten. Durch das Verbot der Überfahrt über marode Brücken soll dies möglichst vermieden werden.

Welchen Aufwand es bedeutet, eine solche Brücke zu restaurieren, können Sie im Video sehen. Darin zeig die SWR-Sendung Odysso am Beispiel der Kochertalbrücke, welche Schwierigkeiten marode Brücken für Deutschland darstellen.

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1 Kommentar

  1. M. Jahn sagt:

    Weil die Bundesregierung in den letzten Jahren geschlafen hat sollen es jetzt die Brummifahrer und Speditionen ausbaden.
    Die Menge der osteuropäischen Lkw begrenzt hätte, die nach und durch Deutschland fahren, dann wären die Transport Preise stabil geblieben deutsche Kleine und mittelständische Speditionen am Leben geblieben . Weder Parkplätze noch marode Brücken hätten ein Problem dargestellt.
    Ach ja warum Sparpolitik genug Geld an die EU gezahlt( Griechenland, Geld für Gewerbegebiet in Polen gleich hinter der deutschen Grenze die so groß sind wie mittlere Kleinstädte, schaut euch um) Mauteinnahmen in Milliarden Höhe und dann kein Geld da.Wir werden nach Strich und Faden verar ……….

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